{"id":903,"date":"2012-07-12T15:54:53","date_gmt":"2012-07-12T13:54:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/?p=903"},"modified":"2012-07-17T07:45:49","modified_gmt":"2012-07-17T05:45:49","slug":"warum-wohl-die-romischen-pralaten-den-priesterzolibat-so-verbissen-verteidigen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/index.php\/warum-wohl-die-romischen-pralaten-den-priesterzolibat-so-verbissen-verteidigen\/","title":{"rendered":"Warum wohl die R\u00f6mischen Pr\u00e4laten den Priesterz\u00f6libat so verbissen verteidigen?"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_905\" style=\"width: 234px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-905\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-905 \" title=\"Dirlau\" src=\"http:\/\/wordpress.p130205.webspaceconfig.de\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Dirlau-224x300.jpg\" alt=\"\" width=\"224\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Dirlau-224x300.jpg 224w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Dirlau.jpg 307w\" sizes=\"(max-width: 224px) 100vw, 224px\" \/><p id=\"caption-attachment-905\" class=\"wp-caption-text\">Die Kapelle zur hl Petronella in<br \/>Dirlau in ihrer heutigen Form<\/p><\/div>\n<p><a title=\"Text 1 Tim 3,1-7\" href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/index.php\/warum-wohl-die-romischen-pralaten-den-priesterzolibat-so-verbissen-verteidigen\/\">In der sog. Gemeinderegel im 1. Timotheusbrief<\/a> <a title=\"Warum wohl die R\u00f6mischen Pr\u00e4laten den Priesterz\u00f6libat so verbissen verteidigen?\" href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/index.php\/warum-wohl-die-romischen-pralaten-den-priesterzolibat-so-verbissen-verteidigen\/\">i<\/a>st neben Diakonen und \u00c4ltesten auch vom Episcopos (\u03b5\u03c0\u03b9\u03c3\u03ba\u03bf\u03c0\u03bf\u03c3 &gt; Leiter, Aufseher) die Rede. Unter den f\u00fcr den Episcopos genannten Kriterien steht auch die Forderung, ein episcopos solle der Mann einer Frau sein. Mit R\u00fccksicht auf den Gesamtkatalog im Text neigen die heutigen Exegeten dazu, dies nicht mehr im Sinne von succzessiver Polygamie sondern im Sinne von Monogamie zu erkl\u00e4ren, d.h. der Bischof solle nicht mehrere Frauen gleichzeitig haben, wie dies damals offensichtlich m\u00f6glich bzw. \u00fcblich war, also nur mit einer Frau leben.<!--more--><br \/>\nWeiterhin wird verlangt, dass der episcopos ein guter Familienvater sein solle und seine Kinder gut zu erziehen habe. Wichtig ist hier die Begr\u00fcndung: Wer kein guter Familienvater ist, wird auch nicht f\u00fcr die ihm anvertraute Ecclesia Gottes zu sorgen.<br \/>\nEs lohnt sich, \u00fcber diesen Text nachzudenken, denn wir stehen hier am normativen Anfang von Kirche, der zwangsl\u00e4ufig besonderes Gewicht hat. Aber gerade an diesem Text l\u00e4sst sich auch ablesen, wie stark sich Kirche seit ihren Anf\u00e4ngen ver\u00e4ndert hat. In der R\u00f6mischen \u2013 und in den Orthodoxen Kirchen sind die Episcopoi von heute, also Bisch\u00f6fe und Pfarrer mit dem Auftrag der Leitung, keineswegs treue Ehem\u00e4nner und gestandene V\u00e4ter sondern Single ohne Familienverantwortung. Und dies per Kirchengesetz. Im Lateinischen Ritus der R\u00f6mischen Kirche ist dieses \u201eZ\u00f6libatsgesetz\u201c (caelebs = allein lebend) sogar als Regelfall auf alle Priester ausgeweitet, obwohl es dazu keine biblische Begr\u00fcndung gibt. Geradezu klassisch hat dies bereits am 25.9.1988 <a title=\"Z\u00f6libat - menschenw\u00fcrdig?