{"id":2172,"date":"2014-10-31T14:02:18","date_gmt":"2014-10-31T13:02:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/?p=2172"},"modified":"2016-01-18T17:50:29","modified_gmt":"2016-01-18T16:50:29","slug":"ansaetze-einer-heutigen-christologie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/index.php\/ansaetze-einer-heutigen-christologie\/","title":{"rendered":"Ans\u00e4tze einer heutigen Christologie"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: center;\"><\/h2>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Theologische Studie<br \/>\nvon<br \/>\nDieter Kittlau\u00df<\/h4>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/7253_2.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-2173\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/7253_2-300x167.jpg\" alt=\"7253_2\" width=\"300\" height=\"167\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/7253_2-300x167.jpg 300w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/7253_2.jpg 340w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>31. Oktober 2014<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00dcberarbeitete Fassung 30.12.2014<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2001 hat die britische BBC f\u00fcr eine Sendung \u00fcber Jesus Christus ein Computerbild von ihm erstellen lassen. Gerichtsmediziner untersuchten die Sch\u00e4delreste eines pal\u00e4stinensischen Juden aus dem 1. Jahrhundert und gaben die Ma\u00dfe in ein Computerprogramm ein. In einem zweiten Schritt wurde das Gesicht eines Juden analysiert, der auf einem syrischen Fresko aus dem 2. Jahrhundert abgebildet ist, und ebenfalls in das Programm eingespeist. In einem dritten Schritt wurden die Daten von semitischen Menschen gesammelt und eingearbeitet. Weil der Apostel Paulus auffallend in sehr betonter Weise lange Haare f\u00fcr M\u00e4nner verwirft, entschieden sich die Programmierer f\u00fcr die Vorgabe \u201ekurze Haare\u201c. (&gt;&gt; 1 Kor. 11,14: \u201e Lehrt euch nicht schon die Natur, dass es f\u00fcr den Mann ein Schande, f\u00fcr die Frau aber eine Ehre ist, lange Haare zu tragen?\u201c Da Paulus zu den Urzeugen, die Jesus pers\u00f6nlich gekannt haben, Kontakt hatte, k\u00f6nnen wir davon ausgehen, dass er ein Bild des lebendigen Jesus hatte. H\u00e4tte Jesus lange Haare getragen, h\u00e4tte Paulus ein so scharfes Verwerfungsurteil f\u00fcr lange Haare bei M\u00e4nnern ausgesprochen.) Das Programm formte aus den Daten das hier gezeigte Bild. Ob dieses Computerbild den historischen Jesus aus Nazareth wiedergibt, wird sich nie beweisen lassen. Aber vielleicht wird uns beim Betrachten dieser Computeranimation bewusst, das Jesus ein Mensch war \u2013 wie du und ich; auch dass er ein Mann war, mit Bart, Penis und Hoden. Aber wir werden vielleicht auch angeregt, dar\u00fcber nachzudenken, ob und was dieser Jesus, der vor gut 2000 Jahren und noch dazu in einer ganz anderen Kultur lebte, f\u00fcr uns heute bedeutet? Ich m\u00f6chte hier mit dieser kleinen Studie mein gegenw\u00e4rtiges Jesusbild vorstellen. Ohne Anspruch auf Rechthaberei oder amtsm\u00e4\u00dfige Besserwisserei. Sechs Antworten habe ich gefunden.<br \/>\nInhalt<br \/>\n<span style=\"color: #000080;\">Wahrer Mensch &#8211; R\u00fcckbau von Verg\u00f6ttlichung und Glorifizierung.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Licht der Welt- Geschenk der j\u00fcdischen Mystik an die V\u00f6lker.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Worte des Lebens &#8211; Es geht um ein gelungenes Leben.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Lebensbrot &#8211; Es geht um ein solidarisches Leben.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Der getreue Zeuge \u2013 der neue Anfang von Gottes Sch\u00f6pfung.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Auferstehung \u2013 Die Botschaft vom Weitergehen.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Der strahlende Morgenstern \u2013 Zur Exklusivit\u00e4t Jesu Christi .<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_2166\" style=\"width: 279px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/File_10003.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2166\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-2166\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/File_10003-298x300.jpg\" alt=\"File_10003\" width=\"269\" height=\"283\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2166\" class=\"wp-caption-text\">Christusbild der fr\u00fchen Kirche. R\u00f6mische Katakomben.<\/p><\/div>\n<h3><span style=\"color: #000080;\">Wahrer Mensch. R\u00fcckbau von Verg\u00f6ttlichung und Glorifizierung.<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Jesusbewegung verbreitete sich zun\u00e4chst im j\u00fcdischen Land. Im Markusevangelium werden die Frauen nach Gallil\u00e4a geschickt, wo Petrus bereits sei. In der Apostelgeschichte erz\u00e4hlt der Evangelist Lukas , wie in Jerusalem eine Jesusbewegung entstand, wie die Jerusalemer Gemeinde den Petrus nach Samarien schickte und wie der \u201eNeue Weg\u201c rasch in den hellenistischen St\u00e4dten Fu\u00df fasste.<br \/>\nNach der Eroberung Jerusalems bildeten sich in der j\u00fcdischen Diaspora viele, wenn auch oft kleine christliche Gemeinden. Der heutigen Forschung bietet sich ein buntes Bild der fr\u00fchen christlichen Kirche. Die ersten Gemeinden in Jerusalem, Galil\u00e4a und Samarien verstehen sich in der Nachfolge des Propheten und Messias Joshua. Es geht um die Erneuerung des J\u00fcdischen Volkes und die Sammlung der Heidenv\u00f6lker. In den hellenistischen St\u00e4dten kommt die Sehnsucht nach Erl\u00f6sung dazu. Paulus wird in diese Jesustradition eingef\u00fchrt und entwickelt um die Person Jesu ein ganzes theologisches System f\u00fcr die erwartete Vollendung der irdischen Welt. Die Jesus-Gemeinden in der j\u00fcdischen Diaspora stehen in der st\u00e4ndigen Konkurrenz mit den j\u00fcdischen Alt-Gemeinden, die sich nach der Zerst\u00f6rung Jerusalem ganz auf die Thora und die hebr\u00e4ische Sprache konzentrieren. Aber auch die Auseinandersetzung mit der neupaltonischen Philosophie, den vielen hellenistischen Mysterienkulten und der gnostischen \u201ePfingstbewegung\u201c verlangt von der jungen christlichen Kirche st\u00e4ndige Reflexion und Anpassung. Es war auch die Zeit der gro\u00dfen V\u00f6lkerwanderungen, als das R\u00f6mische Reich oft bis auf seine Grundfesten ersch\u00fcttert wurde und schlie\u00dflich daran zugrunde ging.