{"id":2345,"date":"2015-12-20T13:38:08","date_gmt":"2015-12-20T12:38:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/?p=2345"},"modified":"2016-04-30T13:13:16","modified_gmt":"2016-04-30T11:13:16","slug":"weihnachten-im-sommer-das-weihnachtsfest-im-wechsel-der-zeiten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/index.php\/weihnachten-im-sommer-das-weihnachtsfest-im-wechsel-der-zeiten\/","title":{"rendered":"Weihnachten im Sommer. Das Weihnachtsfest im Wechsel der Zeiten."},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_2346\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/002-Am-Weihnachtsabend-Carl-Larsson-1604-Wikipedia.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2346\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-2346\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/002-Am-Weihnachtsabend-Carl-Larsson-1604-Wikipedia-300x206.jpg\" alt=\"Am Weihnachtsabend. Carl Larsson 1904 Wikipedia\" width=\"300\" height=\"206\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/002-Am-Weihnachtsabend-Carl-Larsson-1604-Wikipedia-300x206.jpg 300w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/002-Am-Weihnachtsabend-Carl-Larsson-1604-Wikipedia-1024x703.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2346\" class=\"wp-caption-text\">Am Weihnachtsabend. Carl Larsson 1904 Wikipedia<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit acht Jahren habe ich Weihnachten noch in Breslau erlebt. Damals gab es schon seit Allerheiligen die gro\u00dfen Schneehaufen am Stra\u00dfenrand und mit meinem Bruder fuhr ich Schlitten an der Oder. Heute haben wir uns daran gew\u00f6hnt, dass die Klimaerw\u00e4rmung bei uns den Winter verschoben, wenn nicht sogar aufgehoben hat. Es ist nicht selten, dass die G\u00e4nsebl\u00fcmchen bl\u00fchen, wenn wir das wunderbare Lied \u201eLeise rieselt der Schnee\u201c singen. Doch \u201eWeihnachten im Sommer\u201c hat eine lange Geschichte. Lukas erz\u00e4hlt in seiner Kindheitsgeschichte Jesu, wie die Hirten bei ihren Schafen auf dem Felde sind. Nein, sie schlafen nicht bei ihrer Herde, sie sind wach, denn es ist Zeit der L\u00e4mmergeburten und das hei\u00dft, es ist Sommer. F\u00fcr den Kirchenvater Clemens von Alexandrien (ca. 150 \u2013 214) lag der Geburtstag Jesu zwischen Ostern und Pfingsten. Dahinter standen die j\u00fcdische \u00dcberzeugung, dass bei wichtigen Menschen Geburt und Tod zeitlich nahe beieinander liegen, wenn nicht sogar \u00fcbereinstimmen. <!--more-->So dachte man auch in der \u00dcberlieferung, die Jesus als Nachfolger des Urvaters Isaak deuteten. Danach waren Jesus und Isaak am 14. Nisan geboren, nach dem j\u00fcdischen Mondkalender im Fr\u00fchjahr Mitte M\u00e4rz. Auch in der westr\u00f6mischen Kirche dachte man lange Zeit so, wie wir es von Hippolyt von Rom (ca. 170-235) wissen. Nach einer anderen \u00dcberlieferung war die Einf\u00fchrung des Sonnenjahres im R\u00f6mischen Reich ma\u00dfgeblich f\u00fcr die Verlegung des Geburtsfestes Jesu auf den 25. Dezember. Dahinter stand auch die \u00dcberzeugung, dass sich die kosmische Ordnung in der Heilsgeschichte wiederspiegle. So ergab sich f\u00fcr das Fr\u00fchjahrs\u00e4quinoctium (Fr\u00fchsjahrstagundnachtgleiche) am 25. M\u00e4rz die Verk\u00fcndigung Jesu durch den Engel (Mariae Verk\u00fcndigung) und damit f\u00fcr die Zeugung Jesu durch den Geist Gottes. Da das Winter\u00e4quinoctium (Wintertagundnachtgleiche) auf den 25. Dezember fiel, also nach neun Monaten, konnte hier die Geburt Jesu angesetzt werden. Parallel dazu lagen die Daten f\u00fcr den Vorl\u00e4ufer Jesu, den T\u00e4ufer Johannes, der in den fr\u00fchen Kirchen eine gro\u00dfe Bedeutung hatte. So wurde die Geburt des T\u00e4ufers auf die Sommersonnenwende gelegt, also auf den 25. September, und seine Geburt neun Monate sp\u00e4ter auf die Herbstsonnenwende, also auf den 25. September. Damit waren die vier wichtigsten Z\u00e4suren des Jahres heilsgeschichtlich belegt. Wie tief sich diese Deutungen in das kollektive Bewusstsein der christlichen Welten eingegraben haben, kann man daran erkennen, wie bedeutsam auch heute noch das Johannesfest und Weihnachten sind. Die Johannisfeuer in den Bergen sind Ausdruck der Freude, dass das halbe Jahr gut \u00fcberstanden wurde. Die Lichter von Weihnachten k\u00fcnden, dass von nun an die Tage l\u00e4nger werden.<br \/>\nIn der westr\u00f6mischen Kirche setzte sich im vierten Jahrhundert der 25. Dezember als Termin f\u00fcr das Weihnachtsfest durch. Hier spielte wohl auch eine Rolle, dass die R\u00f6mer nach alter Tradition an der Wintersonnenwende die Geburt des Sonnengottes Mithras feierten , der nach dem Mythos \u201eaus einem Felsen geboren und von Hirten beschenkt wurde.\u201c<br \/>\nW\u00e4hrend sich \u00fcber die R\u00f6mische Kirche der Weihnachtstermin an der Wintersonnenwende in der ganzen Welt verbreitete, blieb im Bereich der \u00f6stlichen (orthodoxen) Kirchen der urspr\u00fcngliche Termin vom 6. Januar als Fest der Taufe Jesu und Erscheinung des Herrn erhalten. Um im Festkalender nicht an Bedeutung zu verlieren, feiert die R\u00f6mische Kirche auf diesen Termin das Fest der hl. Drei K\u00f6nige.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit acht Jahren habe ich Weihnachten noch in Breslau erlebt. Damals gab es schon seit Allerheiligen die gro\u00dfen Schneehaufen am Stra\u00dfenrand und mit meinem Bruder fuhr ich Schlitten an der Oder. 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