\" href=\"http:\/\/www.vkpf.de\/index.php\/zoelibat\/sonstiges\/107-zat-menschenwg\">Wolfgang Trilling(\u2020)<\/a>, ein international renommierter katholischer Exeget, in der Leipziger Liebfrauenkirche ohne wenn und aber \u00f6ffentlich formuliert: \u201c Der Z\u00f6libat ist nicht begr\u00fcndet durch ein Wort Jesu oder eine Aussage des Neuen Testamentes, das ja die Norm f\u00fcr Glauben und Kirche bildet. Jesu J\u00fcnger waren \u2013 wahrscheinlich alle \u2013 verheiratet, die Ehelosigkeit geh\u00f6rte nicht zu Jesu radikalen Forderungen f\u00fcr die Nachfolge \u2013 wie Besitzverzicht und Dienstwille. Die Apostel der fr\u00fchen Kirche waren verheiratet, au\u00dfer Paulus, der das als Ausnahme eigens begr\u00fcndet. Im Neuen Testament ist der Z\u00f6libat kirchlicher Amtstr\u00e4ger nicht anzutreffen\u201c. Trilling wies bei dieser Gelegenheit auch auf 1 Kor. 9,5 hin. Da schreibt Paulus: \u201eEtwa haben wir nicht das Recht, eine Schwester als Frau mitzuf\u00fchren, wie auch die \u00fcbrigen Apostel und die Br\u00fcder des Herrn und Kephas?\u201c. Die hier gebrauchte Interlinear\u00fcbersetzung (&gt;wort- und satzgetreu) ist v\u00f6llig korrekt. Wichtige Textzeugen des neunten Jahrhunderts (F,G u.a.) ver\u00e4nderten allerdings den Text in \u201eFrauen mitzuf\u00fchren\u201c. Noch weiter geht die Einheits\u00fcbersetzung: \u201eeine gl\u00e4ubige Frau mitzunehmen\u201c. Man merkt die Tendenz, den Text an die kirchliche Lehre anzupassen. Was Wolfgang Trilling 1988 mit gro\u00dfem Freimut \u00f6ffentlich aussprach, ist heute exegetischer Alltag: Weil Paulus ehelos leben will, muss er es eigens betonen gegen\u00fcber den verheirateten Altaposteln. Noch ein anderer Hinweis. <a title=\"Apg. 21, 8f\" href=\"https:\/\/www.bibelwerk.de\/shop\/erweiterte_suche\/einheitsuebersetzung\">In der Apostelgeschichte<\/a> wird erz\u00e4hlt, wie Paulus nach seiner Griechenlandreise einen Tag in C\u00e4sarea bleibt und da im Haus des \u201eEvangelisten\u201c Philippus, einem der sieben Diakone, einkehrt. Hier erw\u00e4hnt Lukas eigens, dass Philippus vier unverheiratete T\u00f6chter hatte, die \u00fcber prophetische Rede verf\u00fcgten.<br \/>\nErw\u00e4hnt werden kann auch, dass in der fr\u00fchen Kirche Geschichten von Petronella, einer Tochter des Apostels Simon Petrus sehr beliebt waren (belegt in den so genannten Apostelromanen), und dass die Petrustochter bis in unsere Zeit als Heilige verehrt wurde. Im Erzbistum K\u00f6ln gibt es in dem ehemaligen Kloster F\u00fcssenich eine Petronellakapelle, die angeblich im ersten Jahrtausend sogar vom Papst eingeweiht worden sei. Das Fest der hl. Petronella ist seit alter Zeit am 31. Mai; ihre Insignien sind Schl\u00fcssel und Besen, weil sie f\u00fcr das Haus des Apostels Petrus verantwortlich war. Bis ins unsere Zeit kamen Scharen von Pilgern, um die hl. Petronella, die f\u00fcr Fieberheilung besonders angerufen wurde, zu verehren. Bis zur S\u00e4kularisation soll es sogar echte Reliquien gegeben haben. 1890 wurden die Prozessionen eingestellt, weil die Kapelle eingefallen war. 1906 wurde ein verkleinerter Neubau errichtet. 1963 wurde die Kapelle erneut restauriert und unter Denkmalschutz gestellt.<\/p>\n<p>Es lohnt sich auch einen Blick auf das Jesuswort im Matth\u00e4usevangelium zu werfen, das oft als Beleg f\u00fcr den Z\u00f6libat gebraucht wird: Mt. 19,12: \u201eEs sind (&gt;= gibt) n\u00e4mlich Eunuchen, welche aus dem Leib der Mutter geboren wurden so, und es sind Eunuchen, welche zu Eunuchen gemacht worden sind von den Menschen, und es sind Eunuchen, welche sich selbst zu Eunuchen gemacht haben wegen des Reiches der Himmel.