<br \/>\nUnser heutiger christlicher Glaube ruht auf den Schultern dieser damaligen Generationen der Jesusj\u00fcnger. Die Schriften des neuen Testamentes zeugen von deren Glauben. Jesus von Nazareth war f\u00fcr sie Vorbild, Retter und wie ein Leuchtturm in st\u00fcrmischer See. Die christlichen Gemeinschaften wurden eine Art Notgemeinschaft, um in dieser s\u00fcndigen und gef\u00e4hrlichen Welt zu \u00fcberleben. Der Glaube an ein ewiges Leben wurde der gro\u00dfe Rettungsschirm und die Erl\u00f6sungslehre erkl\u00e4rte die Weltgeschichte. Im vierten Jahrhundert wurde die christliche Kirche sogar zur Rettung des Reiches. In diesem Prozess der ersten Jahrhunderte wurde Jesus immer wichtiger, immer gr\u00f6\u00dfer, immer bedeutsamer, bis er schlie\u00dflich g\u00f6ttliche Z\u00fcge hatte.<br \/>\nAus der Politik \u2013 aber genauso in allen anderen Bereichen, also im Sport, in der Mode und auch in den Religionen &#8211; kennen wir das Ph\u00e4nomen der Glorifizierung. Einzelne Personen, Gruppen, V\u00f6lker, Ideologien und Bilder werden in ihrer Bedeutung bis ins Ma\u00dflose gesteigert. Als die Evangelisten zur Abfassung ihrer Leben-Jesu-Geschichten m\u00fcndliche und schriftliche \u00dcberlieferungen (Worte, Taten, Geschichten) \u00fcber Jesus von Nazareth sammelten, stie\u00dfen sie bereits auf ganz unterschiedliche Erinnerungen und Einsch\u00e4tzungen Jesu. F\u00fcr die Generation der J\u00fcnger und J\u00fcngerinnen, die mit Jesus durch die D\u00f6rfer zog oder ihn zu sich als Gast holte, die von ihm fasziniert war und alle ihre Hoffnung auf ihn setzten, war dieser Jesus ein Mensch von Fleisch und Blut. \u201eEr (&gt; Jesus aus Nazareth) war ein Prophet, m\u00e4chtig in Wort und Tat vor Gott und dem ganzen Volk. Doch unsere Hohen Priester und F\u00fchrer haben ihn zum Tod verurteilt und ans Kreuz schlagen lassen. Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erl\u00f6sen werde\u201c (Lk. 24, 19f), l\u00e4sst der Evangelist Lukas seine Emmausj\u00fcnger beklagen. F\u00fcr Paulus wurde Jesus \u201egeboren von einer Frau\u201c (Gal. 4,4) und Markus l\u00e4sst am Ende seiner Jesus-Geschichte den r\u00f6mischen Zenturio rufen:\u201c Wahrhaftig, dieser Mensch war ein Gottessohn\u201c( Mk. 15,39). Die Apostelgeneration zog durch die j\u00fcdischen Lande und zum Teil auch durch die j\u00fcdische Diaspora und war davon \u00fcberzeugt, dass sich in Jesus die alten Prophezeiungen erf\u00fcllt hatten. Denn die biblischen \u00dcberlieferungen vom Logos und von der Weisheit, vom Himmel mit seinen Engeln und von der Gegenwart Gottes in der Wolke, die Visionen der Propheten von der Vollendung der Sch\u00f6pfung und der Sammlung der Gerechten, vor allem aber auch die Lieder vom Gottesknecht in den Schriften des Jesaja (Jes. 42, 1-9; 49, 1-9; 53,1-72) lie\u00dfen sich wie eine Hinf\u00fchrung auf diesen Jesus verstehen.<br \/>\nDer j\u00fcdische Wanderprediger Joshua aus Nazareth, der f\u00fcr seine Visionen und Lehren als M\u00e4rtyrer gestorben war, wird Schritt um Schritt glorifiziert. Im 5. Jahrhundert hat schlie\u00dflich das hellenistische Denken mit der Verg\u00f6ttlichung Jesu den christlichen Glauben geformt. Dieser sp\u00e4tantik-geformte Christusglauben wird auch auf andere Themen \u00fcbertragen (Gottesmutter, Heilige, Kirche, Sakramente, Hierarchie) und spekulativ von der Theologie weiter entwickelt.<br \/>\nHeute gibt es keinen Zweifel, dass das Christentum den in den vorigen Jahrhunderten (in der Aufkl\u00e4rung) begonnenen Weg einer kritischen Sicht des \u201eV\u00e4ter- und M\u00fctterglaubens\u201c weiter gehen muss. Vom j\u00fcdischen Theologen David Flusser stammt die Formulierung: \u201eDas Christentum \u2013 eine j\u00fcdische Religion\u201c . Wir stehen vor der Aufgabe, hinter der in Jahrhunderten gewachsenen Glaubensgestalt des \u201emit Gott-Vater wesensgleichen, gezeugten und nicht geschaffenen Christus\u201c den Menschen Jesus von Nazareth als Menschen des sp\u00e4tantiken Judentums zu begreifen. Wie bei der Rekonstruktion eines Verkehrsunfalles m\u00fcssen wir versuchen, dem lebendigen Jesus von Nazareth n\u00e4her zu kommen, damit seine Bedeutung wieder verstanden wird und \u2013 was nicht weniger wichtiger ist \u2013 die Weitergabe unserer christlichen Tradition an die n\u00e4chsten Generationen nicht scheitert.<\/p>\n<div id=\"attachment_2169\" style=\"width: 258px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Jesus-computeranimation-0102041972800.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2169\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-2169\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Jesus-computeranimation-0102041972800-248x300.jpg\" alt=\"Computerbild des zw\u00f6lfj\u00e4hrigen Jesus.\" width=\"248\" height=\"311\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2169\" class=\"wp-caption-text\">Computerbild des zw\u00f6lfj\u00e4hrigen Jesus.<\/p><\/div>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000080;\">Licht der Welt. Geschenk der j\u00fcdischen Mystik an die V\u00f6lker.<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Gegensatz zu den Glaubensbekenntnissen der fr\u00fchen Christenheit sto\u00dfen wir beim Vater Unser auf die j\u00fcdische Fr\u00f6mmigkeit Jesu. Weil das Vater Unser bei Matth\u00e4us und Lukas in unterschiedlichen Fassungen \u00fcberliefert wird, k\u00f6nnen wir davon ausgehen, dass es sich um Elemente der j\u00fcdischen Gebetstradition handelte, die im J\u00fcngerkreis eine Rolle spielten und nach dem Tode Jesu bewahrt und weiter tradiert wurden. (&gt;&gt;W\u00e4re das Vater Unser in seiner von der Kirche bis heute gebrauchten Form ein urspr\u00fcngliches Gebet Jesu gewesen, w\u00e4re es mit Sicherheit auch so \u00fcberliefert worden. Auch ist auffallend, das bei Markus, dem \u00e4ltesten Evangelisten, das Vater Unser fehlt.)<br \/>\n<strong>Das Vater Unser in der synoptischen \u00dcberlieferung:<\/strong><br \/>\nMatth\u00e4us 6,7-15<br \/>\nWenn ihr aber betet, so plappert nicht wie die Heiden; sie meinen n\u00e4mlich, sie w\u00fcrden erh\u00f6rt werden, wenn sie viele Worte machen. Macht es also nicht wie sie; denn euer Vater wei\u00df, was ihr braucht, ehe ihr ihn bittet.