{"id":1741,"date":"2013-03-30T14:40:53","date_gmt":"2013-03-30T13:40:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/?p=1741"},"modified":"2013-04-06T15:52:02","modified_gmt":"2013-04-06T13:52:02","slug":"fur-uns-gestorben-studie-uber-den-tod-jesu","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/index.php\/fur-uns-gestorben-studie-uber-den-tod-jesu\/","title":{"rendered":"&#8222;F\u00fcr uns gestorben&#8220; &#8211; Studie \u00fcber die Bedeutung des Todes Jesu"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\" align=\"center\"><!--more--><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><strong>\u00a0<\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"center\">(Erstver\u00f6ffentlichung Dezember 2009; hier: \u00fcberarbeitete Fassung)<\/p>\n<div id=\"attachment_1746\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/800px-Meister_des_Rabula-Evangeliums_002.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1746\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1746\" alt=\"Das Rabula - Evangelium enth\u00e4lt das \u00e4lteste Kreuzigungsbild der orthodoxen Kirchen. Quelle: Wikimedia.\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/800px-Meister_des_Rabula-Evangeliums_002-300x218.jpg\" width=\"300\" height=\"218\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/800px-Meister_des_Rabula-Evangeliums_002-300x218.jpg 300w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/800px-Meister_des_Rabula-Evangeliums_002-1024x745.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1746\" class=\"wp-caption-text\">Das Rabula &#8211; Evangelium enth\u00e4lt das \u00e4lteste Kreuzigungsbild der orthodoxen Kirchen. Quelle: Wikimedia.<\/p><\/div>\n<p align=\"center\">Inhalt<\/p>\n<p align=\"center\">Zielstellung<\/p>\n<p align=\"center\">Jesu Leben und Sterben<\/p>\n<p align=\"center\">Die Jesusbewegung nach dem Tod Jesu<\/p>\n<p align=\"center\">Jesus als Prophet und Menschensohn nach der Spruchquelle Q<\/p>\n<p align=\"center\">Fr\u00fchjudentum und Urchristentum<\/p>\n<p align=\"center\">Biblische Bilder als Hintergrund f\u00fcr die Christologie<\/p>\n<p align=\"center\">Die Christologie des Apostel Paulus: \u201eJesus als S\u00fchnopfer\u201c<\/p>\n<p align=\"center\">Die Bedeutung des Todes Jesu in den Evangelien<\/p>\n<p align=\"center\">Zur Christologie in nachbiblischer Zeit<\/p>\n<p align=\"center\">Biblische Deutungen als Alternativen zur Opferchristologie<\/p>\n<p align=\"center\">Ausblick<!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\"><b>\u00a0<\/b><\/p>\n<p align=\"center\"><b>\u00a0<\/b><\/p>\n<p align=\"center\"><b>\u00a0<\/b><\/p>\n<p><b>Zielstellung<\/b><\/p>\n<p>In seinem Buch \u201eWas ich glaube\u201c erz\u00e4hlt Hans K\u00fcng, dass er in seinem Arbeitszimmer statt eines Kruzifixes eine griechische Christus \u2013 Ikone habe, und er begr\u00fcndet dies mit seiner Distanz gegen die religi\u00f6se Vermarktung des Kreuzes. K\u00fcng beklagt, dass wir Christen kein Gesp\u00fcr mehr h\u00e4tten f\u00fcr das \u00c4rgernis des Kreuzes, und weist\u00a0 darauf hin, dass das Kreuz nicht nur zu einem \u201eKampf- und Siegeszeichen\u201c verkommen ist, sondern auch durch eine einseitig verstandene \u201eKreuzesnachfolge\u201c zu einem Zeichen passiv erduldeter Dem\u00fctigung.\u00a0 Vor allem aber d\u00fcrfte K\u00fcng mit vielen Christen \u00fcbereinstimmen, die mit der theologischen Deutung des Kreuzes, dass der Tod Jesu uns von unseren S\u00fcnden reinige und uns dadurch vom Strafgericht Gottes gerettet habe, Schwierigkeiten haben. Er erinnert daran, dass mehr als tausend Jahre das Kreuz als Zeichen der St\u00e4rke verstanden wurde, als \u201eSymbol des Todesnot leidenden Menschen\u201c, der doch nicht dem Hass verf\u00e4llt und das Vertrauen zu Gott bewahrt.<\/p>\n<p>Diese Studie, Niederschlag einer mehrmonatigen Auseinandersetzung, fragt nach der Bedeutung des Todes Jesu in der Botschaft der biblischen Schriften. Sie geht also der Frage nach, ob die zweifellos zentrale Aussage der Schriften des Neuen Testamentes, dass Jesus f\u00fcr unsere S\u00fcnden gestorben ist,\u00a0 nur im traditionellen Verst\u00e4ndnis eines Opfertodes zu verstehen ist oder ob auch andere Deutungen m\u00f6glich und in den biblischen Schriften zu belegen sind. Die Einbeziehung der kritischen Bibelwissenschaft wird vorausgesetzt.<a title=\"\" href=\"#_ftn1\">[1]<\/a><\/p>\n<h1>Jesu Leben und Sterben<\/h1>\n<div id=\"attachment_179\" style=\"width: 205px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Khala-2.png\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-179\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-179 \" alt=\"Das englische Fernsehen speicherte im Computer alle zug\u00e4ngliche Daten \u00fcber junge M\u00e4nner im Nahen Osten und lie\u00df dann ein Bild des j\u00fcdischen Weisheitslehrers Jesus von Nazareth erstellen. Quelle Wikipedia.\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Khala-2.png\" width=\"195\" height=\"220\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-179\" class=\"wp-caption-text\">Das englische Fernsehen speicherte im Computer alle zug\u00e4ngliche Daten \u00fcber junge M\u00e4nner im Nahen Osten und lie\u00df dann ein Bild des j\u00fcdischen Weisheitslehrers Jesus von Nazareth erstellen. Quelle Wikipedia.<\/p><\/div>\n<p>Wir haben keine direkten Zeugnisse von Jesus selbst und keine Originalberichte der ersten J\u00fcngergeneration. Auch alle neutestamentlichen Texte sind bereits Theologie \u2013 also Sammeln, Nachdenken, Ordnen, Auswahl, Gestaltung \u2013 und spiegeln den Glauben, die Hoffnungen und das Leben der Christen des ersten Jahrhunderts wieder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ohne es im Einzelnen hier zu belegen, k\u00f6nnen wir \u00a0davon ausgehen, dass Jesus zu einer Familie geh\u00f6rte, die in der b\u00e4uerlich \u2013 j\u00fcdischen Tradition Galil\u00e4as lebte. Alle \u00fcberlieferten Namen wie Josef, Mirjam, Elisabet, Zacharias, Jakobus, Joses, Judas und Simon sind j\u00fcdisch-traditionell. Jesus hat als Kind die j\u00fcdischen Br\u00e4uche kennen gelernt und nach den Evangelien \u00a0auch den Tempelkult. Er kannte sich aus im Gottesdienst der Synagoge und hat schon fr\u00fchzeitig Kontakt zur Reformbewegung des T\u00e4ufers Johannes bekommen. Nachdem der L\u00f6sung von der T\u00e4ufergruppe\u00a0 lebte er zwei bis drei Jahre als Wanderprediger und sammelte um sich eine Gruppe von M\u00e4nnern und Frauen. Sein Anliegen war die religi\u00f6se Erneuerung seines Volkes, so wie es von den Propheten in den alten Schriften \u00fcerliefert worden war.\u00a0 Bereits seit dem 7. Jahrhundert v. Chr. war der Opferkult auf die Tempel in Jerusalem und Samaria \u00a0eingeschr\u00e4nkt worden. Au\u00dferhalb des Tempels traten die Feier des Shabbats und der religi\u00f6sen Feste mit Gebet, Schriftlesung, Loben und Danken an die Stelle der Tieropfer. Das ganze Leben sollte f\u00fcr den j\u00fcdischen Frommen zu einem Lobopfer des Allm\u00e4chtigen werden.<a title=\"\" href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> In der prophetischen Tradition wurden Opfern, Fasten und Gebet ohne ein gerechtes Leben verworfen: Deshalb hei\u00dft es bereits beim Propheten Amos<a title=\"\" href=\"#_ftn3\">[3]<\/a>: \u201eIch hasse eure Feste, ich verabscheue sie und kann eure Feiern nicht riechen. Wenn ihr mir Brandopfer darbringt, ich habe kein Gefallen an euren Gaben und eure fetten Heilsopfer will ich nicht sehen. Weg mit dem L\u00e4rm deiner Lieder! Dein Harfenspiel will ich nicht h\u00f6ren. sondern das Recht str\u00f6me wie Wasser, die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach\u201c. (Amos 5,21-24) Jesus dachte und lebte in dieser sozialkritisch-prophetischen Tradition. Innere Mitte seines Gottesbildes war f\u00fcr ihn die G\u00fcte Gottes, der seine Sonne \u00fcber Gerechte und Ungerechte scheinen l\u00e4sst und wie ein liebender Vater f\u00fcr seinen entfremdeten Sohn die Arme ausgebreitet h\u00e4lt. Dies hei\u00dft nicht, dass Jesus nicht auch unerbittlich fordernd sein konnte, wenn es um fundamentale Dinge ging. Er scheute sich nicht,\u00a0 solche Bilder wie das Ausrei\u00dfen eines Auges oder das Abhacken einer Hand zu gebrauchen und hat durchaus auch apokalyptische Strafandrohungen verwendet, um den Ernst unseres Lebensweges deutlich zu machen.<\/p>\n<div id=\"attachment_420\" style=\"width: 206px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Kreuzigung1.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-420\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-420 \" alt=\"Der \u00f6sterreichische K\u00fcnstler Andreas Feichtinger nannte sein Bild &quot;Erl\u00f6sung&quot;. Der K\u00fcnstler hat freundlicherweise das Bild f\u00fcr diese Studie zur Verf\u00fcgung gestellt. Weitere Werke von Andreas Feichtinger sind auf seiner Webseite einzusehen: http:\/\/www.feichtinger-art.org . .\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Kreuzigung1-196x300.jpg\" width=\"196\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Kreuzigung1-196x300.jpg 196w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Kreuzigung1.jpg 456w\" sizes=\"(max-width: 196px) 100vw, 196px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-420\" class=\"wp-caption-text\">Der \u00f6sterreichische K\u00fcnstler Andreas Feichtinger nannte sein Bild &#8222;Erl\u00f6sung&#8220;. Der K\u00fcnstler hat freundlicherweise das Bild f\u00fcr diese Studie zur Verf\u00fcgung gestellt. Weitere Werke von Andreas Feichtinger sind auf seiner Webseite einzusehen: http:\/\/www.feichtinger-art.org . .<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus kam mit den damaligen Machthabern in einen schlie\u00dflich t\u00f6tlichen Konflikt, also mit der R\u00f6mischen Besatzungsmacht, der J\u00fcdischen Selbstverwaltung und dem religi\u00f6s &#8211; theologischen Establishment.\u00a0\u00a0 Mit dem grausamen Ritual der Kreuzigung wird er hingerichtet und seine Gruppe zerstreut sich voller Angst. Soweit der historisch feste Boden f\u00fcr das Leben und Sterben des \u201ej\u00fcdischen Wanderpredigers und\u00a0 Mystikers\u201c Jesus von Nazaret.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1><span style=\"color: #000080;\">Die Jesusbewegung nach dem Tod Jesu<\/span><\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die Gruppe um Jesus muss dessen Hinrichtung ein Schock gewesen sein. Soweit wir aufgrund der Quellenlage die Situation nach dem ersten Karfreitag erkennen k\u00f6nnen, begann unter der Jesusgruppe ein Prozess, der aus vielen Komponenten gesteuert wurde. Der katholische Dogmatiker Walter Simonis rekonstruierte diesen Gruppenprozess und setzt f\u00fcr ihn den Zeitraum eines Jahres an.<a title=\"\" href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> Ohne genaue Kenntnis der Details, kennen wir doch die einzelnen Faktoren: Die Visionen der Propheten, das Warten auf einen Gottessohn und Messias,\u00a0 die Unterdr\u00fcckung durch die R\u00f6mer und ihre einheimischen Vasallen, die aufgeheizte Spannung im Land, die allgemeine Heilserwartung im ganzen R\u00f6mischen Reich;\u00a0 dann die Erinnerungen an Jesus, an seine Worte und Handlungen, an seine ganze Pers\u00f6nlichkeit, sein Beten und Gottvertrauen, seine Souver\u00e4nit\u00e4t mit dem Gesetz, sein Sterben am Kreuz,; und schlie\u00dflich das leere Grab, die entt\u00e4uschten Hoffnungen, die Angst, aber auch \u00a0die eigenen Visionen und Hoffnungen und vor allem auch die Berichte der Frauen: aus diesem \u201eGebr\u00e4u von Gedanken, Gef\u00fchlen, Erfahrungen und Informationen\u201c wuchs der Osterglaube, so beschreibt es sehr nachvollziehbar Simonis.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die urspr\u00fcngliche Jesusgruppe verstand sich als Teil des Judentums und war in den Jerusalemer Kultbetrieb noch voll integriert. Alle waren sie Juden, allerdings auch in dieser fr\u00fchen Phase gab es durch die Juden aus der Diaspora, die zweitweilig oder dauernd in Jerusalem lebten, ein internationales Flair<a title=\"\" href=\"#_ftn5\">[5]<\/a>. Selbst in der verkl\u00e4rten Darstellung seiner \u00a0Apostelgeschichte erz\u00e4hlt Lukas: \u201eTag und Nacht verharrten sie einm\u00fctig im Tempel.\u201c (Apg 2, 46) \u00a0und er l\u00e4sst Petrus zu den Tempelbesuchern sprechen: \u201eMit Gewissheit erkenne also das ganze Haus Israel: Gott hat ihn zum Herrn und Messias gemacht, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt.\u201c (Apg 2,36)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Apostelgeschichte gibt es auch einzelne Informationsreste, die darauf hindeuten, dass sich die Jesusbewegung au\u00dferhalb Jerusalems zuerst in Samarien ausbreitete. Nach dem j\u00fcdischen Historiker Flavius Josephus hatten sich lange vor dem Babylonischen Exil die St\u00e4mme Ephraim und Manasse anl\u00e4sslich von Streitigkeiten \u00fcber die G\u00fcltigkeit von Mischehen vom Jerusalemer Opferkult getrennt <a title=\"\" href=\"#_ftn6\">[6]<\/a> Die Samaritaner hatten sich dann auf dem Berg Garizim<a title=\"\" href=\"#_ftn7\">[7]<\/a> einen eigenen Tempel gebaut, der ebenso wie der Jerusalemer Tempel von Herodes d.Gr. prachtvoll ausgebaut wurde. Zwischen Jud\u00e4a &#8211; Jerusalem und Samarien &#8211; Garizim herrschte so etwas wie Kalter Krieg. Die Forschung geht heute davon aus, dass Jesus mit seiner Gruppe, die alle im wesentlichen aus dem religi\u00f6sen Mischgebiet Galil\u00e4a kamen, gegen\u00fcber den Samaritanern wesentlich liberaler waren als die Pharis\u00e4er und Jerusalemer Priesterschaft,\u00a0 und deshalb in Samarien so etwas wie ein R\u00fcckzugsgebiet hatten.<a title=\"\" href=\"#_ftn8\">[8]<\/a> Einen Hinweise geben die Geschichten vom barmherzigen Samariter <a title=\"\" href=\"#_ftn9\">[9]<\/a> und vom dankbaren Samariter<a title=\"\" href=\"#_ftn10\">[10]<\/a>, die Lukas erz\u00e4hlt; sowie\u00a0 die Begegnung am Jakobsbrunnen im Johannesevangelium.<a title=\"\" href=\"#_ftn11\">[11]<\/a> In der Apostelgeschichte erz\u00e4hlt Lukas sehr ausf\u00fchrlich zwei Geschichten \u00fcber die fr\u00fchzeitige Missionst\u00e4tigkeit der Apostel in Samarien<a title=\"\" href=\"#_ftn12\">[12]<\/a>. Die erste Geschichte erz\u00e4hlt von einem (dem Apostel?) Philippus, der von den Samaritanern nicht nur freundlich aufgenommen wird, sondern auch gro\u00dfes Echo findet. In der zweiten Erz\u00e4hlung werden Petrus und Johannes von der Gemeinde nach Samarien geschickt, um schon vorhandene Jesusgruppen zu besuchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir m\u00fcssen davon ausgehen, dass diese erste Schicht der Jesusbewegung des Aram\u00e4ischen (als Volkssprache auf den D\u00f6rfern) und des Hebr\u00e4ischen ( als Kultsprache) noch voll m\u00e4chtig waren. Die Forschung geht heute davon aus, dass Wanderprediger in Gallil\u00e4a und Samaria Jesusworte in aram\u00e4ischer Sprache, der Muttersprache Jesu, gesammelt hatten, vielleicht nach Stichworten geordnet und ins Hebr\u00e4ische \u00fcbersetzt. Da durch die Auseinandersetzungen des J\u00fcdischen Krieges (66-74) auch viele Jesusj\u00fcnger fliehen m\u00fcssen, werden die unterschiedlichen m\u00fcndlichen und schriftlichen Erinnerungen an Jesus zu einem einheitlichen Text zusammengestellt und dann auch ins Griechische \u00fcbersetzt. Weil die Evangelisten Lukas und Matth\u00e4us diesen Text neben anderen Quellen vor sich hatten, haben sie diesen in ihr Evangelium eingearbeitet. Die heutige Theologie kann diesen Text aus den Evangelien\u00a0 rekonstruieren und gibt ihm den Namen Spruchquelle Q<a title=\"\" href=\"#_ftn13\">[13]<\/a>. Offensichtlich ist aber Q fr\u00fchzeitig verloren gegangen, denn in der fr\u00fchchristlichen Literatur wird sie nirgends erw\u00e4hnt.<\/p>\n<div id=\"attachment_1430\" style=\"width: 282px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/150560_962_1145525612142-septuaginta2.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1430\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-1430 \" alt=\"Textseite aus der Septuaginta. Quelle: Wikimedia\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/150560_962_1145525612142-septuaginta2.jpg\" width=\"272\" height=\"249\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1430\" class=\"wp-caption-text\">Textseite aus der Septuaginta. Quelle: Wikimedia<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu einer totalen Ver\u00e4nderung kam es, als die Jesusgruppen in den St\u00e4dten Fu\u00df fassten, denn diese waren hellenistisch gepr\u00e4gt. Hier gab es Schulen, Schwimmb\u00e4der, Banken und Gesundheitszentren; hier wurde vor allem Griechisch gesprochen und Latein als Sprache der r\u00f6mischen Besatzungsmacht. Hier gab es Wohlstand und Bildung. Wichtiger aber als die griechische Sprache war die griechische Geisteshaltung, die sich in den Philosophien und\u00a0 Religionen, in Moral, Staatsverst\u00e4ndnis, Lebensart, Geschlechterbeziehung, Erziehung und Verhalten in Krisen vermittelte.. Nach der Zerst\u00f6rung Jerusalems (70 n.Chr.) war die j\u00fcdisch-christliche Bewegung bereits im griechischen Sprachraum angekommen. Deshalb wurden alle neutestamentlichen Schriften in Griechisch geschrieben.\u00a0\u00a0 Es gibt in den Evangelien\u00a0 Reste dieser Entwicklung, wenn einzelne (griechische) Worte in ihrer aram\u00e4isch \u2013 hebr\u00e4ischen Bedeutung erl\u00e4utert werden. In der lukanischen Ostergeschichte hei\u00dft es\u00a8\u201c Da wandte sie (&gt;Maria von Magdala) sich ihm zu und sagte auf Hebr\u00e4isch zu ihm: Rabbuni, das hei\u00dft\u00a0 Meister\u201c.\u00a0 Der Evangelist Lukas, der griechisch spricht, kennt noch einzelne hebr\u00e4ische Worte und nimmt diese in sein Evangelium auf. Dass dieser Wechsel vom Aram\u00e4isch\/Hebr\u00e4ischen zum Griechischen nicht nur eine rein sprachliche \u00dcbersetzung war, sondern auch erforderte, dass sich die christliche Bewegung dem griechischen Denken, seiner Philosophie, seinem Menschenbild, seinen religi\u00f6sen Metaphern, Bildern und Wertvorstellungen anpasste, begreift die heutige Theologie immer klarer.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1><span style=\"color: #000080;\">Jesus als Prophet und Menschensohn nach <\/span><\/h1>\n<h1><span style=\"color: #000080;\">der Spruchquelle Q<\/span><\/h1>\n<p>Da wir mit der Spruchquelle Q der urspr\u00fcnglichen aram\u00e4isch-hebr\u00e4ischen Jesus \u2013 \u00dcberlieferung sehr nahe kommen, ist ein gesonderter Blick auf den Inhalt angebracht.<\/p>\n<div id=\"attachment_1756\" style=\"width: 238px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Rembrandt-Der-Prophet-Moses-_-Wikipeia..jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1756\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1756 \" alt=\"Rembrandt Der Prophet Moses _ Wikipeia.\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Rembrandt-Der-Prophet-Moses-_-Wikipeia.-228x300.jpg\" width=\"228\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Rembrandt-Der-Prophet-Moses-_-Wikipeia.-228x300.jpg 228w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Rembrandt-Der-Prophet-Moses-_-Wikipeia..jpg 456w\" sizes=\"(max-width: 228px) 100vw, 228px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1756\" class=\"wp-caption-text\">Der Prophet Moses, wie ihn Rembrandt malte. Quelle: Wikipedia<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Spruchquelle Q beginnt mit drei erz\u00e4hlenden Texten: Ank\u00fcndigung durch den T\u00e4ufer Johannes, Jesu Taufe, Jesu Versuchung in der W\u00fcste. Dann folgen gewisserma\u00dfen als Zusammenfassung der Gottesreich-Verk\u00fcndigung Jesu die Seligpreisungen: Gott wird zugunsten der Benachteiligten eingreifen. Die nun folgenden Spr\u00fcche und Gleichnisse sprechen von der Liebe Gottes zu den Armen und Unterdr\u00fcckten. Der Text ist wie \u201eein Evangelium der Bauern Gallil\u00e4as\u201c und eine sehr grunds\u00e4tzliche Kritik am damaligen Wirtschaftssystem .Die Vaterunserbitte \u201eUnd erlasse uns unsere Schulden, wie auch wir aus unseren Schulden erlassen\u201c\u00a0 bekommt auf dem Hintergrund der verarmten und \u00fcberschuldeten Bev\u00f6lkerung einen ganz anderen Klang. Nach Q hat die Verk\u00fcndigung Jesu die damaligen gesellschaftlichen Wertsysteme und Verhaltensmuster auf den Kopf gestellt und zu einer grunds\u00e4tzlichen Ver\u00e4nderung des eigenen Lebens aufgerufen. Neben seiner sozialkritischen Forderungen bringt Q viele Worte Jesu, die einen Impuls geben wollen, den Mechanismus von Hass und Gewalt zu durchbrechen. Offensichtlich verstand sich die Jesusbewegung als Alternative zum j\u00fcdischen Widerstand. Die Missionare in der\u00a0 Nachfolge Jesu stellten sich als Friedensboten vor: \u201cIn welches Haus ihr auch geht, sagt zuerst: Friede diesem Haus.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch Q ist nicht einfach eine Sammlung von Jesusworten. Wie sp\u00e4ter die Evangelisten haben bereits der Autor bzw. die Autoren von Q die ihnen zug\u00e4nglichen \u00dcberlieferungen von Jesus nach ihrer Sicht ausgesucht, gestaltet und geordnet. Jesus wird als endzeitlicher Prophet dargestellt, der um sich J\u00fcnger sammelt und sendet. Der Kreuzestod klingt nur einmal indirekt in dem Nachfolge &#8211; Logion an: \u201eWer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir folgt, kann nicht mein J\u00fcnger sein\u201c. <a title=\"\" href=\"#_ftn14\">[14]<\/a>Q deutetet die T\u00f6tung des Propheten Jesus ganz auf dem Hintergrund der alttestamentlichen \u00dcberlieferung: \u201eJerusalem! Jerusalem! Du t\u00f6test die Propheten und steinigst die, die zu dir gesandt sind. Wie oft wollte ich deine Kinder sammeln wie eine Henne ihre K\u00fcken unter die Fl\u00fcgel sammelt, aber ihr habt nicht gewollt.\u201c (Q: Mt 23,37 \u2013 39 \/ Lk 13,34 \u2013 35) Der Tod Jesu ist die Konsequenz seines prophetischen Wirkens. Wie die Passion spielen auch die anderen Hoheitstitel f\u00fcr Jesus, die wir aus den neutestamentlichen Schriften kennen, kaum eine Rolle. Der Titel \u201eSohn Gottes\u201c, mit dem Markus sein Evangelium beginnt, kommt in Q nur einmal vor und zwar\u00a0 im Mund des Teufels bei der Versuchung Jesu in der W\u00fcste.