\u201c Hier werden drei m\u00f6gliche Hintergr\u00fcnde f\u00fcr Katastration (&gt;operative Entfernung der Hoden) genannt: Geburtsfehler, Gewalttat und Selbstverst\u00fcmmlung aus religi\u00f6sen Gr\u00fcnden. Es bedarf schon ein ganzes St\u00fcck Textverdrehung, um aus diesem (insgesamt sehr dunklen) Jesuswort den Priesterz\u00f6libat zu begr\u00fcnden.<br \/>\nDennoch \u2013 und es g\u00e4be noch viele andere Gegenargumente &#8211; ist es unumstritten, dass die R\u00f6mischen Pr\u00e4laten bis zum heutigen Tag den Priesterz\u00f6libat mit Klauen und Z\u00e4hnen verteidigen. W\u00e4hrend jeder Z\u00f6libat\u00e4re, auch wenn er seine Entscheidung f\u00fcr Liebe und Ehe mit gro\u00dfer R\u00fccksicht vollziehen w\u00fcrde, wie ein r\u00e4udiger Hund auf die Stra\u00dfe gejagt wird, wurde (und wird) einem p\u00e4dophilen Priester mit Verst\u00e4ndnis und Behutsamkeit begegnet und die Verantwortung und Sorgepflicht des Bischofs betont. Damit kommen wir wieder auf den Kern des Problems: Wieso f\u00fcrchten Papst und Kurienkardin\u00e4le eine Revision des Priesterz\u00f6libats wie Pest und H\u00f6lle. Man muss den Eindruck gewinnen, als ob es ihnen hier um Sein und Nichtsein der Katholischen Kirche gehe. Selbst eherne Werte wie die Sonntagsmesse und die Lebenskraft ganzer Gemeinden und Regionen werden infrage gestellt, um den Pflichtz\u00f6libat zu verteidigen. Um die ganze Katholische Kirche wird ein disziplin\u00e4res Korsett gelegt. Priester, die eine Liebesbeziehung zu einer Frau haben und vielleicht auch ein Kind zeugen, d\u00fcrfen nur im Amt bleiben, wenn sie sich von Frau und Kind trennen. Der Ehewille zwischen einem Pflichtz\u00f6libat\u00e4ren und einer Frau (nach katholischer Theologie die Basis f\u00fcr das Sakrament) wird also f\u00fcr ung\u00fcltig erkl\u00e4rt und unter Strafe gestellt Wer f\u00fcr die Ver\u00e4nderung des Plichtz\u00f6libates eintritt, hat keine Chance auf innerkirchliche Karriere, er wird weder Bischof noch Theologieprofessor, er bleibt sogar lebenslang gebranntmarkt. Wie gro\u00df muss die Angst unter den 3000 Bisch\u00f6fen der Katholischen Kirche sein, dass keiner von ihnen das hei\u00dfe Thema Priesterz\u00f6libat nur beim Namen zu nennen wagt?<\/p>\n<div id=\"attachment_922\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/?attachment_id=922\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-922\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-922\" title=\"Bischof_Walter_Mixa_2008\" src=\"http:\/\/wordpress.p130205.webspaceconfig.de\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Bischof_Walter_Mixa_2008-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Bischof_Walter_Mixa_2008-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Bischof_Walter_Mixa_2008.jpg 360w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-922\" class=\"wp-caption-text\">Foto des emeritierten Bischofs Walter Mixa. Ihm wurde u.a. vorgeworfen, dass er Heimkinder k\u00f6rperlich gez\u00fcchtigt haben soll und dass er in seine Heimsauna Theologiestudenten mitgenommen habe.Quelle: Dr. Christoph Gold, Bisch\u00f6fliche Pressestelle des Bistums Augsburg, Creative Commons Lizenz Wikipedia.