{"id":2186,"date":"2015-01-30T14:10:52","date_gmt":"2015-01-30T13:10:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/?p=2186"},"modified":"2015-01-30T14:11:21","modified_gmt":"2015-01-30T13:11:21","slug":"heinrich-iv-graf-von-sayn-1539-1606-herkunft-und-weg-zum-koelner-domdechanten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/index.php\/heinrich-iv-graf-von-sayn-1539-1606-herkunft-und-weg-zum-koelner-domdechanten\/","title":{"rendered":"Heinrich IV. Graf von Sayn (1539-1606) &#8211; Herkunft und Weg zum K\u00f6lner Domdechanten"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: center;\">Heimatgeschichtliche Studie zum 400. Todestag des Sayner Grafen Heinrich IV.<\/h3>\n<h4 style=\"text-align: center;\">von<br \/>\nDieter Kittlau\u00df<\/h4>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Inhaltsverzeichnis <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>1. Vorbemerkung<\/strong><br \/>\n<strong>2. Des Grafen Zeit<\/strong><br \/>\n<strong>3. Die \u00e4lteren Grafen von Sayn<\/strong><br \/>\n<strong>4. Die ersten Sponheimer als Grafen von Sayn<\/strong><br \/>\n<strong>5. Die Sponheimer Grafen ab 1529<\/strong><br \/>\n<strong>6. Die beiden Sayner Grafen Sebastian II und Adolf und deren Reformen im Sinne des Augsburger Bekenntnisses<\/strong><br \/>\n<strong>7. Soziale und kirchliche Verantwortung der Sayner Grafen.<\/strong><br \/>\n<strong>8. Die Festigung der lutherischen Gesellschafts- und Kirchenordnung durch Graf Hermann<\/strong><br \/>\n<strong>9. Graf Heinrich IV. \u2013 der Weg vom K\u00f6lner Domherren zum Landesherren<\/strong><br \/>\n<strong>10. Der Domdechant<\/strong><br \/>\n<strong>11. Der Theologe<\/strong><br \/>\n<strong>12. Die Niederlage in K\u00f6ln<\/strong><br \/>\n<strong>13. Quellen und Verweise<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_2188\" style=\"width: 305px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/11e1-Medaille-Vorderseite.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2188\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-2188 size-medium\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/11e1-Medaille-Vorderseite-295x300.jpg\" alt=\"11e1 Medaille Vorderseite\" width=\"295\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/11e1-Medaille-Vorderseite-295x300.jpg 295w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/11e1-Medaille-Vorderseite-1008x1024.jpg 1008w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/11e1-Medaille-Vorderseite.jpg 1032w\" sizes=\"(max-width: 295px) 100vw, 295px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2188\" class=\"wp-caption-text\">Innerer Kreis: HENRIC(US) COMES SEIN D(OMI )N(US) IN HOMB(URG) MUNCC(LAR) ET MENTZP(ERG) Heinrich Graf (zu) Sein Herr in Homburg, Munclar und Mentzenberg \u00c4u\u00dferer Kreis: A(NN)O 92 DEN 1. MAY HAT DER WOLGEBO(RENE) GRAF UN(D) HER GRAF HENRIC(US) ZU SAIN HER ZU HOMBURG MUNC (LAR) MENZ(BURG) DER ALTE(N) LOEBL(ICHEN) STA(D)T HAGGENBURG (Hachenburg) DIS KLEINOT DEREN SCHUTZE-BRODERSCHAFT VON I(HRO)G(NADEN) VERERT<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a01. Vorbemerkung<\/strong><br \/>\nEigentlich sollte diese Studie ein Beitrag \u00fcber Ernestine und Johannette, die beiden T\u00f6chter der Gr\u00e4fin Luise Juliane von Sayn-Wittgenstein der so genannten &#8222;Sayner Hungergr\u00e4fin &#8222;, aus dem 17. Jahrhundert, werden. Doch da begegnete ich bei meinen Nachforschungen dem Grafen Heinrich IV. von Sayn und f\u00fchlte mich von seiner Person sogleich angezogen. Ich hatte den Eindruck, einem Menschen zu begegnen, der mir in seinem Denken und seiner Einstellung zum Leben sehr \u00e4hnlich war. So begann ich Informationen zu sammeln und die Orte seines Lebens zu besuchen, und aus den vielen Puzzles ist das Gesamtbild eines beeindruckenden Menschen entstanden.<br \/>\nF\u00fcr die Chronisten erschien Graf Heinrich eher als religi\u00f6ser Fanatiker, der den Menschen in seinem Regierungsbereich seine religi\u00f6se \u00dcberzeugung \u00fcberst\u00fclpen wollte. &#8222;Er war ein verschlossener Mann, der die Ruhe suchte und dem die Abgeschiedenheit Friedewalds gerade als der rechte Ort f\u00fcr sein Alter erschien.&#8220;, hie\u00df es in der Homepage der Evangelischen Akademie Friedewald, die sich in Schloss Friedewald (WW) befindet, das sich der Graf als Hochzeitsgeschenk und Altersruhesitz ausgebaut hatte. Mittlerweile habe ich keinen Zweifel, dass die Wirklichkeit eine andere war. Zwar geh\u00f6rte Graf Heinrich zur gesellschaftlichen Oberschicht seiner Zeit und nahm die ihm gew\u00e4hrten Privilegien voll in Anspruch; in dieser Beziehung war er ein Kind seiner Zeit. Aber ich stie\u00df in ihm auch auf einen Menschen, der sich als gl\u00e4ubiger Christ f\u00fcr die Erneuerung von Gesellschaft und Kirche einsetzte und sein Herz f\u00fcr die Probleme der kleinen Leute offen hielt. Auch wenn er an seinem Lebensende in tragische Verstrickungen geriet, verdient er es, dass wir uns an ihn erinnern.<br \/>\nSo ist dieser Beitrag auch eine Hommage auf einen gro\u00dfartigen Menschen.<br \/>\nDa Bendorf mit seinen heutigen Stadtteilen Sayn, M\u00fclhofen und Stromberg damals zur Grafschaft Sayn geh\u00f6rte und der Graf hier in Sayn geboren wurde, geheiratet und seine letzten beiden Jahre verbracht hat, hier wohl auch gestorben ist, versteht sich dieser Aufsatz als bescheidener, aber vielleicht dennoch wichtiger Beitrag zur Bendorfer Heimatgeschichte. Als katholischer Theologe, der sich der &#8222;vers\u00f6hnten Verschiedenheit&#8220; der christlichen Kirchen verpflichtet wei\u00df, betrachte ich diese Arbeit \u00fcber den Lutheraner Graf Heinrich als \u00f6kumenischen Br\u00fcckenschlag.<br \/>\nIch betrachtete es nicht als meine Aufgabe, die oft sp\u00e4rlichen und an verschiedenen Stellen vorhandenen Originaldokumente neu zu sichten. Dies \u00fcberlasse ich gern den Fachhistorikern. Mit klarer methodischer Beschr\u00e4nkung wollte ich vielmehr dem Grafen und Menschen Heinrich nachgehen, also die in unterschiedlichen Dokumenten, Berichten und Abhandlungen vorhandenen Spuren seines Lebens sammeln, kritisch sichten und zu einem Gesamtbild zusammenf\u00fcgen. Dabei war es unumg\u00e4nglich, Graf Heinrich in und aus seiner Zeit zu verstehen und es galt dar\u00fcber hinaus, die M\u00f6glichkeiten des Internets im Auge zu behalten.<\/p>\n<p><strong>2. Des Grafen Zeit<\/strong><br \/>\nDas christliche Abendland war entstanden aus einer Symbiose der jungen germanischen V\u00f6lker mit dem Christentum in seiner r\u00f6mischen Form. Im 15. Jahrhundert erreichten Volksf\u00f6mmigkeit und christliche Kunst ihren H\u00f6hepunkt, gleichzeitig aber entwickelte sich ein Aufl\u00f6sungsprozess der abendl\u00e4ndischen Gesellschaft, der im 16. Jahrhundert schlie\u00dflich zur Kirchen- und Gesellschaftsspaltung f\u00fchrte. Typisch f\u00fcr das christliche Abendland war die Einheit des Geistlichen und Weltlichen: Papst und Kaiser, Bisch\u00f6fe und F\u00fcrsten, Kirche und Gesellschaft, Theologie und profane Wissenschaften, Alltag und religi\u00f6ses Leben &#8211; waren organisch miteinander verbunden. Auch innerhalb der Gesellschaft gab es ein hierarchisches Ordnungsgef\u00fcge, wo jeder einzelne Mensch seinen Platz hatte. Das Zerbrechen dieser Einheit wird als Reformation bezeichnet.<br \/>\nSeit dem 12. Jahrhundert gab es in allen Schichten der abendl\u00e4ndischen Christenheit den Ruf &#8222;Zur\u00fcck zur apostolischen Kirche&#8220; und nach einer &#8222;Reform an Haupt und Gliedern&#8220;. Von Franziskus von Assisi bis zu Erasmus von Rotterdam kam die Forderung nach einer umfassenden moralisch &#8211; religi\u00f6sen Neugestaltung von Kirche und Gesellschaft. Hintergrund war der Niedergang der Kirche. Die P\u00e4pste und der Klerus verloren ihre F\u00fchrungsrolle und wurden von vielen Menschen als Ausbeuter und Unterdr\u00fccker erlebt. Die Theologie entfernte sich zunehmend von ihren biblischen Wurzeln und wurde durch spekulatives Denken lebensfremd. Kirchliche Lehre und religi\u00f6se Praxis waren \u00fcberwuchert und verformt durch Aberglauben, partikul\u00e4re Interessen und Utopien. Kirche und Gesellschaft erschienen als Eigentum des Klerus und des Adels, das diesem wirtschaftlichen Nutzen und Genuss bringen sollte. Der angesammelte Reichtum und die Besetzung der Leitungsfunktionen durch Adelsnachkommen lie\u00dfen viele Kl\u00f6ster in ihrem Wesen korrumpieren. (Anm.:1)<br \/>\nZu den Verformungen in der christlichen Kirche kamen Macht- und Verteilungsk\u00e4mpfe zwischen den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und die Zersplitterung der staatlichen Ordnung (Kleinstaaterei) durch das ausgeuferte Nachfolge &#8211; Erb &#8211; Recht. Nicht das Wohl der Menschen sondern die Regeln der Erbfolge waren ma\u00dfgebend. Das Volk lebte oft in bitterster Not. Konflikte zwischen den M\u00e4chtigen wurden mit Selbstverst\u00e4ndlichkeit milit\u00e4risch gewaltsam ausgetragen.<br \/>\nDie breit gef\u00e4cherten Reformbewegungen waren zutiefst zerstritten. W\u00e4hrend die konservativ &#8211; katholische Richtung Reformen innerhalb des Systems anstrebte und gleichzeitig die Ver\u00e4nderung der Machtverh\u00e4ltnisse zu verhindern suchte, wollten die protestantischen Bewegungen von Tag zu Tag mehr einen radikalen Systemwechsel. Als zus\u00e4tzliches Sprengpotential kamen dazu die Schw\u00e4rmer, Wiedert\u00e4ufer und Revolution\u00e4re. Typisch waren auch die Schnelligkeit der Ver\u00e4nderungen und die Unsicherheit in der Beurteilung.(Anm.: 2) Zu den innerdeutschen Problemen kamen die au\u00dfenpolitischen Faktoren wie die Machtk\u00e4mpfe zwischen Papst, Kaiser und dem franz\u00f6sischen K\u00f6nig. Und \u00fcber allem drohend das Gespenst einer osmanisch-t\u00fcrkischen Eroberung Zentraleuropas.<br \/>\nDies war die Zeit des Sayner Grafen Heinrich IV. F\u00fcr uns weit weg und unscharf &#8211; aber voller Dramatik. Die Wellen schlagen bis in unsere Zeit.<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<br \/>\n.<br \/>\nAnmerkungen:<br \/>\n1) Lortz Joseph, Wie kam es zur Reformation, Einsiedeln 1950<br \/>\n2) Kaiser Karl V. beklagte sich nach dem Augsburger Reichstag 1530 \u00fcber den K\u00f6lner Erzbischof Hermann von Wied, dieser sei &#8222;weder katholisch noch lutherisch, eher ein Heide&#8220;, so bei Franzen. Seelsorger und Gl\u00e4ubige konnten die Unterschiede oft nicht unterscheiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.Die \u00e4lteren Grafen von Sayn.