<br \/>\nUnd so sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel, geheiligt werde dein Name, es komme dein Reich, es geschehe dein Wille wie im Himmel so auf Erden. Unser Brot f\u00fcr den kommenden Tag gib uns heute, und erlass uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern erlassen haben, und f\u00fchre uns nicht in Versuchung, sondern rette uns vor dem B\u00f6sen. Wenn ihr n\u00e4mlich den Menschen ihre Verfehlungen vorgebt, so wird auch euch euer himmlischer Vater vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird auch euer Vater eure Verfehlungen nicht vergeben.<br \/>\nMarkus 11,25ff<br \/>\nUnd wenn ihr dasteht und betet,\u00a0\u00a0\u00a0 Vergebt, wenn ihr etwas gegen jemanden habt, damit auch euer Vater im Himmel euch eure \u00dcbertretungen vergebe. Wenn ihr aber nicht vergebt, dann wird auch euer Vater im Himmel euch eure \u00dcbertretungen nicht vergeben.<br \/>\nLUKAS 11,2-4<br \/>\nWenn ihr betet, so sprecht:\u00a0\u00a0 Vater, geheiligt werde dein Name, es komme dein Reich, unser Brot f\u00fcr den kommenden Tag gib uns t\u00e4glich, und vergib uns unsere S\u00fcnden; denn auch wir vergeben jedem, der unser Schuldner ist und f\u00fchre uns nicht Versuchung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim Evangelien Lukas ist deutlich zu sehen, wie er Anpassungen an die moderne hellenistische Welt vornimmt. Das hellenistische Denken konnte sich einen wie ein Handwerker schaffenden Sch\u00f6pfer nur schlecht vorstellen und musste deshalb dem unbewegten Beweger der griechischen Philosophie einen Sch\u00f6pfergott (Logos, Weisheit, Sohn, Ruach) beiseite stellen. Auch passte die Botschaft von der Erl\u00f6sung nicht zu der stoischen Ethik des selbstverantwortlichen Menschen. Deshalb verk\u00fcrzt und ver\u00e4ndert Lukas den \u00fcberlieferten Text. Aber das Vater &#8211; Unser ist so j\u00fcdisch, dass es auch heute j\u00fcdische Menschen mit beten k\u00f6nnen. Jesus betet zum Gott Israels (Mt15,31), zum Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs (Mk.12,26) Nach dem Evangelisten Markus nennt er auf die Frage nach dem wichtigsten Gebot das Sch`ma, das jeder fromme Jude dreimal am Tag zu beten hatte (Mk.12,29.32; Dn. 6,4). David Flusser machte darauf aufmerksam, dass es zwischen der aram\u00e4ischen Urfassung des Kaddisch und dem Vater Unser des Matth\u00e4usevangeliums erstaunliche \u00c4hnlichkeiten gibt: Das Kaddisch nennt unseren Vater im Himmel; ruft dazu auf, Seinen gro\u00dfen Namen zu heiligen; Sein Reich erstehe; reicher Frieden komme vom Himmel und Leben \u00fcber Israel; denn G`tt stiftet in seinen H\u00f6hen, er m\u00f6ge Frieden stiften \u00fcber ganz Israel. Die Schriften des Neuen Testaments bezeugen , dass Jesus als Prophet angesehen wurde (Lk. 24,19), als Messias (Joh.1,41), als Gottessohn (Mk.1,1), als Heiliger und Gerechter (Apg.3,14), als Arzt und Heiler (Mt.14,14 ). In unsere Sprache \u00fcbersetzt, k\u00f6nnen wir diesen Jesus aus Nazareth als j\u00fcdischen Mystiker verstehen. Er lebte ganz in dem Glauben seines Volkes und muss eine tiefe, mystische Gotteserfahrung in seinem Herzen gehabt haben. Er war \u00fcberzeugt, dass sein Volk eine Mission f\u00fcr die ganze (damals bekannte) Welt habe. Er sah \u2013 \u00e4hnlich wie sp\u00e4ter Gandhi oder heute der Dalai Lama \u2013 in der inneren Erneuerung des Menschen die einzige Rettung aus der Unheilsgeschichte der Menschheit und lehrte das j\u00fcdische Ethos von Liebe, N\u00e4chsten- und Feindesliebe.<br \/>\nDies ist der Boden, auf dem sich auch heute christlicher Glaube aktualisieren kann. Zu dieser R\u00fcckbesinnung auf die j\u00fcdische Botschaft Jesu geh\u00f6rt auch der Verzicht, Gott einen Namen zu geben oder von ihm ein Bild zu malen. Der Apostel Paulus als j\u00fcdischer Theologe wusste noch um die Unaussprechlichkeit Gottes. Wir Christen haben vergessen, dass Gott das Mysterium dieser Welt ist. Wir haben nicht nur den Gottessohn Jesus verg\u00f6ttlicht sondern auch den Ewigen G`tt vermenschlicht. Deshalb ist es kein Zufall, dass wir uns heute wieder an die gro\u00dfen Mystiker erinnern, die Gott im Herzen gesucht und gefunden haben. Aber auch die christliche Theologie hat sich wieder auf die Suche nach dem Gott in der Tiefe und in der H\u00f6he gemacht , versucht Gott als Mitte des Kosmos zu verstehen , erinnert sich an Giordano Bruno, Gotthold Ephraim Lessing, Moses Mendelssohn, Johann Gottfried Herder, Immanuel Kant und vor allem auch an Johann Wolfgang von Goethe und sucht die N\u00e4he zu den muslimischen Mystikern und zu gro\u00dfen Religionen Asiens.<\/p>\n<div id=\"attachment_180\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Khala-3.png\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-180\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-180 size-medium\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Khala-3-300x223.png\" alt=\"Khala 3\" width=\"300\" height=\"223\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Khala-3-300x223.png 300w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Khala-3.png 344w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-180\" class=\"wp-caption-text\">Tanzende Gruppe. Urheberrechte nicht gefunden.<\/p><\/div>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000080;\">Worte des Lebens- es geht um ein gelungenes Leben<\/span>.<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Johannesevangelium unterscheidet sich sehr von den drei synoptischen Evangelien durch seinen poetisch-meditativen\u2013theologischen Stil. Aber an bestimmten Stellen f\u00fcgt der Evangelist \u00dcberlieferungen ein, die bis ins Detail historischer R\u00fcckblick sind. Dazu geh\u00f6rt die Geschichte von der Hochzeit zu Kana. \u201eAm dritten Tag fand in Kana in Galil\u00e4a eine Hochzeit statt, und die Mutter Jesu war auch dabei.