Hommage auf Erwin Utters

Der-engagierte-Seelsorger-Erwin-Utters-privat-8221Ich möchte eine Hommage auf Erwin Utters ausgesprechen, der am 16. Juli 2015 im Alter von 82 Jahren „im Kreis seiner Lieben friedlich eingeschlafen“ ist. Erwin Utters war klein an Gestalt, aber er hatte ein weites Herz und einen großen Geist. Viele Jahre war er der katholischen Pfarrgemeinde St. Martin in Koblenz- Pfaffendorfer Höhe Mittelpunkt des gemeinschaftlichen Lebens und prägte ihre Spiritualität. Von nah und fern kamen Menschen, um mit ihm Gottesdienst zu feiern und seine Worte zu hören. An drei Szenen werde ich mich immer erinnern: Er stand nur am Altar, wenn er da in Funktion war; ansonsten saß er bescheiden mit den Ministrantinnen und Ministranten in der ersten Bank. Vor der Kommunion lud er alle ein, das Brot des Lebens zu empfangen; „es könne sich nur jeder selbst ausschließen“, fügte er immer hinzu. Und erst wenn die Gemeinde kommuniziert hatte, versammelte er die Gottesdiensthelfer um den Altar, um mit ihnen Brot und Wein zu teilen. Erwin Utters hatte das Charisma mit den biblischen und liturgischen Texten in Ehrfurcht und Freiheit um zu gehen. Er scheute nie, seine eigenen Zweifel und Fragen auszusprechen und hielt nie mit berechtigter Kritik auch am System Kirche zurück. Morgen findet in St. Martin das Traueramt um 11 Uhr statt und anschließend die Beerdigung. Aus dem Ganzen ist er gekommen und zum Ganzen kehrt er zurück. Wir aber halten einen frommen, bescheidenen, engagierten und weisen Priester in der Erinnerung.

Kittlauss Jul 22nd 2015 07:00 pm Aktuell,Katholische Kirche kontrovers,Spiritualität und Ein Kommentar Facebook Kommentare Trackback URI Comments RSS

Eine Nachricht zu “Hommage auf Erwin Utters”

  1. Hans-Erich Jungon 14 Dez 2015 at 21:56 link comment

    Für fast fünfzig Jahre war er immer wieder Bezugsperson: Erwin war für meine Mutter und für mich in meiner theologischen Prägung, und erst recht für meine Frau und mich, Freund und Berater und Begleiter: Von unserer Trauung bis zum Requiem für unsere Mutter; bei unserem Weg in die altkatholische Kirche, den letzten persönlichen Treffen zu seinem 80. Geburtstag, bei der gemeinsamen Eucharistiefeier zu einer Goldenen Hochzeit, zur Weihe der altkath. Jakobuskirche auf dem Asterstein; in der Zeit seiner sich verschlimmernden Krankheit im Kontakt per Email (auch zu unseren „Alltagswegen“ in Advents- und Fastenzeit, die wir in unserer Gemeinde betreut haben und an denen er mit Interesse und Wohlwollen teilgenommen hat).

    Geradlinig und authentisch ist er gewesen, in einem umfassenden Sinn katholisch – ihn kennengelernt und sogar als Freund gehabt zu haben, ist für uns ein wirkliches Geschenk gewesen.

    Margret Jung
    Dr. Hans-Erich Jung, Priester i.E., Gemeinde Aschaffenburg

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