<\/strong><br \/>\nDie Grafen von Sayn des 12. Jahrhunderts treten nur wenig aus dem Dunkel der Geschichte heraus, denn die Quellenlage ist d\u00fcrftig. Der Historiker Joachim J. Halbekann hat in seiner Dissertation &#8222;Die \u00e4lteren Grafen von Sayn&#8220; (Anm.: 4) die Forschungsergebnisse zusammengefasst, deshalb sollen von der Vorgeschichte der Grafschaft nur die Ereignisse und Personen erw\u00e4hnt werden, die f\u00fcr ein Verst\u00e4ndnis des Lebens und Wirkens des Grafen Heinrich bedeutsam erscheinen.<br \/>\nEs spricht manches daf\u00fcr, dass zwei Br\u00fcder Eberhard und Heinrich durch eine Heirat Eberhards mit einer Isenburgerin in den Westerwald gekommen sind. In einer Urkunde im K\u00f6lner Stadtbezirk Niederich ist von einem &#8222;dominus Everhardus comes de Seyne et domina Kunegunt&#8220; (Herr Everhard Graf von Seyne und Ehefrau Kunegunt) die Rede, aber die Datierung ist unklar, auch l\u00e4sst sich nicht einmal feststellen, ob es sich bei dieser Kunegunt um die Ehefrau oder die Schwiegertochter handelte.(Anm.: 5)<br \/>\nIn der n\u00e4chsten Generation tauchen drei Br\u00fcder auf: Heinrich, Eberhard und Bruno. Hier beginnt sich das Dunkel zu lichten und wir wissen aus der Urkundenlage schon mehr. Das erhaltene Doppelsiegel der Br\u00fcder Heinrich (II) und Eberhard (II) bezeichnet der Historiker Halbekann als &#8222;das vielleicht sch\u00f6nste und sinnf\u00e4lligste Zeugnis der Familie im ausgehenden 12. Jahrhundert; zwei geharnischte und bewaffnete Reiter traben auf ihren Pferden in einer Linie, jeweils identisch in Kleidung und Haltung&#8220;. (Anm.: 6)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schauen wir uns die drei Br\u00fcder etwas n\u00e4her an, weil sie f\u00fcr die sp\u00e4tere Geschichte bedeutsam sind. Heinrich hatte Beziehungen zum K\u00f6lner Erzbischof, denn er wird als Domvogt von K\u00f6ln und Bonn bezeugt. Da er im August 1187 an dem kaiserlichen Hoftag in Worms die Position des K\u00f6lner Erzbischofs vertrat, spricht vieles f\u00fcr seinen Einfluss \u00fcber die Grenzen der Grafschaft hinaus. 1189 beteiligte er sich am Kreuzzug. (Anm.: 7) Von seinem Bruder Eberhard wissen wir weniger, nicht einmal ob er verheiratet war und Kinder hatte. Beide Br\u00fcder sind wohl 1202 verstorben. (Anm.: 8) Aber eines wissen wir genau und das ist f\u00fcr die Bendorfer Geschichte bedeutsam: die beiden Br\u00fcder Heinrich (II.) und Eberhard (II) stifteten vor ihrem Tod die Pr\u00e4monstratenserabtei Sayn. Bruno, der dritte der Br\u00fcder, machte kirchliche Karriere: &#8222;Erat enim idem Bruno praepositus homo dives et vir gloriosus, plures habens dignitatae: fuit enim praepositus ad gradus S. Mariae Coloniae, praepositus Aquisgrani, praepositus S. Castoris in Confluentia, fuit et pastor in Engers.&#8220;(Anm.: 9) Bruno war als Vorsteher der Abtei St. Cassius in Bonn ein reicher und hervorragender Mann, er hatte viele Ehrenaufgaben, denn er war (auch) Vorsteher der K\u00f6lner Stadtkirche Maria zu den Stufen, Vorsteher der Kirche \u00c4hren am Wasser, Vorsteher von St. Castor in Koblenz, er war auch Pfarrer in Engers). Durch Bruno vergr\u00f6\u00dferten die Sayner Grafen ihren Einfluss \u00fcber den Rhein und bis in die K\u00f6lner Bucht. Am 31. Mai 1192 wurde Bruno durch den Trierer Erzbischof Johann zum K\u00f6lner Erzbischof geweiht, worauf die Grafen von Sayn den Lehnsauftrag f\u00fcr die Stammburg Sayn von Trier neu erbaten.(Anm.: 10) Darauf werden sich die Trierer Kurf\u00fcrsten 400 Jahre sp\u00e4ter berufen, wenn sie Sayn schon w\u00e4hrend der Beerdigung des verstorbenen Grafen Heinrich besetzen. Aber Bruno hatte als K\u00f6lner Erzbischof kein Gl\u00fcck. Er erkrankte schwer, zog sich auf die Burg Blankenberg an der Sieg zur\u00fcck und starb hier am 2. November 1208. Die Simonsreliquie war sein Abschiedsgeschenk an Sayn.(Anm.: 11)<br \/>\n\u00dcber den Sohn Heinrichs, den legend\u00e4ren Heinrich III., lief die Erbfolge. Er soll k\u00f6rperlich ein Riese gewesen sein und f\u00fchrte schon zu Lebzeiten den Beinamen &#8222;der Grosse&#8220;. Verheiratet war er mit Mechthild von Landsberg, einer jungen Dame aus dem Haus Meisen. Heinrich III erweitert die Grafschaft Sayn betr\u00e4chtlich u.a. durch die Herrschaften Vallendar und Kreuznach (B\u00f6ckelheim) sowie durch Gebiete an der Mosel und am Niederrhein. Damit geh\u00f6rte die Grafschaft Sayn zu den m\u00e4chtigsten rheinischen Dynastien. Um Heinrich III ranken sich viele Geschichten. So wurde erz\u00e4hlt, er habe seinem einzigen Sohn den Kopf zerdr\u00fcckt, als er ihn scherzend emporhob.(Anm.: 12)<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\nAnmerkungen:<br \/>\n4) Halbekann J. Joachim: Die \u00e4lteren Grafen von Sayn, Historische Kommisssion f\u00fcr Nassau, 1997, S. 11f<br \/>\n5) Halbekann S. 11 f.<br \/>\n6) Halbekann S. 15 ff., unter der Fu\u00dfnote 5 gibt Halbekann die Quellenlage an.<br \/>\n7) Halbekann S. 19 ff.<br \/>\n8) Halbekann S. 26 ff.<br \/>\n9) Halbekann S. 35 ff.<br \/>\n10) Halbekann S. 40<br \/>\n11) Halbekann wertet den Bericht \u00fcber die Ankunft der Reliquie (De Perventione Brachii D. Simonis 1258\/59) als Legende, gesteht ihm aber aufgrund der Details einen hohen Quellenwert zu (S. 57 ff.)<br \/>\n12) Dahlhoff Matth\u00e4us., Geschichte der Graffschaft Sayn und der Bestandteile derselben: der Graffschaften Sayn = Altenkirchen und Hachenburg, der Herrschaft Freusburg und des Freien- und Hickengrundes, besonders in kirchlicher Beziehung. Unter Vorausschickung einer kurzen Geschichte der Regenten des Sayn&#8217;schen Landes, Selbstverlag des Verfassers, Dillenburg 1874, S. 6, unter Verweis auf Hontheim, Hist. Trv. I, pag 1641<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4. Die ersten Sponheimer als Grafen von Sayn.<\/strong><br \/>\n1247 stirbt Heinrich III. kinderlos im Alter von 53 bzw. 56 Jahren. Er ist kinderlos. Die Erbfolge l\u00e4uft \u00fcber seine Schwester Adelheid. Diese war in erster Ehe mit dem Grafen Heinrich von Ebernheim verheiratet und hatte mit diesem einen Sohn (in manchen Genealogien als Heinrich IV. bezeichnet.) Da sowohl Ehemann wie Sohn verstorben waren, hatte Adelheid in zweiter Ehe den Sponheimer Grafen Gottfried geheiratet. Die Erbfolge der Sayner Grafschaft kam nun \u00fcber Adelheid, die zwischenzeitlich Witwe geworden war, auf ihre S\u00f6hne Heinrich und Gottfried. Damit beginnt die Geschichte der Sponheimer Sayner Grafen. Weil es f\u00fcr die sp\u00e4teren politischen Entscheidungen wichtig ist, wenden wir uns kurz den ersten Generationen zu.<br \/>\nZuerst schauen wir auf die beiden S\u00f6hne Adelheids, die Br\u00fcder Heinrich und Gottfried, die sich das v\u00e4terliche Erbe teilten, wozu nun auch durch den Erbfall die Grafschaft Sayn geh\u00f6rte. Gottfried war offensichtlich der aktivere von beiden. Um die Grafschaft in den Wirren des 13. Jahrhunderts zu sch\u00fctzen, bot er diese 1273 dem Pfalzgrafen Ludwig Severin entgegen dem bestehenden Rechtsverh\u00e4ltnis zu Trier als Lehen an, stellte sich somit unter den Schutz des Pfalzgrafen. Der Pfalzgraf wird sich vor 1600 gegen\u00fcber dem alten Grafen Heinrich IV. auf dieses Recht berufen und auch die Kurf\u00fcrsten von K\u00f6ln und Trier m\u00fcssen dieses respektieren. Gottfried lie\u00df seinen bisherigen Familiennamen Sponheim fallen und nannte sich nun Graf zu Sayn. Er gilt deshalb zu Recht als Stammvater des neuen saynischen Geschlechts. Gottfried war verm\u00e4hlt mit Jutta von Homburg, die ihm durch die Heirat die Herrschaft Homburg einbrachte (Anm.: 14) &#8222;Graf Gottfried trug die Grafschaft Sayn im Jahre 1273 dem Pfalzgrafen Ludwig zu Lehen auf, lie\u00df seinen bisherigen Familiennamen Sponheim fallen und nannte sich nur Graf zu Sayn. Er wurde der Stammvater des neuen saynischen Geschlechts.&#8220;(Anm.: 15) Da sich sp\u00e4ter die Grenzen des Lehens nicht mehr genau nachweisen lassen, gab es viele Verwicklungen und Auseinandersetzungen.<br \/>\nMit der n\u00e4chsten Generation erfolgt eine weitere f\u00fcr die Zukunft wichtige Weichenstellung. Graf Gottfried hatte mit seiner Gemahlin zwei S\u00f6hne, Johann der L\u00f6we und Engelbert, die nach dem im Jahre 1283 erfolgten Tode ihres Vaters erst gemeinschaftlich regierten, dann aber 1294 sich um die v\u00e4terliche und m\u00fctterliche Erbschaft in der Weise einigten, dass der \u00e4lteste Bruder Johann die Grafschaft Sayn und die H\u00e4lfte von Homburg und Vallendar erblich \u00fcbernahm, wobei &#8222;Graf Engelbert f\u00fcr sich und seine Nachkommen eidlich erh\u00e4rtete, auf die Grafschaft Sayn zu verzichten, mit Consens aller Agnaten, auch mit Best\u00e4tigung des deutschen Kaisers Adolph von Nassau, in Gegenwart vieler Grafen und Herren&#8220;.(Anm.: 16) Engelbert nannte sich zuk\u00fcnftig Graf von Sayn und heiratete die Gr\u00e4fin Elisabeth von Wittgenstein. Johann behielt den Titel Graf zu Sayn und erhielt die Freusburg als Trierer Lehen. Beide Br\u00fcder behalten den Titel Herr von Homburg. Die Geschlechterlinie der Grafen von Sayn &#8211; Sponheim trennt sich so mit den beiden Br\u00fcdern Johann und Engelbert. Im Findbuch 30 des Landshauptarchivs wird deshalb von den beiden Linien &#8220; Sayn &#8211; Sayn&#8220; und &#8222;Sayn &#8211; Vallendar&#8220; gesprochen .Besonders Graf Johann I, war bestrebt, seine Landesherrschaft zu erweitern. Er erwarb 1298 Altenkirchen mit Schloss, Stadt und Amt und die dazugeh\u00f6renden Gemeinden Mehren und Birnbach, 1318 kamen von seinem Stammhaus Sponheim die Gemeinden Maxsein und Selters dazu.<br \/>\nJohann I., der den Beinamen &#8222;der saynische L\u00f6we&#8220; f\u00fchrte, hielt sich im Streit um die deutsche Kaiserkrone auf der Seite von Ludwig dem Bayern und beteiligte sich auch an den milit\u00e4rischen Aktionen. (Anm.: 17) Als Dank erhielt Graf Johann am 17. Januar 1314 das Privileg, &#8222;da\u00df die St\u00e4dte Hachenburg, Altenkirchen, Weltersburg und deren Einwohner eben die Freiheiten und Rechte, die die Stadt Wetzlar und andere daselbstige St\u00e4dte und Reichs\u00f6rter besitzen, haben und genie\u00dfen sollen&#8220;.(Anm.: 18) In den folgenden drei Jahrhunderten ist die Entwicklung der Sayner Grafschaft durch Schuldenwirtschaft und Landesteilungen gekennzeichnet, oft eine dunkle Zeit.<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\nAnmerkungen<br \/>\n14) Die Quellenlage ist unsicher. M\u00f6glicherweise kommt \u00fcber Jutta der Homburger Besitz. 