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Biographie von Dieter Kittlauß: Grengänge. Aus dem Leben eines Wanderpriesters

Es ist der lange und abenteuerliche Weg eines verheirateten katholischen Priesters, der hier erzählt wird. In den Wirren der Kriegs- und Nachkriegszeit führt er zunächst von Breslau bis nach Thüringen. In der Goethestadt Weimar wird das Flüchtlingskind neu beheimatet; die katholische Diasporagemeinde und die sozialistische Schule sind die beiden völlig widersprüchlichen Pole seines Lebens. Der lange Weg zum katholischen Priester und das Wirken als Kaplan und katholischer Jugendseelsorger bietet eine Innenansicht der DDR-Gesellschaft, die in der Literatur wohl einmalig sein dürfte. Auch die Religions- und Kirchenfeindlichkeit des DDR-Staates erhält in vielen Facetten ein neues Licht. Durch die schrittweise Abgrenzung von der Lebensweise eines katholischen Klerikers und die Entscheidung, den Zölibat aufzugeben, geriet der junge katholische Theologe zwangsläufig in die Front zwischen DDR-Staat und katholischer Kirche. Für den sozialistischen Staat ist er so etwas wie die fünfte Kolonne der Konterrevolution, für die katholischer Kirche bleibt er ein Abtrünniger und Verräter. Der holprige Berufsweg zwischen totaler Berufssperre, Zoopark, Versicherung und Tapetenladen wird dennoch zu einer intensiven Lebensschule, die schließlich dank der Helsinkiverhandlungen in die Übersiedlung in den Westen einmündet. Damit beginnt die neue Integration in die lange bekannte und doch so fremde westliche Welt. Diese ganz neue Geschichte ist nicht weniger rasant und abenteuerlich. Dieter Kittlauß bietet mit seiner Biographie eine Kulturgeschichte Nachkriegsdeutschlands aus der Sicht eines Ostdeutschen. Die Auseinandersetzung des Menschen und Theologen Dieter Kittlauß mit der christlichen Tradition und der heutigen Welt zieht sich wie ein roter Faden durch die 305 Seiten.

Biographie von Dieter Kittlauß im Noel-Verlag: Grenzgänge. Aus dem Leben eines Wanderpriesters

Nach dem 90. Psalm zähle ich mit meinen mehr als 81 Jahren zu den Hochbetagten. In den letzten vier Jahren habe ich deshalb in mein Leben zurückgeschaut und nun wurde bei der Leipziger Buchmesse meine Biographie durch den oberbayerischen Noel-Verlag vorgestellt.

Mein Lebensweg ging von Breslau, dem Venedig des Ostens, über Weimar und Erfurt bis an den schönen Mittelrhein, und bietet damit eine kleine Kulturgeschichte Nachkriegsdeutschlands aus ostdeutscher Sicht. Dazu gehört auch die Darstellung der DDR aus der Lebenserfahrung eines ostdeutschen Diasporakatholiken; in der Literatur sicherlich eine Besonderheit. Geschildert wird mein langer Weg der Integration und die schrittweise Abgrenzung sowohl vom katholischen Klerus wie vom sozialistischen Teilstaat, wodurch ich als katholischer Priester und Theologe zwangsläufig in die Front zwischen DDR-Staat und katholischer Kirche geraten musste.  Dieser Kampf zwischen David und Goliath endete mit der Übersiedlung in den Westen; und damit begann die Integration in die lange bekannte und doch so fremde westliche Welt. Diese neue Geschichte ist nicht weniger rasant und abenteuerlich, schließt sie doch meine neue Beheimatung in der kleinen Stadt Bendorf am schönen Mittelrhein und auch in der katholischen Kirche von Trier ein; allerdings nun ökumenisch, weltoffen und mit einer tiefgehenden eigenen Neuorientierung.