\u201c (Joh. 2,1) Der Evangelist nennt am Anfang (also hier) und am Ende seines Evangeliums (in der Kreuzesgeschichte) ausdr\u00fccklich die Mutter Jesu, verwendet aber nie in seinem Evangelium den Namen Maria. Ganz im Unterschied zu Maria von Magdala bleibt die Mutter Jesu namenlos. Aber sie hat f\u00fcr den Evangelisten offensichtlich eine gro\u00dfe Bedeutung, denn In der Kanageschichte wird sie als erste J\u00fcngerin Jesu beschrieben, deren Vertrauen auf ihren Sohn unersch\u00fctterlich ist. Ebenfalls bedeutsam ist der Hintergrund der Geschichte. Jesus hat bereits wie ein Prophet eine Gruppe von Menschen um sich geschart und nach dem Evangelisten ist der erste Auftritt in der \u00d6ffentlichkeit eine Hochzeit. Man muss sich eine Hochzeit von Russlanddeutschen vorstellen, die \u00fcber mehrere Tage oder sogar eine ganz Woche gehen kann. Es wird tagelang gegessen, viel getrunken, gefeiert und (vor allem) geredet und gesungen. Der Evangelist spricht mit dieser Schilderung eine Metapher aus: Es geht Jesus um das Leben. Wir Christen haben es uns angew\u00f6hnt, immer sehr schnell vom Ewigen Leben zu reden. Alles, was an Schrecklichem in unserer Welt passiert, wird oft damit zugedeckt und weggetr\u00f6stet. Selbst bei Beerdigungen wird oft die Trauer mit dem Auferstehungsglauben \u201eweggepredigt\u201c. Aber nach dem Evangelisten Johannes geht es Jesus um das Leben, und zwar um ein gelungenes Leben. Dieser Jesus aus Nazareth hat Worte des Lebens, er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben (Joh. 14,6). Leider hat die Jesusbewegung sehr fr\u00fchzeitig diese Bedeutung Jesus verdr\u00e4ngt. Die \u00e4gyptischen Eremiten mit ihrer menschenfeindlichen Aszese wurden die neuen Propheten. Die M\u00e4rtyrer wurden zu den bestimmenden Leitbildern und je gr\u00f6\u00dfer ihre Qualen, um so lauter wird das Halleluja. Die Ehelosigkeit der Witwen und jungen Frauen wird zum Sauerteig der Christenheit. Die Ehelosigkeit der h\u00f6heren r\u00f6mischen Offiziere wird zum Leitbild f\u00fcr den sich bildenden Klerus. Im Widerstand gegen die enthemmte Sexualmoral wird das frauenfeindliche Menschenbild der Sp\u00e4tantike \u00fcbernommen. Dahinter stand die Auseinandersetzung mit den gnostischen und manich\u00e4ischen Bewegungen, die sich als neue Erl\u00f6sungslehren anboten. Weil diese Entwicklung fortscheitet, wird folgerichtig im zweiten Jahrtausend das Kruzifix (Leidenskreuz) zum zentralen Bild in Kirchen, Schulen, Krankenh\u00e4usern und Familien. Heute versuchen wir, zu dem lebendigen Menschen Jesus zur\u00fcckzufinden . Mit gro\u00dfer innerer Freiheit nahm er Einladungen zu Feiern und Festen an. Wir wissen nicht, ob dieser Jesus von Nazareth geheiratet hat, aber jedenfalls hatte er eine normale Beziehung zu Frauen. Und dass er in seiner Gruppe Frauen und M\u00e4nner hatte, spricht f\u00fcr einen starken Menschen, der sich auch von gesellschaftlichen Tabus absetzen konnte. Es d\u00fcrfte kein Zufall sein, dass Maria von Magdala in den Evangelien deutliche Spuren hinterlassen hat, auch wenn dies offensichtlich bereits f\u00fcr die Evangelisten peinlich war. Es gibt Hinweise, dass Maria Magdalena in den gnostischen Evangelien als \u201eGef\u00e4hrtin des Herrn\u201c und als \u201eMutter der Apostel\u201c verehrt wurde und dass diese Verehrung in der fr\u00fchen Kirche lange Zeit lebendig war. Wenn wir dem Evangelisten Johannes folgen, m\u00fcssen wir uns auch die Menschen um Jesus als lebensstarke Gemeinschaft vorstellen. Dieser j\u00fcdische Prophet Jesus von Nazareth und die von ihm angesto\u00dfene Bewegung hat die Welt des R\u00f6mischen Reiches ver\u00e4ndert. Weil die hellenistische G\u00f6tterwelt an Bedeutung verloren hatte, war ein Vakuum entstanden. F\u00fcr die Gebildeten \u2013 also die Sprach- und Schreibkundigen \u2013 boten sich die philosophischen Weisheitslehren an. Die einfachen Menschen lie\u00dfen sich von einem der zahlreichen Geheimkulte anziehen. Die Jesusbewegung aber brachte den j\u00fcdischen Glauben an den guten Gott in die damalige Welt, der jedem Menschen W\u00fcrde und Wert gibt, der die soziale Verantwortung f\u00fcr den N\u00e4chsten zum Ma\u00dfstab des Ethos macht und das unerbittliche Gesetz der Blutrache, der Krankenaussetzung und der Kindst\u00f6tung durchbrach. In der Apostelgeschichte hat Lukas verschiedene Petrusreden komponiert. Bei der Rede im Tempel l\u00e4sst er Petrus sprechen: \u201e Ihr aber habt den Heiligen und Gerechten verleugnet und die Freilassung eines M\u00f6rders gefordert. Den Urheber des Lebens habt ihr get\u00f6tet\u2026\u201c. (Apg. 3,14f). F\u00fcr die Sinngebung unseres Lebens schauen wir Christen auf den Gottessohn aus Nazareth. Die Botschaft Jesu ist die Aufforderung zu einem gelungenen Leben \u2013 verbunden mit dem Vertrauen, dass uns auch Sterben und Tod nicht trennen k\u00f6nnen von der Liebe Gottes.<\/p>\n<div id=\"attachment_2168\" style=\"width: 229px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2168\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-2168 size-medium\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/hasenhuettl-brot-wein-219x300.jpg\" alt=\"hasenhuettl-brot-wein\" width=\"219\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/hasenhuettl-brot-wein-219x300.jpg 219w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/hasenhuettl-brot-wein.jpg 292w\" sizes=\"(max-width: 219px) 100vw, 219px\" \/><p id=\"caption-attachment-2168\" class=\"wp-caption-text\">Professor Hasenh\u00fcttl beim \u00d6kumenischen Kirchentag Berlin. Es geh\u00f6rt noch heute zu den Schreckensgeschichten der Katholischen Kirche, wie sich damals Reinhard Marx als Bischof von Trier geb\u00e4rdete, und alle seine Macht einsetzte, um den bescheidenen Professor fertig zu machen. Auf meiner Webseite www.bendorfer-lehrhaus.de habe ich in dem Beitrag \u201e Der Scho\u00df ist fruchtbar &#8211; Kleine Dokumentation zum Konflikt mit Gotthold Hasenh\u00fcttl\u201c den ganzen Verlauf der Auseinandersetzungdargestellt.<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000080;\">Lebensbrot. Es geht um ein solidarisches Leben.<\/span><\/h3>\n<p>Ende der f\u00fcnfziger Jahre habe ich bei einem Seminar mit Prof. Hubertus Halbfas zum ersten Mal verstanden, wie man die Geschichten der Bibel richtig liest. Selbst wenn sie einen geschichtlichen Kern haben, sind sie nicht als historische Berichte zu verstehen, sondern als Poesie und Metapher. Nehmen wir als Beispiel die Geschichte von der wunderbaren Brotvermehrung, die wir bei allen vier Evangelisten finden . (&gt;&gt; Mk. 6,32-44; Mt. 14,13-21;Lk. 9,10b-17; Joh. 6,1-15 ) F\u00fcr j\u00fcdische Ohren hatte diese Geschichte, einen ganz tiefen Hintergrund. Dazu geh\u00f6rte das Manna in der W\u00fcste, mit dem das Volk Israel gerettet wurde. Aber auch die letzte Nacht in \u00c4gypten mit dem unges\u00e4uerten Brot und dem Opferlamm. Die Geschichte vom Propheten Elias, dem in seiner Todesangst ein Engel Brot brachte. Am meisten aber war es wohl die Geschichte vom Propheten Elischa, an die erinnert wird.