<a title=\"\" href=\"#_ftn15\">[15]<\/a> Der Titel \u201eMessias\/Christos\u201c taucht \u00fcberhaupt nicht auf. Q gebraucht jedoch den Titel \u201eMenschensohn\u201c sowohl f\u00fcr den historischen Jesus wie f\u00fcr den endzeitlichen .Dass sich Jesus selbst als \u201eMenschensohn\u201c bezeichnet hat, darauf deutet ein Nachfolgewort: \u201eUnd jemand sagte zu ihm: Ich werde dir nachfolgen, wohin du auch gehst. Und Jesus sagte ihm: Die F\u00fcchse haben H\u00f6hlen und die V\u00f6gel des Himmels Nester, der Menschensohn aber hat nichts, wo er seinen Kopf hinlegen k\u00f6nnte.\u201c (Q: Mt 8,18 \u2013 20 \/ Lk 9,57 \u2013 58). In der Spruchquelle ist aber der Tod des Propheten nicht das Ende der Geschichte Jesu. Der Menschensohn Jesus, der zu seinen Lebzeiten der Verk\u00fcnder des kommenden Gottesreiches ist, wird wie es in den B\u00fcchern der Propheten Daniel und Malachias\u00a0 vorausgesagt wurde, am Zeitenende der auf den Wolken Kommende, der wiederkommende Elias sein.\u00a0 \u201eWie der Blitz vom Osten hervorkommt und bis zum Westen scheint, so wird der Tag des\u00a0 Menschensohns sein\u201c.<a title=\"\" href=\"#_ftn16\">[16]<\/a> Wie stark Q in den Bildern der\u00a0 fr\u00fchj\u00fcdischen Apokalyptik denkt, zeigt ein anderer Text: \u201eDenn wie in den Tagen Noachs, so wird es auch in den Tagen des Menschensohns sein. Sie a\u00dfen, tranken, heirateten, wurden verheiratet bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging und die Flut kam und sie alle wegraffte. So wird es auch an dem Tag sein, wenn der Menschensohn offenbar wird.\u201c <a title=\"\" href=\"#_ftn17\">[17]<\/a>Aber es gilt auch: \u201eJeder, der sich zu mir vor den Menschen bekennt, zu dem wird sich auch der Menschensohn vor den Engeln bekennen; wer mich aber vor den Menschen verleugnet, der wird auch verleugnet werden vor den Engeln.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn18\">[18]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auffallend ist auch, dass der Auferstehungsglaube in der Spruchquelle Q nicht vorkommt. Das Logion vom Propheten Jona, das der Evangelist Matth\u00e4us als Voraussage f\u00fcr die Auferstehung Jesu deutet,\u00a0 hat bei Q eine durch und durch alttestamentlich-prophetische Aussagebedeutung: \u201eEr aber sagte: Diese Generation ist eine b\u00f6se Generation, sie fordert ein Zeichen, aber es wird ihr kein Zeichen gegeben werden \u2013 nur das Zeichen des Jona. Denn wie Jona f\u00fcr die Niniviten zum Zeichen wurde, so wird es auch der Menschensohn f\u00fcr diese Generation sein.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn19\">[19]<\/a> Die Ermordung des Propheten Jesus ist f\u00fcr Q das Zeichen, das jeder Fromme sofort verstehen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auffallend ist ebenfalls der Verzicht auf Wundergeschichten. Hier ist ein deutlicher Unterschied zu den Evangelien zu erkennen. M\u00f6glicherweise waren vorgnostische Einfl\u00fcsse mit ihrer starken Betonung von Ethos, Erkenntnis, Zeugnis und Identit\u00e4t st\u00e4rker, als das bisher in der Forschung gesehen wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1><span style=\"color: #000080;\"><b>Fr\u00fchjudentum und Urchristentum<\/b><\/span><\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der j\u00fcdischen Diaspora ereignen sich seit ca. 300 v.Chr. die sukzessive \u00dcbernahme der griechischen Sprache sowie ein oft widerspr\u00fcchlicher Prozess von Ann\u00e4herung und Abgrenzung zur hellenischen Philosophie \/ Religion \/ Ethik.\u00a0 Der katholische Exeget Hubert Frankem\u00f6lle<a title=\"\" href=\"#_ftn20\">[20]<\/a> \u00a0vermeidet f\u00fcr diese Zeit zu Recht den Begriff\u00a0 \u201cSp\u00e4tjudentum\u201c, weil in ihm ein Ton der Abwertung mit klingt, so als ob das klassisch-prophetische Judentum in den Jahrhunderten vor der Zeitenwende einen deutlichen Substanzverlust erlitt. Frankem\u00f6lle spricht stattdessen vom \u201eFr\u00fchjudentum\u201c und sieht in ihm die Voraussetzung f\u00fcr die Trennung\u00a0 des Urchristentums vom Rabbinischen Judentum. \u00a0Denn die Vielfalt des Fr\u00fchjudentums \u00fcbertrug sich auf die christologisch orientierte Theologie, die zun\u00e4chst trotz aller Abgrenzung und Feindschaft lange Zeit nahe am Judentum blieb, dann jedoch Schritt f\u00fcr Schritt dessen Nachfolge \u00fcbernahm. Eine besondere Rolle f\u00fcr die Entfremdung der beiden &#8222;Geschwister&#8220; bedeutete die Entscheidung des traditionellen Judentums f\u00fcr die heb\u00e4ische Sprache. Im Gegensatz dazu wurde die christliche Jesusbewegung durch das Koine-Griechisch bestimmt. Alle Schriften, die sp\u00e4ter im Neuen testament gesammelt wurden, sind in Griechisch geschrieben. Die Entscheidung des Rabbinischen Judentums f\u00fcr die hebr\u00e4ische Sprache bedeutete nicht nur die Neuformierung des Judentums und die Entstehung eines Kanons der hebr\u00e4isch verfassten Schriften, \u00a0sondern initiierte auch einen gegenl\u00e4ufigen, immer st\u00e4rker abwertenden Prozess gegen\u00fcber bisherigen griechisch beeinflussten j\u00fcdischen Theologie. Da sich die Reformatoren 1500 Jahre sp\u00e4ter an die Entscheidung des Rabbinischen Judentums, also f\u00fcr die Hebr\u00e4ische Bibel entschieden, ist bis in unsere Zeit die Bedeutung der hellenistischen Theologie unterbewertet worden. Dies hat sich in den letzten Jahrzehnten durch die Forschung ver\u00e4ndert. <a title=\"\" href=\"#_ftn21\">[21]<\/a><\/p>\n<h3><span style=\"color: #000000;\"><b>Zu den griechischen \u00dcbersetzungen der hebr\u00e4ischen Texte: <\/b><\/span><\/h3>\n<div id=\"attachment_1430\" style=\"width: 282px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/150560_962_1145525612142-septuaginta2.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1430\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-1430 \" alt=\"Textseite aus der Septuaginta. Quelle: Wikimedia\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/150560_962_1145525612142-septuaginta2.jpg\" width=\"272\" height=\"249\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1430\" class=\"wp-caption-text\">Textseite aus der Septuaginta. Quelle: Wikimedia<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bereits im 3. Jahrhundert v.Chr. sind viele Diasporajuden der Hebr\u00e4ischen Sprache nicht mehr m\u00e4chtig. Die hebr\u00e4ischen Texte werden deshalb ins Griechische, die allgemeine Verkehrssprache, \u00fcbersetzt. Als besonders wichtig wird die \u00dcbersetzung der f\u00fcnf Thora-B\u00fccher gewertet. Die innerj\u00fcdischen Auseinandersetzungen \u00fcber die Frage von G\u00fcltigkeit und Inspiration der \u00dcbersetzungen d\u00fcrfte der Hintergrund f\u00fcr die Entstehung von Kultlegenden sein. So schickte nach einer Legende der \u00e4gyptische K\u00f6nig Ptolomaios eine Botschaft nach Jerusalem mit der Bitte um 72 Gelehrte, aus jedem Stamm Israels je sechs. Diese \u00dcbersetzer h\u00e4tten dann in Alexandrien die Thora \u00fcbersetzt und seien unabh\u00e4ngig voneinander zu demselben Text gekommen. Auch die Evangelisten lesen die\u00a0 (alttestamentlichen) biblischen Texte in der griechischen \u00dcbersetzung und beschr\u00e4nken sich auf einzelne Hinweise auf den urspr\u00fcnglichen Wortlaut. Markus legt z.B. dem sterbenden Jesus den 22. Psalm in den Mund und zitiert den zweiten Vers: \u201eEloi, Eloi, lama sabachthani, das hei\u00dft \u00fcbersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?\u201c (Mk 15,34) Im 2. Jahrhundert f\u00fchrte der christliche Theologe Justin f\u00fcr die griechische \u00dcbersetzung der Thora in Anlehnung an eine Erz\u00e4hlung des Aristeas den Namen Septuaginta (LXX) ein. Sp\u00e4ter b\u00fcrgerte sich der Name Septuaginta f\u00fcr die ganze von der christlichen Kirche gebrauchten griechischen Bibel ein. F\u00fcr das Judentum verloren die griechischen Texte an Bedeutung.<\/p>\n<h3><span style=\"color: #000000;\"><b>Die Ver\u00e4nderung biblischer \u00dcberlieferungen durch das hellenistische Denken<\/b>:<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u00dcbersetzung der alten Texte ins Griechische war nicht nur ein formal-technisches Verfahren, denn mit den \u00dcbersetzungen drangen auch hellenistische Vorstellungen in die j\u00fcdische Theologie ein. Als Beispiel f\u00fcr diesen Prozess kann der erste Vers des priesterlichen Sch\u00f6pfungsberichtes dienen. Im hebr\u00e4ischen Text, der um 400\/500 v. Chr. aufgeschrieben wurde, hei\u00dft es: \u201eBereschit barah Elohim ha shamayim we ha arez we ha arez hijtah tohu wabohu..\u201c W\u00f6rtlich \u00fcbersetzt: \u201eAm Anfang schuf die Gottheit (=Gott) die Himmel und die Erde und die Erde war w\u00fcst und wirr.\u201c Die griechischen \u00dcbersetzer w\u00e4hlten f\u00fcr elohim \u201eho Theos\u201c und f\u00fcr Himmel den Singular, also \u201eder einzige Gott schuf Himmel \u00a0und Erde\u201c, um ein polytheistisches Missverst\u00e4ndnis von vornherein auszuschlie\u00dfen.. In der hellenistischen Welt des Polytheismus wurde mit der \u00dcbersetzung ein Bekenntnis zum Monotheismus verbunden. Ebenso wurde der zweite Teil des Satzes ver\u00e4ndert: Die Erde war nun unsichtbar (aoratos) und ungemacht (akatasteuastos). Diese \u00dcbersetzung schloss die aristotelisch-stoische Vorstellung von einem pr\u00e4existenten Urstoff aus. Wie wichtig diese inhaltlichen Korrekturen waren, kann man am 2. Makkab\u00e4erbuch erkennen, das um 124 v.Chr. in Griechisch geschrieben wurde. Da sagte die Makkab\u00e4ermutter zu ihrem j\u00fcngsten Sohn, um ihn im Glauben zu best\u00e4rken: Ich bitte dich, mein Kind, schau dir den Himmel und die Erde an; siehe alles, was es da gibt, und erkenne: Gott (= ho Theos) hat dieses nicht aus den bestehenden Dingen (ouk ex onton) gemacht.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass die christlichen Theologen diese j\u00fcdischen Neuinterpretationen der biblischen \u00dcberlieferungen benutzten, um ihre christologischen Absichten zu begr\u00fcnden, l\u00e4sst sich auch an dem ber\u00fchmten Jesaja \u2013 Text erkennen. In den fr\u00fchen \u00dcbersetzungen des hebr\u00e4ischen Textes ins Griechische wurde in dem Vers\u00a0 \u201eSiehe, die junge Frau (&gt; Alma) wird empfangen und einen Sohn geb\u00e4ren und du wirst seinen Namen Immanuel nennen\u201c (Je 7,14), das hebr\u00e4ische Wort \u201ealma\u201c mit parthenos = Jungfrau \u00fcbersetzt. Diese \u00dcbersetzung entsprach sowohl j\u00fcdischem Denken, wonach jeder Mensch drei Eltern hat, n\u00e4mlich Gott, Vater und Mutter, \u00a0sowie den hellenistischen Vorstellungen, wonach die wichtigen Menschen immer direkt auf die G\u00f6tter zur\u00fcckgehen. F\u00fcr Matth\u00e4us und Lukas wird aber daraus die Zeugung Jesu durch den Geist Gottes und damit die Schwangerschaft Marias ohne Geschlechtsverkehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die Vorstellungen einer individuellen Auferstehung sind keinesfalls eine christliche Erfindung, sondern haben ihre Wurzeln in j\u00fcdisch-hellenistischen Glaubensvorstellungen, an die die christlichen Theologen ankn\u00fcpfen konnten. So hei\u00dft es im Buch Hijob im hebr\u00e4ischen Text:\u201c Dann starb Ijob, hoch betagt und satt an Lebenstagen\u201c. (Ijob 42,17) Die griechischen \u00dcbersetzer erweitern diesen Text mit einer ganzen Passage entsprechend den Vorstellungen einer individuellen Auferstehung. Dieser Text beginnt mit dem Satz: \u201eEs steht geschrieben: Er wird wieder auferstehen mit denen, die der Herr auferwecken wird.\u201c Die lateinische \u00dcbersetzung braucht diese Erweiterung nicht mehr und \u00fcbernimmt sie nicht, so auch die deutsche Einheits\u00fcbersetzung.<\/p>\n<p>Zusammenfassend l\u00e4sst sich sagen: Die ausschlie\u00dfliche Orientierung der christlichen Theologen an der griechisch \u2013 biblischen Theologie f\u00fchrt ma\u00dfgeblich zu der Entwicklung der trinitarischen Christologie.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1><span style=\"color: #000080;\">Biblische Bilder als Hintergrund f\u00fcr die <\/span><\/h1>\n<h1><span style=\"color: #000080;\">Christologie<\/span><\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Welt Jesu, der Apostel und der fr\u00fchen Jesusgruppe ist das aram\u00e4isch-hebr\u00e4ische Fr\u00fchjudentum. Die Jesuanische Relekture der alten Traditionen ist eine wichtige Komponente f\u00fcr die Entstehung der Jesusgruppe, die sich noch ganz im Rahmen des traditionellen Judentums vollzog. Einfach gesagt: Die Jesusj\u00fcnger begannen die Alten Schriften zu sichten, ob es f\u00fcr Situationen ihrer Jesusgeschichte in den alten Texten Anhaltspunkte, Vergleiche oder Weissagungen gab. Das Alte Testament wurde so immer st\u00e4rker unter dem christologischen Aspekt neu gelesen. Die wichtigsten christlich bedeutsamen \u00a0alttestamentlichen Metaphern k\u00f6nnen \u00a0diesen Prozess verdeutlichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Der Bock f\u00fcr Asasel : <\/b>Im 16 Kapitel des Buches Leviticus wird von einem seltsamen Ritual erz\u00e4hlt, das offensichtlich bis in die Fr\u00fchzeit des Volkes Israel zur\u00fcck geht und als Ritual f\u00fcr den Vers\u00f6hnungstag tradiert wird: Zwei Ziegenb\u00f6cke sind auszuw\u00e4hlen und durch Los zu trennen. Der erste soll als \u201eZiegenbock des Herrn\u201c mit einem Jungstier geschlachtet werden und mit dem Blut beider Tiere ist \u00a0das Heiligtum des Tempels zu besprengen, um durch diese symbolische Handlung, die S\u00fcnden des Volkes zu s\u00fchnen. Dem anderen\u00a0 Bock soll ein ausgew\u00e4hlter Priester wie Aaron beide H\u00e4nde auf den Kopf legen und dabei alle S\u00fcnden des Volkes bekennen. Dann soll der Bock \u201ezu Asasel in die W\u00fcste\u201c gejagt werden. Da die griechische Septuaginta mit dem Wort \u201ezu Asasel\u201c nichts anfangen kann<a title=\"\" href=\"#_ftn22\">[22]<\/a>, bezeichnet sie in\u00a0 Vers 8 den Asaselbock \u201eapopompaios\u201c und das hei\u00dft \u201e der Unheil abwendet\u201c, Die lateinische Vulgate w\u00e4hlt \u201ecaprus emissarius\u201c, als \u201eder weggeschickte Ziegenbock\u201c. Luther h\u00e4lt sich an den hebr\u00e4ischen Text und \u00fcbersetzt mit \u201ef\u00fcr Asasel\u201c. Im Volksmund aber b\u00fcrgerte sich dann in Anlehnung an die Septuaginta das Wort \u201eS\u00fcndenbock\u201c ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie stark diese \u201eS\u00fcndenbockgeschichte\u201c die fr\u00fche Kirche pr\u00e4gte, zeigt der Hebr\u00e4erbrief. F\u00fcr die hinter dem Text stehende Theologie ist Christus der neue und letzte Hohepriester, der \u201eein f\u00fcr allemal in das Heiligtum hineingegangen (ist), nicht mit dem Blut von B\u00f6cken und jungen Stieren, sondern mit seinem eigenen Blut, und so hat er eine ewige Erl\u00f6sung bewirkt.\u201c (Hebr 9,11f) Der Kirchenvater Tertullian (\u2020 230) vergleicht beide B\u00f6cke mit dem Leiden Christi, der einerseits verh\u00f6hnt, verspottet und durchbohrt und andererseits am Kreuz geopfert wird.<a title=\"\" href=\"#_ftn23\">[23]\u00a0 <\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Der Gottesknecht: <\/b>Das Buch des Propheten Jesaja ist eine Komposition von verschiedenen Texten aus unterschiedlichen Zeiten.<a title=\"\" href=\"#_ftn24\">[24]<\/a> Wahrscheinlich war mit dem Gottesknecht (hebr. \u00c4b`\u00e4d) urspr\u00fcnglich das ganze Volk Israel gemeint, in sp\u00e4terer Zeit war aber auch eine \u00dcbertragung auf einzelne Menschen m\u00f6glich.<a title=\"\" href=\"#_ftn25\">[25]\u00a0 <\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i><span style=\"text-decoration: underline;\">Im ersten Lied vom Gottesknecht (Jes 42,1-4<\/span>)<\/i> wird seine\u00a0 Einsetzung durch Gott geschildert. &#8222;Seht, mein Knecht, den ich st\u00fctzte, mein Erw\u00e4hlter, an dem ich mein Wohlgefallen habe! Ich lege meinen Geist auf ihn, dass er den V\u00f6lkern die Wahrheit verk\u00fcnde.\u201c\u00a0 (Jes 42,1)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i><span style=\"text-decoration: underline;\">Im zweiten Lied vom Gottesknecht\u00a0 (Jes 49,1-6<\/span>)<\/i> spricht der Gottesknecht selbst: &#8222;H\u00f6rt mich, ihr Inseln, und merkt auf, ihr fernen V\u00f6lker! Jahwe berief mich vom Mutterleib, vom Mutterscho\u00dfe an nannte er meinen Namen.\u201c (Jes 49,1) Dann best\u00e4tigt Gott die universale Sendung des Gottesknechtes:\u00a0 \u201eEs ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, nur um die St\u00e4mme Jakobs wieder aufzurichten und die Verschonten Israels heimzuf\u00fchren. Ich mache dich zum Licht f\u00fcr die V\u00f6lker, dass mein Heil bis an die Grenzen der Erde reiche.&#8220; (Jes 49,6)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i><span style=\"text-decoration: underline;\">Im dritten Lied vom Gottesknecht (Jes 50,4-9<\/span><\/i><span style=\"text-decoration: underline;\">)<\/span> schildert der Gottesknecht die Verfolgungen und Misshandlungen. Aber er beh\u00e4lt das Vertrauen zu Gott: \u201eIch hielt meinen R\u00fccken denen hin, die mich schlugen, und denen, die mir den Bart ausrissen, meine Wangen, Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schm\u00e4hungen und Speichel. Doch der Herr wird mir helfen, darum werde ich nicht in Schande enden.\u201c (Jes 50,6f)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i><span style=\"text-decoration: underline;\">Im vierten Lied vom Gottesknecht (Jes 52,13-53,12)<\/span><\/i> wird die Qual des Gottesknechtes interpretiert als stellvertretendes und s\u00fchnendes Leiden: \u201eWie einer, vor dem man das Gesicht verh\u00fcllt, war er verachtet; wir sch\u00e4tzten ihn nicht. Aber er hat unsere Krankheiten getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. Wir meinten, er sei von Gott geschlagen, von ihm getroffen und gebeugt. Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, wegen unserer S\u00fcnden zermalmt. Zu unserem Heil lag die Strafe auf ihm, durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe, jeder ging f\u00fcr sich seinen Weg. Doch der Herr lud auf ihn die Schuld von uns allen, Er wurde misshandelt und niedergedr\u00fcckt, aber er tat seinen Mund nicht auf, Wie ein Lamm, das man zum Schlachten f\u00fchrt, und wie ein Schaf angesichts seiner Scherer, so tat auch er seinen Mund nicht auf.\u201c (Jes 3-7)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die fr\u00fchen christlichen Theologen lasen die Texte vom Gottesknecht als prophetische Vorausschau auf Jesus Christus und seine Sendung als Heilsmittler. Jesus ist der neue Moses und wie dieser (1 Chr 6,34)\u00a0 Knecht Gottes. Im Kreuzeshymnus, den Paulus im Philipperbrief zitiert, wird Jesus als der Gottesknecht schlechthin beschrieben: \u201eEr war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern ent\u00e4u\u00dferte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleicht. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tode, bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott \u00fcber alle erh\u00f6ht \u2026\u201c Phil 2, 6ff)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Der Menschensohn: <\/b>Die Vorstellungen vom Menschensohn finden wir in der apokalyptisch-endzeitlichen Literatur etwa f\u00fcr die Zeit 2. Jh. v. Chr. bis 2. Jh. n. Chr. Hintergrund waren immer besondere Krisenzeiten, die daran zweifeln lie\u00dfen, dass die Sch\u00f6pfung aus sich zu einem guten Ende kommt. Aufgrund des massiv erfahrenen politisch- wirtschaftlich-sozialen Unrechts richtete sich die Hoffnung auf ein Eingreifen Gottes, wodurch die B\u00f6sen bestraft und die Guten belohnt werden. Die Geschichte wird nicht mehr von Gott durch das Tun der Menschen gelenkt, sondern muss von Gott aufgrund der Bosheit der Menschen gewaltsam ver\u00e4ndert und damit auch beendet werden. Dieser Katastrophenglaube verband sich mit dem Auferstehungsglauben. Der Glaube an die Auferstehung wurde zur Hoffnung f\u00fcr die verfolgten Gerechten. Von der apokalyptischen Literatur<a title=\"\" href=\"#_ftn26\">[26]<\/a> wurde das Buch Daniel besonders wichtig bewertet und fand sogar Eingang in den j\u00fcdischen Kanon. Geschichtlicher Hintergrund ist die Verfolgung Israels durch den syrischen Herrscher Antiochus IV. Ganz in der Art der semitischen Erz\u00e4hlkunst wird die Geschichte von Daniel und seiner Familie in die Zeit Nebukadnezars zur\u00fcckverlegt. Dem Leser soll vermittelt werden, dass Gott sein Volk nicht vergessen hat. Aus dem Buch Daniel stammt die Gestalt des Menschensohns: \u201e Da kam einer mit den Wolken des Himmels, einer wie ein Menschensohn. Er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn gef\u00fchrt. Ihm wurden Herrschaft, W\u00fcrde und K\u00f6nigtum gegeben. Alle V\u00f6lker, Nationen und Sprachen m\u00fcssen ihm dienen. Seine Herrschaft ist eine ewiger, unverg\u00e4ngliche Herrschaft, sein Reich geht niemals unter.\u201c (Buch Daniel 7, 13 f) Wir k\u00f6nnen heute davon ausgehen, dass Jesus von Nazareth diesen apokalyptischen Titel des Danielbuches f\u00fcr sich angewendet hat.<a title=\"\" href=\"#_ftn27\">[27]<\/a> Jedenfalls hat die fr\u00fche Jesusbewegung das Bild vom Menschensohn sowohl auf den irdischen Jesus wie auf seine erwartete endzeitliche Wiederkehr angewendet. So endet bei Markus die Verkl\u00e4rungsgeschichte mit einem umschriebenen Jesuslogion: \u201cW\u00e4hrend sie den Berg hinabstiegen, verbot er ihnen irgend jemand zu erz\u00e4hlen, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei.\u201c (Mk 9,9) In der apokalyptischen Rede des Markusevangeliums ist die Anlehnung an die Danielprophezeiung ganz deutlich: \u201eDann wird man den Menschensohn mit gro\u00dfer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken kommen sehen.\u201c (Mk 13,26)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Die Schekhina (Einwohnung) Gottes<\/b><a title=\"\" href=\"#_ftn28\"><b><b>[28]: <\/b><\/b><\/a>Der j\u00fcdische Glaube wei\u00df um die Gegenwart Gottes bei seinem Volk, die Schekhina (&gt; von hebr. schakan = zelten). In der vorexilischen Zeit wurde diese Schekhina Gottes vorwiegend lokal gedacht: auf den Bergen, in der Feuers\u00e4ule, im heiligen Zelt, im Tempel. In der exilischen und nachexilischen Zeit verfestigt sich die Vorstellung, dass Gott bei seinem Volk wohnt:\u00a0 \u201eIch werde mitten unter den S\u00f6hnen Israels wohnen<a title=\"\" href=\"#_ftn29\">[29]<\/a> und ihnen Gott sein. Sie sollen erkennen, dass ich der Herr, ihr Gott, bin, der sie aus \u00c4gypten herausgef\u00fchrt hat, um in ihrer Mitte zu wohnen: ich der Herr, ihr Gott.