Meine Biographie „Grenzgänge – Aus dem Leben eines Wanderpriesters“ kann innerhalb Deutschlands portofrei beim Noel-Verlag sowie auch im Buchhandel und im Versandbuchhandel zum Preis von 16,90 € bestellt werden: info@noel-verlag.de

 Das Wort „Grenzgänge“ beschreibt sowohl meinen realen Lebensweg wie meine menschliche und theologische Entwicklung. Das Bildwort des Wanderpriesters knüpft an Abraham an, den wandernden Hebräer; ebenso an Joshua von Nazareth, den Gottesssohn mit seinen Jüngerinnen und Jünger. Aber auch „Aus dem Leben eines Taugenichts“, die Erzählung von Eichendorff, die wir in der sozialistischen Schule gelesen haben, klingt mit. In unserer Zeit war es Roy Black, der mit seiner unvergessenen Stimme die Ballade vom Wanderpriester besang.

Einen herzlichen Gruß an alle.

Dieter Kittlauß

Grenzgänge: Aus dem Leben eines Wanderpriesters

Es ist ja wie ein Werk des Heiligen Geistes, dass meine Biographie „Grenzgänge. Aus dem Leben eines wandernden Priesters“ durch den Noel – Verlag bei der Leipziger Buchmesse vorgestellt wurde.Wer dieses Buch liest, versteht die Krise der katholischen Kirche besser und erhält auch noch eine ganz neue Sicht des DDR-Staates aus der Lebenserfahrung eines ostdeutschen Diasporakatholiken. Genauso deutlich werden aber auch die verpassten Chancen, weil eine ganze Armee von begeisterten jungen Theologen auf dem Altar des unseligen Priesterzölibates geopfert wurde.Ein Buch der Leidenschaft für Kirche in der Welt; ein Zeugnis des Leidens der „aussortierten“ Priester; eine Vision für Kirche, wie sie sein sollte. Das Wort „Grenzgänge“ beschreibt sowohl meinen realen Lebensweg von Ost nach West wie meine menschliche und theologische Entwicklung. Das Bildwort vom „Wanderpriester“ knüpft an Abraham, den wandernden Aramäer an; ebenso an Joshua von Nazareth, den Gottessohn mit seinen Jüngerinnen und Jüngern; aber auch „Aus dem Leben eines Taugenichts“, die Erzählung von Eichhendorff, die wir in der sozialistischen Schule gelesen haben, klingt mit. In unserer Zeit war es Roy Black, der mit seiner unvergessenen Stimme die Ballade3 vom Wanderpriester besang. Diese Nacherzählung eines priesterlichen Lebens dürfte in der deutschen Literatur einmalig sein.

Meine Biographie : „Grenzgänge. Aus dem Leben eines Wanderpriesters“

 

Dieter Kittlauß

 

Theologe (kath.) * Seelsorger (ökum.) * Trauerbegleiter (IGSL)

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 Bendorf. 06. April 2018

Liebe Freundinnen und Freunde, sehr geehrte Damen und Herren,

nach dem 90. Psalm zähle ich mit meinen mehr als 81 Jahren zu den Hochbetagten. In den letzten vier Jahren habe ich deshalb in mein Leben zurückgeschaut und nun wurde bei der Leipziger Buchmesse meine Biographie durch den oberbayerischen Noel-Verlag vorgestellt.

Mein Lebensweg ging von Breslau, dem Venedig des Ostens, über Weimar und Erfurt bis an den schönen Mittelrhein, und bietet damit eine kleine Kulturgeschichte Nachkriegsdeutschlands aus ostdeutscher Sicht. Dazu gehört auch die Darstellung der DDR aus der Lebenserfahrung eines ostdeutschen Diasporakatholiken; in der Literatur sicherlich eine Besonderheit. Geschildert wird mein langer Weg der Integration und die schrittweise Abgrenzung sowohl vom katholischen Klerus wie vom sozialistischen Teilstaat, wodurch ich als katholischer Priester und Theologe zwangsläufig in die Front zwischen DDR-Staat und katholischer Kirche geraten musste.  Dieser Kampf zwischen David und Goliath endete mit der Übersiedlung in den Westen; und damit begann die Integration in die lange bekannte und doch so fremde westliche Welt. Diese neue Geschichte ist nicht weniger rasant und abenteuerlich, schließt sie doch meine neue Beheimatung in der kleinen Stadt Bendorf am schönen Mittelrhein und auch in der katholischen Kirche von Trier ein; allerdings nun ökumenisch, weltoffen und mit einer tiefgehenden eigenen Neuorientierung.