1456, also fast zweihundert Jahre sp\u00e4ter, setzte der Trierer Kurf\u00fcrst Jakob seine Nichte, eine Sayner Gr\u00e4fin als Universalerbin ein. Dadurch kamen die Herrschaften Munkler und Meinzenburg als kurtrierische Lehen zur Grafschaft. (so Braun) Noch Graf Heinrich IV. nannte sich immer Herr von Homburgk, Munkler und Meinzenburg.<br \/>\n15) Aus Dahlhoff Grafschaft Sayn<br \/>\n16) Ebd.<br \/>\n17) z.B. bei der entscheidenden Schlacht bei M\u00fchldorf 1322.<br \/>\n18) W. Lichtenberger, aus der Vergangenheit saynischer Geschichte, Carl Ebner, Marienberg 1920, S. 17, Zitat hier nach Dahlhoff<\/p>\n<p><strong>5. Die Sponheimer Grafen ab 1529.<\/strong><br \/>\nIm 16. Jahrhundert wurde die Grafschaft Sayn von den Unruhen des gesellschaftlichen Niedergangs und der sp\u00e4tmittelalterlichen Reformationszeit erfasst. Wir setzen wieder im Jahr 1529 an, wo ein Graf Johann (geb. 1518) in der Grafschaft Sayn die Regierungsgesch\u00e4fte \u00fcbernahm, er wird als Johann V. gez\u00e4hlt.(Anm.: 19) Dieser beteiligte 1542 seinen j\u00fcngeren Bruder Sebastian (als Sebastian II. gez\u00e4hlt) an der politischen Macht. Die beiden Br\u00fcder regierten zun\u00e4chst kooperativ und wohl auch erfolgreich, denn am 3. November 1547 gew\u00e4hrt Kaiser Karl V. den Sayner Grafen die uneingeschr\u00e4nkte Gerichtsbarkeit f\u00fcr das gesamte Gebiet der Grafschaft. Dies bedeutete die unabh\u00e4ngige Landesherrschaft, ein Privileg, das nur wenige der deutschen Kleinstaaten hatten. Da es bei der gemeinsamen Regierung aber offensichtlich Schwierigkeiten gab, teilten die Br\u00fcder 1555 die Zust\u00e4ndigkeit. Johann V., der \u00e4ltere der Br\u00fcder, \u00fcbernahm das Kernland um Altenkirchen und Hachenburg und machte Hachenburg zu seiner Residenz. Der j\u00fcngere Bruder Sebastian II. \u00fcbernahm das n\u00f6rdliche Gebiet um Friedewald und die Freusburg wurde zu seinem Regierungssitz. Unter gemeinsamer Verwaltung blieben Schloss und Amt Sayn (wohl wegen des Grafentitels) und die betr\u00e4chtlichen Schulden der Grafschaft.(Anm.: 20) Damit ist die sp\u00e4tere Teilung der Grafschaft im 17. Jahrhundert bereits vorgezeichnet.<br \/>\nDie Grafschaft Sayn teilte mit dieser Aufgliederung das Schicksal vieler deutscher Kleinstaaten, die durch das Erbrecht immer mehr zersplitterten. Das Erbrecht der (in der Regel m\u00e4nnlichen) Nachkommen hatte Vorrang vor dem Wohl der Menschen, deshalb wurden die staatlichen Territorien mit den in ihnen lebenden Menschen einfach je nach Zahl der Erben geteilt. Erschwert wurde diese Kleinstaaterei durch das Lehnswesen und die Leibeigenschaft. Diese Entwicklung erfasst nun auch die Grafschaft Sayn. Mit Bendorf, als Annex der Grafschaft Sayn, m\u00fcssen zwei Residenzen mit den dazugeh\u00f6renden Verwaltungsapparaten erhalten werden. Hier lag ein wichtiger Grund f\u00fcr die dr\u00fcckenden Staatsverschuldung und die Verarmung der Menschen. Die beiden Sayner Grafen mit ihrem jeweiligen Hof waren sogar nur &#8222;kleine Lichter in der politischen Landschaft der deutschen Kleinstaaterei&#8220;, aber sie kosteten dem Volk viel Geld.<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\nAnmerkungen:<br \/>\n19) In manchen Dokumenten und Aufs\u00e4tzen auch als Johann VI, gez\u00e4hlt<br \/>\n20) Hennes, Friedrich ; Zur Geschichte der Reformation in der Grafschaft Sayn, in : Festschrift zum 425. Jubil\u00e4um der Reformation in der Grafschaft Sayn, Verlag des Presseverbandes der Evangelischen Kirche im Rheinland, D\u00fcsseldorf 1961, S. 74, auch f\u00fcr die folgenden Inhalte.<br \/>\n21) Innenstadt und Schloss von Hachenburg brannten am 13. Oktober 1654 bei einem grossen Stadtbrand v\u00f6llig nieder. Graf Salentin von Manderscheid baute Stadt und Schloss wieder auf. Die Innenstadt hat noch heute die von ihm angeordnete Gestalt. Das heutige Barockschloss wurde erbaut nach den Pl\u00e4nen des Architekten Julius Ludwig Rothweil in den Jahren 1715 bis 1746. Es hat im letzten Jahrhundert mehrmals den Besitzer gewechselt. Heute ist es Ausbildungsst\u00e4tte und Fachhochschule der Deutschen Bundesbank. http::\/\/www.hachenburg.de\/stadt\/stadt_hachenburg.htm<\/p>\n<p><strong>6. Die beiden Sayner Grafen Sebastian II und Adolf und deren Reformen im Sinne des Augsburger Bekenntnisses.<\/strong><br \/>\nAm 20.3.1560 starb Graf Johann von Sayn, er ist der letzte katholische Landesherr und hinterl\u00e4sst drei S\u00f6hne Adolf, Heinrich und Hermann und drei T\u00f6chter. Der \u00e4lteste Sohn Adolf (1538 &#8211; 1568) \u00fcbernimmt mit zwanzig Jahren das v\u00e4terliche Erbe. Die beiden anderen S\u00f6hne, Heinrich (1539 &#8211; 1606) und Hermann (1543 &#8211; 1588), werden durch die Vermittlung des K\u00f6lner Erzbischofs, Gebhard von Waldburg, zu dem der verstorbene Graf Johann eine freundschaftliche Beziehung hatte, in das m\u00e4chtige und gut dotierte K\u00f6lner Domkapitel gew\u00e4hlt.(Anm.: 22) \u00dcber die T\u00f6chter ist nichts bekannt.<br \/>\nIn der Sayner Grafschaft regierten also nun im s\u00fcdlichen Teil Graf Adolf mit Hachenburg als gr\u00e4fliche Residenz und im Norden immer noch sein Onkel, Graf Sebastian II mit der Freusburg als Regierungssitz. Graf Sebastian II. bewies einen gro\u00dfen Weitblick, indem er Bergbau und H\u00fcttenwesen entwickelte und so der Grafschaft eine gute Einnahmequelle verschaffte (Anm.: 23) Davon profitierte auch der junge Graf Adolf. Im 14. Jahrhundert entwickelte sich in Europa die Eisengie\u00dferei. Durch Wasserkraft getriebene Schmiedeh\u00e4mmer und hydraulisch betriebene Blaseb\u00e4lge lie\u00dfen die Schmelztemperatur auf 1500 Grad steigen, so dass der Schmelzpunkt des Eisens erreicht wurde. Mit den Eisengie\u00dfern entstand eine neue Zunft, die \u00e4hnlich wie die Steinmetzen in Europa als wandernde Spezialisten herumzogen. Besonders die Zisterzienserkl\u00f6ster wurden zu Zentren der Eisengewinnung und &#8211; verarbeitung. Dazu kam die Extensivierung des Silberbergbaus. (Anm.: 24) Es ist bemerkenswert, wie sich die beiden Sayner Grafen, Adolf und sein Onkel Sebastian, mit der technisch &#8211; wissenschaftlichen Revolution des Sp\u00e4tmittelalters vertraut gemacht haben und f\u00fcr die Sayner Territorien nutzbringend einbrachten. Beide waren auch in religi\u00f6sen Fragen aufgeschlossen. Adolf war schon fr\u00fchzeitig mit der lutherischen Reformationsbewegung in Kontakt gekommen. Bereits 1558 hatte er gegen den Willen seines Vaters in Eisleben , dem Geburtsort Martin Luthers, die erst 13 j\u00e4hrige Maria von Mansfeld (* 12. 3. 1545) , Tochter des Grafen Johann Georg von Mansfeld, geheiratet. Vermittelnd war auch hier der gerade gew\u00e4hlte K\u00f6lner Erzbischof, Gebhard von Mansfeld. Die ganze gro\u00dfe Mansfelder Verwandtschaft kam zu der Hochzeitsfeier am 14. Juli 1561 nach Hachenburg. Durch die Einbindung in die Mansfelder Familie kam Adolf mit den bedeutenden Reformatoren (Anm.: 25) in Kontakt. Bereits 1527 hatten Kurf\u00fcrst Johann von Sachsen und der hessische Landgraf Philipp die kirchlichen Strukturen ver\u00e4ndert. Sie entwickelten die neue gemeindenahe Leitung der Superintendenten (Anm.: 26) sowie ein Konzept f\u00fcr die Weiterbildung der Pfarrer, gr\u00fcndeten Universit\u00e4ten und Schulen, zogen Kloster- und Kirchengut zugunsten der allgemeinen Staatsaufgaben ein. Graf Adolf bekannte sich sehr schnell und \u00f6ffentlich als Anh\u00e4nger dieser Reformation von Gesellschaft und Kirche.(Anm.: 27) Adolf und sein Onkel Sebastian II wurden sich einig, in der gesamten Sayner Grafschaft die Augsburger Konfession einzuf\u00fchren und beriefen sich auf den Augsburger Religionsfrieden von 1555. Sie hatten damit ihre Entscheidung zugunsten der &#8222;ecclesia reformanda radicalis&#8220; (umfassende Kirchenreform) getroffen. Damit waren einschneidende Ver\u00e4nderungen erforderlich Einf\u00fchrung der deutsche Sprache, Erneuerung der Gottesdienste, Bildung und Einrichtung von Schulen, Abbau der gewachsenen Aberglaubensformen, moderne Staatsverwaltung, R\u00fcckschneiden der Einfl\u00fcsse und Geldforderungen der p\u00e4pstlichen Kurie, Eingrenzung der wirtschaftlichen und politischen Macht der Pr\u00e4laturen und Kl\u00f6ster, politische und kirchliche Verantwortung der Landesherrn f\u00fcr ihr Regierungsgebiet, Abbau klerikalen \u00c4mterkaufs und der Korruption, Legalisierung der Konkubinate von Klerikern und Ordensleuten.<br \/>\n.<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<br \/>\nAnmerkungen<br \/>\n22) Im Landeshauptarchiv Koblenz gibt es unter der Nummer 30 \/ 1320 (Afi 6651) ein schlecht erhaltenes Dokument: &#8220; Acta Die von beeden Grafen von Sayn, Heinrich und Hermann, gesuchte Canonicate zu Stra\u00dfburg und Speyer.&#8220; vom 13. Januar 1556. Wie damals \u00fcblich, wurde die finanzielle Versorgung der jungen Adligen schon fr\u00fchzeitig \u00fcber Mitgliedschaften in Domkapiteln gesichert, zun\u00e4chst in Stra\u00dfburg und Speyer und dann endg\u00fcltig in Kurk\u00f6ln.<br \/>\n23) Lichtenberger S. 37<br \/>\n24) Jean Gimpel, Die industrielle Revolution des Mittelalters, Artemis Verlag, Z\u00fcrich \/ M\u00fcnchen 1980, S. 40ff<br \/>\n25) Ploetz , Illustrierte Weltgeschichte, W\u00fcrzburg 1982, 10. Aufl. S. 279<br \/>\n26) Superintendent ist die lateinische \u00dcbersetzung von Episkopos (griechisch = Bischof). Hinter der Namens\u00e4nderung stand die \u00dcberzeugung, dass der kirchliche Oberhirte einen direkten, seelsorglichen Kontakt zu den Gemeinden und ihren Pfarrern haben sollte.<br \/>\n27) Festbuch zum 150 Jubil\u00e4um der Bendorfer Sch\u00fctzengesellschaft, Heimatkurier, Gesellschaft zur Geschichte und Heimatkunde f\u00fcr Bendorf und Umgebung e.V., 25. Juni 1994 Selbstverlag<\/p>\n<p><strong>7. Soziale und kirchliche Verantwortung der Sayner Grafen.<\/strong><br \/>\nDer Protestantismus war mehr als Protest, er zeigte vor allem neue Werte und Ideale auf. Lernen, Lesen und Wissen wurden als Grundrechte f\u00fcr alle Menschen anerkannt. Die Bibel durfte in ihrem Wortlaut geh\u00f6rt und gelesen werden. Pers\u00f6nliche Fr\u00f6mmigkeit, solidarisches und bescheidenes Leben wurden zum Wertma\u00dfstab f\u00fcr christliches Leben. Adolf war von dieser Welt der &#8222;sp\u00e4tmittelalterlichen Aufkl\u00e4rung&#8220; fasziniert und er hatte in seinem Onkel Sebastian offensichtlich einen weisen, alten Mann an seiner Seite.