\u201c (Ex 29, 45 f)<a title=\"\" href=\"#_ftn30\">[30]\u00a0 <\/a>F\u00fcr diese Gegenwart Gottes bilden sich\u00a0 einzelne Vorstellungen<a title=\"\" href=\"#_ftn31\">[31]<\/a> heraus:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Der Geist Gottes<\/span><\/strong><i>,<\/i> gemeint ist die Kraft Gottes, mit der Gott die Welt, sein Volk und die V\u00f6lker erh\u00e4lt sowie Gruppen oder einzelne Menschen f\u00fcr besondere Aufgaben ausstattet. \u201eSamuel nahm das Horn mit dem \u00d6l und salbte David mitten unter seinen Br\u00fcdern. Und der Geist des Herrn war \u00fcber David von diesem Tag an.\u201c (1 Samuel 16,13)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Das Angesicht Gottes<\/span><\/strong><b>, <\/b>das \u00fcber den Menschen leuchtet (Ps 4,7) oder sie begleitet (Exodus 33,14).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Der Engel Gottes\/ der Bote Gottes<\/span><\/strong>, der zum Synonym f\u00fcr Gottes Wirken wird: Der alte Jakob \u201esegnete Josef und sprach: Gott, vor dem mein V\u00e4ter Abraham und Issak ihren Weg gegangen sind, Gott, der mein Hirt war mein Lebtag bis heute, der Engel der mich erl\u00f6st, er segne den Knaben.\u201c (Genesis 48, 15f)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Die Herrlichkeit Gottes<\/span><\/strong><b><i>,<\/i> <\/b>die Gott in seiner Gr\u00f6\u00dfe und Kraft meint: \u201eWer ist der K\u00f6nig der Herrlichkeit? Der Herr stark und gewaltig, der Herr m\u00e4chtig im Kampf.\u201c (Ps 24,8)<\/p>\n<div id=\"attachment_1168\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/WEISHEIT-DER-WUeSTENMUeTTER_reference.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1168\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1168 \" alt=\"Frau Weisheit. Allegorische Figur des Alten Testamentes. Quelle: Bistum Augsburg Pressestelle.\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/WEISHEIT-DER-WUeSTENMUeTTER_reference-300x300.jpg\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/WEISHEIT-DER-WUeSTENMUeTTER_reference-300x300.jpg 300w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/WEISHEIT-DER-WUeSTENMUeTTER_reference-150x150.jpg 150w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/WEISHEIT-DER-WUeSTENMUeTTER_reference.jpg 480w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1168\" class=\"wp-caption-text\">Frau Weisheit. Allegorische Figur des Alten Testamentes. Quelle: Bistum Augsburg Pressestelle.<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Die Weisheit Gottes<\/span><\/strong><b>, <\/b>mit der<b> <\/b>die besonderen Gaben Gottes benannt werden: \u201e Ich erkannte aber, dass ich die Weisheit nur als Geschenk Gottes erhalten k\u00f6nne.\u201c (Buch der Weisheit 8,21). Im Fr\u00fchjudentum wird die Weisheit Gottes zunehmend personifiziert und tritt als Frau Weisheit auf (hebr. chakmah; griech. Sofia): \u201eDer Herr hat mich geschaffen im Anfang seiner Wege, vor den Werken in der Urzeit, in fr\u00fchester Zeit wurde ich gebildet, am Anfang, beim Ursprung der Erde. Als die Urmeere noch nicht waren, wurde ich geboren, als es die Quellen noch nicht gab, die wasserreichen.\u201c (Buch der Spr\u00fcche 8 22 f)\u00a0 Im Fr\u00fchjudentum entwickelt sich eine breite Weisheitsliteratur: das Buch der Spr\u00fcche\u00a0 das Buch der Weisheit, das Buch Jesus Sirach, das Hijobbuch und das Buch des Propheten Baruch.<a title=\"\" href=\"#_ftn32\">[32] <\/a>Die Eigenschaften altorientalischer G\u00f6ttinnen wie Ma\u2019at und Isis f\u00e4rbten auf die j\u00fcdische Frau Weisheit ab. Wie die Ma\u2019at vor ihrem Vater, dem Sonnengott RE, tanzt und singt die Weisheit im Buch der Spr\u00fcche:\u201c Als Er die Fundamente der Erde abma\u00df, da war ich als geliebtes Kind bei ihm. Ich war seine Freude Tag f\u00fcr Tag und spielte vor ihm allezeit.\u201c (Buch der Spr\u00fcche 8, 30 f)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Das Wort Gottes \/ der Logos<\/span><\/strong><b> <\/b>(hebr. hadabar \u2013 griech. Logos)<b> <\/b>d\u00fcrfte das wichtigste Bild f\u00fcr die Schekhina Gottes sein. \u201eDenen er sein Wort sandte, die er heilte und vom Verderben befreite\u201c, hei\u00dft es im Danklied der Erl\u00f6sten (Ps 107,20). Und im Psalm 119 spricht der Beter:\u201c Herr dein Wort bleibt ewig, es steht fest wie der Himmel\u201c. (Ps 119,89). Denn \u201eder Himmel ist durch das Wort des Herrn gemacht\u201c (Ps 33,6) und \u201edas Wort ist ganz nah bei dir, es ist in deinem Mund und in deinem Herzen, du kannst es halten.\u201c (Deuteronomium 30,14). Die Septuaginta \u00fcbersetzt das hebr\u00e4ische hadabar (&gt; das Wort) mit Logos. Mit der sprachlichen \u00dcbersetzung ver\u00e4ndert sich auch der Bedeutungsinhalt. Logos<a title=\"\" href=\"#_ftn33\">[33]<\/a> meint nun die innere Mitte des geordneten Kosmos, die von Gott kommt. F\u00fcr die Stoa ist der Logos in jedem vernunftbegabten Lebewesen.<a title=\"\" href=\"#_ftn34\">[34]<\/a> Von besonderer Bedeutung ist Genuswechsel vom weiblichen Hadabar zum m\u00e4nnlichen Logos.<a title=\"\" href=\"#_ftn35\">[35]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Der Gesandte Gottes<\/span><\/strong><b> <\/b>wird von Gott berufen. Es sind die Richter, Propheten und K\u00f6nige, durch die nach dem j\u00fcdischen Glauben, Gott mit seinem Volk in Verbindung steht. In der k\u00f6niglosen Zeit richtet sich der Blick auf die Zukunft, Gott m\u00f6ge seinem Volk einen neuen \u201eGesalbten\u201c (&gt;maschiach, christos, Christus<a title=\"\" href=\"#_ftn36\">[36]<\/a>) schicken: \u201eJuble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem. Siehe, dein K\u00f6nig kommt zu dir. Er ist gerecht und hilft; er ist dem\u00fctig und reitet auf einem Esel, auf einem Fohlen, dem Jungen einer Eselin.\u201c (Buch des Propheten Sacharja 9,9).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #993366;\"><strong><\/strong><b>Alle diese Bilder der sp\u00e4tj\u00fcdischen Theologie wurden durch die fr\u00fche Kirche auf Jesus \u00fcbertragen. Mehr und wichtiger als die Tora wurde\u00a0\u00a0 nun der Kyrios, dessen Gesicht beim Gebet die Herrlichkeit Gottes widerspiegelte, wie sich die J\u00fcnger erinnern k\u00f6nnen. Der Prophet aus Nazaret wird als der Christos erkannt, als der ewige Logos. Er ist der Anfang und das Ziel der Sch\u00f6pfung: \u201eDenn wenn du mit deinem Mund bekennst, Jesus ist der Herr, und in deinem Herzen glaubst, Gott hat ihn von den Toten auferweckt, so wirst du gerettet werden.\u201c (R\u00f6m 10,9) <\/b><\/span><\/p>\n<h1><span style=\"color: #000080;\">Die Christologie des Apostel Paulus:<\/span><\/h1>\n<h1><span style=\"color: #000080;\"> \u201eJesus als S\u00fchnopfer\u201c \u00a0\u00a0<\/span><\/h1>\n<div id=\"attachment_1757\" style=\"width: 220px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/421px-Essen_Kreuzgang_3_Kruzifix.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1757\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1757 \" alt=\"421px-Essen_Kreuzgang_3_Kruzifix\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/421px-Essen_Kreuzgang_3_Kruzifix-210x300.jpg\" width=\"210\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/421px-Essen_Kreuzgang_3_Kruzifix-210x300.jpg 210w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/421px-Essen_Kreuzgang_3_Kruzifix.jpg 421w\" sizes=\"(max-width: 210px) 100vw, 210px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1757\" class=\"wp-caption-text\">Jesus stirbt f\u00fcr uns am Kreuz, um uns zu erl\u00f6sen. Leidenskreuz im Essenrer M\u00fcnster. Quelle: M\u00fcnster Essen.<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die fr\u00fche Kirche entscheidet sich bei der Auswahl ihrer \u00dcberlieferungen (&gt; Kanonbildung) nicht f\u00fcr die aram\u00e4isch \u2013 hebr\u00e4ische Deutung des Prophetentodes sondern f\u00fcr die Deutung des Todes Jesu als S\u00fchnopfer (&gt; das Lamm). Jesu Sterben am Kreuz und die Institutionalisierung\u00a0 der Gemeinschaft der Jesusj\u00fcnger \u2013 durch den Auferstehungsglauben verklammert &#8211;\u00a0 werden Ma\u00dfst\u00e4be allen theologischen Denkens. Besonderen Einfluss bekommt der V\u00f6lkerapostel Paulus, der eine Opfer &#8211; Christologie zu einem theologischen System entwickelt, das auch f\u00fcr Nichtjuden akzeptabel ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus war Diasporajude aus Tarsus mit r\u00f6mischem B\u00fcrgerrecht. Als pharis\u00e4ischer Theologe verfolgte er die Jesusj\u00fcnger. Jesus von Nazaret hat er nicht kennen gelernt, wohl aber die Altapostel in Jerusalem. Nach der Schilderung des Lukas in der Apostelgeschichte kommt Paulus in Damaskus mit einer Jesusgemeinde in Kontakt und hat hier vision\u00e4re Erlebnisse.<a title=\"\" href=\"#_ftn37\">[37]\u00a0 <\/a>Die Forschung geht heute davon aus, dass Paulus tief in seinem Judentum verwurzelt war und seine \u201eantij\u00fcdischen\u201c Ausf\u00e4lle als innerj\u00fcdische Gruppenpolemik zu werten sind. \u00a0Bereits im Brief an die Jesusgemeinde von Saloniki spricht Paulus davon, dass unser Herr Jesus Christus f\u00fcr uns gestorben ist.<a title=\"\" href=\"#_ftn38\">[38]<\/a> Im 1. Korintherbrief lesen wir den Satz, der Teil der Weltliteratur wurde<b>: <\/b>\u201cWir aber verk\u00fcnden Christus als Gekreuzigten, den Juden einerseits \u00c4rgernis, den Heiden andererseits Torheit, Ihnen aber, den Berufenen, Juden sowohl als auch Griechen (ist) Christus Gottes Kraft und Gottes Weisheit.\u201c (1 Kor 1,18 ff) Paulus argumentiert hier ganz im Sinne j\u00fcdischer Weisheitstheologie. Im Philipperbrief \u00fcbernimmt er einen gottesdienstlichen Hymnus, in dem das biblische Bild vom leidenden und bis zum Tod gehorsamen Gottesknecht in liturgischer Sprache geformt ist. <a title=\"\" href=\"#_ftn39\">[39] <\/a>Im Galaterbrief deutet Paulus ganz im Sinne der fr\u00fchj\u00fcdischen Theologie die Beziehung zwischen Gott und den Menschen als ein Vertragsverh\u00e4ltnis. Auf diesem Hintergrund ist f\u00fcr ihn der Tod Jesu der Kaufpreis f\u00fcr unsere Befreiung: \u201eAls aber die F\u00fclle der Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau, unter das Gesetz gestellt, damit er (uns) die unter dem Gesetz (Lebenden) loskaufte, damit wir die Sohnschaft empfingen.\u201c (Gal 4,4) Im R\u00f6merbrief, den Paulus zwischen 54 und 55 schreibt, hat er seine christologische Theologie vollendet: <b>\u201e<\/b>Alle n\u00e4mlich haben ges\u00fcndigt \u00a0und ermangeln der Herrlichkeit Gottes. Sie werden gerecht gesprochen geschenkweise \u00a0durch seine Gnade \u00a0durch die Erl\u00f6sung in Christus Jesus.\u201c (R\u00f6m 3,23f)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Paulus ist die \u00a0S\u00fcnden- und Todesverfallenheit der ganzen Menschheit \u00a0der Hintergrund f\u00fcr seine Christologie und der Tod Jesu der Rettungsweg Gottes f\u00fcr die Menschheit. Dahinter steht die rabbinische Lehre vom alten und neuen Adam. Adam und Christus werden als Gestalten einander antithetisch gegen\u00fcbergestellt: Adam steht f\u00fcr den Menschen der Gottesferne, der sich Gott nicht anvertraut.und selbst Meister seines Lebens sein will. Paulus bezeichnet deshalb Adam als \u201etypos tou mellontos\u201c, als Typ jedes k\u00fcnftigen Menschen. <a title=\"\" href=\"#_ftn40\">[40]<\/a>. Und zu der Gottesferne des alten Adam geh\u00f6rt das Sterben-M\u00fcssen. Demgegen\u00fcber steht Christus als neuer Adam. Durch sein Leben und\u00a0 Sterben kommt es f\u00fcr alle Menschen zur Rechtfertigung, die zum Leben f\u00fchrt. Durch die Chiffre \u201eBlut\u201c schafft Paulus eine Verbindung zur biblischen Tradition, die ganz aus dem j\u00fcdischen Denken kommt. Wie das Blut Abels zum Himmel schrie, so schreit nun das Blut Jesu zum Himmel; wie das Blut in der Paschanacht vor dem Racheengel sch\u00fctzte, so sch\u00fctzt das Blut Jesu vor dem Zorn Gottes. \u201eGott aber hat seine Liebe zu uns darin erwiesen, dass Christus f\u00fcr uns gestorben ist, als wir noch S\u00fcnder waren. Nachdem wir jetzt durch sein Blut gerecht gemacht sind, werden wir durch ihn erst recht gerettet werden.\u201c (R\u00f6m 5,8f)<\/p>\n<h1><span style=\"color: #000080;\"><b>Die Bedeutung des Todes Jesu <\/b><\/span><\/h1>\n<h1><span style=\"color: #000080;\"><b>nach denEvangelien \u00a0<\/b><\/span><\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anders als Paulus, der streng theologisch denkt und auch seine Briefe schreibt, kn\u00fcpfen die Evangelien eine Generation sp\u00e4ter an die sowohl im Judentum wie in der hellenistischen Literatur bekannte Erz\u00e4hltradition an. Der katholische Theologe Martin Ebner weist in seinem kleinen Kommentar zum Markusevangelium auf diesen Umstand hin.<a title=\"\" href=\"#_ftn41\">[41]<\/a> Die kritische Bibelwissenschaft ist einen langen Weg gegangen, um die Quellen und Entstehungsbedingungen der Evangelien zu erkennen und zeigt heute die fr\u00fche Jesusbewegung als Teil des damaligen breit gef\u00e4cherten Judentums. Wir gehen hier von der Endgestalt der Evangelien aus und fragen, wie sie den Tod Jesu deuten. Alle vier Evangelien sind (in ihrer heutigen Endfassung) w\u00e4hrend bzw. nach der Zerst\u00f6rung Jerusalems entstanden. R\u00fcckwirkend werden Jesus Unheilsprophezeiungen in den Mund gelegt, um so den Untergang des Tempeljudentums r\u00fcckwirkend durch Worte und Taten Jesu als prophetische Voraussagen Jesu zu deuten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b><span style=\"text-decoration: underline;\">Der Evangelist Markus<\/span> <\/b>\u00a0hatte vor sich viele m\u00fcndliche und schriftliche \u00dcberlieferungen mit Jesusgeschichten, pers\u00f6nliche Erinnerungen, eine Passionsgeschichte und seine eigene religi\u00f6se Erfahrung. Er formte daraus eine Vita (&gt;= Lebensbild)<a title=\"\" href=\"#_ftn42\">[42]<\/a> als Evangelium (&gt;= Frohe Kunde) vom Gottessohn und Messiask\u00f6nig Jesus, um seine Gemeinde aus Juden und Nichtjuden f\u00fcr die Nachfolge zu motivieren. F\u00fcr Markus ist es sicher, dass sich Gott in dem Gottessohn Jesus neu geoffenbart hat. Schuld an Jesu Tod haben alle, die ihn beseitigen wollten und es auch erreicht haben.<b> <\/b>\u00a0Sie werden von Markus vorgef\u00fchrt: Hohepriester, Schriftgelehrten, Herodianaer, Pharis\u00e4er, \u00c4lteste, Sadduz\u00e4er, Soldaten, Pilatus, die Menge vor der Pr\u00e4fektur. In der Geschichte von den b\u00f6sen Winzern<a title=\"\" href=\"#_ftn43\">[43]<\/a> werden diese B\u00f6slinge summarisch verurteilt<a title=\"\" href=\"#_ftn44\">[44]<\/a> Aber auch die Zw\u00f6lf und die J\u00fcnger Jesu sind f\u00fcr Markus in diese Unheilsgeschichte verwickelt. Sie verstanden nichts und erhoffen sich pers\u00f6nliche Vorteile von der Nachfolge Jesu; sie machen andere Heiler schlecht<a title=\"\" href=\"#_ftn45\">[45]<\/a>; sie haben sehr konkret-politische Vorstellungen von dem, was Jesus zu tun hat;<a title=\"\" href=\"#_ftn46\">[46]<\/a> Judas verr\u00e4t Jesus. Zweimal erz\u00e4hlt Markus die Verleugnung Jesu durch\u00a0 Petrus<a title=\"\" href=\"#_ftn47\">[47]<\/a>. Man sp\u00fcrt geradezu die Verachtung, mit der Markus die schlafenden J\u00fcnger im \u00d6lberg beschreibt<a title=\"\" href=\"#_ftn48\">[48]<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Demgegen\u00fcber f\u00fchrt Markus die Gerechten als Vorbild\u00a0 vor: Die Schwiegermutter des Petrus, der Gel\u00e4hmte mit seinen Freunden, der Synagogenvorsteher Jairus und\u00a0 die blutfl\u00fcssige Frau , die Syroph\u00f6nizierin, der Taubstumme, der Blinde von Betsaida, der Vater mit seinem besessenen Jungen, die M\u00fctter mit ihren Kindern, der Blinde von Jericho, ein namenloser Schriftgelehrter , eine arme Witwe, Simon von Cyrene,\u00a0 der r\u00f6mische Hauptmann und Joseph von Arimath\u00e4a. Die drei Frauen am Kreuz sind f\u00fcr Markus die Verk\u00fcnderinnen der Auferstehung.\u00a0 Weil es im Markusevangelium vor allem die kleinen Leute sind, die uns als Vorbilder vor Augen gef\u00fchrt werden, spricht die heutige Theologie von kleinen und gro\u00dfen Erz\u00e4hlfiguren. Nicht die Berufung ist f\u00fcr Markus ma\u00dfgeblich, sondern die Forderung zur Nachfolge: \u201eWer mir nachfolgen will, nehme sein Kreuz auf sich.\u201c <a title=\"\" href=\"#_ftn49\">[49]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Markus ist noch ganz im hellenistischen Judentum beheimatet, dies gilt auch f\u00fcr die Gemeinde, f\u00fcr die er schreibt. Was diese j\u00fcdischen Jesusj\u00fcnger von dem pharis\u00e4ischen Judentum unterscheidet, ist die Relativierung\u00a0 der Kultgebote. Das Judentum der Markinischen Jesusgemeinde ist nicht mehr am Opferkult des Tempels orientiert, sondern eine Herzens- und Gesinnungssache. Aber z.B. in der Geschichte vom \u00c4hrenlesen am Shabbat <a title=\"\" href=\"#_ftn50\">[50]<\/a>ist es f\u00fcr den Evangelisten wichtig, auf die Kontinuit\u00e4t mit der Tradition hinzuweisen. Schon David und seinen Gef\u00e4hrten war es erlaubt, die heiligen Brote des Tempels in ihrer Notsituation zu essen. Doch wichtiger als das Halten der Kultgebote ist die innere Gesinnung. In der Lehreinheit \u00fcber Reinheit und Unreinheit (Mk 7,1 ff) steht der Hinweis, dass Gottes Wort \u00fcber den traditionellen Vorschriften steht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dem Abendmahlbericht, mit dem Markus die Passionsgeschichte einf\u00fchrt, erz\u00e4hlt Markus \u00a0von einem j\u00fcdischen Ostermahl \u201eam ersten Tag des Festes der unges\u00e4uerten Brote.\u201c Das Essen des Osterlamms deutet Markus allerdings nur an<a title=\"\" href=\"#_ftn51\">[51]<\/a>. Es ist ihm wichtiger, noch einmal auf Judas hinzuweisen, eine Warnung an seine Gemeinde zu geben,\u00a0 in Verfolgungen<a title=\"\" href=\"#_ftn52\">[52]<\/a> nicht die Jesusnachfolge zu verraten. Dann ist es dem Evangelisten der Hinweis wichtig, dass sich auch hier die Voraussage Jesu erf\u00fcllt habe. Nun findet der Evangelist gerade noch Zeit, auf den Abschluss des Ostermahles hinzuweisen. Alles hat j\u00fcdischen Hintergrund, denn Markus beschreibt Jesus als Propheten. Das gebrochene Brot deutet auf den gebrochenen Leib Jesu, der Wein auf seinen blutigen Tod. \u00a0Das Trinken aus dem Becher ist der Bundesschluss in Anklang an den Sinaibund.<a title=\"\" href=\"#_ftn53\">[53]<\/a> \u201eAnalog dazu verpflichten sich beim letzten Mahl in Jerusalem die Teilnehmer auf das Programm der Gottesherrschaft, wie Jesus es vorgelebt und gelehrt hat.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn54\">[54]<\/a> Die Auferstehungsbotschaft hat Markus nicht im Blick., offensichtlich ist sie f\u00fcr ihn nicht so wichtig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b><span style=\"text-decoration: underline;\">Der Evangelist Matth\u00e4us<\/span><\/b> hatte vor sich das Markusevangelium sowie andere \u00dcberlieferungen und Berichte, darunter auch die Spruchquelle Q.. Er kam aus einer \u00fcberwiegend judenchristlichen Gemeinde und schrieb f\u00fcr diese sein Evangelium. Matth\u00e4us zeigt in seiner Kindheitsgeschichte Jesus als Erf\u00fcllung der Verhei\u00dfungen an Abraham, den Stammvater des auserw\u00e4hlten Volkes. Er stellt ihn in die Generationenfolge des K\u00f6nigs David und legitimiert ihn als den von Gott auserw\u00e4hlten Messias f\u00fcr die V\u00f6lker. Er beschreibt Jesus als Geschenk des Gottesgeistes und sieht in den Magiern aus dem Orient, wie den V\u00f6lkern der Welt die Augen ge\u00f6ffnet werden. Besonders wichtig ist es aber f\u00fcr Matth\u00e4us, Jesus als den neuen Moses vorzustellen. Die Geschichten von Herodes und den unschuldigen Kindern sowie die Flucht nach \u00c4gypten dienen ihm hier als erz\u00e4hlerischer Hintergrund. Als neuer Moses ist Jesus f\u00fcr Matth\u00e4us der Lehrer des wahren Israels. Die Passion wird breit erz\u00e4hlt. Jesus wird sehr hautnah in seiner ganzen Ohnmacht gezeigt. Nur der heidnische Hauptmann erkennt f\u00fcr Matth\u00e4us das Sterben des Gottessohnes. Beerdigung und Auferstehungsbericht bilden die Klammer zu einem Ausblick in die k\u00fcnftige Kirche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b><span style=\"text-decoration: underline;\">Der Evangelist Lukas<\/span><\/b> kannte ebenfalls das Markusevangelium und, wie er es selbst erw\u00e4hnt, eine Vielfalt von Traditionen, Erz\u00e4hlungen, Zeugnissen und geschichtlichen Fakten &#8211; wozu Passions- und Auferstehungsgeschichten geh\u00f6ren. Bei Lukas zeigten sich noch st\u00e4rker als bei Matth\u00e4us erste Konturen der Abnabelung der Jesusgemeinschaften vom traditionell gebliebenen Judentum. <b>Lukas verk\u00fcndet die kommende christliche Kirche als das Reich Gottes.<\/b> In dem Bericht \u00fcber die Missionst\u00e4tigkeit des Philippus hei\u00dft es: \u201e Als sie (&gt; die Bewohner von Sichem) jedoch dem Philippus Glauben schenkten, der das Evangelium vom Reich Gottes und vom Namen Jesu Christi verk\u00fcndete, lie\u00dfen sie sich taufen, M\u00e4nner und Frauen.\u201c (Apg 8, 12) \u00a0\u00a0F\u00fcr Lukas ist der Tod Jesu Voraussetzung f\u00fcr die Erf\u00fcllung seines Verm\u00e4chtnisses und vollzieht sich ebenso wie die Auferstehung ganz als Erf\u00fcllung der prophetischen Voraussagen<a title=\"\" href=\"#_ftn55\">[55]<\/a>. Die Gemeinde erlebt nach Lukas, dass der gekreuzigte Jesus bei ihr ist.<\/p>\n<p><b><span style=\"text-decoration: underline;\">Der Evangelist Johannes<\/span><\/b> verf\u00fcgt \u00fcber die umfangreiche Semeia<a title=\"\" href=\"#_ftn56\">[56]<\/a> \u2013 Quelle, die von sieben Wundern Jesu erz\u00e4hlte.\u00a0 Dazu kommen\u00a0 ein sehr detaillierter Passionsbericht und Auferstehungsgeschichten. Daneben hatte der Evangelist viel Material mit konkreten historischen Angaben, auf die er nach Bedarf zur\u00fcckgreift. Dazu geh\u00f6rt auch das so genannte Logos \u2013 Lied (&gt;Prolog). Die N\u00e4he zum gnostischen Denken ist im ganzen Evangelium deutlich zu sp\u00fcren: Erkenntnis und identisches Leben ver\u00e4ndern bereits die Gegenwart und \u00f6ffnen Herz und Sinn f\u00fcr die Mysterien dieser Welt. Durch die Verbindung mit dem auferstandenen Herrn lebt der J\u00fcnger Jesu bereits in der vollendeten Welt.