Meine Biographie „Grenzgänge – Aus dem Leben eines Wanderpriesters“ kann innerhalb Deutschlands portofrei beim Noel-Verlag und auch im Buchhandel zum Preis von 16,90 € bestellt werden: info@noel-verlag.de

 Das Wort „Grenzgänge“ beschreibt sowohl meinen realen Lebensweg wie meine menschliche und theologische Entwicklung. Das Bildwort des Wanderpriesters knüpft an Abraham an, den wandernden Hebräer; ebenso an Joshua von Nazareth, den Gottesssohn mit seinen Jüngerinnen und Jünger. Aber auch „Aus dem Leben eines Taugenichts“, die Erzählung von Eichendorff, die wir in der sozialistischen Schule gelesen haben, klingt mit. In unserer Zeit war es Roy Black, der mit seiner unvergessenen Stimme die Ballade vom Wanderpriester besang.

Einen herzlichen Gruß an alle. Dieter Kittlauß

 

 

 

Ryans Predigt über seinen Glauben und seine Sexualität.

Ashampoo_Snap_2014.09.07_23h04m37s_002 cartoon_Auf einer internationalen Chatseite, wo sich junge Männer aus allen Ländern und Kulturen sexuell austoben, findet sich mitten drin ein Video, das völlig aus der Reihe springt. Da sitzt ein US – Boy nackt im Schneidersitz, spielt ab und zu an seinem Penis, und hält einen ernsten Vortrag. Ich habe nicht viel verstanden, aber hatte das Gefühl, dass da eine wichtige Botschaft vermittelt wird. Es dauerte lange, bis ich jemanden fand, der das amerikanische Englisch, noch dazu in schlechter Qualität, übersetzen konnte. Weil ich die „Predigt“ des jungen Mannes für bemerkenswert halte, gebe ich sie hier wieder und will dabei soweit wie möglich am Text bleiben. Das Bild habe ich verfremdet.
Der US-Boy hat einen Namen, der mit R anfängt. Das lange amerikanische AR lässt den Namen nur erraten. Nennen wir ihn Ryan.
Ryan fragt sich: „Wie kann ich Christ sein und ein solches Video veröffentlichen? Wie passt das zusammen mit meinen religiösen Überzeugungen, so ein Video auf einer Webseite zu veröffentlichen, auf welcher sich triebgesteuerte und allein am Sex interessierte Nutzer befriedigen? Verstoße ich nicht gegen die religiösen Normen?“ Und diese Frage führt ihn zu einer ihm viel wichtigeren: „Was sind meine religiösen Überzeugungen? Was glaube ich? Passt dieses Video zu meinen religiösen Überzeugungen – wie kann ich damit umgehen, wenn das nicht passt und ist das `gut`?“.
Ryan erzählt dann: „Ich wurde streng christlich erzogen und stellte irgendwann fest, dass ich homosexuell ausgerichtet bin und nichts daran ändern kann. Ich sah mich mit dem religiösen Standpunkt „Schwul = falsch“ konfrontiert, kam aber zu dem eigenen Standpunkt, dass diese Auffassung falsch sein muss. Religion erscheint für viele langweilig und dumm, weil es um die Anwendung von über 2.000 Jahre alten Regeln geht – wie sollen die heute noch gültig sein? Möglicherweise sind einige Trends aus der Bibel heute noch gültig – so verstehe ich die Bibel. Aber die Bibel ermutigt die Menschen, glücklich und achtsam miteinander zu leben. Dagegen wird die Bibel oft benutzt, um Menschen zu entmutigen und sie zu kontrollieren. Dies läuft aber dem Sinn der Bibel zuwider. Genau weiß ich natürlich nicht, was der Sinn der Bibel ist. Aber wer andere Menschen liebt und sich um sie sorgt, kann die Bibel nicht falsch verstehen.
Religion ist dazu da, um das persönliche Verhältnis zu Gott zu stärken. Die Beziehung zu Gott beruht aber nicht auf den religiösen Regeln, sondern auf der Liebe und Sorge um andere Menschen, und darauf, dass man dasjenige tut, von dem man glaubt, dass dies das Beste ist, um zu lieben und sich um andere Menschen zu sorgen. Dies ist ein Weg, um Vertrauen in andere Menschen zu stärken – und ich stärke mein Vertrauen in Gott, denn er sorgt sich um mich und unterstützt mich genauso. Das ist mein Verständnis von Religion und ich meine, es ist eigentlich recht einfach.“
„Nun die Frage: Wie passt das dazu, dass ich dieses Video veröffentliche, wie auch andere Videos? Dabei geht es um mein Verständnis von Sexualität. Viele Menschen verstehen Sexualität als etwas Privates, was man verstecken muss. Richtig ist meines Erachtens, dass Sexualität etwas Persönliches und Intimes ist. Allerdings ist Sexualität aus meiner Sicht wesentlich offener. Menschen sind glücklich, wenn sie tun können, was auch immer sie tun wollen. Natürlich solange sie andere Menschen nicht beeinträchtigen. Aber ich glaube nicht, dass ich andere beeinträchtige, wenn ich Nacktvideos von mir veröffentliche – möglicherweise gefallen sie euch ja. Wenn andere sagen, ich mache etwas Falsches, weil ich die falsche sexuelle Einstellung hätte – „Hals und Beinbruch – was glauben diese Menschen eigentlich, wie ich wirklich bin? Jedenfalls passt dies zu meinem Verständnis von Religion und zu meinem Glauben, denn das heißt für mich: andere Menschen zu unterstützen. Bereits dadurch, dass sie einen Anlass haben, darüber zu reden – lasst uns darüber diskutieren!“
Nun wird Ryan sehr persönlich. Er will seine Einstellung zu seiner Sexualität und zu seinem Körper vermitteln, auch wenn es ihm offensichtlich schwer fällt. Man merkt dies an seiner Gestik.