<br \/>\n\u201eEinmal kam ein Mann von Baal-Schlischa und brachte dem Gottesmann Brot von Erstlingsfr\u00fcchten, zwanzig Gerstenbrote, und frische K\u00f6rner in einem Beute. Elischa befahl seinem Diener: Gib es den Leuten zu essen! Doch dieser sagte: Wie soll ich das hundert M\u00e4nnern vorsetzen? Elischa aber sagte: Gib es den Leuten zu essen! \u2013 denn so spricht der Herr; Nab wird essen und noch \u00fcbrig lassen. Nun setzte er es ihnen vor; und sie a\u00dfen und lie\u00dfen noch \u00fcbrig, wie der Herr gesagt hatte.\u201c (2 K\u00f6nige 4,42-44). Man braucht nicht lange nachdenken, um zu verstehen, dass mit der neutestamentlichen Geschichte von der Brotvermehrung, eine christologische Aussage gemeint ist. Wie in der W\u00fcste und beim Propheten Elias, wird in der N\u00e4he Jesu Gottes Schechina (&gt; Schatten) erfahrbar. Wie beim Propheten Elischa kann man auch bei Jesus Gott erfahren. F\u00fcr uns heute ist vielleicht die ebenfalls dahinterliegende Metapher am bedeutendsten: \u201eNur durch Teilen wird das Leben reicher.\u201c Das oben gew\u00e4hlte Bild zeigt Professor Hasenh\u00fcttl beim \u00d6kumenischen Kirchentag in der Berliner Gethsemane-Kirche. In dieser symbolischen Handlung wurde die Lebensregel Jesu gegenw\u00e4rtig: \u201eKommt und esst und trinkt; kommt und teilt untereinander\u201c . Jesus kann nicht das Grundgesetz der Sch\u00f6pfung vom \u201eFressen und Gefressen\u2013Werden\u201c aufheben, aber er weist uns Menschen darauf hin, dass wir durch die uns verliehene Freiheit dieses unerbittliche Gesetz durchbrechen k\u00f6nnen. Wenn wir solidarisch leben, sind wir \u2013 nach einer j\u00fcdischen Metapher \u2013 Werkzeuge Gottes in seiner Sch\u00f6pfung. Solidarisch leben hei\u00dft: Sich um Hungernde, Kranke, Trauernde und Gefangene sorgen. Die Jesusj\u00fcnger verstanden sich zum solidarischen Leben berufen. Dies ist der Hintergrund f\u00fcr das Idealbild von der Jerusalemer Gemeinde, das Lukas in seiner Apostelgeschichte zeichnet. Auch der synoptische Bericht vom letzten Abendmahl ist als symbolische Aufforderung zum solidarischen Miteinander zu deuten. Die Geschichte von der Fu\u00dfwaschung, die der Evangelist Johannes an die Stelle der Abendmahlsgeschichte setzt, ist gewisserma\u00dfen der Schl\u00fcssel f\u00fcr diese. Aber in der Jesusbewegung hat sich offensichtlich schon sehr fr\u00fchzeitig eine Umdeutung durchgesetzt. In Anlehnung an die kultischen Feiern der hellenistischen Mysterienreligionen, wird die Abendmahlsgeschichte zur Opferfeier. Mit der zunehmenden Klerikalisierung der christlichen Kirche verbindet sich die Opfertradition mit einer Renaissance des heidnischen Priesterkultes und wird zum Instrument klerikaler Selbstdarstellung. Noch heute tritt bei jedem Pontifikalamt jeder Bischof wie ein r\u00f6mischer Kaiser auf. Mit Kreuz und Kerzen, erh\u00f6ht durch die Mitra, geschm\u00fcckt mit Ring und Stab als den Insignien seiner Macht, zieht er segnend in die Kirche.<br \/>\nDie j\u00fcdischen Rabbiner haben auf die Frage nach der Ursache des B\u00f6sen eine dreifache Antwort gegeben: Die Gier nach Macht, die Gier nach Besitz und die Gier nach Sex sind die drei Ursachen des B\u00f6sen. (&gt;&gt; Peter Sch\u00e4fer, die Geburt des Judentums aus dem Geist des Christentums, Mohr Siebeck Verlag T\u00fcbingen, 2010. ) Jesus von Nazareth hat uns mit seinem Aufruf zum solidarischen Leben ein anderes Lebensethos hinterlassen und so k\u00f6nnen wir durchaus sagen, dass dieser Gottesmann, der vor 2000 Jahren mit seiner J\u00fcngergruppe \u00fcber die staubigen Stra\u00dfen Galil\u00e4as zog, \u201eauch heute mitten unter bei uns ist.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_2174\" style=\"width: 185px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2174\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-2174 size-medium\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/574946f-175x300.jpg\" alt=\"574946f\" width=\"175\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/574946f-175x300.jpg 175w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/574946f.jpg 459w\" sizes=\"(max-width: 175px) 100vw, 175px\" \/><p id=\"caption-attachment-2174\" class=\"wp-caption-text\">Besondere Bedeutung bekam diese Darstellung des hl. Sebastian au\u00dferdem durch die deutlich sexuelle Haltung. Jcobo deutet an, wie das Lendentuch durch den etwas eregierten Penis gehalten wird. In der Neuzeit hat deshalb die homophile Bewegung den hl. Sebastian zur Leitfigur ausgew\u00e4hlt.<\/p><\/div>\n<\/dt>\n<\/dl>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">\u00a0<span style=\"color: #000080;\">Der getreue Zeuge \u2013 der neue Anfang von Gottes Sch\u00f6pfung<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die fr\u00fche Jesusbewegung musste sich von Anfang an mit zwei Vorgaben auseinandersetzen. Einmal war es die allgemeine Vorstellung, dass der Messias auf wunderbare Weise in unsere Welt treten wird , zum anderen war es der Vers 25, 23b des Deuteronomiums: \u201edenn ein Geh\u00e4ngter ist ein von Gott Verfluchter.\u201c Eine L\u00f6sung bot das Jesaja-Buch, in dem die Gottesknecht-Lieder auf Jesus \u00fcbertragen wurden. Jesus von Nazareth ist der von Gott Erw\u00e4hlte (Jes. 42,1); er wurde im Mutterleib berufen (Jes. 49,1); Ich mache dich zum Licht f\u00fcr die V\u00f6lker (Jes. 6b); er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, wegen unserer S\u00fcnden zermalmt (Jes. 53, 5); \u201edurch Haft und Gericht wurde er dahin gerafft, doch wen k\u00fcmmerte sein Geschick. Er wurde vom Land der Lebenden abgeschnitten und wegen der Verbrechen seines Volkes zu Tode getroffen\u201c(Jes. 53 ,8); \u201eMein Knecht, der gerechte, macht die vielen gerecht, er l\u00e4dt ihre Schuld auf sich\u201c(Jes.53.11b). Dieser Jesajastext wurde das Drehbuch f\u00fcr Jesus den Christus &#8211; das Lamm Gottes, das f\u00fcr uns geschlachtet wurde. (Apk. 5).