<\/p>\n<h1><span style=\"color: #000080;\">Zur Christologie in der nachbiblischen Zeit<\/span><\/h1>\n<div id=\"attachment_1680\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/image018.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1680\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1680 \" alt=\"Forttragen der Menora. Quelle Internet. Bei TinEye wurden keine Rechte Dritter festgestellt und das Bild freigegeben zum nichtkommerziellen Gebrauch.\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/image018-300x238.jpg\" width=\"300\" height=\"238\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/image018-300x238.jpg 300w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/image018.jpg 354w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1680\" class=\"wp-caption-text\">Forttragen der Menora. Quelle Internet. Bei TinEye wurden keine Rechte Dritter festgestellt und das Bild freigegeben zum nichtkommerziellen Gebrauch.<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Je mehr sich nach der Zerst\u00f6rung des Tempeljudentums die Jesusbewegung und das rabbinische Judentum voneinander entfernten und schlie\u00dflich sogar verfeindeten, umso wichtiger wurde es f\u00fcr beide, die Unterscheidungen auszuarbeiten. Das rabbinische Judentum entschied sich f\u00fcr die hebr\u00e4ische Sprache und damit auch f\u00fcr die Weiterentwicklung der Synagogentheologie. F\u00fcr den zerst\u00f6rten und endg\u00fcltig verloren gegangenen Jerusalemer Tempel mit seinem Kult und seiner Personalstruktur wurde die Bewahrung der alten Texte zur inneren Mitte eines erneuerten Judentums. Dies entsprach auch den Interessen der vielen und oft reichen j\u00fcdischen Diasporagemeinden. Die j\u00fcdische Jesusbewegung war zwar noch lange Zeit Teil des Judentums, aber entfernte sich vom Judentum durch die wachsende Aufnahme von Nicht-Juden (&gt;Heiden) und durch die Entwicklung der Christologie. Vereinfacht l\u00e4sst sich sagen: F\u00fcr die Juden war die Thora der Weg zur Gott, f\u00fcr die Christen wurde der Erl\u00f6ser Jesus Christus \u201eWeg, Wahrheit und das Leben\u201c. Mit der Konstantinischen Wende wurden auf einmal die Christen die St\u00e4rkeren und standen unter Kaiserlichem Schutz. Die Glaubenseinheit wurde zur Reichsangelegenheit. Deshalb griff bereits Kaiser Konstantin in die innerkirchlichen Auseinandersetzungen ein. Damit wurde eine Entwicklung eingeleitet, die die christliche Kirche unter dem staatlichen Schutzschirm favorisierte. Der Kaiser in seiner Eigenschaft als Pontifex (Br\u00fcckenbauer zwischen den Parteien) und Oberster Priester zwischen Himmel und Erde wurde zur entscheidenden Gestaltungskraft f\u00fcr die christliche Kirche. Nun wurden alle innerkirchlichen Diskussionen mit staatlichen Machtkategorien\u00a0 beendet und wer sich nicht beugte, wurde gnadenlos als Staatsfeind liquidiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da das Christentum von Anfang an auch in der Auseinandersetzung mit den Myterienreligionen steht, \u00a0wird die Verg\u00f6ttlichung Jesu zunnehmend ein wichtiges Anliegen. In geradezu klassischer Weise \u00fcbertr\u00e4gt bereits der Evangelist Johannes die vorsophistische Logoslehre auf die Jesus\u00fcberlieferung. Die kommenden Reichskonzilien, die alle unter der Autorit\u00e4t des Kaisers standen, hatten in der Pr\u00e4zisierung der Christologie ihre Hauptaufgabe, um zwischen den sich bek\u00e4mpfenden Gruppen der christlichen Kirchen zu vermitteln und das von allen Seiten angegriffene Reich zu stabilisieren. Der r\u00f6mische Staat dankte die erfahrene Loyalit\u00e4t mit zahlreichen Privilegien, Stiftungen\u00a0 und Bauten. Die Kehrseite der Medaille ist die fl\u00e4chendeckende Ketzerverfolgung. Tempel und Bibliotheken werden verbrannt, Frauen und Kinder als Sklaven verkauft, die Erinnerungen ausgel\u00f6scht. Unter dem Schutzschirm des Staates und immer auch in seinem Interesse wird nun Theologie betrieben und die Mission forciert. Bei allen Konzilien und Synoden hat der Kaiser seine dirigierende Hand im Spiel. Die Reichskirche verband sich auch mit dem Antisemitismus der hellenistischen Welt. Aus einem innerj\u00fcdischen (oft erbitterten) Geschwisterstreit erw\u00e4chst die Judenverfolgung. Die oft reichen und einflussreichen j\u00fcdischen Gemeinden werden an die R\u00e4nder des Reiches verdr\u00e4ngt oder verlieren an Bedeutung. Die Geschichte der fr\u00fchen Kirche wird zu einer blutigen Verdr\u00e4ngungsgeschichte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der nachapostolischen Zeit\u00a0 (&gt; nach dem Tod der Apostel und Apostelsch\u00fcler) suchte man nach weiteren Erkl\u00e4rungen f\u00fcr den Tod Jesu. Nachzuweisen ist bei Iren\u00e4us von Lyon (120 \u2013 200) die <b>Rekapitulationshypothese <\/b>(&gt; recapitulatio = Zusammenfassung). Dahinter stand die Vorstellung, dass sich in Jesus Christus die ganze Menschheit konzentriert. Jeder Mensch ist nach diesem Verst\u00e4ndnis gewisserma\u00dfen eine Replik des Gottmenschen Jesus Christus. Dies bedeutet vor allem Teilnahme an Tod und Auferstehung. Bei Iren\u00e4us k\u00f6nnen wir erkennen, wie diese\u00a0 theologische Spekulation schon sehr fr\u00fchzeitig einsetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gravierender in ihrem Einfluss ist die <b>L\u00f6segeldhypothese,<\/b> wie sie der \u00f6stliche Theologe Origines (185-254) vertrat. Nach dieser Vorstellung konnte Satan die s\u00fcndigen Menschen wie Geiseln in seinen Gewahrsam nehmen. Der Tod Christi war das L\u00f6segeld, das die ganze Menschheit aus der Macht Satans befreite. F\u00fcr Origines geschah durch den Tod Jesu eine Erl\u00f6sung der ganzen Sch\u00f6pfung (Apokatastasis = Allvers\u00f6hnung). Seine endg\u00fcltige Verurteilung im 6. Jahrhundert machten Raum f\u00fcr die dunklen Lehren von Verdammnis und H\u00f6lle. Bereits Augustinus (354-430) \u00a0verkn\u00fcpfte diese Spekulation mit der Erbs\u00fcndenlehre. Die mittelalterliche Kirche bietet Raum f\u00fcr unterschiedliche theologische Lehren. W\u00e4hrend Anselm von Canterbury (1033-1109) die <b>Genugtuungs-Hypothese <\/b>vertrat, wonach Gott durch den Tod des Gottmenschen Jesus Christus seine Ehre wiederhergestellt hat und damit der Menschheit die R\u00fcckkehr zu ihm erm\u00f6glichte, verstand der franz\u00f6sische Theologe Petrus Abaelard (1079-1142) im Gegensatz zu Augustinus den <b>Opfertod Jesu als Zeichen der Liebe<\/b>. Gott gibt der Menschheit durch das Leiden und Sterben Jesu die Gnade der Erl\u00f6sung und damit die Chance zu einem Neuanfang. Auch unter den Reformatoren gab es unterschiedliche Deutungen: W\u00e4hrend Calvin die <b>Hypothese von der stellvertretenden Bestrafung<\/b> vertrat, wonach Jesus f\u00fcr die s\u00fcndige Menschheit starb und so den Zorn Gottes bes\u00e4nftigte, betonte Martin Luther das \u201e<b>Zudecken unserer Schuld<\/b>\u201c.<\/p>\n<h1><b><span style=\"color: #000080;\">Biblische Deutungen als Alternativen<\/span><\/b><\/h1>\n<h1><b><span style=\"color: #000080;\"> zur Opferchristologie<\/span> <\/b><\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die fr\u00fchchristlichen und mittelalterlichen theologischen Spekulationen \u00fcber den Tod Jesu sind relativ leicht abzutun, weil sie eben Spekulationen sind. Ernster ist die Frage, wie die Opfertheologie der neutestamentlichen \u00dcberlieferungen zu deuten und ob die Interpretation des Apostels Paulus zwingend die einzig m\u00f6gliche Deutung ist? Anders gefragt: Bietet das Neue Testament als Ganzes alternative Erkl\u00e4rungen, die sowohl dem Jesusereignis selbst wie auch dem Glauben des Urchristentums gerecht werden?\u00a0 Die heutige Theologie geht wie ein Restaurator vor, der \u00a0in einer romanischen Kirche die Putzschichten abtr\u00e4gt, eine nach der anderen, um nach den alten Fresken zu suchen und sie nach M\u00f6glichkeit wieder sichtbar zu machen. An einige dieser alten Bilder in den Schriften des Neuen Testamentes wird hier erinnert.<\/p>\n<div id=\"attachment_1749\" style=\"width: 198px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Bundesarchiv_Bild_146-1987-074-16_Dietrich_Bonhoeffer.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1749\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1749\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Bundesarchiv_Bild_146-1987-074-16_Dietrich_Bonhoeffer-188x300.jpg\" width=\"188\" height=\"300\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1749\" class=\"wp-caption-text\">Dietrich Bonhoeffer. Quelle Bundesarchiv Wikimedia<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Der treue Zeuge:\u00a0 <\/b>In der \u201eApokalypse Jesu Christi\u201c, dem \u00a0letzten Buch des Neuen Testaments, wird Jesus als \u201eder treue und zuverl\u00e4ssige Zeuge\u201c (Apk 3, 14) bezeichnet. Die Kirche hat diese theologische deutung Jesu verloren. Aber gerade wir Deutschen wissen um die Bedeutsamkeit dieser Bezeichnung. Nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler im Jahre 1933 \u00fcbernahm der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer die Betreuung der deutschen evangelischen Gemeinde in London &#8211; Sydenham. Doch er hielt es in England nicht aus, kehrte nach zwei Jahren nach Deutschland zur\u00fcck und \u00fcbernahm die Leitung des Predigerseminars der Bekennenden Kirche, obwohl er auf der schwarzen Liste der Gestapo stand. Nach dem Entzug der Lehrerlaubnis f\u00fcr Hochschulen konnte Bonhoeffer nur noch im Untergrund lehren und musste jeden Tag seine Verhaftung bef\u00fcrchten. Deshalb nahm er 1939 die Einladung zu einer Vortragsreise in die USA an. Seine Freunde rieten ihm, in den USA zu bleiben. Dennoch kommt Bonhoeffer nach Deutschland zur\u00fcck, um &#8222;im Angesicht des Todes&#8220; seine Schwestern und Br\u00fcder nicht im Stich zu lassen. Heute k\u00f6nnen wir als Deutsche mit erhobenem Haupte leben, weil es solche Menschen wie Dietrich Bonhoeffer gegeben hat. Sie sind die Zeugen, dass es trotz aller Barbarei immer auch ein anderes Deutschland gegeben hat. Jesus ist seit 2000 Jahren f\u00fcr unz\u00e4hlige Menschen der Zeuge f\u00fcr Gottes liebende Zuwendung zu uns Menschen geworden. Er wurde zu der neuen Feuers\u00e4ule f\u00fcr die Treue Gottes, er wurde zum Weg durch die W\u00fcste dieses Lebens, zum Manna in Zeiten der Not, zum Wegbegleiter und Freund. Es lohnt sich an dieser Stelle den wundersch\u00f6nen Text von Angelus Silesius (1657) zu meditieren: \u201eIch will dich lieben meine St\u00e4rke\u201c und zwar alle sieben Strophen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Der Anfang der Sch\u00f6pfung Gottes<\/b>: Der Text der Apokalypse bringt\u00a0 im selben Satz noch eine zweite Aussage, wenn er Jesus als \u201eAnfang der Sch\u00f6pfung Gottes\u201c bezeichnet. \u201eAnfang\u201c ist in der biblischen Sprache ein Schl\u00fcsselwort. \u201eIm Anfang schuf Gott Himmel und Erde\u201c, so beginnt der 1. Sch\u00f6pfungsbericht. Im Buch des Propheten Jesaja wird Gott umschrieben:\u201c Er, der von Anfang an die Generationen (ins Dasein) rief\u201c. (Jes 41,4)\u00a0 Der 1. Johannesbrief beginnt mit dem Satz: \u201e Was von Anfang an war\u2026\u201c (1 Joh 1,1). Hier geht es nie um eine Zeitaussage. Im Deutschen m\u00fcssten wir eher mit \u201eurspr\u00fcnglich\u201c \u00fcbersetzen. Gemeint ist, was der urspr\u00fcnglichen Idee entspricht. Auf Jesus bezogen, hei\u00dft das, er war ein Mensch, der dem Sch\u00f6pfungsplan Gottes\u00a0 entspricht; also: er war kein Krieger, kein Ideologe, kein Mensch der Gewaltt\u00e4tigkeit, kein Mann, der Frauen oder Kinder missbraucht, kein reicher, der auf Kosten anderer Menschen lebt, kein Priester, der an dem Gefolterten achtlos vorbei geht. \u00a0In diesem Sinne war der Wanderprediger Jesus von Nazareth so etwas wie ein Bild des Menschen, wie ihn Gott eigentlich will.<\/p>\n<div id=\"attachment_1758\" style=\"width: 209px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Dalai_Lama_1471_Luca_Galuzzi_2007-Quelle-Wikipedia.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1758\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1758 \" alt=\"Dalai Lama\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Dalai_Lama_1471_Luca_Galuzzi_2007-Quelle-Wikipedia-199x300.jpg\" width=\"199\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Dalai_Lama_1471_Luca_Galuzzi_2007-Quelle-Wikipedia-199x300.jpg 199w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Dalai_Lama_1471_Luca_Galuzzi_2007-Quelle-Wikipedia-682x1024.jpg 682w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Dalai_Lama_1471_Luca_Galuzzi_2007-Quelle-Wikipedia.jpg 1333w\" sizes=\"(max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1758\" class=\"wp-caption-text\">Der Dalai Lama &#8211; ein Lehrer des Lebens. Quelle: wikipedia<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Lehrer des Lebens: <\/b>\u201eWie sollen wir leben?\u201c, diese Frage besch\u00e4ftigt die Menschen von Anfang an. \u201eDu musst stark sein\u201c, sagen die einen. \u201eDu musst Deine Gruppe, zu der du geh\u00f6rst, mit allen Mitteln verteidigen\u201c, sagen andere. \u201eVor allem Gesundheit\u201c, sagen die einen, \u201eich w\u00fcnsche dir viel Gl\u00fcck\u201c, sagen andere. Jesus, der Lehrer des Lebens, erinnert uns an das Grundgesetz allen Lebens, dass \u201edas Weizenkorn sterben muss\u201c und dass es dennoch die Hoffnung gibt, dass alles gut wird. Und dann lebt er uns vor, dass jeder Mensch sogar Folter und Tod \u00fcberleben kann, wenn er frei bleibt von den allzu menschlichen Gef\u00fchlen der Rache und das Vertrauen auf den Vater in den Himmeln bewahrt. Der j\u00fcdische Rabbiner Jesus von Nazareth wurde zum Lehrer des Lebens. Der Evangelist Johannes legt dem Ratsherrn Nikodemus in den Mund: \u201e Rabbi, wir wissen, du bist ein Lehrer, der von Gott gekommen ist\u201c (Jo 3,2) und gibt ein wenig sp\u00e4ter die Antwort: \u201e So, ja hat Gott die Welt geliebt, dass den Sohn, den Einziggeborenen er gab, damit jeder, der an ihn Glaubende an ihn nicht verloren geht, sondern hat ewiges Leben.\u201c Vielleicht m\u00fcssen wir Jesus wieder aus seiner Exklusivit\u00e4t herausholen, in die ihn die christliche Dogmatik eingemauert hat, und ihn in die Reihe stellen, zusammen mit Laotse, Sokrates, Platon, Salomon, Gutenberg, Goethe und Rilke, um das Wort Lehrer des Lebens wieder zu verstehen. Vielleicht m\u00fcssen wir auch das Wort Leben f\u00fcllen; gemeint ist Gott, unser Leben, unsere Welt, unsere Zeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Brot des Lebens: <\/b>Jeder j\u00fcdische Fromme kannte die Geschichte vom Manna, nach der Gott bei der gro\u00dfen W\u00fcstenwanderung Brot vom Himmel regnen lie\u00df.<a title=\"\" href=\"#_ftn57\">[57]<\/a> Aber auch die Weisheit, dass \u201eder Mensch nicht nur von Brot lebt, sondern dass der Mensch von allem lebt, was der Mund des Herrn spricht.\u201c (Deut 8,3) war in den alten Texten zu lesen. In der biblischen Sprache ist Brot ein Bild f\u00fcr das Leben. Der Evangelist Johannes \u00fcbernimmt dieses Bild und meditiert es im 6. Kapitel seines Evangeliums. Dreimal l\u00e4sst er Jesus sagen \u201e Ich bin wie Brot f\u00fcr euer Leben\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn58\">[58]<\/a> und das in F\u00fclle, weshalb in der wunderbaren Geschichte von der Brotvermehrung von den f\u00fcnf Gerstenbroten zw\u00f6lf\u00a0 K\u00f6rbe mit den St\u00fccken \u00fcbrig bleiben.<a title=\"\" href=\"#_ftn59\">[59]<\/a> Nach dem Tod Jesu werden die J\u00fcnger das Verm\u00e4chtnis Jesu weiterreichen und das Brotteilen ein wichtiges Zeichen w\u00e4hlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Lebendiges Wasser: <\/b>Der Evangelist Johannes liebt die alten Bilder. Deshalb greift er auch auf das Buch des Nehemia <a title=\"\" href=\"#_ftn60\">[60]<\/a>zur\u00fcck, wo vom Wasser aus dem Felsen gebrochen wird, das Gott mit dem Manna seinem Volk gibt<a title=\"\" href=\"#_ftn61\">[61]<\/a>. Im Gespr\u00e4ch am Jakobsbrunnen l\u00e4sst er Jesus zu der samaritanischen Frau sagen: \u201eWer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben, vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt.\u201c(Joh 4,14). Noch deutlicher hei\u00dft es im 7. Kapitel: \u201eAm letzten Tag des Festes, dem gro\u00dfen Tag, stellte sich Jesus hin und rief: Wer Durst hat komme zu mir, und es trinke, wer an mich glaubt. Wie die Schrift sagt: \u201eAus seinem Inneren werden Str\u00f6me von lebendigem Wasser flie\u00dfen. Damit meinte er den Geist, den alle empfangen sollen, die an ihn glauben: denn der Geist war noch nicht gegeben, weil Jesus noch nicht verherrlicht war.\u201c Die Geheime Offenbarung nimmt das Bild vom lebendigen Wasser wieder auf: \u201e Wer durstig ist, den werde ich umsonst aus der Quelle trinken lassen; aus der das Wasser des Lebens str\u00f6mt.\u201c (Apk 21,6b)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Betonung der Taufe mit dem Ritus des Untertauchens und die paulinische Opferchristologie (wie Christus untertauchen = sterben) hat dieses Bild vom Trinken des lebendigen Wassers zur\u00fcckgedr\u00e4ngt. Eine Erinnerung finden wir in dem Jesuswort: \u201eWer euch einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr den Namen des Christus tragt, wahrlich, ich sage euch, keinesfalls wird er seinen Lohn verlieren\u201c. (Mk 9, 41) In der Sprache der Mysterienkulte hei\u00dft es im ersten Johannesbrief: \u201eWer sonst besiegt die Welt, wenn nicht der, der glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist. Dieser ist es, der durch Wasser und Blut gekommen ist: Jesus Christus. Er ist nicht nur aus dem Wasser gekommen, sondern im Wasser und im Blut.\u201c (1 Jo 5,6)\u00a0 Das Bild vom lebendigen Wasser weist darauf hin, dass die J\u00fcngerschaft Jesu das Leben reich und lebendig machen will. So wie f\u00fcr den frommen Juden die Thora, so empfanden die fr\u00fchen Christen \u201edas Leben im Namen Jesu\u201c als Geschenk, Auszeichnung, Befreiung und Kraftquelle.<\/p>\n<p><b>Wie Gott: <\/b>Papst Benedikt hat in seinen Jesusb\u00fcchern darauf hingewiesen, dass uns Jesus &#8222;Gott gebracht hat&#8220;. Wenn wir dies nicht wie der Papst <a title=\"\" href=\"#_ftn62\">[62]<\/a> magisch verstehen sondern so wie es die Schriften des Neuen Testamentes ausdr\u00fccken, dass der unsichtbare Gott durch Jesus in besonderer Weise erfahrbar wurde, dann bekommen die Christusikonen der Ostkirchen ihren urspr\u00fcnglichen Sinn und ihren zentralen Platz auch in der Katholischen Kirche zur\u00fcck. Mit Jesus wiederholt sich die Gotteserfahrung des Propheten Elias<a title=\"\" href=\"#_ftn63\">[63]<\/a>, dies war die Erfahrung und \u00dcberzeugung der fr\u00fchen Apostel und Apostelsch\u00fcler. So wie es der j\u00fcdischen Tradition entsprach, zur\u00fcckhaltend \u00fcber Gott zu sprechen, so wird auch im Neuen Testament immer nur angedeutet, wie tief dieser Jesus in mystischer Verbundenheit mit Gott lebte. Aber alles, was dieser Jesus \u00fcber Gott in seinen Geschichten und Gleichnissen erz\u00e4hlte, nicht wie Gott aussieht sondern wie er sich zu uns verh\u00e4lt, das war wichtig und so sind aus den vielen \u00dcberlieferungen die vier Evangelien wie ein kostbarer Schatz aufbewahrt worden.<\/p>\n<h1><span style=\"color: #000080;\">Ausblick<\/span><\/h1>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/DSCN2894.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1747 aligncenter\" alt=\"Abtei in Frankreich\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/DSCN2894-300x235.jpg\" width=\"198\" height=\"155\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/DSCN2894-300x235.jpg 300w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/DSCN2894.jpg 980w\" sizes=\"(max-width: 198px) 100vw, 198px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Evangelist Markus machte am Schluss seiner Passionsgeschichte den r\u00f6mischen Hauptmann zum Zeugen: \u201eAls der Zenturio, der dabeistand, ihm gegen\u00fcber, sah, dass er ausgehaucht hatte, sagte er: Wahrhaftig, dieser Mensch war ein Gottessohn.\u201c (Mk 15,38). Diese \u00dcbersetzung von Martin Ebert wird dem griechischen Text am besten gerecht.d<\/p>\n<p align=\"center\">(Erstver\u00f6ffentlichung Dezember 2009; hier: \u00fcberarbeitete Fassung)<\/p>\n<div>\n<dl id=\"attachment_1746\">\n<dt><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/800px-Meister_des_Rabula-Evangeliums_002.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" alt=\"Das Rabula - Evangelium enth\u00e4lt das \u00e4lteste Kreuzigungsbild der orthodoxen Kirchen. Quelle: Wikimedia.\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/800px-Meister_des_Rabula-Evangeliums_002-300x218.jpg\" width=\"300\" height=\"218\" \/><\/a><\/dt>\n<dd>Das Rabula &#8211; Evangelium enth\u00e4lt das \u00e4lteste Kreuzigungsbild der orthodoxen Kirchen. Quelle: Wikimedia.<\/dd>\n<\/dl>\n<\/div>\n<p align=\"center\">Inhalt<\/p>\n<p align=\"center\">Zielstellung<\/p>\n<p align=\"center\">Jesu Leben und Sterben<\/p>\n<p align=\"center\">Die Jesusbewegung nach dem Tod Jesu<\/p>\n<p align=\"center\">Jesus als Prophet und Menschensohn nach der Spruchquelle Q<\/p>\n<p align=\"center\">Fr\u00fchjudentum und Urchristentum<\/p>\n<p align=\"center\">Biblische Bilder als Hintergrund f\u00fcr die Christologie<\/p>\n<p align=\"center\">Die Christologie des Apostel Paulus: \u201eJesus als S\u00fchnopfer\u201c<\/p>\n<p align=\"center\">Die Bedeutung des Todes Jesu in den Evangelien<\/p>\n<p align=\"center\">Zur Christologie in nachbiblischer Zeit<\/p>\n<p align=\"center\">Biblische Deutungen als Alternativen zur Opferchristologie<\/p>\n<p align=\"center\">Ausblick<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\"><b>\u00a0<\/b><\/p>\n<p align=\"center\"><b>\u00a0<\/b><\/p>\n<p align=\"center\"><b>\u00a0<\/b><\/p>\n<p><b>Zielstellung<\/b><\/p>\n<p>In seinem Buch \u201eWas ich glaube\u201c erz\u00e4hlt Hans K\u00fcng, dass er in seinem Arbeitszimmer statt eines Kruzifixes eine griechische Christus \u2013 Ikone habe, und er begr\u00fcndet dies mit seiner Distanz gegen die religi\u00f6se Vermarktung des Kreuzes. K\u00fcng beklagt, dass wir Christen kein Gesp\u00fcr mehr h\u00e4tten f\u00fcr das \u00c4rgernis des Kreuzes, und weist\u00a0 darauf hin, dass das Kreuz nicht nur zu einem \u201eKampf- und Siegeszeichen\u201c verkommen ist, sondern auch durch eine einseitig verstandene \u201eKreuzesnachfolge\u201c zu einem Zeichen passiv erduldeter Dem\u00fctigung.