(Anm.: 29)<br \/>\nBeide hatten die \u00dcberzeugung, dass nur eine umfassende Reformpolitik die dr\u00e4ngenden Probleme entsch\u00e4rfen k\u00f6nne. F\u00fcr sie waren die Aktivit\u00e4ten der (schon \u00fcbergewechselten) evangelischen Landesherrn vorbildlich. Es ist allerdings bemerkenswert und heute sogar schwer verst\u00e4ndlich, dass die Ann\u00e4herung der Sayner Grafen an das (lutherische)Augsburger Bekenntnis die Beziehungen zu der traditionell katholischen Verwandtschaft in keiner Weise beeintr\u00e4chtigte. Dies war zum damaligen Zeitpunkt aber offensichtlich noch m\u00f6glich. Die verschiedenen Reformbewegungen innerhalb von Gesellschaft und Kirche (Anm.: 30) f\u00fchrten zwar einen unerbittlichen Kampf um die Macht, verstanden sich aber noch durchaus als Str\u00f6mungen der einen Kirche.<br \/>\nDie Reformbem\u00fchungen des jungen Grafen Adolf und seines Onkels Sebastian II. waren keineswegs nur kirchlich &#8211; religi\u00f6ser Art. Beispielsweise wurde beim Kaiser das Marktrecht f\u00fcr Bendorf, Flammersfeld und Niederfischbach beantragt, ebenfalls die Reichsunmittelbarkeit.(Anm.: 31)<br \/>\nEin gutes Beispiel f\u00fcr die landesherrschaftliche Regierungsverantwortung ist auch die Pflanz- und Holzverordnung zum Schutz des Waldes, die der f\u00fcnfundzwanzigj\u00e4hrige Graf Adolf am 1. M\u00e4rz 1565 in der Hachenburger Residenz erlie\u00df. Die Rodung und Erosion der W\u00e4lder war ein gro\u00dfes Problem &#8211; nicht nur f\u00fcr die kommende Generation sondern bereits schon f\u00fcr die gegenw\u00e4rtige. Der Graf musste drastische Strafen f\u00fcr das ungesetzliche F\u00e4llen von B\u00e4umen und jegliche Holzverschwendung ank\u00fcndigen. Auf der anderen Seite aber wusste er auch um die Not vieler Menschen und bewahrt sich ein soziales Empfinden. So ber\u00fccksichtigte er bei dem strengen Verbot der Haltung freilaufender Ziegen (offensichtlich eine Landplage) ausdr\u00fccklich: &#8220; ..da eine arme Wittfrau Armuths halben, keine Kuh erziehen m\u00f6ge, soll gemeldte Frau bei uns aufsuchen, soll ihr nach Gelegenheit, eine oder zwei verg\u00f6nnt werden.&#8220; (Anm.: 32) Diese Pflanz- und Waldordnung ist auch ein wichtiges Indiz f\u00fcr den Stellenwert der Gemeinwirtschaft in der Sayner Grafschaft.(Anm.: 33) Graf Adolf erkennt das alte ungeschriebene Recht der Bauern an, den Wald als Gemeingut zu betrachten. Der Holzschlag soll nur geregelt und somit ma\u00dfvoll ohne Sch\u00e4digung von Wald und Flur erfolgen: &#8222;Doch soll ein jeder und sonderlich dem gemeinen Mann, dem ehegemeld Hochgew\u00e4lt zustehet, mag zu seinem selbst nothd\u00fcrfftigen Bauholtz daraus zu hauen, und dieselbig sonst zu n\u00fctzlichsten doch ohne Verw\u00fcstung zu gebrauchen, nicht verbotten seyn, sondern laut der alten Ordnung, bei der Obrigkeit Ansuchung thun, und seine Nothdurfft zu bauen anzeigen, soll ihme alsdann da Holtz zu f\u00e4llen erlaubt seyn.&#8220; (Anm.: 34) Dem landesherrschaftlichen Erlass war ausdr\u00fccklich ein Auszug aus der Holzordnung im Amte Freusburg beigef\u00fcgt, die das bisherige Gewohnheitsrecht umfasste. In der Grafschaft spielte es eine gro\u00dfe Rolle, dass der meiste Grund- und Boden im Besitz der Grafenfamilie geblieben war und es ihrer Tradition entsprach, den Besitz sozialverantwortlich zu nutzen. Dies d\u00fcrfte auch ein wichtiger Grund gewesen sein, warum es bei der von den Sayner Grafen betriebenen Religions- und Kirchenver\u00e4nderung relativ wenig Widerstand bei der Bev\u00f6lkerung gab. Ein weiteres Beispiel f\u00fcr die Reformpolitik von Graf Adolf war die Gr\u00fcndung der Lateinschule in Hachenburg zur Vorbereitung auf das Universit\u00e4tsstudium. Ohne Latein gab es in der mittelalterlichen Welt keinen Bildungsaufstieg. Die Lateinschule k\u00f6nnen wir &#8211; wohlverstanden &#8211; mit unserem heutigen Gymnasium vergleichen. Adolf fand auch eine Finanzierung, die in der \u00d6ffentlichkeit mitgetragen wurde. Er erreichte, dass die Zweckbestimmungen aus den Zuwendungen der Sterbe &#8211; Bruderschaften ver\u00e4ndert wurden. (Anm.: 35)<br \/>\nDie beiden Sayner Grafen Sebastian und Adolf sahen im Augsburger Bekenntnis ein wirksames und umfassendes Instrumentarium f\u00fcr kirchliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Reformen. Die lutherische Reformbewegung war f\u00fcr sie gewisserma\u00dfen ein geistiges Fundament f\u00fcr eine umfassende Erneuerung von Kirche und Gesellschaft. Dies bedeutet auch, dass es ihnen vordergr\u00fcndig nicht um eine Kirchenspaltung ging, sondern dass sie ganz im Sinne der mittelalterlichen &#8222;Ecclesia &#8211; semper &#8211; reformanda &#8211; Bewegung &#8220; (= die Kirche muss immer und deshalb auch heute reformiert werden) dachten. Dass sich diese Reformbewegung immer mehr auf die Kirchenspaltung hin bewegte, hatte viele Ursachen. Dazu geh\u00f6rten auch die unterschiedlichen und gegens\u00e4tzlichen Macht- und Besitzinteressen in Kirche und Gesellschaft.<br \/>\nTechnisch erfolgte die Einf\u00fchrung der Augsburger Konfession vor allem \u00fcber die Einsetzung von Pfarrern, die die Seelsorge nach den Grunds\u00e4tzen der Lutherischen Ordnung betrieben. Offensichtlich versuchten die Sayner Grafen zun\u00e4chst immer, die amtierenden Pfarrer und Kirchenverantwortlichen zu (Als Beispiel ein Blick auf die Sayner Geschichte) gewinnen. Hier spielte wohl auch eine Rolle, dass der allgemeine Seelsorgeklerus vor Ort f\u00fcr die Fragen der gro\u00dfen Kirchenpolitik weniger Interesse zeigte. 1561 wurde auf der Freusburg von Graf Sebastian II. die lutherische Reformation f\u00fcr das Sieggebiet der Grafschaft angeordnet, nachdem dies Graf Adolf von der Residenz Hachenburg aus f\u00fcr den s\u00fcdlichen Teil der Grafschaft schon getan hatte. Die Lutherische Ordnung, die die Sayner Grafen \u00fcbernommen haben, war die sog. &#8222;Ottheinrichs &#8211; Ordnung&#8220; aus W\u00fcrttemberg, die vor allem die Erneuerung der gesamten Seelsorge im Blick hatte, also vorwiegend praktisch &#8211; pastoral ausgerichtet war. Wir k\u00f6nnen aber davon ausgehen dass auch die Konsistorialkirchenstruktur, das Abendmahl unter beiden Gestalten und die Priesterehe eingef\u00fchrt wurden. Diese \u00dcberg\u00e4nge verliefen keineswegs reibungslos, im Gegenteil es gab viele Konflikte und Streitigkeiten, besonders dann, wenn finanziell &#8211; materielle Fragen eine Rolle spielten. Ein gro\u00dfes Konfliktfeld wurde auch das &#8222;reservatum ecclesiasticum&#8220; (kirchlicher Vorbehalt) beim Augsburger Religionsfrieden. Es ging hier u.a. um die Frage, was mit einer katholischen Abtei geschieht, wenn der Landesherr evangelisch wird. Dies war z.B. in der Grafschaft Sayn der Fall. Die beiden Abteien Marienstatt und Sayn beriefen sich auf diese Reservatsklausel. (Anm.: 36) Demgegen\u00fcber vertrat Graf Adolf (und nicht nur er die Ansicht, dass a) diese religi\u00f6se Freiheit nur f\u00fcr den engeren Bereich des Klosters gelte, nicht aber f\u00fcr die Menschen im \u00e4u\u00dferen kl\u00f6sterlichen Einflussbereich, und b) die finanziellen Verpflichtungen des Klosters f\u00fcr die Seelsorge ungeschm\u00e4lert blieben. Adolf vertrat sogar die Ansicht, dass er als Landesherr zugunsten der Allgemeinheit auf Verm\u00f6genswerte der Abteien zur\u00fcckgreifen k\u00f6nne. Dieser Fall trat auch in Bendorf ein, als es Graf Adolf gelang, den amtierenden Pfarrer, der in der pfarrlichen Seelsorge den Abt der Sayner Abtei vertrat, f\u00fcr das lutherische Bekenntnis zu gewinnen. Die Abtei musste den Unterhalt des lutherischen Pfarrers zahlen. Die traditionelle chronische Geldnot der Sayner Grafen traf Graf Adolf besonders schwer. Sp\u00e4ter wird Heinrich IV. in seinem Testament das Schuldenerbe erw\u00e4hnen, das er von seinem Bruder Adolf \u00fcbernehmen musste. Zweifellos war Graf Adolf in seinen Methoden wenig zimperlich. So eignete er sich unter dem Vorwand der Aufbewahrung den gesamten Kirchenschatz der Abtei Sayn an: 3 Monstranzen, 24 Kelche und den Abtsstab. Von hier versteht sich sein sp\u00e4teres Image als eine Art Raubritter, das verst\u00e4ndlicherweise besonders von den Kl\u00f6stern verbreitet wurde. Graf Adolf regiert acht Jahre und starb im Alter von 30 Jahren am 30. Juni 1568. Er hinterlie\u00df seine junge Frau und die kleine Tochter Dorothea Catharina, die sp\u00e4ter den Grafen Carl Ludwig von Sulz heiratete.<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<br \/>\nAnmerkungen<br \/>\n28) Unter diesem Begriff &#8222;Radikale Kirchenreform&#8220; werden alle Richtungen erfasst, die grunds\u00e4tzliche Strukturver\u00e4nderungen und damit eine grunds\u00e4tzlich neue gesellschaftliche Ordnung anstreben. Dagegen stehen die Richtungen der sog. Gegenreformation, die lediglich Abbau von Fehlentwicklungen anstreben.<br \/>\n29) Die altkatholische Gegenreformationsbewegung musste sich diesen Idealen stellen und ihre Aktivit\u00e4ten auch auf Bildung, Sozialwesen und Liturgiereform ausweiten. Hier \u00fcbernahmen die Jesuiten eine f\u00fchrende Rolle. Dieser Aspekt der reformatio ecclesiae ist hier nicht Thema, dies darf aber nicht als Geringsch\u00e4tzung bewertet werden.<br \/>\n30) Die damals noch eine Einheit bildeten<br \/>\n31) Lichtenberger gibt folgenden Text wieder &#8222;Kaiser Ferdinand I. beschenkte 1560 am 21. September die Flecken Bendorf, Flammersfeld und Niederfischbach mit zwei Jahrm\u00e4rkten und zwar zu Bendorf am Montag vor Michaelis und folgends den Donnerstag post ononium Sanctoren (=Allerheiligen)\u2026\u2026.Ein 1560 erteiltes Privilegium gestattete dem Grafen von Sayn mit rotem Wachse zu siegeln und ein anderes eine Heertrommel zu halten, d.h. also ein saynisches S\u00f6ldnerheer ins Leben zu rufen.&#8220; S. 33)<br \/>\n32) Sammlung der Gesetze und Verordnungen \u2026..in den nunmehr k\u00f6niglich-preu\u00dfischen Landesgebieten, 2. Teil f\u00fcr die Abteilungen Sayn-Altenkirchen und Sayn , hrgb. von J.J. Scotti, gedruckt bei Joseph Wolf, D\u00fcsseldorf 1836, 2. Teil, S. 604<br \/>\n33) Lichtenberger S. 38ff<br \/>\n34) Ebd.<br \/>\n35) Investition in die n\u00e4chste Generation nennt man dies heute.<br \/>\n36) Die kaiserlichen Urkunden sind lesbar wiedergegeben in &#8222;Geschichte in Quellen Bd. III, bearb. Von Fritz Dickmann, M\u00fcnchen 1966.