<br \/>\nSeit 2000 Jahren ist Jesus Christus f\u00fcr unz\u00e4hlige Menschen der Zeuge f\u00fcr Gottes liebende Zuwendung zu uns Menschen geworden. Er wurde zu der neuen Feuers\u00e4ule f\u00fcr die Treue Gottes, er wurde zum Weg durch die W\u00fcste dieses Lebens, zum Manna in Zeiten der Not, zum Wegbegleiter und Freund. Es lohnt sich an dieser Stelle den wundersch\u00f6nen Text von Angelus Silesius (1657) zu meditieren: \u201eIch will dich lieben meine St\u00e4rke\u201c und zwar alle sieben Strophen, um etwas zu ahnen von der Kraft dieses Glaubens. Wir Christen des 21. Jahrhunderts stehen vor der Frage, was dieser Glaube der fr\u00fchen Kirche f\u00fcr uns heute bedeutet? Immerhin steht Jesus Christus auch f\u00fcr die feindselige Trennung der beiden j\u00fcdischen Erben, des Rabbinischen Judentums und der christlichen Kirche.<br \/>\nEinen Schl\u00fcssel bietet uns ein kurzer Satz aus der Apokalypse, wo vom \u201cgetreue(n) und zuverl\u00e4ssige(n) Zeugen\u201c (Apk. 3,14) gesprochen wird. Neben Stephanus war der hl. Sebastian einer der Urzeugen der fr\u00fchen Kirche. In der Renaissance schuf der venezianische K\u00fcnstler Jacobo de Barbari (1480- 1510) einen Sebastian ohne Pfeile und damit ohne Schmerzen , um die Zeugenschaft besonders zu betonen. In Yad Vashem wird in der Allee der Gerechten f\u00fcr Jeden, der Juden aus der Schoa gerettet hat, ein Baum gepflanzt. Heute k\u00f6nnen wir als Deutsche mit erhobenem Haupte leben, weil es auch im faschistischen Deutschland Zeugen der Menschlichkeit gegeben hat. Einer von ihnen war Dietrich Bonhoeffer. Nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler im Jahre 1933 \u00fcbernahm der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer die Betreuung der deutschen evangelischen Gemeinde in London &#8211; Sydenham. Doch er hielt es in England nicht aus, w\u00e4hrend in Deutschland die faschistische Barbarei wie ein Krebsgeschw\u00fcr wuchs. So kehrte er nach zwei Jahren nach Deutschland zur\u00fcck und \u00fcbernahm die Leitung des Predigerseminars der Bekennenden Kirche, obwohl er auf der schwarzen Liste der Gestapo stand. Nach dem Entzug der Lehrerlaubnis f\u00fcr Hochschulen konnte Bonhoeffer nur noch im Untergrund lehren und musste jeden Tag seine Verhaftung bef\u00fcrchten. Deshalb nahm er 1939 die Einladung zu einer Vortragsreise in die USA an. Seine Freunde rieten ihm, in den USA zu bleiben. Dennoch kommt Bonhoeffer nach Deutschland zur\u00fcck, um &#8222;im Angesicht des Todes&#8220; seine Schwestern und Br\u00fcder nicht im Stich zu lassen. Vor seiner Hinrichtung schrieb er den wunderbaren Text \u201eVon guten M\u00e4chten wunderbar geborgen\u201c.<br \/>\nDiese Menschen, die ihre Leben einsetzten f\u00fcr andere Menschen, sind die Zeugen, dass es trotz aller Barbarei immer auch ein anderes Deutschland gegeben hat und dass nicht das B\u00f6se sondern das Gute die Zukunft bestimmt. Wenn wir Jesus mit diesem Schl\u00fcssel betrachten, k\u00f6nnen wir einen ganz neuen Zugang zu seinem Leben und Sterben gewinnen. Die Deutung des Neuen Testamentes \u201ef\u00fcr uns gestorben\u201c kann die Signalwirkung deutlich machen, die das Leben und Sterben Jesu hatte. Sein Sterben ist die Konsequenz seines Lebens, seines Vertrauen auf den j\u00fcdischen Sch\u00f6pfergott, den er Vater nannte. Wenn Paulus von einem \u201eneuen Adam\u201c sprach, dann meint diese fr\u00fchj\u00fcdische theologische Sprache, dass in Jesus \u2013 und nicht nur in ihm, werden wir heute sagen \u2013 zeichenhaft deutlich wird, dass die Sch\u00f6pfung nicht verloren ist. Deshalb spricht das Evangelium von der Stadt auf dem Berge, vom Licht auf dem Leuchter und vom Salz der Erde. Immer ist das Normative des Lebens und Sterbens dieses Jesus gemeint. Dies ist gemeint mit dem Satz, er sei der Weg, die Wahrheit und das Leben. Sein Vertrauen auf unsere Geborgenheit in Gott, obwohl wir den zerst\u00f6rerischen Wachstumskr\u00e4ften der Evolution ausgesetzt sind, ist wie der Regenbogen des vorzeitlichen Noe.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #333399;\">Auferstehung \u2013 die Botschaft vom Weitergehen.<\/span><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Freiheit.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" alignleft wp-image-2167\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Freiheit-300x164.jpg\" alt=\"Freiheit\" width=\"445\" height=\"243\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Freiheit-300x164.jpg 300w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Freiheit.jpg 400w\" sizes=\"(max-width: 445px) 100vw, 445px\" \/><\/a><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir haben zu Jesus nur Zugang \u00fcber die schriftliche \u00dcberlieferung des Neuen Testamentes. Der lebendige Jesus ist wie jeder von uns durch den Tod gegangen und unseren Erfahrungen nicht mehr zug\u00e4nglich. Aber durch die vier erhaltenen Evangelien, die im Glaubensfeld unterschiedlicher Gemeinden gewachsen sind und von der fr\u00fchen Kirche als kanonisch \u2013 normative Zeugnisse bewahrt wurden, haben wir zu dem Verm\u00e4chtnis Jesu hinreichenden Zugang. Die Lebensworte, Verhaltensregeln, Geschichten und Gleichnisse der Evangelien sind nicht zuf\u00e4llig in das kulturelle Ged\u00e4chtnis der Menschheit eingegangen. Weil aber diese Tradition nicht nur aus einer anderen Zeit (2000 Jahre zur\u00fcck) stammen, sondern auch ein anderes Welt-, Menschen- und Gottesbild \u00fcberliefern, bedarf es immer der Applikation und \u00dcbersetzung. Eine zentrale Aufgabe ist die Auseinandersetzung mit der Botschaft von der Auferstehung. \u201eDen Urheber des Lebens habt ihr get\u00f6tet, aber Gott hat ihn von den Toten auferweckt. Daf\u00fcr sind wir Zeugen\u201c, l\u00e4sst Lukas den Petrus auf dem Tempelplatz zu den Versammelten zurufen und begr\u00fcndet damit die Aufforderung, Jesus als Messias anzuerkennen. Dass es nicht nur um die Auferstehung Christi handelt, sondern dadurch ein Prozess ausgel\u00f6st wird, der alle an Christus Glaubenden und schlie\u00dflich auch die ganze Welt erfasst, stellt Paulus sehr ausf\u00fchrlich in einem theologischen Modell im 1. Korintherbrief dar. Aber es darf nicht \u00fcbersehen werden, dass Paulus in den Kategorien des antiken Weltbildes denkt und lebt. Im 1. Thessalonicherbrief gibt Paulus auf die Frage, was aus den bereits Verstorbenen werden wird, eine sehr pr\u00e4zise Antwort: \u201e Br\u00fcder, wir wollen euch \u00fcber die Verstorbenen nicht in Unkenntnis lassen, damit ihr nicht trauert wie die anderen, die keine Hoffnung haben. Wenn Jesus \u2013 und das ist unser Glaube \u2013 gestorben und auferstanden ist, dann wird Gott durch Jesus auch die Verstorbenen zusammen mit ihm zur Herrlichkeit f\u00fchren. Denn dies sagen wir euch nach einem Wort des Herrn: Wir, die Lebenden, die noch \u00fcbrig sind, wenn der Herr kommt, werden den Verstorbenen nichts voraus haben. Denn der Herr selbst wird vom Himmel herabkommen, wenn der Befehl ergeht, der Erzengel ruft und die Posaune Gottes erschallt. Zuerst werden die in Christus Verstorbenen auferstehen, dann werden wir, die Lebenden, die noch \u00fcbrig sind, zugleich mit ihnen auf den Wolken in die Luft entr\u00fcckt, dem Herrn entgegen. Dann werden wir immer beim Herrn sein.