\u00a0 Vor allem aber d\u00fcrfte K\u00fcng mit vielen Christen \u00fcbereinstimmen, die mit der theologischen Deutung des Kreuzes, dass der Tod Jesu uns von unseren S\u00fcnden reinige und uns dadurch vom Strafgericht Gottes gerettet habe, Schwierigkeiten haben. Er erinnert daran, dass mehr als tausend Jahre das Kreuz als Zeichen der St\u00e4rke verstanden wurde, als \u201eSymbol des Todesnot leidenden Menschen\u201c, der doch nicht dem Hass verf\u00e4llt und das Vertrauen zu Gott bewahrt.<\/p>\n<p>Diese Studie, Niederschlag einer mehrmonatigen Auseinandersetzung, fragt nach der Bedeutung des Todes Jesu in der Botschaft der biblischen Schriften. Sie geht also der Frage nach, ob die zweifellos zentrale Aussage der Schriften des Neuen Testamentes, dass Jesus f\u00fcr unsere S\u00fcnden gestorben ist,\u00a0 nur im traditionellen Verst\u00e4ndnis eines Opfertodes zu verstehen ist oder ob auch andere Deutungen m\u00f6glich und in den biblischen Schriften zu belegen sind. Die Einbeziehung der kritischen Bibelwissenschaft wird vorausgesetzt.<a title=\"\" href=\"#_ftn1\">[1]<\/a><\/p>\n<h1>Jesu Leben und Sterben<\/h1>\n<p>Wir haben keine direkten Zeugnisse von Jesus selbst und keine Originalberichte der ersten J\u00fcngergeneration. Auch alle neutestamentlichen Texte sind bereits Theologie \u2013 also Sammeln, Nachdenken, Ordnen, Auswahl, Gestaltung \u2013 und spiegeln den Glauben, die Hoffnungen und das Leben der Christen des ersten Jahrhunderts wieder.<\/p>\n<p>Ohne es im Einzelnen hier zu belegen, k\u00f6nnen wir \u00a0davon ausgehen, dass Jesus zu einer Familie geh\u00f6rte, die in der b\u00e4uerlich \u2013 j\u00fcdischen Tradition Galil\u00e4as lebte. Alle \u00fcberlieferten Namen wie Josef, Mirjam, Elisabet, Zacharias, Jakobus, Joses, Judas und Simon sind j\u00fcdisch-traditionell. Jesus hat als Kind die j\u00fcdischen Br\u00e4uche kennen gelernt und nach den Evangelien \u00a0auch den Tempelkult. Er kannte sich aus im Gottesdienst der Synagoge und hat schon fr\u00fchzeitig Kontakt zur Reformbewegung des T\u00e4ufers Johannes bekommen. Nachdem der L\u00f6sung von der T\u00e4ufergruppe\u00a0 lebte er zwei bis drei Jahre als Wanderprediger und sammelte um sich eine Gruppe von M\u00e4nnern und Frauen. Sein Anliegen war die religi\u00f6se Erneuerung seines Volkes, so wie es von den Propheten in den alten Schriften \u00fcerliefert worden war.\u00a0 Bereits seit dem 7. Jahrhundert v. Chr. war der Opferkult auf die Tempel in Jerusalem und Samaria \u00a0eingeschr\u00e4nkt worden. Au\u00dferhalb des Tempels traten die Feier des Shabbats und der religi\u00f6sen Feste mit Gebet, Schriftlesung, Loben und Danken an die Stelle der Tieropfer. Das ganze Leben sollte f\u00fcr den j\u00fcdischen Frommen zu einem Lobopfer des Allm\u00e4chtigen werden.<a title=\"\" href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> In der prophetischen Tradition wurden Opfern, Fasten und Gebet ohne ein gerechtes Leben verworfen: Deshalb hei\u00dft es bereits beim Propheten Amos<a title=\"\" href=\"#_ftn3\">[3]<\/a>: \u201eIch hasse eure Feste, ich verabscheue sie und kann eure Feiern nicht riechen. Wenn ihr mir Brandopfer darbringt, ich habe kein Gefallen an euren Gaben und eure fetten Heilsopfer will ich nicht sehen. Weg mit dem L\u00e4rm deiner Lieder! Dein Harfenspiel will ich nicht h\u00f6ren. sondern das Recht str\u00f6me wie Wasser, die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach\u201c. (Amos 5,21-24) Jesus dachte und lebte in dieser sozialkritisch &#8211; prophetischen Tradition. Innere Mitte seines Gottesbildes war f\u00fcr ihn die G\u00fcte Gottes, der seine Sonne \u00fcber Gerechte und Ungerechte scheinen l\u00e4sst und wie ein liebender Vater f\u00fcr seinen entfremdeten Sohn die Arme ausgebreitet h\u00e4lt. Dies hei\u00dft nicht, dass Jesus nicht auch unerbittlich fordernd sein konnte, wenn es um fundamentale Dinge ging. Er scheute sich nicht,\u00a0 solche Bilder wie das Ausrei\u00dfen eines Auges oder das Abhacken einer Hand zu gebrauchen und hat durchaus auch apokalyptische Strafandrohungen verwendet, um den Ernst unseres Lebensweges deutlich zu machen.<\/p>\n<p>Jesus kam mit den damaligen Machthabern in einen schlie\u00dflich t\u00f6tlichen Konflikt, also mit der R\u00f6mischen Besatzungsmacht, der J\u00fcdischen Selbstverwaltung und dem religi\u00f6s &#8211; theologischen Establishment.\u00a0\u00a0 Mit dem grausamen Ritual der Kreuzigung wird er hingerichtet und seine Gruppe zerstreut sich voller Angst. Soweit der historisch feste Boden f\u00fcr das Leben und Sterben des \u201ej\u00fcdischen Wanderpredigers und\u00a0 Mystikers\u201c Jesus von Nazaret.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Die Jesusbewegung nach dem Tod Jesu<\/h1>\n<p>F\u00fcr die Gruppe um Jesus muss dessen Hinrichtung ein Schock gewesen sein. Soweit wir aufgrund der Quellenlage die Situation nach dem ersten Karfreitag erkennen k\u00f6nnen, begann unter der Jesusgruppe ein Prozess, der aus vielen Komponenten gesteuert wurde. Der katholische Dogmatiker Walter Simonis rekonstruierte diesen Gruppenprozess und setzt f\u00fcr ihn den Zeitraum eines Jahres an.<a title=\"\" href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> Ohne genaue Kenntnis des Ablaufs, kennen wir doch die einzelnen Faktoren: Die Prophezeiungen der Propheten, das Warten auf einen Gottessohn und Messias,\u00a0 die Unterdr\u00fcckung durch die R\u00f6mer und ihre einheimischen Vasallen, die aufgeheizte Spannung im Land als allgemeine Rahmenbedingungen; dann die Erinnerungen an Jesus, an seine Worte und Handlungen, an seine ganze Pers\u00f6nlichkeit, sein Beten und Gottvertrauen, seine Souver\u00e4nit\u00e4t mit dem Gesetz, sein Sterben am Kreuz,; und schlie\u00dflich das leere Grab, die entt\u00e4uschten Hoffnungen, die Angst, aber auch \u00a0die eigenen Visionen und Hoffnungen und vor allem auch die Berichte der Frauen: aus diesem \u201eGebr\u00e4u von Gedanken, Gef\u00fchlen, Erfahrungen und Informationen\u201c wuchs der Osterglaube, so beschreibt es Simonis.<\/p>\n<p>Die urspr\u00fcngliche Jesusgruppe verstand sich ganz als Teil des Judentums und war in den Jerusalemer Kultbetrieb noch voll integriert. Alle waren sie Juden, allerdings auch in dieser fr\u00fchen Phase gab es durch die Juden aus der Diaspora, die zweitweilig oder dauernd in Jerusalem lebten, ein internationales Flair<a title=\"\" href=\"#_ftn5\">[5]<\/a>. Selbst in der verkl\u00e4rten Darstellung seiner \u00a0Apostelgeschichte erz\u00e4hlt Lukas: \u201eTag und Nacht verharrten sie einm\u00fctig im Tempel.\u201c (Apg 2, 46) \u00a0und er l\u00e4sst Petrus zu den Tempelbesuchern sprechen: \u201eMit Gewissheit erkenne also das ganze Haus Israel: Gott hat ihn zum Herrn und Messias gemacht, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt.\u201c (Apg 2,36)<\/p>\n<p>In der Apostelgeschichte gibt es auch einzelne Informationsreste, die darauf hindeuten, dass sich die Jesusbewegung au\u00dferhalb Jerusalems zuerst in Samarien ausbreitete. Nach dem j\u00fcdischen Historiker Flavius Josephus hatten sich lange vor dem Babylonischen Exil die St\u00e4mme Ephraim und Manasse anl\u00e4sslich von Streitigkeiten \u00fcber die G\u00fcltigkeit von Mischehen vom Jerusalemer Opferkult getrennt <a title=\"\" href=\"#_ftn6\">[6]<\/a> Die Samaritaner hatten sich dann auf dem Berg Garizim<a title=\"\" href=\"#_ftn7\">[7]<\/a> einen eigenen Tempel gebaut, der ebenso wie der Jerusalemer Tempel von Herodes d.Gr. prachtvoll ausgebaut wurde. Zwischen Jud\u00e4a &#8211; Jerusalem und Samarien &#8211; Garizim herrschte so etwas wie Kalter Krieg. Die Forschung geht heute davon aus, dass Jesus mit seiner Gruppe, die alle im wesentlichen aus dem religi\u00f6sen Mischgebiet Galil\u00e4a kamen, gegen\u00fcber den Samaritanern wesentlich liberaler waren als die Pharis\u00e4er und Jerusalemer Priesterschaft,\u00a0 und deshalb in Samarien so etwas wie ein R\u00fcckzugsgebiet hatten.<a title=\"\" href=\"#_ftn8\">[8]<\/a> Einen Hinweise geben die Geschichten vom barmherzigen Samariter <a title=\"\" href=\"#_ftn9\">[9]<\/a> und vom dankbaren Samariter<a title=\"\" href=\"#_ftn10\">[10]<\/a>, die Lukas erz\u00e4hlt; sowie\u00a0 die Begegnung am Jakobsbrunnen im Johannesevangelium.<a title=\"\" href=\"#_ftn11\">[11]<\/a> In der Apostelgeschichte erz\u00e4hlt nun Lukas sehr ausf\u00fchrlich zwei Geschichten \u00fcber die fr\u00fchzeitige Missionst\u00e4tigkeit der Apostel in Samarien<a title=\"\" href=\"#_ftn12\">[12]<\/a>. Die erste Geschichte erz\u00e4hlt von einem (dem Apostel?) Philippus, der von den Samaritanern nicht nur freundlich aufgenommen wird, sondern auch gro\u00dfes Echo findet. In der zweiten Erz\u00e4hlung werden Petrus und Johannes von der Gemeinde nach Samarien geschickt, um schon vorhandene Jesusgruppen zu besuchen.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen davon ausgehen, dass diese erste Schicht der Jesusbewegung des Aram\u00e4ischen (als Volkssprache auf den D\u00f6rfern) und des Hebr\u00e4ischen ( als Kultsprache) noch voll m\u00e4chtig waren. Die Forschung geht heute davon aus, dass Wanderprediger in Gallil\u00e4a und Samaria Jesusworte in aram\u00e4ischer Sprache, der Muttersprache Jesu, gesammelt hatten, vielleicht nach Stichworten geordnet und ins Hebr\u00e4ische \u00fcbersetzt. Da durch die Auseinandersetzungen des J\u00fcdischen Krieges (66-74) auch viele Jesusj\u00fcnger fliehen m\u00fcssen, werden die unterschiedlichen m\u00fcndlichen und schriftlichen Erinnerungen an Jesus zu einem einheitlichen Text zusammengestellt und dann auch ins Griechische \u00fcbersetzt. Weil die Evangelisten Lukas und Matth\u00e4us diesen Text neben anderen Quellen vor sich hatten, haben sie diesen in ihr Evangelium eingearbeitet. Die heutige Theologie kann diesen Text aus den Evangelien\u00a0 rekonstruieren und gibt ihm den Namen Spruchquelle Q<a title=\"\" href=\"#_ftn13\">[13]<\/a>. Offensichtlich ist aber Q fr\u00fchzeitig verloren gegangen, denn in der fr\u00fchchristlichen Literatur wird sie nirgends erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>Zu einer totalen Ver\u00e4nderung kam es, als die Jesusgruppen in den St\u00e4dten Fu\u00df fassten, denn diese waren hellenistisch gepr\u00e4gt. Hier gab es Schulen, Schwimmb\u00e4der, Banken und Gesundheitszentren; hier wurde vor allem Griechisch gesprochen und Latein als Sprache der r\u00f6mischen Besatzungsmacht. Hier gab es Wohlstand und Bildung. Wichtiger aber als die griechische Sprache war die griechische Geisteshaltung, die sich in den Philosophien und\u00a0 Religionen, in Moral, Staatsverst\u00e4ndnis, Lebensart, Geschlechterbeziehung, Erziehung und Verhalten in Krisen vermittelte.. Nach der Zerst\u00f6rung Jerusalems (70 n.Chr.) war die j\u00fcdisch-christliche Bewegung bereits im griechischen Sprachraum angekommen. Deshalb wurden alle neutestamentlichen Schriften in Griechisch geschrieben.\u00a0\u00a0 Es gibt in den Evangelien\u00a0 Reste dieser Entwicklung, wenn einzelne (griechische) Worte in ihrer aram\u00e4isch \u2013 hebr\u00e4ischen Bedeutung erl\u00e4utert werden. In der lukanischen Ostergeschichte hei\u00dft es\u00a8\u201c Da wandte sie (&gt;Maria von Magdala) sich ihm zu und sagte auf Hebr\u00e4isch zu ihm: Rabbuni, das hei\u00dft\u00a0 Meister\u201c.\u00a0 Der Evangelist Lukas, der griechisch spricht, kennt noch einzelne hebr\u00e4ische Worte und nimmt diese in sein Evangelium auf. Dass dieser Wechsel vom Aram\u00e4isch\/Hebr\u00e4ischen zum Griechischen nicht nur eine rein sprachliche \u00dcbersetzung war, sondern auch erforderte, dass sich die christliche Bewegung dem griechischen Denken, seiner Philosophie, seinem Menschenbild, seinen religi\u00f6sen Metaphern, Bildern und Wertvorstellungen anpasste, begreift die heutige Theologie immer klarer.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Jesus als Prophet und Menschensohn nach<\/h1>\n<h1>der Spruchquelle Q<\/h1>\n<p>Da wir mit der Spruchquelle Q der urspr\u00fcnglichen aram\u00e4isch-hebr\u00e4ischen Jesus \u2013 \u00dcberlieferung sehr nahe kommen, ist ein gesonderter Blick auf den Inhalt angebracht.<\/p>\n<p>Die Spruchquelle Q beginnt mit drei erz\u00e4hlenden Texten: Ank\u00fcndigung durch den T\u00e4ufer Johannes, Jesu Taufe, Jesu Versuchung in der W\u00fcste. Dann folgen gewisserma\u00dfen als Zusammenfassung der Gottesreich-Verk\u00fcndigung Jesu die Seligpreisungen: Gott wird zugunsten der Benachteiligten eingreifen. Die nun folgenden Spr\u00fcche und Gleichnisse sprechen von der Liebe Gottes zu den Armen und Unterdr\u00fcckten. Der Text ist wie \u201eein Evangelium der Bauern Gallil\u00e4as\u201c und eine sehr grunds\u00e4tzliche Kritik am damaligen Wirtschaftssystem .Die Vaterunserbitte \u201eUnd erlasse uns unsere Schulden, wie auch wir aus unseren Schulden erlassen\u201c\u00a0 bekommt auf dem Hintergrund der verarmten und \u00fcberschuldeten Bev\u00f6lkerung einen ganz anderen Klang. Nach Q hat die Verk\u00fcndigung Jesu die damaligen gesellschaftlichen Wertsysteme und Verhaltensmuster auf den Kopf gestellt und zu einer grunds\u00e4tzlichen Ver\u00e4nderung des eigenen Lebens aufgerufen. Neben seiner sozialkritischen Forderungen bringt Q viele Worte Jesu, die einen Impuls geben wollen, den Mechanismus von Hass und Gewalt zu durchbrechen. Offensichtlich verstand sich die Jesusbewegung als Alternative zum j\u00fcdischen Widerstand. Die Missionare in der\u00a0 Nachfolge Jesu stellten sich als Friedensboten vor: \u201cIn welches Haus ihr auch geht, sagt zuerst: Friede diesem Haus.\u201c<\/p>\n<p>Auch Q ist nicht einfach eine Sammlung von Jesusworten. Wie sp\u00e4ter die Evangelisten haben bereits der Autor bzw. die Autoren von Q die ihnen zug\u00e4nglichen \u00dcberlieferungen von Jesus nach ihrer Sicht ausgesucht, gestaltet und geordnet. Jesus wird als endzeitlicher Prophet dargestellt, der um sich J\u00fcnger sammelt und sendet. Der Kreuzestod klingt nur einmal indirekt in dem Nachfolge &#8211; Logion an: \u201eWer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir folgt, kann nicht mein J\u00fcnger sein\u201c. <a title=\"\" href=\"#_ftn14\">[14]<\/a>Q deutetet die T\u00f6tung des Propheten Jesus ganz auf dem Hintergrund der alttestamentlichen \u00dcberlieferung: \u201eJerusalem! Jerusalem! Du t\u00f6test die Propheten und steinigst die, die zu dir gesandt sind. Wie oft wollte ich deine Kinder sammeln wie eine Henne ihre K\u00fcken unter die Fl\u00fcgel sammelt, aber ihr habt nicht gewollt.\u201c (Q: Mt 23,37 \u2013 39 \/ Lk 13,34 \u2013 35) Der Tod Jesu ist die Konsequenz seines prophetischen Wirkens. Wie die Passion spielen auch die anderen Hoheitstitel f\u00fcr Jesus, die wir aus den neutestamentlichen Schriften kennen, kaum eine Rolle. Der Titel \u201eSohn Gottes\u201c, mit dem Markus sein Evangelium beginnt, kommt in Q nur einmal vor und zwar\u00a0 im Mund des Teufels bei der Versuchung Jesu in der W\u00fcste.<a title=\"\" href=\"#_ftn15\">[15]<\/a> Der Titel \u201eMessias\/Christos\u201c taucht \u00fcberhaupt nicht auf. Q gebraucht jedoch den Titel \u201eMenschensohn\u201c sowohl f\u00fcr den historischen Jesus wie f\u00fcr den endzeitlichen .Dass sich Jesus selbst als \u201eMenschensohn\u201c bezeichnet hat, darauf deutet ein Nachfolgewort: \u201eUnd jemand sagte zu ihm: Ich werde dir nachfolgen, wohin du auch gehst. Und Jesus sagte ihm: Die F\u00fcchse haben H\u00f6hlen und die V\u00f6gel des Himmels Nester, der Menschensohn aber hat nichts, wo er seinen Kopf hinlegen k\u00f6nnte.\u201c (Q: Mt 8,18 \u2013 20 \/ Lk 9,57 \u2013 58). In der Spruchquelle ist aber der Tod des Propheten nicht das Ende der Geschichte Jesu. Der Menschensohn Jesus, der zu seinen Lebzeiten der Verk\u00fcnder des kommenden Gottesreiches ist, wird wie es in den B\u00fcchern der Propheten Daniel und Malachias\u00a0 vorausgesagt wurde, am Zeitenende der auf den Wolken Kommende, der wiederkommende Elias sein.\u00a0 \u201eWie der Blitz vom Osten hervorkommt und bis zum Westen scheint, so wird der Tag des\u00a0 Menschensohns sein\u201c.<a title=\"\" href=\"#_ftn16\">[16]<\/a> Wie stark Q in den Bildern der\u00a0 fr\u00fchj\u00fcdischen Apokalyptik denkt, zeigt ein anderer Text: \u201eDenn wie in den Tagen Noachs, so wird es auch in den Tagen des Menschensohns sein. Sie a\u00dfen, tranken, heirateten, wurden verheiratet bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging und die Flut kam und sie alle wegraffte. So wird es auch an dem Tag sein, wenn der Menschensohn offenbar wird.\u201c <a title=\"\" href=\"#_ftn17\">[17]<\/a>Aber es gilt auch: \u201eJeder, der sich zu mir vor den Menschen bekennt, zu dem wird sich auch der Menschensohn vor den Engeln bekennen; wer mich aber vor den Menschen verleugnet, der wird auch verleugnet werden vor den Engeln.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn18\">[18]<\/a><\/p>\n<p>Auffallend ist auch, dass der Auferstehungsglaube in der Spruchquelle Q nicht vorkommt. Das Logion vom Propheten Jona, das der Evangelist Matth\u00e4us als Voraussage f\u00fcr die Auferstehung Jesu deutet,\u00a0 hat bei Q eine durch und durch alttestamentlich-prophetische Aussagebedeutung: \u201eEr aber sagte: Diese Generation ist eine b\u00f6se Generation, sie fordert ein Zeichen, aber es wird ihr kein Zeichen gegeben werden \u2013 nur das Zeichen des Jona. Denn wie Jona f\u00fcr die Niniviten zum Zeichen wurde, so wird es auch der Menschensohn f\u00fcr diese Generation sein.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn19\">[19]<\/a> Die Ermordung des Propheten Jesus ist f\u00fcr Q das Zeichen, das jeder Fromme sofort verstehen kann.<\/p>\n<p>Auffallend ist ebenfalls der Verzicht auf Wundergeschichten. Hier ist ein deutlicher Unterschied zu den Evangelien zu erkennen. M\u00f6glicherweise waren vorgnostische Einfl\u00fcsse mit ihrer starken Betonung von Ethos, Erkenntnis, Zeugnis und Identit\u00e4t st\u00e4rker, als das bisher in der Forschung gesehen wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1><b>Fr\u00fchjudentum und Urchristentum<\/b><\/h1>\n<p>In der j\u00fcdischen Diaspora ereignen sich seit ca. 300 v.Chr. die sukzessive \u00dcbernahme der griechischen Sprache sowie ein oft widerspr\u00fcchlicher Prozess von Ann\u00e4herung und Abgrenzung zur hellenischen Philosophie \/ Religion \/ Ethik.\u00a0 Der katholische Exeget Hubert Frankem\u00f6lle<a title=\"\" href=\"#_ftn20\">[20]<\/a> \u00a0vermeidet f\u00fcr diese Zeit zu Recht den Begriff\u00a0 \u201cSp\u00e4tjudentum\u201c, weil in ihm ein Ton der Abwertung mit klingt, so als ob das klassisch-prophetische Judentum in den Jahrhunderten vor der Zeitenwende einen deutlichen Substanzverlust erlitt. Frankem\u00f6lle spricht stattdessen vom \u201eFr\u00fchjudentum\u201c und sieht in ihm die Voraussetzung f\u00fcr die Trennung\u00a0 des Urchristentums vom Rabbinischen Judentum. \u00a0Denn die Vielfalt des Fr\u00fchjudentums \u00fcbertrug sich auf die christologisch orientierte Theologie, die zun\u00e4chst trotz aller Abgrenzung und Feindschaft lange Zeit nahe am Judentum blieb, dann jedoch Schritt f\u00fcr Schritt dessen Nachfolge \u00fcbernahm. Eine besondere Rolle f\u00fcr die Entfremdung der beiden &#8222;Geschwister&#8220; bedeutete die Entscheidung des traditionellen Judentums f\u00fcr die heb\u00e4ische Sprache. Im Gegensatz dazu wurde die christliche Jesusbewegung durch das Koine-Griechisch bestimmt. Alle Schriften, die sp\u00e4ter im Neuen testament gesammelt wurden, sind in Griechisch geschrieben. Die Entscheidung des Rabbinischen Judentums f\u00fcr die hebr\u00e4ische Sprache bedeutete nicht nur die Neuformierung des Judentums und die Entstehung eines Kanons der hebr\u00e4isch verfassten Schriften, \u00a0sondern initiierte auch einen gegenl\u00e4ufigen, immer st\u00e4rker abwertenden Prozess gegen\u00fcber bisherigen griechisch beeinflussten j\u00fcdischen Theologie. Da sich die Reformatoren 1500 Jahre sp\u00e4ter an die Entscheidung des Rabbinischen Judentums, also f\u00fcr die Hebr\u00e4ische Bibel entschieden, ist bis in unsere Zeit die Bedeutung der hellenistischen Theologie unterbewertet worden. Dies hat sich in den letzten Jahrzehnten durch die Forschung ver\u00e4ndert. <a title=\"\" href=\"#_ftn21\">[21]<\/a><\/p>\n<h3><b>Zu den griechischen \u00dcbersetzungen der hebr\u00e4ischen Texte: <\/b><\/h3>\n<p>Bereits im 3. Jahrhundert v.Chr. sind viele Diasporajuden der Hebr\u00e4ischen Sprache nicht mehr m\u00e4chtig. Die hebr\u00e4ischen Texte werden deshalb ins Griechische, die allgemeine Verkehrssprache, \u00fcbersetzt. Als besonders wichtig wird die \u00dcbersetzung der f\u00fcnf Thora-B\u00fccher gewertet. Die innerj\u00fcdischen Auseinandersetzungen \u00fcber die Frage von G\u00fcltigkeit und Inspiration der \u00dcbersetzungen d\u00fcrfte der Hintergrund f\u00fcr die Entstehung von Kultlegenden sein. So schickte nach einer Legende der \u00e4gyptische K\u00f6nig Ptolomaios eine Botschaft nach Jerusalem mit der Bitte um 72 Gelehrte, aus jedem Stamm Israels je sechs. Diese \u00dcbersetzer h\u00e4tten dann in Alexandrien die Thora \u00fcbersetzt und seien unabh\u00e4ngig voneinander zu demselben Text gekommen. Auch die Evangelisten lesen die\u00a0 (alttestamentlichen) biblischen Texte in der griechischen \u00dcbersetzung und beschr\u00e4nken sich auf einzelne Hinweise auf den urspr\u00fcnglichen Wortlaut. Markus legt z.B. dem sterbenden Jesus den 22. Psalm in den Mund und zitiert den zweiten Vers: \u201eEloi, Eloi, lama sabachthani, das hei\u00dft \u00fcbersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?\u201c (Mk 15,34) Im 2. Jahrhundert f\u00fchrte der christliche Theologe Justin f\u00fcr die griechische \u00dcbersetzung der Thora in Anlehnung an eine Erz\u00e4hlung des Aristeas den Namen Septuaginta (LXX) ein. Sp\u00e4ter b\u00fcrgerte sich der Name Septuaginta f\u00fcr die ganze von der christlichen Kirche gebrauchten griechischen Bibel ein. F\u00fcr das Judentum verloren die griechischen Texte an Bedeutung.