<br \/>\nDahlhoff berichtet von dem Rechtsstreit mit dem Kloster Marienstadt, welches dem Grafen die Gerichtsbarkeit nicht zugestehen wollte. s. S. 18<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>8. Die Festigung der lutherischen Gesellschafts- und Kirchenordnung durch Graf Hermann<\/strong><br \/>\nHeinrich von Sayn war 1565 zum Domdechanten des K\u00f6lner Domkapitels gew\u00e4hlt worden und hatte sich f\u00fcr die weitere Karriere im K\u00f6lner Kurstaat entschieden. Deshalb verzichtete er nach dem Tod seines Bruders Adolf auf die Erbfolge und gab diese an Herrmann, den j\u00fcngsten der drei Br\u00fcder, weiter. Hermann gab 1568 sein Amt als Mitglied des K\u00f6lner Domkapitels (Capitularcanoniker) auf und \u00fcbernahm in Hachenburg die Regierungsgesch\u00e4fte. Im Vertrag v. 17.2.1571 erhielt Heinrich f\u00fcr seinen Verzicht die Rechte \u00fcber das Amt Altenkirchen und damit eine Abfindung im Wert von 22.000 Taler.(Anm.: 37) Hermann war zu dieser Zeit erst 21 Jahre alt, hatte aber bereits durch seine T\u00e4tigkeit im K\u00f6lner Domkapitel politische Erfahrungen gewinnen k\u00f6nnen. In seiner zwanzigj\u00e4hrigen Regierungsverantwortung des Hachenburger Teiles der Grafschaft zeigte er ein besonderes Geschick, qualifizierte und loyale Mitarbeiter zu finden (Frauen waren damals in der Regel nicht in \u00f6ffentlichen \u00c4mtern) und diese zu motivieren.(Anm.: 38) Er heiratete 1571 Gr\u00e4fin Elisabeth von Erbach und setzte zielstrebig die reformatorischen Bestrebungen seines Bruders Adolf fort. Insbesondere bem\u00fchte er sich um st\u00e4rkere Disziplin und religi\u00f6s &#8211; theologische Weiterbildung des Seelsorgeklerus.(Anm.: 39) Ein wichtiges Mittel war die Durchsetzung von Visitationen durch die Superintendenten.(Anm.: 40)In den wenigen erhaltenen Visitationsprotokollen sind viele Klagen \u00fcber den Verfall von Kirchen, Verschleuderung von Kircheng\u00fctern, finanzielle Probleme sowie \u00fcber bedr\u00fcckende Missst\u00e4nde bei den Pfarrern. Am 1. Januar 1573 starb Graf Sebastian II. Die Sedisvakanz benutzte Graf Hermann, um einen Arbeitskreis aus der ganzen Grafschaft zu bilden. Dieser so genannte Hachenburger Arbeitskreis wurde von dem Hachenburger Superintendenten Michael Jacobinus geleitet, der daf\u00fcr von Graf Hermann eine umfassende Erm\u00e4chtigung bekam. Ihm zur Seite gestellt wurden die beiden aufgeschlossenen Theologen Leopoldus Optichtus und Sebastian Floretus, beide aus der Superintendantur Freusburg, sowie drei hochkar\u00e4tige Beamte aus der gr\u00e4flichen Verwaltung. Ziel des Arbeitskreises war eine \u00dcberarbeitung der bisher geltenden Kirchenordnung (Ottheinrich &#8211; Ordnung s.o.) mit strengeren Anforderungen an die Pfarrer sowie verbindlichen Regeln zur Abhaltung von Synoden. Die Anregungen dieses Arbeitskreises flossen unmittelbar in die Synode 1573 f\u00fcr das Amt Hachenburg ein: Feier des Abendmahles an Sonn- und Feiertagen, konsekrierter Wein und \u00fcbrig gebliebenes Brot sollen bis zum n\u00e4chsten Abendmahl ehrf\u00fcrchtig aufbewahrt werden, die Beerdigung Armer ist gratis, die Zahl der Heiligenbilder soll allm\u00e4hlich verringert werden, die Gemeindemitglieder sollen ihrem Pfarrer bei der Landwirtschaft helfen, die Pfarrer sollen beim Gottesdienst einen Talar und Chorrock anziehen. Bereits im folgenden Jahre 1574 wurde die neue Sayner Kirchenordnung gesetzlich festgelegt.(Anm.: 41)<br \/>\n1577 heiratete Maria von Mansfeld, die Witwe des verstorbenen Grafen Adolf, den K\u00f6lner Domherren Peter Ernst Freiherr von Criechingen. Als ihre Schwester Agnes 1583 den K\u00f6lner Kurf\u00fcrsten Gebhard Truchse\u00df von Waldburg heiratete, hatte Graf Hermann gro\u00dfe M\u00fche, die Grafschaft aus dem so genannten &#8222;K\u00f6lnischen Krieg&#8220; herauszuhalten. An dieser Stelle soll erw\u00e4hnt werden, dass die Grafschaft Sayn nicht in der Lage war, ein S\u00f6ldnerheer zu unterhalten. Dieses Vakuum erforderte ein gro\u00dfes Geschick, um die Grafschaft gegen\u00fcber den milit\u00e4rischen Aktionen der &#8222;Gro\u00dfm\u00e4chte&#8220; zu sch\u00fctzen. Doch Hermann war fr\u00fchzeitig krank (Anm.: 42), und starb mit 45 Jahren im Jahre 1588. Er hinterlie\u00df seine Gattin und deren gemeinsame Tochter Anna Elisabeth, die sp\u00e4ter durch ihre Ehe mit Graf Wilhelm von Sayn &#8211; Wittgenstein die neue Erbfolge der Wittgensteiner Grafen einleitete.<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\nAnmerkungen<br \/>\n37) Gensicke Hellmuth, Landesgeschichte des Westerwaldes, Selbstverlag der historischen Kommission f\u00fcr Nassau , Wiesbaden 1987, S. 339<br \/>\n38) Hennes, S. 83<br \/>\n39) Die folgenden Informationen stehen ausf\u00fchrlich bei Hennes ab S. 83<br \/>\n40) Friedrich Hennes bringt in seinem Beitrag viele konkrete Beispiele.<br \/>\n41) Es l\u00e4sst sich nicht belegen, ob Graf Heinrich diese neue Kirchenordnung sofort \u00fcbernommen hat; so nach Hennes<br \/>\n42) Deshalb muss ihn sein Bruder Heinrich schon 1587 vertreten<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>9. Graf Heinrich IV. &#8211; der Weg zum K\u00f6lner Domdechanten<\/strong><br \/>\n1573 starb Graf Sebastian II. der den Norden der Grafschaft Sayn regierte. Er hinterlie\u00df keine Erben. Dies sah der zweite der drei Br\u00fcder, Graf Heinrich, der K\u00f6lner Domdechant, als eine Chance, dem unter Kurf\u00fcrst Salentin (von Grenzau-Isenburg) erstarkten Katholizismus im K\u00f6lner Kurstaat den R\u00fccken zu kehren. Damit wir diese Entscheidung verstehen, m\u00fcssen wir die turbulenten Auseinandersetzungen in K\u00f6ln im 16. Jahrhundert wenigstens mit groben Strichen verdeutlichen.<br \/>\nDer Erzbischof von K\u00f6ln hatte damals eine vierfache Funktion; er war:<br \/>\n\u2022Bischof der Di\u00f6zese K\u00f6ln (Ordinarius)<br \/>\n\u2022Metropolit der K\u00f6lner Erzdi\u00f6zese (Erzbischof)<br \/>\n\u2022Landesherr des Erzstiftes (Regierungsverantwortung f\u00fcr den Kurstaat)<br \/>\n\u2022Kurf\u00fcrst (Stimmrecht f\u00fcr die Wahl des deutschen K\u00f6nigs ) (Anm.: 43)<br \/>\nDer Kurstaat war territorial wesentlich kleiner als die Erzdi\u00f6zese. Dadurch \u00fcberschnitten sich die Kompetenzen. In der Erzdi\u00f6zese au\u00dferhalb des Kurstaates hatte der Kurf\u00fcrst keine staatlichen Rechte, ebenfalls nicht in den reichsfreien St\u00e4dten des Kurstaates. Als Kurf\u00fcrst hatte er besonderen Einfluss auf die Reichspolitik. Zu beachten ist die Sonderstellung der Stadt K\u00f6ln: Der Regierungssitz des K\u00f6lner Kurf\u00fcrsten war schon seit 1525 Br\u00fchl am Rhein, die Bischofskirche (Kathedrale) blieb der (damalige) K\u00f6lner Dom. Die Stadt K\u00f6ln war seit 1475 freie Reichstadt, unterstand also direkt dem deutschen Kaiser und geh\u00f6rte deshalb nicht dem Kurstaat. K\u00f6ln war die geistige Metropole in Nordwestdeutschland (Anm.: 44) Nach dem Tod bzw. R\u00fccktritt des Erzbischofs \/ Kurf\u00fcrsten \u00fcbernahm das Domkapitel die Regierung des Kurstaates und die Leitung der Erzdi\u00f6zese. Zum Domkapitel geh\u00f6rten 24 Kapitularkanoniker.(Anm.: 45) Sie allein waren berechtigt, den neuen Erzbischof zu w\u00e4hlen. Bevor der neue Erzbischof gew\u00e4hlt wurde, musste er die so genannten Wahlkapitulationen unterschreiben und wurde auch auf diese vereidigt. Diese wurden zwischen Domkapitel und Kandidat ausgehandelt und sicherten die bisherigen und neu angestrebten Privilegien des Kapitels. Die Wahlkapitulationen begrenzten die Handlungsm\u00f6glichkeit des neuen Kurf\u00fcrsten und sicherten die Rechte des Domkapitels. Oft wurde festgelegt, dass das Domkapitel bei wichtigen finanziellen Angelegenheiten zustimmen musste.<br \/>\nDas Domkapitel hatte als K\u00f6rperschaft eigenes Verm\u00f6gen (Pfr\u00fcnden) von betr\u00e4chtlichem Umfang. In der Praxis f\u00fchrte dieses Verfahren dazu, dass immer wieder Verwandte ernannt wurden und das Kapitel von einer kleinen Gruppe von Familien beherrscht wurde. Das Domkapitel nahm innerhalb des Staatsverbandes eine nahezu autonome Stellung ein. Es war von Z\u00f6llen und Steuern befreit und hatte das Recht auf eine eigene Verwaltung seiner G\u00fcter. Au\u00dferdem verf\u00fcgte es \u00fcber eine eigene Jurisdiktion (Selbstverwaltung, rechtliche Autonomie) und einen pers\u00f6nlichen Beamtenapparat, der die Gesch\u00e4fte besorgte. Es hatte das Recht zur freien Zuwahl seiner Mitglieder. Die Zahl der Mitglieder des Domkapitels (Domherren, Kapitulare) war festgeschrieben, auch welcher Adelsrang vorgeschrieben war. An der Spitze stand der Dompropst, der vom Kapitel gew\u00e4hlt wurde. Ihm zur Seite stand der ebenfalls gew\u00e4hlte Domdechant, dem die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung oblag. Die reichsunmittelbare Stellung der Domherren, die Existenz der Wahlkapitulationen und die Tatsache, dass ihnen bestimmte \u00c4mter im Staat vorbehalten waren, sicherte dem Kapitel Privilegien, Immunit\u00e4ten und Einfluss auf die Politik. Man h\u00e4tte sich in jedem Fall einem tyrannischen Kurf\u00fcrsten widersetzen k\u00f6nnen. Als Beamte in der Verwaltung mussten die Domherren den Befehlen des gew\u00e4hlten Kurf\u00fcrsten Folge leisten, um ihre Stellung nicht zu verlieren. Sie waren also nach der Wahl eher gezwungen, sich dem Kurf\u00fcrsten unterzuordnen, als dass sie es sich h\u00e4tten leisten k\u00f6nnen, die Interessen des Kapitels allzu stark zu vertreten. Dies traf vor allem dann zu, wenn es die Domherren anstrebten, Familienmitglieder in der Verwaltung unterzubringen. Auf der anderen Seite stammten Kurf\u00fcrst und Domkapitel meist aus der gleichen Gesellschaftsschicht und damit Interessengruppe. Insofern galt Ausgleich und M\u00e4\u00dfigung als Verhaltensregel zwischen beiden und war auch Voraussetzung f\u00fcr den Erhalt der Regierungsform. Die Kurf\u00fcrsten hatten ein hauspolitisches Interesse, m\u00f6glichst viele Verwandte im Kapitel unterzubringen, von denen vielleicht einer die Nachfolge antritt und damit die eigene Regierungsweise stabilisiert. Mit diesem Ziel konnten die Kurf\u00fcrsten sich nicht r\u00fccksichtslos \u00fcber die Interessen des Domkapitels hinwegsetzen. Zwischen Kurf\u00fcrst und Domkapitel existierte quasi eine Symbiose, beide waren voneinander abh\u00e4ngig, beide versuchten die Macht des anderen einzuschr\u00e4nken .Das Domkapitel f\u00fchlte sich aber immer als &#8222;Erbherr&#8220; des Erzstiftes, verantwortlich f\u00fcr die Tradition, und neben dem Kurf\u00fcrsten gewisserma\u00dfen als &#8222;Mitsouver\u00e4n&#8220;.