„Das ist eine interessante Diskussion. Ich versteh mich selbst als recht offen. Mir sind die anderen Jungs nicht egal, ich habe viele Dates ohne schlechtes Gewissen zu haben. Das soll aber nicht heißen, das ich oberflächlich bin. Wenn ich chatten möchte – jetzt meine ich nicht solche Diskussionen wie diese, sondern Chatten via MSN, Yahoo etc. – dann müssen da schon heiße Jungs sein. Da suche ich nach gutaussehenden Menschen. Sie müssen vor allem jung sein. Selbst wenn man eine wunderbare Konversation mit einem leicht übergewichtigen, älteren Herrn hat, dann fühle ich mich nicht sexuell von ihm angezogen, was unglücklich sein mag, aber so bin ich eben. Beim Chatten bin ich eher interessiert an jemandem, der mir nicht erzählt, dass er 50 Jahre alt ist und vier Kinder hat. Natürlich sind solche Menschen wundervolle Persönlichkeiten; dennoch bin ich dann nicht besonders interessiert, obschon man mit solchen Menschen wunderbare Konversationen haben kann. Aber sie passen nicht zu mir. Solange du jung – also nicht zu alt bist – und heiß bist, da ist das so. Auch ich bin nicht zu einhundert Prozent frei von Oberflächlichkeit. Aber ich bin froh, das zuzugeben. Wenn Menschen vorgeben, sie seien nicht oberflächlich, es dann aber doch ein bisschen sind, führt das manchmal zu Missverständnissen. Wenn sie jemanden richtig heiß finden, geraten sie dann in Konflikte mit sich selbst. Das ist schon interessant.“
Wir kennen diesen jungen Mann nicht näher, auch nicht, was er jetzt macht oder wo er lebt. Aber es wird doch sehr hautnah deutlich, wie uns hier ein konkreter, suchender und wertvoller Mensch anspricht, dem es ein großes Anliegen ist, seinen Glauben und seine Sexualität zusammenzubinden.

Posted by Kittlauss on Okt 31st 2014 | Filed in Aktuell,Biographisches,Spiritualität und,Was das Leben angeht | Comments (0)

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