<\/p>\n<h3><b>Die Ver\u00e4nderung biblischer \u00dcberlieferungen durch das hellenistische Denken<\/b>:<\/h3>\n<p>Die \u00dcbersetzung der alten Texte ins Griechische war nicht nur ein formal-technisches Verfahren, denn mit den \u00dcbersetzungen drangen auch hellenistische Vorstellungen in die j\u00fcdische Theologie ein. Als Beispiel f\u00fcr diesen Prozess kann der erste Vers des priesterlichen Sch\u00f6pfungsberichtes dienen. Im hebr\u00e4ischen Text, der um 400\/500 v. Chr. aufgeschrieben wurde, hei\u00dft es: \u201eBereschit barah Elohim ha shamayim we ha arez we ha arez hijtah tohu wabohu..\u201c W\u00f6rtlich \u00fcbersetzt: \u201eAm Anfang schuf die Gottheit (=Gott) die Himmel und die Erde und die Erde war w\u00fcst und wirr.\u201c Die griechischen \u00dcbersetzer w\u00e4hlten f\u00fcr elohim \u201eho Theos\u201c und f\u00fcr Himmel den Singular, also \u201eder einzige Gott schuf Himmel \u00a0und Erde\u201c, um ein polytheistisches Missverst\u00e4ndnis von vornherein auszuschlie\u00dfen.. In der hellenistischen Welt des Polytheismus wurde mit der \u00dcbersetzung ein Bekenntnis zum Monotheismus verbunden. Ebenso wurde der zweite Teil des Satzes ver\u00e4ndert: Die Erde war nun unsichtbar (aoratos) und ungemacht (akatasteuastos). Diese \u00dcbersetzung schloss die aristotelisch-stoische Vorstellung von einem pr\u00e4existenten Urstoff aus. Wie wichtig diese inhaltlichen Korrekturen waren, kann man am 2. Makkab\u00e4erbuch erkennen, das um 124 v.Chr. in Griechisch geschrieben wurde. Da sagte die Makkab\u00e4ermutter zu ihrem j\u00fcngsten Sohn, um ihn im Glauben zu best\u00e4rken: Ich bitte dich, mein Kind, schau dir den Himmel und die Erde an; siehe alles, was es da gibt, und erkenne: Gott (= ho Theos) hat dieses nicht aus den bestehenden Dingen (ouk ex onton) gemacht.\u201c<\/p>\n<p>Dass die christlichen Theologen diese j\u00fcdischen Neuinterpretationen der biblischen \u00dcberlieferungen benutzten, um ihre christologischen Absichten zu begr\u00fcnden, l\u00e4sst sich auch an dem ber\u00fchmten Jesaja \u2013 Text erkennen. In den fr\u00fchen \u00dcbersetzungen des hebr\u00e4ischen Textes ins Griechische wurde in dem Vers\u00a0 \u201eSiehe, die junge Frau (&gt; Alma) wird empfangen und einen Sohn geb\u00e4ren und du wirst seinen Namen Immanuel nennen\u201c (Je 7,14), das hebr\u00e4ische Wort \u201ealma\u201c mit parthenos = Jungfrau \u00fcbersetzt. Diese \u00dcbersetzung entsprach sowohl j\u00fcdischem Denken, wonach jeder Mensch drei Eltern hat, n\u00e4mlich Gott, Vater und Mutter, \u00a0sowie den hellenistischen Vorstellungen, wonach die wichtigen Menschen immer direkt auf die G\u00f6tter zur\u00fcckgehen. F\u00fcr Matth\u00e4us und Lukas wird aber daraus die Zeugung Jesu durch den Geist Gottes und damit die Schwangerschaft Marias ohne Geschlechtsverkehr.<\/p>\n<p>Auch die Vorstellungen einer individuellen Auferstehung sind keinesfalls eine christliche Erfindung, sondern haben ihre Wurzeln in j\u00fcdisch-hellenistischen Glaubensvorstellungen, an die die christlichen Theologen ankn\u00fcpfen konnten. So hei\u00dft es im Buch Hijob im hebr\u00e4ischen Text:\u201c Dann starb Ijob, hoch betagt und satt an Lebenstagen\u201c. (Ijob 42,17) Die griechischen \u00dcbersetzer erweitern diesen Text mit einer ganzen Passage entsprechend den Vorstellungen einer individuellen Auferstehung. Dieser Text beginnt mit dem Satz: \u201eEs steht geschrieben: Er wird wieder auferstehen mit denen, die der Herr auferwecken wird.\u201c Die lateinische \u00dcbersetzung braucht diese Erweiterung nicht mehr und \u00fcbernimmt sie nicht, so auch die deutsche Einheits\u00fcbersetzung.<\/p>\n<p>Zusammenfassend l\u00e4sst sich sagen: Die ausschlie\u00dfliche Orientierung der christlichen Theologen an der griechisch \u2013 biblischen Theologie f\u00fchrt ma\u00dfgeblich zu der Entwicklung der trinitarischen Christologie.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Biblische Bilder als Hintergrund f\u00fcr die<\/h1>\n<h1>Christologie<\/h1>\n<p>Die Welt Jesu, der Apostel und der fr\u00fchen Jesusgruppe ist das aram\u00e4isch-hebr\u00e4ische Fr\u00fchjudentum. Die Jesuanische Relekture der alten Traditionen ist eine wichtige Komponente f\u00fcr die Entstehung der Jesusgruppe, die sich noch ganz im Rahmen des traditionellen Judentums vollzog. Einfach gesagt: Die Jesusj\u00fcnger begannen die Alten Schriften zu sichten, ob es f\u00fcr Situationen ihrer Jesusgeschichte in den alten Texten Anhaltspunkte, Vergleiche oder Weissagungen gab. Das Alte Testament wurde so immer st\u00e4rker unter dem christologischen Aspekt neu gelesen. Die wichtigsten christlich bedeutsamen \u00a0alttestamentlichen Metaphern k\u00f6nnen \u00a0diesen Prozess verdeutlichen.<\/p>\n<p><b>Der Bock f\u00fcr Asasel : <\/b>Im 16 Kapitel des Buches Leviticus wird von einem seltsamen Ritual erz\u00e4hlt, das offensichtlich bis in die Fr\u00fchzeit des Volkes Israel zur\u00fcck geht und als Ritual f\u00fcr den Vers\u00f6hnungstag tradiert wird: Zwei Ziegenb\u00f6cke sind auszuw\u00e4hlen und durch Los zu trennen. Der erste soll als \u201eZiegenbock des Herrn\u201c mit einem Jungstier geschlachtet werden und mit dem Blut beider Tiere ist \u00a0das Heiligtum des Tempels zu besprengen, um durch diese symbolische Handlung, die S\u00fcnden des Volkes zu s\u00fchnen. Dem anderen\u00a0 Bock soll ein ausgew\u00e4hlter Priester wie Aaron beide H\u00e4nde auf den Kopf legen und dabei alle S\u00fcnden des Volkes bekennen. Dann soll der Bock \u201ezu Asasel in die W\u00fcste\u201c gejagt werden. Da die griechische Septuaginta mit dem Wort \u201ezu Asasel\u201c nichts anfangen kann<a title=\"\" href=\"#_ftn22\">[22]<\/a>, bezeichnet sie in\u00a0 Vers 8 den Asaselbock \u201eapopompaios\u201c und das hei\u00dft \u201e der Unheil abwendet\u201c, Die lateinische Vulgate w\u00e4hlt \u201ecaprus emissarius\u201c, als \u201eder weggeschickte Ziegenbock\u201c. Luther h\u00e4lt sich an den hebr\u00e4ischen Text und \u00fcbersetzt mit \u201ef\u00fcr Asasel\u201c. Im Volksmund aber b\u00fcrgerte sich dann in Anlehnung an die Septuaginta das Wort \u201eS\u00fcndenbock\u201c ein.<\/p>\n<p>Wie stark diese \u201eS\u00fcndenbockgeschichte\u201c die fr\u00fche Kirche pr\u00e4gte, zeigt der Hebr\u00e4erbrief. F\u00fcr die hinter dem Text stehende Theologie ist Christus der neue und letzte Hohepriester, der \u201eein f\u00fcr allemal in das Heiligtum hineingegangen (ist), nicht mit dem Blut von B\u00f6cken und jungen Stieren, sondern mit seinem eigenen Blut, und so hat er eine ewige Erl\u00f6sung bewirkt.\u201c (Hebr 9,11f) Der Kirchenvater Tertullian (\u2020 230) vergleicht beide B\u00f6cke mit dem Leiden Christi, der einerseits verh\u00f6hnt, verspottet und durchbohrt und andererseits am Kreuz geopfert wird.<a title=\"\" href=\"#_ftn23\">[23]\u00a0 <\/a><\/p>\n<p><b>Der Gottesknecht: <\/b>Das Buch des Propheten Jesaja ist eine Komposition von verschiedenen Texten aus unterschiedlichen Zeiten.<a title=\"\" href=\"#_ftn24\">[24]<\/a> Wahrscheinlich war mit dem Gottesknecht (hebr. \u00c4b`\u00e4d) urspr\u00fcnglich das ganze Volk Israel gemeint, in sp\u00e4terer Zeit war aber auch eine \u00dcbertragung auf einzelne Menschen m\u00f6glich.<a title=\"\" href=\"#_ftn25\">[25]\u00a0 <\/a><\/p>\n<p><i>Im ersten Lied vom Gottesknecht (Jes 42,1-4)<\/i> wird seine\u00a0 Einsetzung durch Gott geschildert. &#8222;Seht, mein Knecht, den ich st\u00fctzte, mein Erw\u00e4hlter, an dem ich mein Wohlgefallen habe! Ich lege meinen Geist auf ihn, dass er den V\u00f6lkern die Wahrheit verk\u00fcnde.\u201c\u00a0 (Jes 42,1)<\/p>\n<p><i>Im zweiten Lied vom Gottesknecht\u00a0 (Jes 49,1-6)<\/i> spricht der Gottesknecht selbst: &#8222;H\u00f6rt mich, ihr Inseln, und merkt auf, ihr fernen V\u00f6lker! Jahwe berief mich vom Mutterleib, vom Mutterscho\u00dfe an nannte er meinen Namen.\u201c (Jes 49,1) Dann best\u00e4tigt Gott die universale Sendung des Gottesknechtes:\u00a0 \u201eEs ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, nur um die St\u00e4mme Jakobs wieder aufzurichten und die Verschonten Israels heimzuf\u00fchren. Ich mache dich zum Licht f\u00fcr die V\u00f6lker, dass mein Heil bis an die Grenzen der Erde reiche.&#8220; (Jes 49,6)<\/p>\n<p><i>Im dritten Lied vom Gottesknecht (Jes 50,4-9<\/i>) schildert der Gottesknecht die Verfolgungen und Misshandlungen. Aber er beh\u00e4lt das Vertrauen zu Gott: \u201eIch hielt meinen R\u00fccken denen hin, die mich schlugen, und denen, die mir den Bart ausrissen, meine Wangen, Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schm\u00e4hungen und Speichel. Doch der Herr wird mir helfen, darum werde ich nicht in Schande enden.\u201c (Jes 50,6f)<\/p>\n<p><i>Im vierten Lied vom Gottesknecht (Jes 52,13-53,12)<\/i> wird die Qual des Gottesknechtes interpretiert als stellvertretendes und s\u00fchnendes Leiden: \u201eWie einer, vor dem man das Gesicht verh\u00fcllt, war er verachtet; wir sch\u00e4tzten ihn nicht. Aber er hat unsere Krankheiten getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. Wir meinten, er sei von Gott geschlagen, von ihm getroffen und gebeugt. Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, wegen unserer S\u00fcnden zermalmt. Zu unserem Heil lag die Strafe auf ihm, durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe, jeder ging f\u00fcr sich seinen Weg. Doch der Herr lud auf ihn die Schuld von uns allen, Er wurde misshandelt und niedergedr\u00fcckt, aber er tat seinen Mund nicht auf, Wie ein Lamm, das man zum Schlachten f\u00fchrt, und wie ein Schaf angesichts seiner Scherer, so tat auch er seinen Mund nicht auf.\u201c (Jes 3-7)<\/p>\n<p>Die fr\u00fchen christlichen Theologen lasen die Texte vom Gottesknecht als prophetische Vorausschau auf Jesus Christus und seine Sendung als Heilsmittler. Jesus ist der neue Moses und wie dieser (1 Chr 6,34)\u00a0 Knecht Gottes. Im Kreuzeshymnus, den Paulus im Philipperbrief zitiert, wird Jesus als der Gottesknecht schlechthin beschrieben: \u201eEr war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern ent\u00e4u\u00dferte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleicht. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tode, bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott \u00fcber alle erh\u00f6ht \u2026\u201c Phil 2, 6ff)<\/p>\n<p><b>Der Menschensohn: <\/b>Die Vorstellungen vom Menschensohn finden wir in der apokalyptisch-endzeitlichen Literatur etwa f\u00fcr die Zeit 2. Jh. v. Chr. bis 2. Jh. n. Chr. Hintergrund waren immer besondere Krisenzeiten, die daran zweifeln lie\u00dfen, dass die Sch\u00f6pfung aus sich zu einem guten Ende kommt. Aufgrund des massiv erfahrenen politisch- wirtschaftlich-sozialen Unrechts richtete sich die Hoffnung auf ein Eingreifen Gottes, wodurch die B\u00f6sen bestraft und die Guten belohnt werden. Die Geschichte wird nicht mehr von Gott durch das Tun der Menschen gelenkt, sondern muss von Gott aufgrund der Bosheit der Menschen gewaltsam ver\u00e4ndert und damit auch beendet werden. Dieser Katastrophenglaube verband sich mit dem Auferstehungsglauben. Der Glaube an die Auferstehung wurde zur Hoffnung f\u00fcr die verfolgten Gerechten. Von der apokalyptischen Literatur<a title=\"\" href=\"#_ftn26\">[26]<\/a> wurde das Buch Daniel besonders wichtig und fand Eingang in den j\u00fcdischen Kanon. Geschichtlicher Hintergrund ist die Verfolgung Israels durch den syrischen Herrscher Antiochus IV. Ganz in der Art der semitischen Erz\u00e4hlkunst wird die Geschichte von Daniel und seiner Familie in die Zeit Nebukadnezars zur\u00fcckverlegt. Dem Leser soll vermittelt werden, dass Gott sein Volk nicht vergessen hat. Aus dem Buch Daniel stammt die Gestalt des Menschensohns: \u201e Da kam einer mit den Wolken des Himmels, einer wie ein Menschensohn. Er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn gef\u00fchrt. Ihm wurden Herrschaft, W\u00fcrde und K\u00f6nigtum gegeben. Alle V\u00f6lker, Nationen und Sprachen m\u00fcssen ihm dienen. Seine Herrschaft ist eine ewiger, unverg\u00e4ngliche Herrschaft, sein Reich geht niemals unter.\u201c (Buch Daniel 7, 13 f) Wir k\u00f6nnen heute davon ausgehen, dass Jesus von Nazareth diesen apokalyptischen Titel des Danielbuches f\u00fcr sich angewendet hat.<a title=\"\" href=\"#_ftn27\">[27]<\/a> Jedenfalls hat die fr\u00fche Jesusbewegung das Bild vom Menschensohn sowohl auf den irdischen Jesus wie auf seine erwartete endzeitliche Wiederkehr angewendet. So endet bei Markus die Verkl\u00e4rungsgeschichte mit einem umschriebenen Jesuslogion: \u201cW\u00e4hrend sie den Berg hinabstiegen, verbot er ihnen irgend jemand zu erz\u00e4hlen, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei.\u201c (Mk 9,9) In der apokalyptischen Rede des Markusevangeliums ist die Anlehnung an die Danielprophezeiung ganz deutlich: \u201eDann wird man den Menschensohn mit gro\u00dfer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken kommen sehen.\u201c (Mk 13,26)<\/p>\n<p><b>Die Schekhina (Einwohnung) Gottes<\/b><a title=\"\" href=\"#_ftn28\"><b><b>[28]: <\/b><\/b><\/a>Der j\u00fcdische Glaube wei\u00df um die Gegenwart Gottes bei seinem Volk, die Schekhina (&gt; von hebr. schakan = zelten). In der vorexilischen Zeit wurde diese Schekhina Gottes vorwiegend lokal gedacht: auf den Bergen, in der Feuers\u00e4ule, im heiligen Zelt, im Tempel. In der exilischen und nachexilischen Zeit verfestigt sich die Vorstellung, dass Gott bei seinem Volk wohnt:\u00a0 \u201eIch werde mitten unter den S\u00f6hnen Israels wohnen<a title=\"\" href=\"#_ftn29\">[29]<\/a> und ihnen Gott sein. Sie sollen erkennen, dass ich der Herr, ihr Gott, bin, der sie aus \u00c4gypten herausgef\u00fchrt hat, um in ihrer Mitte zu wohnen: ich der Herr, ihr Gott.\u201c (Ex 29, 45 f)<a title=\"\" href=\"#_ftn30\">[30]\u00a0 <\/a>F\u00fcr diese Gegenwart Gottes bilden sich\u00a0 einzelne Vorstellungen<a title=\"\" href=\"#_ftn31\">[31]<\/a> heraus:<\/p>\n<p>Der Geist Gottes<i>,<\/i> gemeint ist die Kraft Gottes, mit der Gott die Welt, sein Volk und die V\u00f6lker erh\u00e4lt sowie Gruppen oder einzelne Menschen f\u00fcr besondere Aufgaben ausstattet. \u201eSamuel nahm das Horn mit dem \u00d6l und salbte David mitten unter seinen Br\u00fcdern. Und der Geist des Herrn war \u00fcber David von diesem Tag an.\u201c (1 Samuel 16,13)<\/p>\n<p><i>Das Angesicht Gottes<\/i><b>, <\/b>das \u00fcber den Menschen leuchtet (Ps 4,7) oder sie begleitet (Exodus 33,14).<\/p>\n<p>Der Engel Gottes\/ der Bote Gottes, der zum Synonym f\u00fcr Gottes Wirken wird: Der alte Jakob \u201esegnete Josef und sprach: Gott, vor dem mein V\u00e4ter Abraham und Issak ihren Weg gegangen sind, Gott, der mein Hirt war mein Lebtag bis heute, der Engel der mich erl\u00f6st, er segne den Knaben.\u201c (Genesis 48, 15f)<\/p>\n<p>Die Herrlichkeit Gottes<b><i>,<\/i> <\/b>die Gott in seiner Gr\u00f6\u00dfe und Kraft meint: \u201eWer ist der K\u00f6nig der Herrlichkeit? Der Herr stark und gewaltig, der Herr m\u00e4chtig im Kampf.\u201c (Ps 24,8)<\/p>\n<p>Die Weisheit Gottes<b>, <\/b>mit der<b> <\/b>die besonderen Gaben Gottes benannt werden: \u201e Ich erkannte aber, dass ich die Weisheit nur als Geschenk Gottes erhalten k\u00f6nne.\u201c (Buch der Weisheit 8,21). Im Fr\u00fchjudentum wird die Weisheit Gottes zunehmend personifiziert und tritt als Frau Weisheit auf (hebr. chakmah; griech. Sofia): \u201eDer Herr hat mich geschaffen im Anfang seiner Wege, vor den Werken in der Urzeit, in fr\u00fchester Zeit wurde ich gebildet, am Anfang, beim Ursprung der Erde. Als die Urmeere noch nicht waren, wurde ich geboren, als es die Quellen noch nicht gab, die wasserreichen.\u201c (Buch der Spr\u00fcche 8 22 f)\u00a0 Im Fr\u00fchjudentum entwickelt sich eine breite Weisheitsliteratur: das Buch der Spr\u00fcche\u00a0 das Buch der Weisheit, das Buch Jesus Sirach, das Hijobbuch und das Buch des Propheten Baruch.<a title=\"\" href=\"#_ftn32\">[32] <\/a>Die Eigenschaften altorientalischer G\u00f6ttinnen wie Ma\u2019at und Isis f\u00e4rbten auf die j\u00fcdische Frau Weisheit ab. Wie die Ma\u2019at vor ihrem Vater, dem Sonnengott RE, tanzt und singt die Weisheit im Buch der Spr\u00fcche:\u201c Als Er die Fundamente der Erde abma\u00df, da war ich als geliebtes Kind bei ihm. Ich war seine Freude Tag f\u00fcr Tag und spielte vor ihm allezeit.\u201c (Buch der Spr\u00fcche 8, 30 f)<\/p>\n<p>Das Wort Gottes<b> <\/b>(hebr. hadabar \u2013 griech. Logos)<b> <\/b>d\u00fcrfte das wichtigste Bild f\u00fcr die Schekhina Gottes sein. \u201eDenen er sein Wort sandte, die er heilte und vom Verderben befreite\u201c, hei\u00dft es im Danklied der Erl\u00f6sten (Ps 107,20). Und im Psalm 119 spricht der Beter:\u201c Herr dein Wort bleibt ewig, es steht fest wie der Himmel\u201c. (Ps 119,89). Denn \u201eder Himmel ist durch das Wort des Herrn gemacht\u201c (Ps 33,6) und \u201edas Wort ist ganz nah bei dir, es ist in deinem Mund und in deinem Herzen, du kannst es halten.\u201c (Deuteronomium 30,14). Die Septuaginta \u00fcbersetzt das hebr\u00e4ische hadabar (&gt; das Wort) mit Logos. Mit der sprachlichen \u00dcbersetzung ver\u00e4ndert sich auch der Bedeutungsinhalt. Logos<a title=\"\" href=\"#_ftn33\">[33]<\/a> meint nun die innere Mitte des geordneten Kosmos, die von Gott kommt. F\u00fcr die Stoa ist der Logos in jedem vernunftbegabten Lebewesen.<a title=\"\" href=\"#_ftn34\">[34]<\/a> Von besonderer Bedeutung ist Genuswechsel vom weiblichen Hadabar zum m\u00e4nnlichen Logos.<a title=\"\" href=\"#_ftn35\">[35]<\/a><\/p>\n<p>Der Gesandte Gottes<b> <\/b>wird von Gott berufen. Es sind die Richter, Propheten und K\u00f6nige, durch die nach dem j\u00fcdischen Glauben, Gott mit seinem Volk in Verbindung steht. In der k\u00f6niglosen Zeit richtet sich der Blick auf die Zukunft, Gott m\u00f6ge seinem Volk einen neuen \u201eGesalbten\u201c (&gt;maschiach, christos, Christus<a title=\"\" href=\"#_ftn36\">[36]<\/a>) schicken: \u201eJuble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem. Siehe, dein K\u00f6nig kommt zu dir. Er ist gerecht und hilft; er ist dem\u00fctig und reitet auf einem Esel, auf einem Fohlen, dem Jungen einer Eselin.\u201c (Buch des Propheten Sacharja 9,9).<\/p>\n<p><strong><\/strong><b>Alle diese Bilder der sp\u00e4tj\u00fcdischen Theologie wurden durch die fr\u00fche Kirche auf Jesus \u00fcbertragen. Mehr und wichtiger als die Tora wurde\u00a0\u00a0 nun der Kyrios, dessen Gesicht beim Gebet die Herrlichkeit Gottes widerspiegelte, wie sich die J\u00fcnger erinnern k\u00f6nnen. Der Prophet aus Nazaret wird als der Christos erkannt, als der ewige Logos. Er ist der Anfang und das Ziel der Sch\u00f6pfung: \u201eDenn wenn du mit deinem Mund bekennst, Jesus ist der Herr, und in deinem Herzen glaubst, Gott hat ihn von den Toten auferweckt, so wirst du gerettet werden.\u201c (R\u00f6m 10,9) <\/b><\/p>\n<h1>Die Christologie des Apostel Paulus:<\/h1>\n<h1>\u201eJesus als S\u00fchnopfer\u201c<\/h1>\n<p>Die fr\u00fche Kirche entscheidet sich bei der Auswahl ihrer \u00dcberlieferungen (&gt; Kanonbildung) nicht f\u00fcr die aram\u00e4isch \u2013 hebr\u00e4ische Deutung des Prophetentodes sondern f\u00fcr die Deutung des Todes Jesu als S\u00fchnopfer. Jesu Sterben am Kreuz und die Institutionalisierung\u00a0 der Gemeinschaft der Jesusj\u00fcnger \u2013 durch den Auferstehungsglauben verklammert &#8211;\u00a0 werden Ma\u00dfst\u00e4be allen theologischen Denkens. Besonderen Einfluss bekommt der V\u00f6lkerapostel Paulus, der eine Opfer &#8211; Christologie zu einem theologischen System entwickelt, das auch f\u00fcr Nichtjuden akzeptabel ist.<\/p>\n<p>Paulus war Diasporajude aus Tarsus mit r\u00f6mischem B\u00fcrgerrecht. Als pharis\u00e4ischer Theologe verfolgte er die Jesusj\u00fcnger. Jesus von Nazaret hat er nicht kennen gelernt, wohl aber die Altapostel in Jerusalem. Nach der Schilderung des Lukas in der Apostelgeschichte kommt Paulus in Damaskus mit einer Jesusgemeinde in Kontakt und hat hier vision\u00e4re Erlebnisse.<a title=\"\" href=\"#_ftn37\">[37]\u00a0 <\/a>Die Forschung geht heute davon aus, dass Paulus tief in seinem Judentum verwurzelt war und seine \u201eantij\u00fcdischen\u201c Ausf\u00e4lle als innerj\u00fcdische Gruppenpolemik zu werten sind. \u00a0Bereits im Brief an die Jesusgemeinde von Saloniki spricht Paulus davon, dass unser Herr Jesus Christus f\u00fcr uns gestorben ist.<a title=\"\" href=\"#_ftn38\">[38]<\/a> Im 1. Korintherbrief lesen wir den Satz, der Teil der Weltliteratur wurde<b>: <\/b>\u201cWir aber verk\u00fcnden Christus als Gekreuzigten, den Juden einerseits \u00c4rgernis, den Heiden andererseits Torheit, Ihnen aber, den Berufenen, Juden sowohl als auch Griechen (ist) Christus Gottes Kraft und Gottes Weisheit.\u201c (1 Kor 1,18 ff) Paulus argumentiert hier ganz im Sinne j\u00fcdischer Weisheitstheologie. Im Philipperbrief \u00fcbernimmt er einen gottesdienstlichen Hymnus, in dem das biblische Bild vom leidenden und bis zum Tod gehorsamen Gottesknecht in liturgischer Sprache geformt ist. <a title=\"\" href=\"#_ftn39\">[39] <\/a>Im Galaterbrief deutet Paulus ganz im Sinne der fr\u00fchj\u00fcdischen Theologie die Beziehung zwischen Gott und den Menschen als ein Vertragsverh\u00e4ltnis. Auf diesem Hintergrund ist f\u00fcr ihn der Tod Jesu der Kaufpreis f\u00fcr unsere Befreiung: \u201eAls aber die F\u00fclle der Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau, unter das Gesetz gestellt, damit er (uns) die unter dem Gesetz (Lebenden) loskaufte, damit wir die Sohnschaft empfingen.\u201c (Gal 4,4) Im R\u00f6merbrief, den Paulus zwischen 54 und 55 schreibt, hat er seine christologische Theologie vollendet: <b>\u201e<\/b>Alle n\u00e4mlich haben ges\u00fcndigt \u00a0und ermangeln der Herrlichkeit Gottes. Sie werden gerecht gesprochen geschenkweise \u00a0durch seine Gnade \u00a0durch die Erl\u00f6sung in Christus Jesus.