(Anm.: 46) Reformen und Ver\u00e4nderungen konnten ohne Zustimmung des Domkapitels praktisch nicht durchgef\u00fchrt werden. Zwischen dem Kurstaat und der reichsfreien Stadt K\u00f6ln war schon durch diese Strukturen der Dauerstreit programmiert, umso mehr, wenn es zwischen Domkapitel \/ Kurf\u00fcrst \/ Stadt Interessenkonflikte gab. Auch in der Stadt K\u00f6ln gab es unterschiedliche Interessengruppen, aber Stadt und Universit\u00e4t waren vorwiegend katholisch &#8211; konservativ und achteten sehr auf Ihre Unabh\u00e4ngigkeit vom Kurstaat. Seit Anfang der drei\u00dfiger Jahre f\u00fchlte sich der Stadtrat als Bollwerk der katholischen Kirche am Rhein und wachte eifers\u00fcchtig dar\u00fcber, dass die bisch\u00f6fliche Beh\u00f6rde keine neuen Br\u00e4uche einf\u00fchrte. (Anm.: 47)Als Hermann von Wied 1515 vom Domkapitel zum neuen Erzbischof gew\u00e4hlt wurde, verweigerte ihm die Stadt K\u00f6ln zun\u00e4chst den Zutritt zu der Stadt, weil er die geforderten Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rungen nicht unterschreiben wollte. Deshalb musste der neue Kurf\u00fcrst in M\u00fcnster zum Bischof geweiht werden und erhielt durch den Stadtrat erst sieben Jahre sp\u00e4ter das Recht, als Kurf\u00fcrst in die Stadt einzuziehen. Am 15. Juli 1522 konnte Hermann als Kurf\u00fcrst mit 800 Reitern in K\u00f6ln einziehen.<br \/>\nVon hier aus ist nun zu verstehen, warum f\u00fcr Graf Heinrich die T\u00e4tigkeit im Domkapitel so wichtig war. Zweifellos bedeutete ihm das Amt als Domkanoniker nicht &#8211; wie sonst \u00fcbliche &#8211; nur blo\u00dfe Versorgung (Pfr\u00fcnde), sondern war auch Plattform f\u00fcr Verantwortung und politische Gestaltung. Dies k\u00f6nnen wir daraus schlie\u00dfen, weil er die Erbfolge nach dem Tod seines Bruders Adolf ausschlug und dann im K\u00f6lner Kurstaat ein m\u00e4chtiger Mann wurde (Anm.: 48). Wie kam es dazu?<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\nAnmerkungen<br \/>\n43) Der durch die Best\u00e4tigung des r\u00f6mischen Papstes zum Kaiser des R\u00f6mischen Reiches Deutscher Nation wurde.<br \/>\n44) Franzen, August; Bischof und Reformation &#8211; Erzbischof Hermann von Wied in K\u00f6ln, M\u00fcnster 1971<br \/>\n45) S. Handbuch des Erzbistums K\u00f6ln Bd. I K\u00f6ln 1966<br \/>\n46) Franzen, S. 80ff<br \/>\n47) Franzen S. 47<br \/>\n48) Sammlung Roth Nr. 19, K\u00f6lner Di\u00f6zesanarchiv, . (Hermann Heinrich Roth lebte 1858 &#8211; 1938. Seine Sammlung &#8222;Colonia Sacra&#8220; wurde 1930 vom Erzbistum K\u00f6ln aufgekauft.<br \/>\n10. Die K\u00f6lner Kurf\u00fcrsten und die Stellung des Domdechanten. Um die \u00e4u\u00dfere und innere Entwicklung Heinrichs und seinen Weg zu einem der m\u00e4chtigsten M\u00e4nner des Kurstaates zu verstehen, m\u00fcssen wir die damalige K\u00f6lner Situation betrachten und bis zum Kurf\u00fcrsten Hermann von Wied zur\u00fcckgehen, weil dieser f\u00fcr die Konflikte der Folgezeit eine Schl\u00fcsselrolle spielte. Zum besseren Verst\u00e4ndnis zun\u00e4chst die Liste der K\u00f6lner Erzbisch\u00f6fe des 16. Jahrhunderts:<br \/>\nDie K\u00f6lner Erzbisch\u00f6fe im 16. Jahrhundert<br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">(rot = f\u00fcr die Anh\u00e4nger der protestantischen Reformbewegung) <\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ff0000;\">1515 &#8211; 1547 Hermann von Wied<\/span><br \/>\n1547 &#8211; 1556 Adolf von Schauenburg<br \/>\n1556 &#8211; 1558 Anton von Schauenburg<br \/>\n<span style=\"color: #ff0000;\">1558 &#8211; 1562 Gebhard von Mansfeld<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ff0000;\">1562 &#8211; 1567 Friedrich von Wied<\/span><br \/>\n1567 &#8211; 1577 Salentin von Isenburg<br \/>\n1577 &#8211; 1583 Gebhard Truchsess von Waldburg<br \/>\n1583 &#8211; 1612 Ernst von Bayern<br \/>\n1515 &#8211; 1547 Hermann von Wied<br \/>\nErzbischof Kurf\u00fcrst Hermann von Wied (Regierungszeit 1515 &#8211; 1547 ) war einer der K\u00f6nigsmacher von Kaiser Karl V. gewesen. Als Primas der geistlichen Kurf\u00fcrsten nahm er am 23. 10. 1520 dem neu gew\u00e4hlten deutschen K\u00f6nig Karl V. im Aachener Dom den Treueeid ab und leitete die Kr\u00f6nungszeremonie. Hermann von Wied war nach allgemeiner Einsch\u00e4tzung kein besonders hervorragender Theologe und sah seine Rolle vor allem als Vermittler zwischen den verschiedenen Reformgruppen. Vor allem aber wollte er die Interessen des K\u00f6lner Kurstaates gegen\u00fcber der p\u00e4pstlichen Abgabenpolitik durchsetzen. Typisch f\u00fcr ihn war, dass es ihm gelang, die beiden Reformtheologen Martin Bucer (Vertreter einer protestantischen und damit radikalen Ver\u00e4nderung der Kirche) und Johannes Gropper (Anm.: 49) (Vertreter einer Erneuerung der katholischen Kirche) zusammenzubringen, so dass diese beiden unterschiedlichen M\u00e4nner sogar zwei Jahre Freunde wurden, bevor sie sich dann erbittert bek\u00e4mpften. Noch 1540 wurde Kurf\u00fcrst Hermann vom p\u00e4pstlichen Nuntius als papsttreu eingesch\u00e4tzt, als dieser nach Rom meldete, dass er von diesem die &#8222;feste Versicherung erhielt, dass er niemals gegen den Willen des Papstes sich f\u00fcr irgendeinen Kompromiss entscheiden werde.&#8220;(Anm.: 50)<br \/>\nAber Hermann von Wied entschied sich schlie\u00dflich doch f\u00fcr den radikalen Weg der Reformation. Wie ist sein pl\u00f6tzlicher Gesinnungswandel zu erkl\u00e4ren? Eine sichere Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Doch ist Hermann zu gute zu halten, dass sich der allgemeine Umbruch des Denkens damals in einer Schnelligkeit vollzogen hat, die schwer vorstellbar ist.(Anm.: 51) Der Historiker Franzen schlussfolgert: Kurf\u00fcrst Hermann war fasziniert von einer S\u00e4kularisierung des Erzstiftes und der politischen Unabh\u00e4ngigkeit von der p\u00e4pstlichen Kurie. Die vielen Besuche aus den protestantischen Reformbereichen, erzeugten am kurf\u00fcrstlichen Hof in Br\u00fchl ein euphorisches Klima der Offenheit f\u00fcr alle neuen Ideen. Aber der Kurf\u00fcrst hatte im Domkapitel nur eine Minderheit hinter sich und untersch\u00e4tzte den Widerstand von Stadt, Universit\u00e4t und der kurialen Kr\u00e4fte, so dass er am 25. Februar 1547 resigniert zur\u00fccktrat.(Anm.: 52) Als Reaktion auf den &#8222;Abfall&#8220; w\u00e4hlte nun das Domkapitel einen &#8222;strammen Katholiken&#8220; zum Nachfolger:<br \/>\n1547 &#8211; 1556 Adolf v. Schauenburg,<br \/>\neinen Anh\u00e4nger der katholischen Gegenreformation, dessen Ziel sogar mit &#8222;Rekatholizierung mit Gewalt&#8220; (Anm.: 53) umschrieben werden kann. Doch diese Entwicklung wird hier \u00fcbersprungen. Als Kurf\u00fcrst Adolf von Schauenburg neun Jahre sp\u00e4ter starb, hatte die gegenreformatorische Fraktion im Domkapitel immer noch die Mehrheit und w\u00e4hlte Anton von Schauenburg zum neuen Erzbischof und Kurf\u00fcrsten, den Bruder des verstorbenen Kurf\u00fcrsten Adolf. Von dem neuen Kurf\u00fcrsten wurde erwartet, dass dieser die Ziele seines Bruders beibehielt. Doch der neue Kurf\u00fcrst starb bereits nach zwei Jahren, also 1558.<br \/>\n1558 &#8211; 1562 Gebhard von Mansfeld<br \/>\nIn diesen zwei Jahren muss es im Domkapitel eine Ver\u00e4nderung der Mehrheit gegeben haben, denn mit Johann Gebhard von Mansfeld wurde ein Mann gew\u00e4hlt, dessen Sympathien und Offenheit f\u00fcr die protestantische Erneuerung von Kurstaat und Kirche bekannt war. Solche schnellen Ver\u00e4nderungen waren damals besonders in den Rheinstaaten durchaus nichts Ungew\u00f6hnliches, wobei der Ausgang immer durch die jeweiligen Machtverh\u00e4ltnisse bestimmt wurde. Als Beispiel kann auf die gleichzeitigen Auseinandersetzungen in Trier hingewiesen werden: 1559 kam es im Trierer Kurstaat zu einem Reformationsversuch, der sich mit dem alten politischen Gegensatz zwischen dem Erzbischof und der B\u00fcrgerschaft verquickte. Mit Hilfe des Adels und der Landbev\u00f6lkerung und gest\u00fctzt auf die niederl\u00e4ndisch &#8211; spanische Regierung zwang jedoch Kurf\u00fcrst Johann von der Leyen die Stadt zur Unterwerfung und die Protestanten zu Auswanderung. (Anm.: 54)<br \/>\nIn K\u00f6ln erhielt der Sayner Graf Heinrich durch die Wahl Gerhards von Mansfeld eine Chance. Wir k\u00f6nnen daraus schlie\u00dfen, dass Heinrich in seinen Zielen dem neuen Kurf\u00fcrsten nahe stand, denn mit 19 Jahren wurde Heinrich im selben Jahr, also 1558, Archiediakon.(Anm.: 55) Das bisherige &#8222;Versorgungsmitglied&#8220; des Domkapitels machte in der Hierarchie des K\u00f6lner Kurstaates steile Karriere. Als am 23.11.1558 ein neuer Domdechant zu w\u00e4hlen war, verhielt sich Heinrich sehr geschickt. Er gab seine Stimme f\u00fcr den Grafen Friedrich von Wied, der ein Neffe des resignierten Kurf\u00fcrsten Hermann war, f\u00fcr Heinrich als Westerw\u00e4lder ein Landsmann, und der vom neuen Kurf\u00fcrsten Gebhard protegiert wurde, da er sich \u00f6ffentlich zu den Zielen der Reformation bekannte.(Anm.: 56) Damit kam Graf Heinrich noch st\u00e4rker in das Einflussfeld des Kurf\u00fcrsten. Er wurde nun zu einem der m\u00e4chtigsten M\u00e4nner im K\u00f6lner Kurstaat und konnte sich offen f\u00fcr seine Reformideen \u00e4u\u00dfern und einsetzen.<br \/>\n1562 &#8211; 67 Friedrich von Wied<br \/>\nDa der neue Kurf\u00fcrst, Gebhard von Mansfeld, bereits nach vier Jahren verstarb, wurde eine Neuwahl f\u00e4llig. Diese erfolgte am 19. November 1562. Zum neuen Erzbischof und Kurf\u00fcrsten wurde der Domdechant, Graf Friedrich zu Wied, gew\u00e4hlt. Er war der 73. Erzbischof von K\u00f6ln. Damit war die Stelle des Domdechanten wieder vakant. Im Domkapitel muss zwischenzeitlich eine Pattsituation entstanden sein, denn mehr als zwei Jahre gelang es nicht, sich auf einen Kandidaten zu einigen. Die Fronten waren offensichtlich verh\u00e4rtet. Dass sich Graf Heinrich als Ausweg anbot, l\u00e4sst die Schlussfolgerung zu: seine Position in der Vakanz war noch st\u00e4rker geworden war, wahrscheinlich aber spielte auch eine Rolle, dass er trotz seiner N\u00e4he zur lutherischen Reformation in vielen Kontroversfragen eine gem\u00e4\u00dfigte Position bezog. Wir m\u00fcssen uns vor Augen halten, dass zu dieser Zeit die Ziele der Lutherischen Reformation noch sehr &#8222;katholische Z\u00fcge&#8220; hatten. Au\u00dferdem gab es innerhalb der katholischen Gegenreformation viele fortschrittliche Kr\u00e4fte, die eine echte Erneuerung der Kirche wollten. Wir m\u00fcssen auch verstehen, dass die Fronten flie\u00dfend waren. Dass Graf Heinrich in dieser Situation so steile Karriere machte, ist ein sicheres Indiz, dass er als Mensch, Theologe, Kirchenmann und Politiker f\u00fcr die unterschiedlichen Gruppen in K\u00f6ln akzeptabel war.