<\/p><\/div>\n<p>Noch merkw\u00fcrdiger ist die Tatsache, dass der Pflichtz\u00f6libat in der Katholischen Kirche keineswegs allgemein g\u00fcltig ist. Konvertierte nichtkatholische Pfarrer erhalten trotz Ehe und Familie die Priesterweihe. Ganze Gruppen erhalten sogar ein Sonderrecht. Durch ein eigenes p\u00e4pstliches Gesetz k\u00f6nnen seit einiger Zeit in der Anglikanischen Kirche alle verheirateten Priester und Bisch\u00f6fe, die zur Katholischen Kirche wechseln, die katholische Priesterweihe erhalten und ihre Ehe fortsetzen. Bisch\u00f6fe k\u00f6nnen sogar die Jurisdiktion (&gt; bisch\u00f6fliche Verantwortung f\u00fcr eine Gruppe oder ein Gebiet)) als Ordinarien bekommen und d\u00fcrfen die bisch\u00f6flichen Insignien (Mitra, Stab und Ring) tragen. Auch der Blick zur orthodoxen Kirche, mit der die Katholiken Kommuniongemeinschaft haben d\u00fcrfen, zeigt, wie wenig der Priesterz\u00f6libat in der Praxis gilt. Dass die Priester der orthodoxen Kirchen oft verheiratet sind, ist allgemein bekannt. Dass aber f\u00fcr die orthodoxen Kirchen, die sich mit dem Papst vers\u00f6hnt haben (unierte Kirchen) und deshalb zur Katholischen Kirche \u2013 ganz offiziell &#8211; geh\u00f6ren, mit dem Codex Orientalis ein Sonderrecht geschaffen wurde, der Z\u00f6libat nur f\u00fcr M\u00f6nche und f\u00fcr ehelose Priester (die also unverheiratet geweiht wurden) vorgeschrieben ist, d\u00fcrfte eher wie ein Top \u2013 Secret geh\u00fctet bleiben.<br \/>\nMerkw\u00fcrdig ist auch, dass die 50.000 katholischen Priester, die aus dem priesterlichen Dienst ausgeschieden bzw. entfernt worden sind, auch wenn sie verheiratet oder sogar wieder geschieden sind, im Notfall unter Androhung von Kirchenstrafen priesterlichen Beistand leisten m\u00fcssen. 50.000 verheiratete Priester als eine Art Notfallreserve \u2013 eine absurde Geschichte. Unbestritten ist au\u00dferdem, dass schwule Priester kein Problem mit dem Z\u00f6libat haben sondern eher, einen festen Partner zu finden oder zu behalten. Auch die typischen Junggesellen oder Frauenfeinde unter den Priestern werden kaum unter dem Z\u00f6libat leiden. F\u00fcr Priesterm\u00f6nche \u00fcbrigens gilt das Z\u00f6libatsgesetz nur deshalb, weil sie eben M\u00f6nche sind. Die Gel\u00fcbde haben sie bereits bei der Profess geleistet. Mit einem Wort: Der Priesterz\u00f6libat trifft nur einen Teil der klerikalen Kirchenm\u00e4nner.<br \/>\nDeshalb noch einmal; Warum k\u00e4mpfen die R\u00f6mischen Pr\u00e4laten so verbissen gegen eine vern\u00fcnftige Revision des Priesterz\u00f6libates. Ich muss gestehen, je mehr ich dar\u00fcber nachdenke, umso weniger wei\u00df ich eine Antwort. Das Argument der mittelalterlichen Kirche, nur durch den Pflichtz\u00f6libat den materiellen Besitz vor Erbschaftsabfluss wahren zu k\u00f6nnen, ist nicht mehr zutreffend. Die Biblische Theologie gibt keinerlei Argumente zur Verteidigung. Dass Beruf und Familie manchmal schwierig zu vereinbaren sind, ist kein Geheimnis. Aber niemand w\u00fcrde heute sagen, dass der zuk\u00fcnftige und sp\u00e4tere Arzt auf Beziehung, Ehe und Familie verzichten muss, um ein guter Arzt zu sein. Es ist auch eine Binsenwahrheit, dass Ehelosigkeit an sich \u00fcberhaupt keinen Zeichenwert hat. In der modernen Gesellschaft ist man Single, weil man so leben will oder aber keine Alternative hat. Ein Single kann faul sein, egoistisch, triebhaft, gemein, machtbesessen, alkoholabh\u00e4ngig oder gierig, dies gilt auch f\u00fcr z\u00f6libat\u00e4re Priester und Bisch\u00f6fe.