\u201c (R\u00f6m 3,23f)<\/p>\n<p>F\u00fcr Paulus ist die \u00a0S\u00fcnden- und Todesverfallenheit der ganzen Menschheit \u00a0der Hintergrund f\u00fcr seine Christologie und der Tod Jesu der Rettungsweg Gottes f\u00fcr die Menschheit. Dahinter steht die rabbinische Lehre vom alten und neuen Adam. Adam und Christus werden als Gestalten einander antithetisch gegen\u00fcbergestellt: Adam steht f\u00fcr den Menschen der Gottesferne, der sich Gott nicht anvertraut.und selbst Meister seines Lebens sein will. Paulus bezeichnet deshalb Adam als \u201etypos tou mellontos\u201c, als Typ jedes k\u00fcnftigen Menschen. <a title=\"\" href=\"#_ftn40\">[40]<\/a>. Und zu der Gottesferne des alten Adam geh\u00f6rt das Sterben &#8211; M\u00fcssen. Demgegen\u00fcber steht Christus als neuer Adam. Durch sein Leben und\u00a0 Sterben kommt es f\u00fcr alle Menschen zur Rechtfertigung, die zum Leben f\u00fchrt. Durch die Chiffre \u201eBlut\u201c schafft Paulus eine Verbindung zur biblischen Tradition, die ganz aus dem j\u00fcdischen Denken kommt. Wie das Blut Abels zum Himmel schrie, so schreit nun das Blut Jesu zum Himmel; wie das Blut in der Paschanacht vor dem Racheengel sch\u00fctzte, so sch\u00fctzt das Blut Jesu vor dem Zorn Gottes. \u201eGott aber hat seine Liebe zu uns darin erwiesen, dass Christus f\u00fcr uns gestorben ist, als wir noch S\u00fcnder waren. Nachdem wir jetzt durch sein Blut gerecht gemacht sind, werden wir durch ihn erst recht gerettet werden.\u201c (R\u00f6m 5,8f)<\/p>\n<h1><b>Die Bedeutung des Todes Jesu <\/b><\/h1>\n<h1><b>nach denEvangelien \u00a0<\/b><\/h1>\n<p>Anders als Paulus, der streng theologisch denkt und auch seine Briefe schreibt, \u00a0kn\u00fcpfen die Evangelien eine Generation sp\u00e4ter an die sowohl im Judentum wie in der hellenistischen Literatur bekannte Erz\u00e4hltradition an. Der katholische Theologe Martin Ebner weist in seinem kleinen Kommentar zum Markusevangelium auf diesen Umstand hin.<a title=\"\" href=\"#_ftn41\">[41]<\/a> Die kritische Bibelwissenschaft ist einen langen Weg gegangen, um die Quellen und Entstehungsbedingungen der Evangelien zu erkennen und zeigt heute die fr\u00fche Jesusbewegung als Teil des damaligen breit gef\u00e4cherten Judentums. Wir gehen hier von der Endgestalt der Evangelien aus und fragen, wie sie den Tod Jesu deuten. Alle vier Evangelien sind (in ihrer heutigen Endfassung) w\u00e4hrend bzw. nach der Zerst\u00f6rung Jerusalems entstanden. R\u00fcckwirkend werden Jesus Unheilsprophezeiungen in den Mund gelegt, um so den Untergang des Tempeljudentums r\u00fcckwirkend durch Worte und Taten Jesu als prophetische Voraussagen Jesu zu deuten.<\/p>\n<p><b>Der Evangelist Markus <\/b>\u00a0hatte vor sich viele m\u00fcndliche und schriftliche \u00dcberlieferungen mit Jesusgeschichten, pers\u00f6nliche Erinnerungen, eine Passionsgeschichte und seine eigene religi\u00f6se Erfahrung. Er formte daraus eine Vita (&gt;= Lebensbild)<a title=\"\" href=\"#_ftn42\">[42]<\/a> als Evangelium (&gt;= Frohe Kunde) vom Gottessohn und Messiask\u00f6nig Jesus, um seine Gemeinde aus Juden und Nichtjuden f\u00fcr die Nachfolge zu motivieren. F\u00fcr Markus ist es sicher, dass sich Gott in dem Gottessohn Jesus neu geoffenbart hat. Schuld an Jesu Tod haben alle, die ihn beseitigen wollten und es auch erreicht haben.<b> <\/b>\u00a0Sie werden von Markus vorgef\u00fchrt: Hohepriester, Schriftgelehrten, Herodianaer, Pharis\u00e4er, \u00c4lteste, Sadduz\u00e4er, Soldaten, Pilatus, die Menge vor der Pr\u00e4fektur. In der Geschichte von den b\u00f6sen Winzern<a title=\"\" href=\"#_ftn43\">[43]<\/a> werden diese B\u00f6slinge summarisch verurteilt<a title=\"\" href=\"#_ftn44\">[44]<\/a> Aber auch die Zw\u00f6lf und die J\u00fcnger Jesu sind f\u00fcr Markus in diese Unheilsgeschichte verwickelt. Sie verstanden nichts und erhoffen sich pers\u00f6nliche Vorteile von der Nachfolge Jesu; sie machen andere Heiler schlecht<a title=\"\" href=\"#_ftn45\">[45]<\/a>; sie haben sehr konkret-politische Vorstellungen von dem, was Jesus zu tun hat;<a title=\"\" href=\"#_ftn46\">[46]<\/a> Judas verr\u00e4t Jesus. Zweimal erz\u00e4hlt Markus die Verleugnung Jesu durch\u00a0 Petrus<a title=\"\" href=\"#_ftn47\">[47]<\/a>. Man sp\u00fcrt geradezu die Verachtung, mit der Markus die schlafenden J\u00fcnger im \u00d6lberg beschreibt<a title=\"\" href=\"#_ftn48\">[48]<\/a>.<\/p>\n<p>Demgegen\u00fcber f\u00fchrt Markus die Gerechten als Vorbild\u00a0 vor: Die Schwiegermutter des Petrus, der Gel\u00e4hmte mit seinen Freunden, der Synagogenvorsteher Jairus und\u00a0 die blutfl\u00fcssige Frau , die Syroph\u00f6nizierin, der Taubstumme, der Blinde von Betsaida, der Vater mit seinem besessenen Jungen, die M\u00fctter mit ihren Kindern, der Blinde von Jericho, ein namenloser Schriftgelehrter , eine arme Witwe, Simon von Cyrene,\u00a0 der r\u00f6mische Hauptmann und Joseph von Arimath\u00e4a. Die drei Frauen am Kreuz sind f\u00fcr Markus die Verk\u00fcnderinnen der Auferstehung.\u00a0 Weil es im Markusevangelium vor allem die kleinen Leute sind, die uns als Vorbilder vor Augen gef\u00fchrt werden, spricht der katholische Theologe Martin Ebner von kleinen und gro\u00dfen Erz\u00e4hlfiguren. Nicht die Berufung ist f\u00fcr Markus ma\u00dfgeblich, sondern die Forderung zur Nachfolge: \u201eWer mir nachfolgen will, nehme sein Kreuz auf sich.\u201c <a title=\"\" href=\"#_ftn49\">[49]<\/a><\/p>\n<p>Markus ist noch ganz im hellenistischen Judentum beheimatet, dies gilt auch f\u00fcr die Gemeinde, f\u00fcr die er schreibt. Was diese j\u00fcdischen Jesusj\u00fcnger von dem pharis\u00e4ischen Judentum unterscheidet, ist die Relativierung\u00a0 der Kultgebote. Das Judentum der Markinischen Jesusgemeinde ist nicht mehr am Opferkult des Tempels orientiert, sondern eine Herzens- und Gesinnungssache. Aber z.B. in der Geschichte vom \u00c4hrenlesen am Shabbat <a title=\"\" href=\"#_ftn50\">[50]<\/a>ist es f\u00fcr den Evangelisten wichtig, auf die Kontinuit\u00e4t mit der Tradition hinzuweisen. Schon David und seinen Gef\u00e4hrten war es erlaubt, die heiligen Brote des Tempels in ihrer Notsituation zu essen. Doch wichtiger als das Halten der Kultgebote ist die innere Gesinnung. In der Lehreinheit \u00fcber Reinheit und Unreinheit (Mk 7,1 ff) steht der Hinweis, dass Gottes Wort \u00fcber den traditionellen Vorschriften steht.<\/p>\n<p>In dem Abendmahlbericht, mit dem Markus die Passionsgeschichte einf\u00fchrt, erz\u00e4hlt Markus \u00a0von einem j\u00fcdischen Ostermahl \u201eam ersten Tag des Festes der unges\u00e4uerten Brote.\u201c Das Essen des Osterlamms deutet Markus allerdings nur an<a title=\"\" href=\"#_ftn51\">[51]<\/a>. Es ist ihm wichtiger, noch einmal auf Judas hinzuweisen, eine Warnung an seine Gemeinde zu geben,\u00a0 in Verfolgungen<a title=\"\" href=\"#_ftn52\">[52]<\/a> nicht die Jesusnachfolge zu verraten. Dann ist es dem Evangelisten der Hinweis wichtig, dass sich auch hier die Voraussage Jesu erf\u00fcllt habe. Nun findet der Evangelist gerade noch Zeit, auf den Abschluss des Ostermahles hinzuweisen. Alles hat j\u00fcdischen Hintergrund, denn Markus beschreibt Jesus als Propheten. Das gebrochene Brot deutet auf den gebrochenen Leib Jesu, der Wein auf seinen blutigen Tod. \u00a0Das Trinken aus dem Becher ist der Bundesschluss in Anklang an den Sinaibund.<a title=\"\" href=\"#_ftn53\">[53]<\/a> \u201eAnalog dazu verpflichten sich beim letzten Mahl in Jerusalem die Teilnehmer auf das Programm der Gottesherrschaft, wie Jesus es vorgelebt und gelehrt hat.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn54\">[54]<\/a> Die Auferstehungsbotschaft hat Markus nicht im Blick., offensichtlich ist sie f\u00fcr ihn nicht so wichtig.<\/p>\n<p><b>Der Evangelist Matth\u00e4us<\/b> hatte vor sich das Markusevangelium sowie andere \u00dcberlieferungen und Berichte, darunter auch die Spruchquelle Q.. Er kam aus einer \u00fcberwiegend judenchristlichen Gemeinde und schrieb f\u00fcr diese sein Evangelium. Matth\u00e4us zeigt in seiner Kindheitsgeschichte Jesus als Erf\u00fcllung der Verhei\u00dfungen an Abraham, den Stammvater des auserw\u00e4hlten Volkes. Er stellt ihn in die Generationenfolge des K\u00f6nigs David und legitimiert ihn als den von Gott auserw\u00e4hlten Messias f\u00fcr die V\u00f6lker. Er beschreibt Jesus als Geschenk des Gottesgeistes und sieht in den Magiern aus dem Orient, wie den V\u00f6lkern der Welt die Augen ge\u00f6ffnet werden. Besonders wichtig ist es aber f\u00fcr Matth\u00e4us, Jesus als den neuen Moses vorzustellen. Die Geschichten von Herodes und den unschuldigen Kindern sowie die Flucht nach \u00c4gypten dienen ihm hier als erz\u00e4hlerischer Hintergrund. Als neuer Moses ist Jesus f\u00fcr Matth\u00e4us der Lehrer des wahren Israels. Die Passion wird breit erz\u00e4hlt. Jesus wird sehr hautnah in seiner ganzen Ohnmacht gezeigt. Nur der heidnische Hauptmann erkennt f\u00fcr Matth\u00e4us das Sterben des Gottessohnes. Beerdigung und Auferstehungsbericht bilden die Klammer zu einem Ausblick in die k\u00fcnftige Kirche.<\/p>\n<p><b>Der Evangelist Lukas<\/b> kannte ebenfalls das Markusevangelium und, wie er es selbst erw\u00e4hnt, eine Vielfalt von Traditionen, Erz\u00e4hlungen, Zeugnissen und geschichtlichen Fakten &#8211; wozu Passions- und Auferstehungsgeschichten geh\u00f6ren. Bei Lukas zeigten sich noch st\u00e4rker als bei Matth\u00e4us erste Konturen der Abnabelung der Jesusgemeinschaften vom traditionell gebliebenen Judentum. <b>Lukas verk\u00fcndet die kommende christliche Kirche als das Reich Gottes.<\/b> In dem Bericht \u00fcber die Missionst\u00e4tigkeit des Philippus hei\u00dft es: \u201e Als sie (&gt; die Bewohner von Sichem) jedoch dem Philippus Glauben schenkten, der das Evangelium vom Reich Gottes und vom Namen Jesu Christi verk\u00fcndete, lie\u00dfen sie sich taufen, M\u00e4nner und Frauen.\u201c (Apg 8, 12) \u00a0\u00a0F\u00fcr Lukas ist der Tod Jesu Voraussetzung f\u00fcr die Erf\u00fcllung seines Verm\u00e4chtnisses und vollzieht sich ebenso wie die Auferstehung ganz als Erf\u00fcllung der prophetischen Voraussagen<a title=\"\" href=\"#_ftn55\">[55]<\/a>. Die Gemeinde erlebt nach Lukas, dass der gekreuzigte Jesus bei ihr ist.<\/p>\n<p><b>Der Evangelist Johannes<\/b> verf\u00fcgt \u00fcber die umfangreiche Semeia<a title=\"\" href=\"#_ftn56\">[56]<\/a> \u2013 Quelle, die von sieben Wundern Jesu erz\u00e4hlte.\u00a0 Dazu kommen\u00a0 ein sehr detaillierter Passionsbericht und Auferstehungsgeschichten. Daneben hatte der Evangelist viel Material mit konkreten historischen Angaben, auf die er nach Bedarf zur\u00fcckgreift. Dazu geh\u00f6rt auch das so genannte Logos \u2013 Lied (&gt;Prolog). Die N\u00e4he zum gnostischen Denken ist im ganzen Evangelium deutlich zu sp\u00fcren: Erkenntnis und identisches Leben ver\u00e4ndern bereits die Gegenwart und \u00f6ffnen Herz und Sinn f\u00fcr die Mysterien dieser Welt. Durch die Verbindung mit dem auferstandenen Herrn lebt der J\u00fcnger Jesu bereits in der vollendeten Welt.<\/p>\n<h1>Zur Christologie in der nachbiblischen Zeit<\/h1>\n<p>Je mehr sich nach der Zerst\u00f6rung des Tempeljudentums die Jesusbewegung und das rabbinische Judentum voneinander entfernten und schlie\u00dflich sogar verfeindeten, umso wichtiger wurde es f\u00fcr beide, die Unterscheidungen auszuarbeiten. Das rabbinische Judentum entschied sich f\u00fcr die hebr\u00e4ische Sprache und damit auch f\u00fcr die Weiterentwicklung der Synagogentheologie. F\u00fcr den zerst\u00f6rten und endg\u00fcltig verloren gegangenen Jerusalemer Tempel mit seinem Kult und seiner Personalstruktur wurde die Bewahrung der alten Texte zur inneren Mitte eines erneuerten Judentums. Dies entsprach auch den Interessen der vielen und oft reichen j\u00fcdischen Diasporagemeinden. Die j\u00fcdische Jesusbewegung war zwar noch lange Zeit Teil des Judentums, aber entfernte sich vom Judentum durch die wachsende Aufnahme von Nicht-Juden (&gt;Heiden) und durch die Entwicklung der Christologie. Vereinfacht l\u00e4sst sich sagen: F\u00fcr die Juden war die Thora der Weg zur Gott, f\u00fcr die Christen wurde der Erl\u00f6ser Jesus Christus \u201eWeg, Wahrheit und das Leben\u201c. Mit der Konstantinischen Wende wurden auf einmal die Christen die St\u00e4rkeren und standen unter Kaiserlichem Schutz. Die Glaubenseinheit wurde zur Reichsangelegenheit. Deshalb griff bereits Kaiser Konstantin in die innerkirchlichen Auseinandersetzungen ein. Damit wurde eine Entwicklung eingeleitet, die die christliche Kirche unter dem staatlichen Schutzschirm favorisierte. Der Kaiser in seiner Eigenschaft als Pontifex (Br\u00fcckenbauer zwischen den Parteien) und Oberster Priester zwischen Himmel und Erde wurde zur entscheidenden Gestaltungskraft f\u00fcr die christliche Kirche. Nun wurden alle innerkirchlichen Diskussionen mit staatlichen Machtkategorien\u00a0 beendet und wer sich nicht beugte, wurde gnadenlos als Staatsfeind liquidiert.<\/p>\n<p>Da das Christentum von Anfang an auch in der Auseinandersetzung mit den Myterienreligionen steht, \u00a0wird die Verg\u00f6ttlichung Jesu zunnehmend ein wichtiges Anliegen. In geradezu klassischer Weise \u00fcbertr\u00e4gt bereits der Evangelist Johannes die vorsophistische Logoslehre auf die Jesus\u00fcberlieferung. Die kommenden Reichskonzilien, die alle unter der Autorit\u00e4t des Kaisers standen, sahen in der Pr\u00e4zisierung der Christologie ihre Hauptaufgabe, auch um das von allen Seiten angegriffene Reich zu stabilisieren. Der r\u00f6mische Staat dankte die erfahrene Loyalit\u00e4t mit zahlreichen Privilegien, Stiftungen\u00a0 und Bauten. Die Kehrseite der Medaille ist die fl\u00e4chendeckende Ketzerverfolgung. Tempel und Bibliotheken werden verbrannt, Frauen und Kinder als Sklaven verkauft, die Erinnerungen ausgel\u00f6scht. Unter dem Schutzschirm des Staates und immer auch in seinem Interesse wird nun Theologie betrieben und die Mission forciert. Bei allen Konzilien und Synoden hat der Kaiser seine dirigierende Hand im Spiel. Die Reichskirche verband sich auch mit dem Antisemitismus der hellenistischen Welt. Aus einem innerj\u00fcdischen (oft erbitterten) Geschwisterstreit erw\u00e4chst die Judenverfolgung. Die oft reichen und einflussreichen j\u00fcdischen Gemeinden werden an die R\u00e4nder des Reiches verdr\u00e4ngt oder verlieren an Bedeutung. Die Geschichte der fr\u00fchen Kirche wird zu einer blutigen Verdr\u00e4ngungsgeschichte.<\/p>\n<p>In der nachapostolischen Zeit\u00a0 (&gt; nach dem Tod der Apostel und Apostelsch\u00fcler) suchte man nach weiteren Erkl\u00e4rungen f\u00fcr den Tod Jesu. Nachzuweisen ist bei Iren\u00e4us von Lyon (120 \u2013 200) die <b>Rekapitulationshypothese <\/b>(&gt; recapitulatio = Zusammenfassung). Dahinter stand die Vorstellung, dass sich in Jesus Christus die ganze Menschheit konzentriert. Jeder Mensch ist nach diesem Verst\u00e4ndnis gewisserma\u00dfen eine Replik des Gottmenschen Jesus Christus. Dies bedeutet vor allem Teilnahme an Tod und Auferstehung. Bei Iren\u00e4us k\u00f6nnen wir erkennen, wie diese\u00a0 theologische Spekulation schon sehr fr\u00fchzeitig einsetzt.<\/p>\n<p>Gravierender in ihrem Einfluss ist die <b>L\u00f6segeldhypothese,<\/b> wie sie der \u00f6stliche Theologe Origines (185-254) vertrat. Nach dieser Vorstellung konnte Satan die s\u00fcndigen Menschen wie Geiseln in seinen Gewahrsam nehmen. Der Tod Christi war das L\u00f6segeld, das die ganze Menschheit aus der Macht Satans befreite. F\u00fcr Origines geschah durch den Tod Jesu eine Erl\u00f6sung der ganzen Sch\u00f6pfung (Apokatastasis = Allvers\u00f6hnung). Seine endg\u00fcltige Verurteilung im 6. Jahrhundert machten Raum f\u00fcr die dunklen Lehren von Verdammnis und H\u00f6lle. Bereits Augustinus (354-430) \u00a0verkn\u00fcpfte diese Spekulation mit der Erbs\u00fcndenlehre. Die mittelalterliche Kirche bietet Raum f\u00fcr unterschiedliche theologische Lehren. W\u00e4hrend Anselm von Canterbury (1033-1109) die <b>Genugtuungs-Hypothese <\/b>vertrat, wonach Gott durch den Tod des Gottmenschen Jesus Christus seine Ehre wiederhergestellt hat und damit der Menschheit die R\u00fcckkehr zu ihm erm\u00f6glichte, verstand der franz\u00f6sische Theologe Petrus Abaelard (1079-1142) im Gegensatz zu Augustinus den <b>Opfertod Jesu als Zeichen der Liebe<\/b>. Gott gibt der Menschheit durch das Leiden und Sterben Jesu die Gnade der Erl\u00f6sung und damit die Chance zu einem Neuanfang. Auch unter den Reformatoren gab es unterschiedliche Deutungen: W\u00e4hrend Calvin die <b>Hypothese von der stellvertretenden Bestrafung<\/b> vertrat, wonach Jesus f\u00fcr die s\u00fcndige Menschheit starb und so den Zorn Gottes bes\u00e4nftigte, betonte Martin Luther das \u201e<b>Zudecken unserer Schuld<\/b>\u201c.<\/p>\n<h1><b>Biblische Deutungen als Alternativen<\/b><\/h1>\n<h1><b> zur Opferchristologie <\/b><\/h1>\n<p>Die fr\u00fchchristlichen und mittelalterlichen theologischen Spekulationen \u00fcber den Tod Jesu sind relativ leicht abzutun, weil sie eben Spekulationen sind. Ernster ist die Frage, wie die Opfertheologie der neutestamentlichen \u00dcberlieferungen zu deuten und ob die Interpretation des Apostels Paulus zwingend die einzig m\u00f6gliche Deutung ist? Anders gefragt: Bietet das Neue Testament als Ganzes alternative Erkl\u00e4rungen, die sowohl dem Jesusereignis selbst wie auch dem Glauben des Urchristentums gerecht werden. Die heutige Theologie geht wie ein Restaurator vor, der \u00a0in einer romanischen Kirche die Putzschichten abtr\u00e4gt, eine nach der anderen, um nach den alten Fresken zu suchen und sie nach M\u00f6glichkeit wieder sichtbar zu machen. An einige dieser alten Bilder in den Schriften des Neuen Testamentes wird hier erinnert.<\/p>\n<div>\n<dl id=\"attachment_1749\">\n<dt><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Bundesarchiv_Bild_146-1987-074-16_Dietrich_Bonhoeffer.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Bundesarchiv_Bild_146-1987-074-16_Dietrich_Bonhoeffer-188x300.jpg\" width=\"188\" height=\"300\" \/><\/a><\/dt>\n<dd>Dietrich Bonhoeffer. Quelle Bundesarchiv Wikimedia<\/dd>\n<\/dl>\n<\/div>\n<p><b>Der treue Zeuge:\u00a0 <\/b>In der \u201eApokalypse Jesu Christi\u201c, dem \u00a0letzten Buch des Neuen Testaments, wird Jesus als \u201eder treue und zuverl\u00e4ssige Zeuge\u201c (Apk 3, 14) bezeichnet. Gerade wir Deutschen wissen um die Bedeutsamkeit dieser Bezeichnung f\u00fcr einen Menschen. Nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler im Jahre 1933 \u00fcbernahm der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer die Betreuung der deutschen evangelischen Gemeinde in London &#8211; Sydenham. Doch er hielt es in England nicht aus, kehrte nach zwei Jahren nach Deutschland zur\u00fcck und \u00fcbernahm die Leitung des Predigerseminars der Bekennenden Kirche, obwohl er auf der schwarzen Liste der Gestapo stand. Nach dem Entzug der Lehrerlaubnis f\u00fcr Hochschulen konnte Bonhoeffer nur noch im Untergrund lehren und musste jeden Tag seine Verhaftung bef\u00fcrchten. Deshalb nahm er 1939 die Einladung zu einer Vortragsreise in die USA an. Seine Freunde rieten ihm, in den USA zu bleiben. Dennoch kommt Bonhoeffer nach Deutschland zur\u00fcck, um &#8222;im Angesicht des Todes&#8220; seine Schwestern und Br\u00fcder nicht im Stich zu lassen. Heute k\u00f6nnen wir als Deutsche mit erhobenem Haupte leben, weil es solche Menschen wie Dietrich Bonhoeffer gegeben hat. Sie sind die Zeugen, dass es trotz aller Barbarei immer auch ein anderes Deutschland gegeben hat. Jesus ist seit 2000 Jahren f\u00fcr unz\u00e4hlige Menschen der Zeuge f\u00fcr Gottes liebende Zuwendung zu uns Menschen geworden. Er wurde zu der neuen Feuers\u00e4ule f\u00fcr die Treue Gottes, er wurde zum Weg durch die W\u00fcste dieses Lebens, zum Manna in Zeiten der Not, zum Wegbegleiter und Freund. Es lohnt sich an dieser Stelle den wundersch\u00f6nen Text von Angelus Silesius (1657) zu meditieren: \u201eIch will dich lieben meine St\u00e4rke\u201c und zwar alle sieben Strophen.<\/p>\n<p><b>Der Anfang der Sch\u00f6pfung Gottes<\/b>: Der Text der Apokalypse bringt\u00a0 im selben Satz noch eine zweite Aussage, wenn er Jesus als \u201eAnfang der Sch\u00f6pfung Gottes\u201c bezeichnet. \u201eAnfang\u201c ist in der biblischen Sprache ein Schl\u00fcsselwort. \u201eIm Anfang schuf Gott Himmel und Erde\u201c, so beginnt der 1. Sch\u00f6pfungsbericht. Im Buch des Propheten Jesaja wird Gott umschrieben:\u201c Er, der von Anfang an die Generationen (ins Dasein) rief\u201c. (Jes 41,4)\u00a0 Der 1. Johannesbrief beginnt mit dem Satz: \u201e Was von Anfang an war\u2026\u201c (1 Joh 1,1). Hier geht es nie um eine Zeitaussage. Im Deutschen m\u00fcssten wir eher mit \u201eurspr\u00fcnglich\u201c \u00fcbersetzen. Gemeint ist, was der urspr\u00fcnglichen Idee entspricht. Auf Jesus bezogen, hei\u00dft das, er war ein Mensch, der dem Sch\u00f6pfungsplan Gottes\u00a0 entspricht; also: er war kein Krieger, kein Ideologe, kein Mensch der Gewaltt\u00e4tigkeit, kein Mann, der Frauen oder Kinder missbraucht, kein reicher, der auf Kosten anderer Menschen lebt, kein Priester, der an dem Gefolterten achtlos vorbei geht. \u00a0In diesem Sinne war der Wanderprediger Jesus von Nazareth so etwas wie ein Bild des Menschen, wie ihn Gott eigentlich will.<\/p>\n<p><b>Lehrer des Lebens: <\/b>\u201eWie sollen wir leben?\u201c, diese Frage besch\u00e4ftigt die Menschen von Anfang an. \u201eDu musst stark sein\u201c, sagen die einen. \u201eDu musst Deine Gruppe, zu der du geh\u00f6rst, mit allen Mitteln verteidigen\u201c, sagen andere. \u201eVor allem Gesundheit\u201c, sagen die einen, \u201eich w\u00fcnsche dir viel Gl\u00fcck\u201c, sagen andere. Jesus, der Lehrer des Lebens, erinnert uns an das Grundgesetz allen Lebens, dass \u201edas Weizenkorn sterben muss\u201c und dass es dennoch die Hoffnung gibt, dass alles gut wird. Und dann lebt er uns vor, dass jeder Mensch sogar Folter und Tod \u00fcberleben kann, wenn er frei bleibt von den allzu menschlichen Gef\u00fchlen der Rache und das Vertrauen auf den Vater in den Himmeln bewahrt. Der j\u00fcdische Rabbiner Jesus von Nazareth wurde zum Lehrer des Lebens. Der Evangelist Johannes legt dem Ratsherrn Nikodemus in den Mund: \u201e Rabbi, wir wissen, du bist ein Lehrer, der von Gott gekommen ist\u201c (Jo 3,2) und gibt ein wenig sp\u00e4ter die Antwort: \u201e So, ja hat Gott die Welt geliebt, dass den Sohn, den Einziggeborenen er gab, damit jeder, der an ihn Glaubende an ihn nicht verloren geht, sondern hat ewiges Leben.\u201c Vielleicht m\u00fcssen wir Jesus wieder aus seiner Exklusivit\u00e4t herausholen, in die ihn die christliche Dogmatik eingemauert hat, und ihn in die Reihe stellen, zusammen mit Laotse, Sokrates, Platon, Salomon, Gutenberg, Goethe und Rilke, um das Wort Lehrer des Lebens wieder zu verstehen. Vielleicht m\u00fcssen wir auch das Wort Leben f\u00fcllen; gemeint ist Gott, unser Leben, unsere Welt, unsere Zeit.