<br \/>\nAm 17.10.1565 (Anm.: 57) wurde Heinrich, Graf zu Sayn, Herr von Homburgk, Munkler und Mentzenberg, Domkapitular und Archiediakon der Erzdi\u00f6zese K\u00f6ln und des Erzstiftes (Kurstaat) zum Domdechanten gew\u00e4hlt. Es war eine zielstrebige Karriere: Domkapitular, Archiediakon und jetzt Domdechant. In der Erzdi\u00f6zese K\u00f6ln gab es damals 10 Archiediakonate. Die Pr\u00f6pste von K\u00f6ln, Bonn, Xanten und Soest galten als Majoris Archidiaconi. Sie standen in der kirchlichen Hierarchie nahe am Bischof und hatten deshalb im Domkapitel kein Stimmrecht. Neben den Majoris Archidiaconi gab es die Minoris Archiediaconi. Dazu geh\u00f6rte der Domdechant von K\u00f6ln, die Dechanten der Dekanate Z\u00fclpich und Marias an den Stufen in K\u00f6ln, die Pr\u00f6pste von St. Kunibert und St. Georg und der Abt der Abtei Steinfeld.(Anm.: 58) Diese Archiediakone standen in der kirchlichen Hierarchie tiefer. Doch der Domdechant hatte eine Sonderstellung. Er war die graue Eminenz in K\u00f6ln, &#8222;der K\u00f6nigsmacher, der Mann, ohne den nichts lief&#8220;. Und dies galt besonders dann, wenn zwischen Kurf\u00fcrst und Domdechant &#8222;die Chemie stimmte&#8220;. Der Domdechant Graf Heinrich hat diese Rolle voll ausgef\u00fcllt &#8211; davon k\u00f6nnen wir ausgehen.<br \/>\n________________________________________<br \/>\n<strong>11. Der Theologe<\/strong>.<br \/>\nOb Heinrich Priester war oder nur die niederen Weihen hatte, ist nicht genau zu kl\u00e4ren. Nach seiner Wahl zum Domdechanten gelobte er zwar dem Domkapitel, dass er sich binnen Jahresfrist zum Priester weihen lasse. Aber ob dies auch tats\u00e4chlich geschehen ist, l\u00e4sst sich nicht belegen. Es spricht vieles daf\u00fcr, weil die Priesterweihe bei den K\u00f6lner Domdechanten normalerweise gefordert war. Aber es gibt auch gegenteilige Stimmen. Dazu geh\u00f6rte der K\u00f6lner Historiker Hermann Roth (1858 &#8211; 1938), der in Heinrichs Verzicht auf seine Pfr\u00fcnde ein gewisses Indiz daf\u00fcr sah, dass sich dieser von der Priesterweihe dispensieren lie\u00df.(Anm.: 59) In jedem Fall k\u00f6nnen wir wohl davon ausgehen, dass das Mess &#8211; Priestertum im Verst\u00e4ndnis der damaligen r\u00f6misch &#8211; mittelalterlichen Kirche f\u00fcr Graf Heinrich keine wichtige Rolle in seinem Leben gespielt hat. Aber ohne Zweifel muss er ein zutiefst gl\u00e4ubiger Christ gewesen sein, ein Mann der Kirche, und ein Mensch, der aus seiner christlichen \u00dcberzeugung immer Verantwortung f\u00fcr das Leben seiner Mitmenschen getragen hat. Dies l\u00e4sst sich aus den \u00fcberlieferten Dokumenten der sp\u00e4teren Zeit als Landesherr ableiten.<\/p>\n<p>Heinrich war ein Verehrer Luthers und sah in den Ideen der Reformation offensichtlich die beste Chance zu einer Erneuerung von Staat, Gesellschaft und Kirche.(Anm.: 60) Hier spielte m\u00f6glicherweise auch ein Rolle, dass sein sp\u00e4terer Konkurrent, Salentin von Isenburg, ein Vertreter katholischer Machtpolitik war und nicht der katholischen Reformbewegung, die die Kirche von innen her erneuern wollte. Es spricht auch sehr viel daf\u00fcr, dass der verstorbene Kurf\u00fcrst Hermann von Wied, der sich bereits 1540 f\u00fcr die Reformation und damit auch f\u00fcr die Umwandlung des Erzstiftes in eine s\u00e4kulare Landesherrschaft entschieden hatte, ohne sich durchsetzen zu k\u00f6nnen, ein besonderes Vorbild f\u00fcr Graf Heinrich war. Auch Albrecht von Brandenburg (\u2020 1568), der Hochmeister des Deutschen Ordens,(Anm.: 61) d\u00fcrfte zu den Vorbildern Heinrichs geh\u00f6rt haben. Albrecht hatte sich zur Reformation Luthers \u00f6ffentlich bekannt und es war ihm gelungen, auf Luthers Rat den ostpreu\u00dfisch -litauisch-polnischen Ordensstaat zu s\u00e4kularisieren. Durch den Vertrag von Krakow wurde Albrecht weltlicher Herzog von Preu\u00dfen unter der Lehnshoheit des K\u00f6nigs von Polen.(Anm.: 62) Diese Ideen kreisten im K\u00f6lner Kurstaat (Anm.: 63) und Graf Heinrich geh\u00f6rte mit Sicherheit zu denen, die diese Visionen realisieren wollten. Heinrich erlebte aber auch die wachsenden Auseinandersetzungen zwischen den beiden Fl\u00fcgeln der Reformation: Luthertum und Calvinismus (f\u00fcr den sich der Name &#8222;Reformierte&#8220; einb\u00fcrgerte und der im Pf\u00e4lzer Kurf\u00fcrsten einen starken R\u00fcckhalt fand.) Hier d\u00fcrften die Wurzeln liegen, warum die reformierte Variante der Reformation sp\u00e4ter f\u00fcr Graf Heinrich so suspekt war und er leidenschaftlich darum k\u00e4mpfte, dass die Grafschaft Sayn nach dem Regierungswechsel lutherisch blieb.<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<br \/>\nAnmerkungen<br \/>\n49) Propst des Cassius &#8211; Stiftes in Bonn, bis ihn Erzbischof Hermann an seinen Hof holt.<br \/>\n50) Franzen S. 64<br \/>\n51) Franzen S. 57f. Franzen nennt dann drei vermutliche Gr\u00fcnde: Hermann f\u00fchlte sich von der p\u00e4pstlichen Kurie nicht ernst genommen und hintergangen; bei einer Reise 24. &#8211; 29.9.1536 zu Kurf\u00fcrst Johann Friedrich von Sachsen war er sehr beeindruckt von dem neuen protestantischen Staats- und Kirchenwesen; er wollte das p\u00e4pstliche Stellenbesetzungsrecht abschaffen und dieses in die eigene Hand nehmen.<br \/>\n52) Franzen S. 61ff<br \/>\n53) So der katholische Kirchenhistoriker Hubert Jedin<br \/>\n54) Geschichte des Rheinlandes I.Bd. Essen 1922<br \/>\n55) M\u00f6glicherweise zust\u00e4ndig f\u00fcr das Dekanat Neu\u00df (s. Handbuch des Erzbistums K\u00f6ln)<br \/>\n56) Sammlung Roth Nr. 19: &#8222;Als am 23\/11 dieses Jahres Dech.Wahl war, w\u00e4hlte er Fr. v.Wied\u2026&#8220;<br \/>\n57) In den meisten Artikeln wird das Jahr 1964 angegeben, ich halte mich an die Datierung in der Sammlung Roth, wo sogar Tag und Monat erw\u00e4hnt wird.<br \/>\n58) Handbuch des Erzbistums K\u00f6ln Bd. I<br \/>\n59) Roth. &#8222;Er neigte zum Protestantismus; nach seiner Wahl zum Dechanten (08\/10 1565) gelobte er in Jahresfrist Priester zu werden {Lossen, K\u00f6ln Krieg I, 23{&#8218; hat sich aber wohl nicht weihen lassen; ferner resignierte er damals seine Pr\u00e4bende, die als durch Verzicht vakant 5\/12 1565 in Besitz genommen von Ernst von Bayern {G. Abt. 87\/1) &#8222;.<br \/>\n60) Lortz Joseph &#8222;Die Reformation ist ein Kampf um die wahre Form des Christentums&#8220;, Geschichte der Kirche, Bd. III, M\u00fcnster 1958, S. 260 (&gt; Lortz 2)<br \/>\n61) Albrecht von Brandenburg<br \/>\n62) Ploetz, S. 279<br \/>\n63) Franzen S- 61<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>12. Die Niederlage in K\u00f6ln:<\/strong><br \/>\nIm K\u00f6lner Kurstaat bahnte sich mittlerweile ein erneuter Wechsel an, weil sich der neue Kurf\u00fcrst, Friedrich von Wied, weigerte, den vom Papst und von der zwischenzeitlich ge\u00e4nderten Mehrheit des Domkapitels geforderten tridentinischen Eid zu leisten. Kurf\u00fcrst Friedrich sah sich von der Mehrheit der K\u00f6lner St\u00e4nde (Anm.: 64) best\u00e4rkt, verehrte Martin Luther und sah in ihm den Erneuerer der christlichen Kirche. Aber gegen\u00fcber der Stadtk\u00f6lner katholischen Mehrheit und der gewachsenen Macht des Kaisers, vielleicht auch aufgrund innerer Widerspr\u00fcche, zerbrach Friedrich und musste schlie\u00dflich 1567 kurz vor seinem Tod zur\u00fccktreten. Graf Heinrich, der m\u00e4chtige Domdechant, setzte nun alles auf eine Karte und lie\u00df sich f\u00fcr die anstehende Kurf\u00fcrstenwahl als Kandidat aufstellen. Sein Konkurrent war Salentin von Isenburg. Aus dem Gegensatz dieser beiden Kandidaten f\u00fcr das Kurf\u00fcrstenamt l\u00e4sst sich &#8211; gewisserma\u00dfen als Spiegelbild von Salentin &#8211; Graf Heinrich besser verstehen. Die Mehrheit des Domkapitels stand mittlerweile auf Seiten der katholischen Reformpartei und stellte deshalb mit Graf Salentin von Isenburg &#8211; Grenzau einen Kandidaten auf, der mit Sicherheit keine kirchenpolitischen Probleme bringen w\u00fcrde. Salentin war Mitglied des Domkapitels und hatte zahlreiche andere \u00c4mter. Er war eine schillernde Figur. Die Beschreibung von Heinrich M\u00fcller (\u2020) (Anm.: 65) ist immer noch zutreffend: &#8222;Am 23.12.1567 wurde Salentin zum Erzbischof und Kurf\u00fcrsten von K\u00f6ln gew\u00e4hlt, obwohl er keine priesterlichen Weihen empfangen hatte und auch betonte, dass er zu gegebener Zeit ins weltliche Leben zur Fortf\u00fchrung seines Hauses zur\u00fcckkehren werde. Domkapitel und Kaiser nahmen dies auch an, nicht aber Papst Pius V., der eine Neuwahl verlangte. Ehe es dazu kam, starb der Papst. Sein Nachfolger Gregor XIII. sch\u00e4tzte jedoch die Vorteile f\u00fcr die Kurie anders ein und best\u00e4tigte Salentin endlich im Dezember 1573 in seinem Amt. Salentin schien zun\u00e4chst einmal die Vorteile, die ihm sein Amt verschaffte, auch f\u00fcr seine eigene Grafschaft zu nutzen. So gelang es ihm, gegen Kurtrier, das ihn als sp\u00e4teren Grundherrn in Isenburg-Grenzau zum Landsassen herabsetzen wollte, die Reichsunmittelbarkeit f\u00fcr seine Grafschaft durchzusetzen. Als Johann Graf Hoya, Bischof von Osnabr\u00fcck, M\u00fcnster und Paderborn, am 4.4.1574 starb, wurde Salentin am 21.4.1574 auch vom Domkapitel zu Paderborn zum Bischof gew\u00e4hlt und alsbald von Rom best\u00e4tigt. Zugleich wurde ihm erlaubt, die rein kirchlichen Verrichtungen wie in K\u00f6ln seinem Weihbischof zu \u00fcbertragen. Am 9.12.1574 ritt Salentin in Paderborn in prachtvoller Ritterr\u00fcstung ein, umgeben von einem gl\u00e4nzenden Gefolge von tausend Reitern. Das Stift Osnabr\u00fcck fiel w\u00e4hrenddessen unter Mitwirkung Salentins an den Bremer Erzbischof, Herzog Heinrich von Sachsen-Lauenburg, w\u00e4hrend das Bistum M\u00fcnster dem clevischen Prinzen Herzog Johann Wilhelm vorbehalten blieb. So sicherte sich Salentin m\u00e4chtige und dankbare Freunde. \u2026\u2026. In den zehn Jahren seiner Regierung hatte Salentin mit straffer Verwaltung und geordneten Finanzen aus dem Erzstift K\u00f6ln einen bl\u00fchenden Kurstaat geschaffen. Salentin resignierte, als er in der Gr\u00e4fin Antonia Wilhelmina von Arenberg, einer Tochter des Grafen Johann von Ligne und Margarete Gr\u00e4fin von Arenberg (oberes Ahrtal), die passende Frau gefunden hatte. Am 5.9.1577 verzichtete er auf das Stift Paderborn und am 13. September auf das Erzstift K\u00f6ln. Vor den versammelten