<\/p>\n<div id=\"attachment_929\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/?attachment_id=929\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-929\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-929\" title=\"img100134\" src=\"http:\/\/wordpress.p130205.webspaceconfig.de\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/img100134-300x105.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"105\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/img100134-300x105.jpg 300w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/img100134-1024x360.jpg 1024w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/img100134.jpg 1214w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-929\" class=\"wp-caption-text\">Zoelibata von Cleri ist eine satirische Weisheitsfrau, die ihre Spr\u00fcche aller Welt verk\u00fcnde. Quelle: Mitteilungsblatt der Vereinigung katholischer priester und ihrer Frauen (VkPF). Die Genehmigung wurde gegeben.<\/p><\/div>\n<p>Ja, es ist schon mehr als merkw\u00fcrdig, dass es in der Katholischen Kirche einen solchen Kampf f\u00fcr den Priesterz\u00f6libat gibt, verbissener als Don Quichotte im Kampf gegen die Windm\u00fchlen.<br \/>\nWenn man nach Antwort sucht, ist man auf Vermutungen angewiesen, weil es keine wissenschaftlich fundierte Befragung der R\u00f6mischen Hierarchie gibt. So k\u00f6nnte es daran liegen, dass die Mehrheit der Bisch\u00f6fe und Pr\u00e4laten aufgrund ihres biologischen Alters nicht mehr in der Lage ist, kritische Fragen zuzulassen, w\u00fcrden sie doch gegebenenfalls ihr eigenes Leben hinterfragen. Warum soll ein bald 80j\u00e4hriger Kirchenmann wie der K\u00f6lner Kardinal Meisner, der sein ganzes Leben z\u00f6libat\u00e4r gelebt oder vielleicht auch zu leben versucht hat, den jungen Priestern von heute zugestehen, was ihm verwehrt war? Nachdem Joseph Ratzinger zum neuen Papst gew\u00e4hlt worden war, konnte man im Fernsehen \u00f6fters eine Frau in seiner Begleitung sehen. Es war<a title=\"Wikipedia &quot;Ingrid Stampa&quot;\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ingrid_Stampa\"> Ingrid Stampa<\/a>, eine deutsche Musikprofessorin, mit der Ratzinger nach dem Tod seiner Schwester Maria 1991 zusammenlebte. Vierzehn Jahre bildeten die beiden eine harmonische Lebensgemeinschaft. Sie f\u00fchrte den Haushalt, kochte seine Lieblingsgerichte, machte die W\u00e4sche und \u2013 was Wunder- musizierte mit ihm, denn sie war ausgebildete Cellistin. Wenn der \u201eeiserne Pr\u00e4fekt in schwarzer Priestersoutane\u201c nach Hause kam, fand er ein Heim vor, in dem er zu Hause war. Vierzehn Jahre gab es die Lebensgemeinschaft zwischen Joseph Ratzinger und Ingrid Stampa, erweitert 2003 durch Georg G\u00e4nswein, den neuen Sekret\u00e4r. Als Joseph Ratzinger in die vatikanische Papstwohnung umgezogen war, verschwand Ingrid Kampa. Wie in den Medien geschildert wurde, besteht die neue Papstfamilie aus vier ausgew\u00e4hlten Nonnen, den beiden Sekret\u00e4ren und \u2013 wie wir neuerdings wissen \u2013 dem Kammerdiener. Was ist passiert? Auch hier kann man nur spekulieren. Naheliegend w\u00e4re es, dass die Riege der Kurienkardin\u00e4le es verhindern wollte, dass eine \u201eneue Papissa\u201c in den Vatikan einzieht. Neunzehn Jahre hatte <a title=\"Wikipedia &quot;Pascalina Lehnert&quot;\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pascalina_Lehnert\">Pascalina Lehnert <\/a>allein bestimmt, wer Zugang zu Papst PIU XII bekam. Der Grimm der Kurienkardin\u00e4le auf diese Frau war so gro\u00df, dass sie noch am Todestag des Papstes mit einem K\u00f6fferchen den Vatikan verlassen musste. Hier l\u00e4ge jedenfalls die Erkl\u00e4rung, warum Ingrid Stampa allein in der bisherigen Wohnung zur\u00fcckbleiben musste. Was hier in diesem Zusammenhang wichtig ist; Wie sah es wohl im Herzen des sensiblen Joseph Ratzinger aus? Wurde er deshalb noch h\u00e4rter als bisher? Es ist ja nicht auszuschlie\u00dfen, dass Benedikt XVI. in seinem bisherigen Leben schmerzhafte Erfahrungen der Liebe hatte und deshalb bei ihm so viele Abneigungen gegen Liebesbeziehungen gewachsen sind. Wenn ja, dann wurden nun alte Wunden aufgerissen.