\u201c Wer diesen Text vorurteilsfrei liest, wird kaum sagen k\u00f6nnen, dass Paulus hier die mythologische Sprache lediglich als Stilmittel nimmt. Der fr\u00fchchristliche Auferstehungsglaube, den Paulus \u00fcbernommen und theologisch entwickelt hat, ist untrennbar mit dem antiken Weltbild verbunden. Die Frage nach der Entschl\u00fcsselung des biblischen Auferstehungsglaubens, stellt sich mehr denn je.<br \/>\nDrei Schl\u00fcssel bieten sich uns an. An erster Stelle steht die traditionelle christliche Erl\u00f6sungslehre. Danach ist die S\u00fcnde von Anfang an im Herzen des Menschen und hat den Tod und eine leidvolle Existenz zur Folge. Doch Jesus Christus hat die ganze Menschheit durch seinen Gehorsamstod am Kreuz erl\u00f6st. Das Blut des gekreuzigten Gottmenschen hat Gott vers\u00f6hnt und uns rein gewaschen. In den Liedern der Kar- und Osterwoche wird dies besungen. Das Christentum hat ein umfangreiches dogmatisches System entwickelt, wozu auch die Funktion der Kirche als Heilsmittlerin und die Aufspaltung der Wirklichkeit in Diesseits und Jenseits geh\u00f6rt. Bei genauerem Hinschauen des traditionellen Glaubens zeigt sich ein Gemenge von ganz unterschiedlichen Vorstellungen von der Unsterblichkeit der Seele bis zur Auferstehung der Toten am J\u00fcngsten Tag. Hinter dem individuellen Schicksal von Ewigem Leben oder Ewiger Verdammnis steht die Gemeinschaft der jeweiligen Schicksalsgruppe, die Gemeinschaft der Heiligen oder die auf ewig Verdammten, wobei die christliche Kirche immer offen gelassen hat, ob die H\u00f6lle voll oder leer ist. Diese traditionelle Deutung erscheint heutzutage vielen Menschen nicht mehr zug\u00e4nglich.<br \/>\nEin zweites Deutungsmuster bietet die altj\u00fcdische Theologie. Danach geh\u00f6rt der Tod zum Leben. Alle Menschen m\u00fcssen sterben. Grab oder Verbrennung sind irgendwann unser aller Schicksal. Sterben und Tod haben wir mit der ganzen Natur gemeinsam. Pflanzen, Tiere und Menschen sind alle sterblich \u2013 wie das Gras, das heute bl\u00fcht und morgen verwelkt. Dahinter aber steht der Gottesglaube. Der gl\u00e4ubige Mensch wei\u00df sich in Gott geborgen. \u201eSeinen Engeln hat er befohlen, uns zu beh\u00fcten auf allen unseren Wegen; auf ihren H\u00e4nden sollen sie uns tragen, auf dass der Fu\u00df nicht sto\u00dfe an einem Stein.\u201c (Psalm 91). Bei Svi Kolitz findet sich diese Geschichte: \u201e Mein Rabbi pflegte mir immer wieder die Geschichte von einem Juden zu erz\u00e4hlen, der mit Frau und Kind der spanischen Inquisition entkommen war und sich auf einem kleinen Boot \u00fcber st\u00fcrmische See zu einer steinigen Insel durchgeschlagen hatte. Da zuckte ein Blitz und erschlug die Frau. Da kam ein Sturmwind auf und wirbelte sein Kind ins Meer. Allein, elend, hinausgeworfen wie ein Stein, nackt und barfu\u00df, vom Sturm gepeitscht, von Donnern und Blitzen geschreckt, die Haare zerzaust und die H\u00e4nde zu Gott erhoben, ist der Jude seinen Weg weitergegangen auf die w\u00fcste Felseninsel und hat sich so an Gott gewandt: \u201eGott Israels\u201c, sagte er, \u201eich bin hierher geflohen, dass ich Dir ungest\u00f6rt dienen kann; um Deine Gebote zu tun und Deinen Namen zu heiligen. Du aber tust alles, dass ich an Dich nicht glauben soll. Wenn Du aber meinen solltest, dass es Dir gelingen wird, mich mit diesen Versuchungen vom richtigen Weg abzubringen, ruf ich zu Dir, mein Gott und Gott meiner Eltern, dass es Dir alles nicht helfen wird. Magst Du mich auch beleidigen, magst Du mich auch z\u00fcchtigen, magst Du mir auch wegnehmen das Teuerste und Beste, das ich habe auf der Welt und mich zu Tode peinigen \u2013 ich werde immer an Dich glauben. Ich werde dich immer lieb haben, immer \u2013 Dir selbst zum Trotz.\u201c<br \/>\nEinen dritten Schl\u00fcssel bietet das pantheistische Denken. Gott ist hier eine Chiffre f\u00fcr das Ganze (Leben, Natur, Erde, Kosmos u.\u00e4.), zu dem auch wir Menschen geh\u00f6ren. Sterben bedeutet Ende der individuellen Existenz und Tod die R\u00fcckkehr in das Ganze. Nicht das Leben sondern die individuelle Erscheinungsform des Lebens ist zeitlich begrenzt. Die meisten Humanisten wie die Naturwissenschaftler dachten pantheistisch. Aber auch die fern\u00f6stlichen Religionen sind Varianten des Pantheismus, die die R\u00fcckkehr in das Ganze in die R\u00fcckkehr in dieses Leben, wenn auch durchaus in anderer Form \u2013 einm\u00fcnden lassen. Willigis J\u00e4ger, der gro\u00dfe Zenmeister im Christentum spricht von der Welle, die in das Meer zur\u00fcckkehrt und wieder mit diesem eins wird. Der Berliner Philosoph Volker Gerhardt nennt Gott \u201eein Moment dieser Welt\u201c, das uns etwas angeht. Gott ist das Ganze dieser Welt, das mehr ist als die Summe seiner Teile. Dieser pantheistische Schl\u00fcssel von der Individualt\u00e4t als zeitliche Erscheinung des Ganzen versteht vielleicht der der moderne Mensch am besten; er ist geeignet, eine Synthese zwischen dem Glauben der Vorfahren und unseren heutigen Erfahrungen zu erm\u00f6glichen. Auferstehung ist dann die Botschaft vom Weitergehen der eigenen Geschichte in der Geschichte des Ganzen. Die deutsche Sprache bietet das Wort \u201eHeimkehr\u201c an. In dem Film E.T. ruft das au\u00dferirdische Wesen immer wieder zwei Worte \u201enach Hause\u201c. Diese R\u00fcckkehr in den Ursprung schafft auch Zugang zu der Theologie des Johannesevangeliums, das das Sterben als Weiterleben deutet. Mit dieser Deutung finden wir auch einen neuen Zugang zu Jesu Tod. Jesus nimmt alles, was ihm wichtig und heilig ist, in seinen Tod. \u201eVater in Deine H\u00e4nde empfehle ich meinen Geist\u201c , sind im Lukasevangelium die letzten Worte Jesu.