Landst\u00e4nden verabschiedete er sich auf Schlo\u00df Br\u00fchl und heiratete am 10.12.1577. Mit seiner Gattin bewohnte er zun\u00e4chst Schloss Arenberg \/ (Rhein bei H\u00f6nningen), um in der N\u00e4he seines fr\u00fcheren Wirkungsbereiches zu bleiben&#8220;. Salentin war durch und durch Politiker, ein Mensch der Macht, eine Lebemann, ein gl\u00e4nzender Organisator und Erfolgsmensch, gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfig weit weg vom Volk. Kirche und Religion waren f\u00fcr ihn Mittel zum Zweck zum Erreichen seiner Ziele. Er genoss den Erfolg und musste immer im Mittelpunkt stehen. Salentin war ein Renaissance &#8211; F\u00fcrst ganz im Sinne des Staatsdenkers Niccolo Machiavelli. Demgegen\u00fcber hatte Graf Heinrich &#8211; noch dazu ohne Mehrheit im Domkapitel &#8211; keine Chance. Denn Graf Heinrich vertrat mit Sicherheit einen anderen Typ von Politiker; er war Theologe und hatte den Kontakt zum Volk nicht verloren, er wollte die Reformation der Kirche an Haupt und Gliedern und war bereit, selbst mit gutem Beispiel voranzugehen und sich daf\u00fcr einzusetzen. Mit der Wahl Salentins wurde die gegenreformatorische Fraktion in Churk\u00f6ln noch st\u00e4rker. Diese prokatholische Tendenz wurde gest\u00fctzt von den verst\u00e4rkt einsetzenden Interventionen des Papstes. Die Gr\u00fcndung der &#8222;Congregatio Germanica&#8220;, einer Art Clearingstelle zwischen dem Vatikan und dem Deutschen Reich f\u00fchrte zu einer besseren Zusammenarbeit zwischen der Curie und den deutschen Bisch\u00f6fen. Die Errichtung des Collegium Germanicum f\u00f6rderte die Ausbildung von romtreuen Klerikern. Seit 1573 bereiste der p\u00e4pstliche Nuntius die deutschen F\u00fcrstenh\u00e4user, die noch nicht protestantisch waren. Eine gro\u00dfe Rolle spielten auch die Jesuiten, die als Beichtv\u00e4ter der F\u00fcrsten, als Lehrer an den Hochschulen und als Seelsorger vor Ort zur tragenden Kraft der katholischen Gegenreformation wurden. Die prokatholischen Kr\u00e4fte konzentrierten sich deshalb auf den K\u00f6lner Kurstaat, da die Protestanten im Kurf\u00fcrstenkolleg durch einen protestantisch orientierten K\u00f6lner Kurf\u00fcrsten die Mehrheit erhalten h\u00e4tten. &#8222;Von der Entwicklung im Rheinland hing der Ausgang des universalen Ringens zwischen den beiden Bekenntnissen ab.&#8220;(Anm.: 66) Es d\u00fcrfte in K\u00f6ln einsam geworden sein um Graf Heinrich, den einst so m\u00e4chtigen Domdechanten. Wir gehen wohl nicht falsch, wenn wir ihn in der wachsenden Rolle eines Au\u00dfenseiters sehen und dass bei ihm so der Wunsch gewachsen ist, K\u00f6ln zu verlassen. Der Tod seinen Onkels Sebastian wurde dazu ein willkommener Anlass.<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<br \/>\nAnmerkungen:<br \/>\n64) Besonders der Landadel stand auf der Seite von Friedrich<br \/>\n65) Salentin VI. Graf von Isenburg-Grenzau, Kurf\u00fcrst von K\u00f6ln<br \/>\n66) Geschichte des Rheinlands S. 213<\/p>\n<p>13. Eingesehene Literatur und Quellen:<br \/>\nAbteikirche Sayn http:\/\/www.abteikirche-sayn.de\/html\/body_abtei.html<br \/>\nAlexander Graf von Hachenburg, Saynsche Chronik. Bonn 1929<br \/>\nBecker Thomas P. Gegenreformation und protestantische Bewegung im Bonner Raum (1547-1595),<br \/>\nBonner Geschichtsbl\u00e4tter 39 (1989), S.31-60,<br \/>\nBiograpisch &#8211; bibliographisches Lexikon<br \/>\nBraun, Heinrich, Geschichte der Reichs-Grafschaft Sayn &#8211; Altenkirchen, Betzdorf 1888<br \/>\nDahlhoff Matth\u00e4us., Geschichte der Graffschaft Sayn und der Bestandteile derselben: der Graffschaften Sayn = Altenkirchen + Hachenburg, der Herrschaft Freusburg und des Freien= und Hickengrundes, besonders in kirchlicher Beziehung. Unter Vorausschickung einer kurzen Geschichte der Regenten des Sayn&#8217;schen Landes, Selbstverlag des Verfassers, Dillenburg 1874<br \/>\nDahlhoff Matth\u00e4us Auszug aus Grafschaft Sayn:<br \/>\nDer Dom zu K\u00f6ln, Festschrift zur Feier der 50, Wiederkehr des Tages seiner Vollendung am 15. Oktober 1880, bearbeitet und herausgegeben von Erich Kuphal; K\u00f6ln, Verlag des K\u00f6lnischen Geschichtsvereins 1930; hier Beitrag von Hermann Heinrich Roth &#8222;Das k\u00f6lnische Domkapitel von 1501 bis zu seinem Erl\u00f6schen 1803&#8220;; Historisches Archiv des Erzbistums K\u00f6ln<br \/>\nDenkw\u00fcrdiger und n\u00fctzlicher Rheinischer Antiquarius, III\/1, Coblenz 1853<br \/>\nFestbuch zum 150 Jubil\u00e4um der Bendorfer Sch\u00fctzengesellschaft, Heimatkurier, Gesellschaft zur Geschichte und Heimatkunde f\u00fcr Bendorf und Umgebung e.V., 25. Juni 1994 Selbstverlag<br \/>\n&#8222;Heimatkurier&#8220; der Gesellschaft f\u00fcr Geschichte und Heimatkunde Bendorf und Umgebung e.V., Bendorf Selbstverlag. Versch. Ausgaben<br \/>\nFranzen August, Bischof und Reformation, M\u00fcnster 1971<br \/>\nFritzsche Hans, Es begann auf der Freusburg, Graf Heinrich IV. von Sayn, Festschrift Evangelische Kirche an der Sieg und auf dem Westerwald, Aus Anla\u00df der vor 400 Jahren auf der Freusburg erlasssenen Saynischen Kirchenordnung, herausgegeben vom Evangelischen Kirchenkreis Altenkirchen, Rheinland-Verlag K\u00f6ln 1990<br \/>\nFritzsche Hans, Die Saynische Kirchenordnung Graf Heinrichs, ebd.<br \/>\nGebhard, Handbuch der Deutschen Geschichte, Stuttgart 1970, Bd. 2 : Von der Reformation bis zum Ende des Absolutismus<br \/>\nGimpel Jean, Die industrielle Revolution des Mittelalters, Artemis Verlag, Z\u00fcrich \/ M\u00fcnchen 1980<br \/>\nGeocities www.geocities.com\/gudruntrier\/verfassung.html &#8211; 14k &#8211;<br \/>\nGensicke Hellmuth, Zur geschichtlichen Entwicklung und kirchlichen Organisation der Grafschaft Sayn, in : Festschrift zum 425. Jubil\u00e4um der Reformation in der Grafschaft Sayn, Verlag des Presseverbandes der Evangelischen Kirche im Rheinland, D\u00fcsseldorf 1961<br \/>\nGensicke Hellmuth, Landesgeschichte des Westerwaldes, Wiesbaden 1958<br \/>\nGeschichte des Landes Rheinland &#8211; Pfalz, hrggb. Von Franz &#8211; Josef Heyen, Ploetz &#8211; Verlag, Freiburg \/ M\u00fcnchen 1981<br \/>\nGeschichte in Quellen Bd. III, bearb. Von Fritz Dickmann, M\u00fcnchen 1966<br \/>\nG\u00fcnther Wilh. Arn, Codex dipl. Rheno &#8211; Mosellanus Confl. 1822<br \/>\nHeimatkalender des Kirchenkreises Altenkirchen 1967<br \/>\nHennes Friedrich, Zur Geschichte der Reformation in der Grafschaft Sayn, in : Festschrift zum 425. Jubil\u00e4um der Reformation in der Grafschaft Sayn, Verlag des Presseverbandes der Evangelischen Kirche im Rheinland, D\u00fcsseldorf 1961<br \/>\nHennes Friedrich, Fr\u00fchgeschichte der evangelischen Kirchengemeinde Bendorf , in: St. Medardus zu Bendorf, Festausgabe zum Jubil\u00e4um, Bendorf 2004<br \/>\nKirschbaum F.W. Denkw\u00fcrdigkeiten und Geschichte der Burg, der Ortschaft und der Abtei Sayn; in Zeitschrift f\u00fcr Heimatkunde von Koblenz und Umgebung 1. Jahrgang 1920<br \/>\nKonersmann Frank, Kirchenregiment und Kirchenzucht im fr\u00fchneuzeitlichen Kleinstaat, Schriftenreihe des Vereins f\u00fcr Rheinische Kirchengeschichte, Rheinland &#8211; Verlag K\u00f6ln, 1996<br \/>\nLexikon des Mittelalters, Artemmis Verlag M\u00fcnchen und Z\u00fcrich<br \/>\nLichtenberger, W. Aus der Vergangenheit saynischer Geschichte, Carl Ebner, Marienberg 1920<br \/>\nLorenzi de Philipp, Beitr\u00e4ge zur Geschichte s\u00e4mtlicher Pfarreien der Di\u00f6cese Trier, Bd. II Regierungsbezirk Coblenz, Trier 1887<br \/>\nLortz, Joseph, Wie kam es zur Reformation, Einsiedeln 1950 (Lortz 1)<br \/>\nLortz, Joseph, Geschichte der Kirche, Bd. III, M\u00fcnster 1958 (Lortz 2)<br \/>\nMenk, Gerhard, Langer Weg und halber Erfolg: die &#8222;Zweite Reformation&#8220; in Sayn<br \/>\nMoser, Johann Jacob Staatsrecht der Reichs &#8211; Grafschaft Sayn, entworfen von Jacob Moser, 1749<br \/>\nPloetz: Der farbige Ploetz, Illustrierte Weltgeschichte, W\u00fcrzburg 1982, 10. Aufl.<br \/>\nRepertorien des Hessischen Hauptstaatsarchivs Wiesbachen, Abteilung 340 Grafschaft Sayn &#8211; Hachenburg<br \/>\nRoth: Sammlung Roth; hier Nr. 19; Archiv des Erzbistums K\u00f6ln<br \/>\nScotti Sammlung der Gesetze und Verordnungen \u2026..in den nunmehr k\u00f6niglich-preu\u00dfischen Landesgebieten, 2. Teil f\u00fcr die Abteilungen Sayn Altenkirchen und Sayn , hrgb. von J.J. Scotti, gedruckt bei Joseph Wolf, D\u00fcsseldorf 1836<br \/>\nSchlo\u00dfkirche Meisenheim, herausgegeben von der Kirchengemeinde Meisenheim, 2003\/2004<br \/>\nSehling, Emil, Die Evangelischen Kirchenordnungen des XVI. Jahrhundertes, Leipzig 1913<br \/>\nSchr\u00f6tter, Friedrich Freiherr von Geschichte des M\u00fcnz- und Geldwesens im Kurf\u00fcrstentum Trier 1150 &#8211; 1794, Berlin 1917<br \/>\nStaatsarchiv Koblenz, Abt. 30, Sayn &#8211; Altenkirchen<br \/>\nHauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abt. 340, Grafschaft Sayn<br \/>\nSyr\u00e9 Willi, Bendorfer Chronik, Selbstverlag<br \/>\nVierbuchen, Erich: Die Freusburg : keine unserer Burgen oder Schl\u00f6sser spiegelt so die Geschichte unserer Heimat wider &#8230; &#8211; III. &#8211; (Burgen und Schl\u00f6sser im Landkreis Altenkirchen). In:Jahresringe. &#8211; 1996, 3, S. 12-13<br \/>\nWikepedia &#8222;Kurmainz&#8220;<br \/>\nZschoch Hellmut, Die Christenheit im Hoch- und Sp\u00e4tmittelalter, Vandenhoeck &amp; Ruprecht, G\u00f6ttingen 2004.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\nAlle Autorenrechte liegen bei Dieter Kittlau\u00df. Dieser Beitrag ist einschlie\u00dflich aller seiner Teile urheberrechtlich gesch\u00fctzt. Jede kommerzielle Verwertung ist ohne schriftliche Zustimmung des Webmeisters unzul\u00e4ssig und strafbar; dies gilt insbesondere f\u00fcr \u00dcbersetzungen, Mikroverfilmungen, Vervielf\u00e4ltigungen sowie f\u00fcr Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Die private Nutzung ist freigegeben. Die Langfassung ist bei www.bendorf-geschichte.de ver\u00f6fentlicht.<br \/>\nDieter Kittlau\u00df, Koblenz-Olper-Stra\u00dfe 115, 56170 Bendorf \/ Rhein. Tel. 0-2622 \/13551<br \/>\nMail. Dieter.kittlauss@online.de Webseite: www.bendorfer-lehrhaus.de<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heimatgeschichtliche Studie zum 400. Todestag des Sayner Grafen Heinrich IV. von Dieter Kittlau\u00df Inhaltsverzeichnis 1. Vorbemerkung 2. Des Grafen Zeit 3. Die \u00e4lteren Grafen von Sayn 4. Die ersten Sponheimer als Grafen von Sayn 5. Die Sponheimer Grafen ab 1529 6. 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