<br \/>\nEs ist nicht auszuschlie\u00dfen, dass bei den alten Hierarchen die erfahrenen Liebesn\u00f6te, Entt\u00e4uschungen und Einsamkeiten einen Panzer um ihr Herz gelegt haben, denn auffallend ist es, dass ihre \u201eLieblingsthemen\u201c oft mit Sexualit\u00e4t, Beziehung und Frauen zu tun haben.<\/p>\n<p>Eine zweite Vermutung ist auch nicht ganz abwegig, dass das schwule Klima im katholischen Klerus und damit auch unter der Hierarchie doch viel gr\u00f6\u00dfer und einflussreicher ist, als bisher angenommen. Jedenfalls ist es nicht abwegig, dass der Priesterz\u00f6libat eine Art Schutzschirm ist. Je mehr sich die Aufmerksamkeit auf den Z\u00f6libat richtet, umso weniger besch\u00e4ftigt sich die \u00d6ffentlichkeit mit \u201eanderen Lebensweisen\u201c. Weil Milieus eine nicht zu untersch\u00e4tzende Anziehungskraft haben, so wie die New Yorker Chinatowns immer wieder Chinesen anziehen, w\u00e4re es durchaus nachvollziehbar, dass das z\u00f6libat\u00e4re Milieu einen bestimmten Typ Mensch anzieht. Und weil das hierarchische System sich selbst vermehrt, erh\u00e4lt sich das Milieu.<br \/>\nWie gesagt, dass sind Vermutungen, nicht mehr. Vielleicht braucht die Katholische Kirche eine offene Diskussion um die Hintergr\u00fcnde dieser z\u00f6libat\u00e4ren Don-Quichotte-Mentalit\u00e4t?<\/p>\n<div id=\"attachment_930\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/?attachment_id=930\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-930\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-930\" title=\"img100135\" src=\"http:\/\/wordpress.p130205.webspaceconfig.de\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/img100135-300x227.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"227\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/img100135-300x227.jpg 300w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/img100135.jpg 1016w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-930\" class=\"wp-caption-text\">Satire aus dem Mitteilungsblatt der Vereinigung katholischer Priester und ihrer Frauen. Genehmigung wurde gegeben.<\/p><\/div>\n<p>Wenn manchmal gesagt wird, es sei doch Sache der Katholischen Kirche, wie sie Struktur und Disziplin gestalte, ist das prinzipiell richtig. Aber man darf nicht \u00fcbersehen, dass es bei dem Konflikt um den Priesterz\u00f6libat um Menschenrechte, Grundrechte und damit Grundlagen unserer modernen Zivilisation geht. Auch das Kopftuch der islamischen M\u00e4dchen und Frauen ist eigentlich deren pers\u00f6nlich-religi\u00f6se Sache. Und doch sehen viele darin ein Symbol f\u00fcr die bei uns \u00fcberwundene Frauenunterdr\u00fcckung. So ist vielleicht auch der Widerstand der katholischen Pr\u00e4laten gegen eine Revision des Priesterz\u00f6libats ein deutliches Zeichen, dass die Menschenrechte in der Katholischen Kirche noch nicht angekommen sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der sog. Gemeinderegel im 1. 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