<br \/>\nBeim genauen Hinsehen gibt es zwischen dem j\u00fcdischen Schl\u00fcssel und einem pantheistischen Zugang keinen un\u00fcberbr\u00fcckbaren Gegensatz, denn die R\u00fcckkehr in das Ganze ist nichts anderes als die R\u00fcckkehr zu Gott. Die fr\u00fche Kirche hat die griechische Philosophie als Sprache ihres Glaubens eingesetzt. Dazu geh\u00f6rte auch, sich den einen Gott in drei Personen vorzustellen. Heute wird uns wieder bewusst, dass es sich auch hier um ein Bild f\u00fcr die F\u00fclle Gottes handelt. Gott ist kein einsamer alter Mann \u00fcber den Wolken, sondern das Leben in seiner Ganzheit und wir sind Teil von ihm. Wir kommen von ihm und wir gehen zu ihm. Bei Jan Josef Liefers, einem Menschen au\u00dferhalb des christlichen Glaubens, finden wir in seinem Gedenken an Josef Fuchsberger solche bewegenden Worte: \u201eWir glauben beide nicht an Gott oder an ein Leben nach dem Tod. Aber ganz sicher waren wir uns auch nicht. Und der Gedanke, dass du jetzt vielleicht doch euren Sohn wiedersiehst, hat etwas Wunderbares.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_2175\" style=\"width: 281px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Ans\u00e4tze-zu-einer-Christologie.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2175\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-2175 size-medium\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Ans\u00e4tze-zu-einer-Christologie-271x300.jpg\" alt=\"Stern \u00fcber H\u00fctte\" width=\"271\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Ans\u00e4tze-zu-einer-Christologie-271x300.jpg 271w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Ans\u00e4tze-zu-einer-Christologie-926x1024.jpg 926w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Ans\u00e4tze-zu-einer-Christologie.jpg 950w\" sizes=\"(max-width: 271px) 100vw, 271px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2175\" class=\"wp-caption-text\">Stern \u00fcber H\u00fctte. Jeder lebt f\u00fcr sich allein. Autorenrechter wurden nicht gefunden.<\/p><\/div>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #333399;\">Der strahlende Morgenstern \u2013 Zur Exklusivit\u00e4t Jesu Christi<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon sehr fr\u00fchzeitig vollzog sich in der Jesusbewegung ein Wechsel, indem zu der Botschaft des Propheten Jesus von Nazareth die Verehrung des Gottessohnes Jesus Christus trat. Bereits in der theologischen Lehre von der Allerheiligsten Dreifaltigkeit r\u00fcckte der Christus so nahe an Gott, dass er zum Platzhalter Gottes werden konnte. Die Gebetsanrufung verschob sich und sein Bild zierte bald die Absiden der christlichen Kirchen. Das Bekenntnis zu Jesus Christus entschied oft nicht nur \u00fcber Leben und Tod sondern auch \u00fcber Ewiges Leben und Ewige Verdammnis. Wichtig ist die Frage, wie wir Christen von heute mit der Exklusivit\u00e4t Jesu Christi umgehen? Einen ersten Schl\u00fcssel bildet unsere Bindung an eine Heimat. Jeder Mensch hat (zumindest) eine Heimat, die seine Heimat ist. Hier sind wir verwurzelt, auch wenn wir uns dadurch von unserer Umwelt deutlich unterscheiden. So ist das Christentum, das in der Person des geschichtlichen Jesus von Nazareth aus dem Fr\u00fchjudentum herausgewachsen ist und sowohl seine Vielfalt wie seine Wirkkraft entfaltet hat, \u201ef\u00fcr uns\u201c exklusiv religi\u00f6se Heimat und nicht f\u00fcr die anderen. Wenn wir diese Verwurzelung nicht als Machtmittel missbrauchen oder damit die anderen Menschen abwerten, ist diese Exklusivit\u00e4t ein Ausdruck unserer Identit\u00e4t. Was f\u00fcr mich wertvoll und wichtig ist, kann f\u00fcr den anderen weniger wertvoll und weniger wichtig oder sogar unwichtig sein. Aber f\u00fcr uns ist Jesus Christus der Kyrios, der Weg, die Wahrheit und das Leben, unser Meister, der Urheber des Lebens und der strahlende Morgenstern \u2013 auch wenn die Muslime nur Mohammed und die Juden Moses verehren. Den zweiten Schl\u00fcssel kennen wir aus der Entwicklungspsychologie. Die erste Liebe ist f\u00fcr das ganze Leben pr\u00e4gend. So sind auch religi\u00f6se Bewegungen durch ihre Anfangsphase besonders geformt. Je weiter der Abstand zu dem lebendigen Jesus von Nazareth wird, umso gr\u00f6\u00dfer wird nicht nur der Verlust durch seinen Tod, sondern auch die Sehnsucht nach ihm. Diese Sehnsucht wird gewisserma\u00dfen der N\u00e4hrboden f\u00fcr den christlichen Glauben. Bei den sp\u00e4teren Generationen, die die \u201eLichtgestalt Jesus aus Nazareth\u201c nicht mehr pers\u00f6nlich kennen, setzt sich dieser Prozess unvermindert fort, nur nun als spirituelle Gegenwartserfahrung und eschatologische Sehnsucht. Wahrscheinlich hat es noch viele andere Einfl\u00fcsse und Entwicklungen gegeben, die den j\u00fcdischen Messiasglauben zum Glauben an Jesus Christus weiter umformten. F\u00fcr uns Christen heute ist dieser Christusglaube zum Leitpfad unseres Lebens geworden. Wenn dieser Glaube zur Stimme unseres Herzens wird, wird der Meister aus Galil\u00e4a zum Meister f\u00fcr unser Leben. Deshalb konnte der schlesische Mystiker Angelus Silesius aus dem 17. Jahrhundert sagen: \u201eUnd w\u00e4re Christus tausendmal in Bethlehem geboren, und nicht in dir: Du bliebest doch in alle Ewigkeit verloren.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;Alle Rechte bei Dieter Kittlau\u00df als Autor. Gewerbliche Vervielf\u00e4ltigung oder Kopieren sind nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors gestattet. Privates Kopieren, Speichern und Weitergeben sind dagegen erlaubt. Dieter Kittlau\u00df, Koblenz-Olper-Stra\u00dfe 115, Bendorf\/Rhein;<br \/>\nMail: dieter.kittlauss@online.de \u00a0 \u00a0\u00a0 Webseite: www,bendorfer-lehrhaus.de<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Theologische Studie von Dieter Kittlau\u00df 31. Oktober 2014 \u00dcberarbeitete Fassung 30.12.2014 2001 hat die britische BBC f\u00fcr eine Sendung \u00fcber Jesus Christus ein Computerbild von ihm erstellen lassen. Gerichtsmediziner untersuchten die Sch\u00e4delreste eines pal\u00e4stinensischen Juden aus dem 1. Jahrhundert und gaben die Ma\u00dfe in ein Computerprogramm ein. 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