<\/p>\n<p><b>Brot des Lebens: <\/b>Jeder j\u00fcdische Fromme kannte die Geschichte vom Manna, nach der Gott bei der gro\u00dfen W\u00fcstenwanderung Brot vom Himmel regnen lie\u00df.<a title=\"\" href=\"#_ftn57\">[57]<\/a> Aber auch die Weisheit, dass \u201eder Mensch nicht nur von Brot lebt, sondern dass der Mensch von allem lebt, was der Mund des Herrn spricht.\u201c (Deut 8,3) war in den alten Texten zu lesen. In der biblischen Sprache ist Brot ein Bild f\u00fcr das Leben. Der Evangelist Johannes \u00fcbernimmt dieses Bild und meditiert es im 6. Kapitel seines Evangeliums. Dreimal l\u00e4sst er Jesus sagen \u201e Ich bin wie Brot f\u00fcr euer Leben\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn58\">[58]<\/a> und das in F\u00fclle, weshalb in der wunderbaren Geschichte von der Brotvermehrung von den f\u00fcnf Gerstenbroten zw\u00f6lf\u00a0 K\u00f6rbe mit den St\u00fccken \u00fcbrig bleiben.<a title=\"\" href=\"#_ftn59\">[59]<\/a> Nach dem Tod Jesu werden die J\u00fcnger das Verm\u00e4chtnis Jesu weiterreichen und das Brotteilen ein wichtiges Zeichen w\u00e4hlen.<\/p>\n<p><b>Lebendiges Wasser: <\/b>Der Evangelist Johannes liebt die alten Bilder. Deshalb greift er auch auf das Buch des Nehemia <a title=\"\" href=\"#_ftn60\">[60]<\/a>zur\u00fcck, wo vom Wasser aus dem Felsen gebrochen wird, das Gott mit dem Manna seinem Volk gibt<a title=\"\" href=\"#_ftn61\">[61]<\/a>. Im Gespr\u00e4ch am Jakobsbrunnen l\u00e4sst er Jesus zu der samaritanischen Frau sagen: \u201eWer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben, vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt.\u201c(Joh 4,14). Noch deutlicher hei\u00dft es im 7. Kapitel: \u201eAm letzten Tag des Festes, dem gro\u00dfen Tag, stellte sich Jesus hin und rief: Wer Durst hat komme zu mir, und es trinke, wer an mich glaubt. Wie die Schrift sagt: \u201eAus seinem Inneren werden Str\u00f6me von lebendigem Wasser flie\u00dfen. Damit meinte er den Geist, den alle empfangen sollen, die an ihn glauben: denn der Geist war noch nicht gegeben, weil Jesus noch nicht verherrlicht war.\u201c Die Geheime Offenbarung nimmt das Bild vom lebendigen Wasser wieder auf: \u201e Wer durstig ist, den werde ich umsonst aus der Quelle trinken lassen; aus der das Wasser des Lebens str\u00f6mt.\u201c (Apk 21,6b)<\/p>\n<p>Die Betonung der Taufe mit dem Ritus des Untertauchens und die paulinische Opferchristologie (wie Christus untertauchen = sterben) hat dieses Bild vom Trinken des lebendigen Wassers zur\u00fcckgedr\u00e4ngt. Eine Erinnerung finden wir in dem Jesuswort: \u201eWer euch einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr den Namen des Christus tragt, wahrlich, ich sage euch, keinesfalls wird er seinen Lohn verlieren\u201c. (Mk 9, 41) In der Sprache der Mysterienkulte hei\u00dft es im ersten Johannesbrief: \u201eWer sonst besiegt die Welt, wenn nicht der, der glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist. Dieser ist es, der durch Wasser und Blut gekommen ist: Jesus Christus. Er ist nicht nur aus dem Wasser gekommen, sondern im Wasser und im Blut.\u201c (1 Jo 5,6)\u00a0 Das Bild vom lebendigen Wasser weist darauf hin, dass die J\u00fcngerschaft Jesu das Leben reich und lebendig machen will. So wie f\u00fcr den frommen Juden die Thora, so empfanden die fr\u00fchen Christen \u201edas Leben im Namen Jesu\u201c als Geschenk, Auszeichnung, Befreiung und Kraftquelle.<\/p>\n<p><b>Wie Gott: <\/b>Papst Benedikt hat in seinen Jesusb\u00fcchern darauf hingewiesen, dass uns Jesus &#8222;Gott gebracht hat&#8220;. Wenn wir dies nicht wie der Papst <a title=\"\" href=\"#_ftn62\">[62]<\/a> magisch verstehen sondern so wie es die Schriften des Neuen Testamentes ausdr\u00fccken, dass der unsichtbare Gott durch Jesus in besonderer Weise erfahrbar wurde, dann bekommen die Christusikonen der Ostkirchen ihren urspr\u00fcnglichen Sinn und ihren zentralen Platz auch in der Katholischen Kirche zur\u00fcck. Mit Jesus wiederholt sich die Gotteserfahrung des Propheten Elias<a title=\"\" href=\"#_ftn63\">[63]<\/a>, dies war die Erfahrung und \u00dcberzeugung der fr\u00fchen Apostel und Apostelsch\u00fcler. So wie es der j\u00fcdischen Tradition entsprach, zur\u00fcckhaltend \u00fcber Gott zu sprechen, so wird auch im Neuen Testament immer nur angedeutet, wie tief dieser Jesus in mystischer Verbundenheit mit Gott lebte. Aber alles, was dieser Jesus \u00fcber Gott in seinen Geschichten und Gleichnissen erz\u00e4hlte, nicht wie Gott aussieht sondern wie er sich zu uns verh\u00e4lt, das war wichtig und so sind aus den vielen \u00dcberlieferungen die vier Evangelien wie ein kostbarer Schatz aufbewahrt worden.<\/p>\n<h1>Ausblick<\/h1>\n<p><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/DSCN2894.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" alt=\"Abtei in Frankreich\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/DSCN2894-300x235.jpg\" width=\"198\" height=\"155\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Evangelist Markus machte am Schluss seiner Passionsgeschichte den r\u00f6mischen Hauptmann zum Zeugen: \u201eAls der Zenturio, der dabeistand, ihm gegen\u00fcber, sah, dass er ausgehaucht hatte, sagte er: Wahrhaftig, dieser Mensch war ein Gottessohn.\u201c (Mk 15,38). Diese \u00dcbersetzung von Martin Ebert wird dem griechischen Text gerecht. Die &#8222;kleine Theologie&#8220;, die Jesus als Menschen deutet, entspricht durch und durch den biblischen Texten, ohne diesem etwas von seiner Gr\u00f6\u00dfe und Einmaligkeit zu nehmen.<\/p>\n<p>Am Schluss seines Buches \u201eWas ich glaube\u201c zitiert Hans K\u00fcng einen Satz aus seinem fr\u00fcheren Buch \u201eChrist sein\u201c:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\">In der Nachfolge Jesu Christi<\/p>\n<p align=\"center\">kann der Mensch in der Welt von heute<\/p>\n<p align=\"center\">wahrhaft menschlich leben, handeln, leiden und sterben:<\/p>\n<p align=\"center\">in Gl\u00fcck und Ungl\u00fcck, Leben und Tod<\/p>\n<p align=\"center\">gehalten von Gott und hilfreich den Menschen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>\u00a0<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div><\/div>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Darin unterscheide ich mich grunds\u00e4tzlich von Joseph Ratzinger, dem jetzigen Papst Benedikt XVI., der die gesamte Bibel\u00a0 als Buch der R\u00f6mischen Kirche interpretiert und allein der Katholischen Kirche das Recht auf Auslegung zugesteht..<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Auch die Entwicklung vom Ganzopfer (&gt;das ganze Tier wird verbrannt) zum Schlachtopfer (&lt; ein Teil wird verbrannt, ein anderer verteilt) zeigt, wie sich auch im Opferkult der Akzent vom blo\u00dfen Verzicht zum Ausdruck der Gotteshingabe ver\u00e4ndert.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Prophet im 8. Jahrhundert im S\u00fcdreich.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a>\u201eAuferstehung und ewiges Leben. Die wirkliche Entstehung des Osterglaubens\u201c, Patmos Verlag 2002; \u201eJesus Christus, wahrer Mensch und unser Herr\u201c, Christologie, Patmos Verlag 2004;<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Pfingstgeschichte Apg 2, 5<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> Frankem\u00f6lle S. 53; Joh 4,20<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> Bei Sichem<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> Geographisch liegt Galil\u00e4a im Norden, Jud\u00e4a im S\u00fcden und Samarien dazwischen.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> Lk 10,30 ff<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a> Lk17,11 ff<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref11\">[11]<\/a> Joh 4,1 ff<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref12\">[12]<\/a> Apg 8,4 &#8211; 25<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref13\">[13]<\/a> An der Herausgabe des Textes war der katholische Theologe Paul Hoffmann ma\u00dfgeblich beteiligt<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref14\">[14]<\/a> Q: Mt 10,38 \/ Lk 14,27<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref15\">[15]<\/a> Q. Mt 4,1-11\/Lk 4,1-13<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref16\">[16]<\/a> Q: Mt 24,27\/ Lk 17,24<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref17\">[17]<\/a> Q: Mt 24,37-39\/Lk 17,26-30<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref18\">[18]<\/a> Q: Mt 10,32 \u2013 33\/ Lk 12,8 \u2013 9<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref19\">[19]<\/a> Q: Mt 12,38 \u2013 40 \/ Lk 11,16.29 \u2013 30<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref20\">[20]<\/a> Hubert Frankem\u00f6lle, Fr\u00fchjudentum und Urchristentum, Kohlhammer Verlag Stuttgart 2006. Der katholische Neutestamentler Hubert Frankem\u00f6lle stellte den heutigen Forschungsstand \u00fcber die j\u00fcdischen Wurzeln der fr\u00fchen Kirche gut lesbar zusammen. Ich beziehe mich hier auf seine Darstellungen<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref21\">[21]<\/a> Wobei sich die Katholische Kirche schwer tut, die heutige Forschungslage zu akzeptieren.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref22\">[22]<\/a> Die urspr\u00fcngliche Bedeutung ist auch heute umstritten. Der Talmut spricht wage von einem Bergabhang. Der gro\u00dfe j\u00fcdische Theologe Maimonides versteht Asasel als Name eines D\u00e4mons, diese Deutung findet sich auch in\u00a0 den Qumran-Texten. Im Islam ist azaz\u012bl ein anderer Name f\u00fcr den\u00a0 Satan.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref23\">[23]<\/a> Adv. Marcionem 3,7.7; Adv. Judaeos 14,9; Bibliothek der Kirchenv\u00e4ter.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref24\">[24]<\/a> Die biblische Forschung weist die ersten 39 Kapitel dem Propheten Jesaja zu\u00a0 (8. Jahrhundert v. Chr.), Kapitel 40 bis 55 f\u00fchrt sie auf einen sp\u00e4texilischen Propheten zur\u00fcck, den sie Deuterojesaja nennt, die restlichen Kapitel auf den nachexilischen Tritojesaja.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref25\">[25]<\/a> Jesaja 61, 1-3; Nach dem gegenw\u00e4rtigen Stand der Exegese scheinen diese Lieder vom Gottesknecht urspr\u00fcnglich einmal selbst\u00e4ndig gewesen zu sein. Die vier Lieder stellten wohl eine eigene kleine Sammlung dar. Wahrscheinlich wurden sie dann von der deutero-jesajanischen Schule in das Prophetenbuch eingearbeitet<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref26\">[26]<\/a> Das \u00e4gyptische Henochbuch , das Noachbuch, das Engelbuch, die Tiersymbol-Apokalypse, das 4. Esrabuch, die syrische.Baruch-Apokalypse, das Martyrium des Jesaja, die Apokalypse des Mose, die Apokalpse Abrahams. Sp\u00e4twerk der apokalyptischen Literatur ist die christliche Johannes-Apokalypse.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref27\">[27]<\/a> S.u. die Ausf\u00fchrung zur Spruchquelle Q.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref28\">[28]<\/a> Frankem\u00f6lle S 155 ff<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref29\">[29]<\/a> Martin Luther \u00fcbersetzt Joh 1,14: \u201ehat unter uns gezeltet\u201c.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref30\">[30]<\/a> Die Paralellstelle ist im Buch Leviticus 26,12f<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref31\">[31]<\/a> Hebr. middot = Attribute<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref32\">[32]<\/a> Zur Weisheitsliteratur geh\u00f6ren auch viele fr\u00fchj\u00fcdische Apokryphen: Die \u00e4thiopischen Hennochb\u00fccher, das slawische Hennochbuch, das 4. Makkab\u00e4erbuch, das 4. Esra-Buch, die Qumran-Schriften.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref33\">[33]<\/a> In der klassischen griechischen Philosophie bezeichnet Logos die Klarheit des Denkens.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref34\">[34]<\/a> Als Logos spermatikos.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref35\">[35]<\/a> Eine analoger Genuswechsel findet bei der weiblichen Ruach zum neutralen Pneuma und dann zum m\u00e4nnlichen spiritus.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref36\">[36]<\/a> Die Septuaginta LXX \u00fcbersetzt mit Christos.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref37\">[37]<\/a> Apg 9,1 ff<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref38\">[38]<\/a> 1 Thess 5, 9-11<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref39\">[39]<\/a> Phil 2,5-8<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref40\">[40]<\/a> R\u00f6m 5,14<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref41\">[41]<\/a> Martin Ebner,Das Markusvevangelium, Katholisches Bibelwerk 2008: \u201eEin in der griechisch \u2013 r\u00f6mischen Kultur sozialisierter Zeitgenosse wird, wenn er die Erz\u00e4hlung liest, die Markus verfasst hat, sofort an die \u201aViten\u2019 (Lebensdarstellungen) erinnert, die bekannte Schriftsteller seiner Zeit \u00fcber gro\u00dfe M\u00e4nner der griechischen und r\u00f6mischen Geschichte verfasst haben. Insbesondere um die Zeitenwende kommen sie gerade in Mode. Erz\u00e4hlt wird von der Abstammung, von der Ausbildung, von den Worten und Taten sowie vom Tod des jeweils Beschriebenen. Ziel ist es, Handlungsprinzipien eines Menschen durch Anekdoten aus dessen Leben zu konkretisieren und dem Leser m\u00f6gliche Lebensbegleiter vor Augen zu stellen.\u201c (S. 5)<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref42\">[42]<\/a> Martin Ebner, Markusevangelium<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref43\">[43]<\/a> Mk 12 1-12<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref44\">[44]<\/a> Mk 13,1<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref45\">[45]<\/a> Mk 9,30 &#8211; 41<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref46\">[46]<\/a> \u201eWas wird nun der Besitzer des Weinbergs tun? Er wird kommen und die Winzer t\u00f6ten und den Weinberg anderen geben.\u201c \u00a0(Mk 8,31) \u00a0Markus hatte das bereits zerst\u00f6rte Jerusalem vor Augen.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref47\">[47]<\/a> Mk 14, 10 f; 26-3; .66-72<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref48\">[48]<\/a> Mk 14, 32 \u2013 41<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref49\">[49]<\/a> Mk 8,34<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref50\">[50]<\/a> Mk 2, 23 ff<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref51\">[51]<\/a> Mk 14,14. 17<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref52\">[52]<\/a> Durch die staatlichen Organe wie auch durch die oft sehr einflussreichen traditionell-j\u00fcdischen Gemeinden<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref53\">[53]<\/a> Ex 24,8<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref54\">[54]<\/a> Ebner , Das Markusevangelium S. 148<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref55\">[55]<\/a> Lk 22, 37; 24,26; 24,46<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref56\">[56]<\/a> Griechisch: Zeichen, Wunder : Weinwunder in Kana, Heilungswunder in Kana, Speisungswunder am See Gennesaret,\u00a0 Seewandel, Heilung am Betesda-Teich, Blindenheilung am Schiloach-Teich und die\u00a0 Totenerweckung in Betani\u00ebn.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref57\">[57]<\/a> Exodus 16,4<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref58\">[58]<\/a> Joh \u00a06,35; 41; 48<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref59\">[59]<\/a> F\u00fcr jeden der zw\u00f6lf St\u00e4mme Israels einen Korb.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref60\">[60]<\/a> Mit dem Buch Esra aus der Zeit ca. 400 v.Chr.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref61\">[61]<\/a> Nehemia 9,15<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref62\">[62]<\/a> Wie der Papst \u2013 so verstehe ich ihn.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref63\">[63]<\/a> 1 K\u00f6nige 19,1 &#8211; 13 &#8222;kleine<\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am Schluss seines Buches \u201eWas ich glaube\u201c zitiert Hans K\u00fcng einen Satz aus seinem fr\u00fcheren Buch \u201eChrist sein\u201c:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\">In der Nachfolge Jesu Christi<\/p>\n<p align=\"center\">kann der Mensch in der Welt von heute<\/p>\n<p align=\"center\">wahrhaft menschlich leben, handeln, leiden und sterben:<\/p>\n<p align=\"center\">in Gl\u00fcck und Ungl\u00fcck, Leben und Tod<\/p>\n<p align=\"center\">gehalten von Gott und hilfreich den Menschen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>\u00a0<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div><\/div>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Darin unterscheide ich mich grunds\u00e4tzlich von Joseph Ratzinger, dem jetzigen Papst Benedikt XVI., der die gesamte Bibel\u00a0 als Buch der R\u00f6mischen Kirche interpretiert und allein der Katholischen Kirche das Recht auf Auslegung zugesteht..<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Auch die Entwicklung vom Ganzopfer (&gt;das ganze Tier wird verbrannt) zum Schlachtopfer (&lt; ein Teil wird verbrannt, ein anderer verteilt) zeigt, wie sich auch im Opferkult der Akzent vom blo\u00dfen Verzicht zum Ausdruck der Gotteshingabe ver\u00e4ndert.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Prophet im 8. Jahrhundert im S\u00fcdreich.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a>\u201eAuferstehung und ewiges Leben. Die wirkliche Entstehung des Osterglaubens\u201c, Patmos Verlag 2002; \u201eJesus Christus, wahrer Mensch und unser Herr\u201c, Christologie, Patmos Verlag 2004;<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Pfingstgeschichte Apg 2, 5<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> Frankem\u00f6lle S. 53; Joh 4,20<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> Bei Sichem<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> Geographisch liegt Galil\u00e4a im Norden, Jud\u00e4a im S\u00fcden und Samarien dazwischen.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> Lk 10,30 ff<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a> Lk17,11 ff<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref11\">[11]<\/a> Joh 4,1 ff<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref12\">[12]<\/a> Apg 8,4 &#8211; 25<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref13\">[13]<\/a> An der Herausgabe des Textes war der katholische Theologe Paul Hoffmann ma\u00dfgeblich beteiligt<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref14\">[14]<\/a> Q: Mt 10,38 \/ Lk 14,27<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref15\">[15]<\/a> Q. Mt 4,1-11\/Lk 4,1-13<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref16\">[16]<\/a> Q: Mt 24,27\/ Lk 17,24<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref17\">[17]<\/a> Q: Mt 24,37-39\/Lk 17,26-30<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref18\">[18]<\/a> Q: Mt 10,32 \u2013 33\/ Lk 12,8 \u2013 9<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref19\">[19]<\/a> Q: Mt 12,38 \u2013 40 \/ Lk 11,16.29 \u2013 30<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref20\">[20]<\/a> Hubert Frankem\u00f6lle, Fr\u00fchjudentum und Urchristentum, Kohlhammer Verlag Stuttgart 2006. Der katholische Neutestamentler Hubert Frankem\u00f6lle stellte den heutigen Forschungsstand \u00fcber die j\u00fcdischen Wurzeln der fr\u00fchen Kirche gut lesbar zusammen. Ich beziehe mich hier auf seine Darstellungen<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref21\">[21]<\/a> Wobei sich die Katholische Kirche schwer tut, die heutige Forschungslage zu akzeptieren.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref22\">[22]<\/a> Die urspr\u00fcngliche Bedeutung ist auch heute umstritten. Der Talmut spricht wage von einem Bergabhang. Der gro\u00dfe j\u00fcdische Theologe Maimonides versteht Asasel als Name eines D\u00e4mons, diese Deutung findet sich auch in\u00a0 den Qumran-Texten. Im Islam ist azaz\u012bl ein anderer Name f\u00fcr den\u00a0 Satan.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref23\">[23]<\/a> Adv. Marcionem 3,7.7; Adv. Judaeos 14,9; Bibliothek der Kirchenv\u00e4ter.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref24\">[24]<\/a> Die biblische Forschung weist die ersten 39 Kapitel dem Propheten Jesaja zu\u00a0 (8. Jahrhundert v. Chr.), Kapitel 40 bis 55 f\u00fchrt sie auf einen sp\u00e4texilischen Propheten zur\u00fcck, den sie Deuterojesaja nennt, die restlichen Kapitel auf den nachexilischen Tritojesaja.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref25\">[25]<\/a> Jesaja 61, 1-3; Nach dem gegenw\u00e4rtigen Stand der Exegese scheinen diese Lieder vom Gottesknecht urspr\u00fcnglich einmal selbst\u00e4ndig gewesen zu sein. Die vier Lieder stellten wohl eine eigene kleine Sammlung dar. Wahrscheinlich wurden sie dann von der deutero-jesajanischen Schule in das Prophetenbuch eingearbeitet<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref26\">[26]<\/a> Das \u00e4gyptische Henochbuch , das Noachbuch, das Engelbuch, die Tiersymbol-Apokalypse, das 4. Esrabuch, die syrische.Baruch-Apokalypse, das Martyrium des Jesaja, die Apokalypse des Mose, die Apokalpse Abrahams. Sp\u00e4twerk der apokalyptischen Literatur ist die christliche Johannes-Apokalypse.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref27\">[27]<\/a> S.u. die Ausf\u00fchrung zur Spruchquelle Q.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref28\">[28]<\/a> Frankem\u00f6lle S 155 ff<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref29\">[29]<\/a> Martin Luther \u00fcbersetzt Joh 1,14: \u201ehat unter uns gezeltet\u201c.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref30\">[30]<\/a> Die Paralellstelle ist im Buch Leviticus 26,12f<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref31\">[31]<\/a> Hebr. middot = Attribute<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref32\">[32]<\/a> Zur Weisheitsliteratur geh\u00f6ren auch viele fr\u00fchj\u00fcdische Apokryphen: Die \u00e4thiopischen Hennochb\u00fccher, das slawische Hennochbuch, das 4. Makkab\u00e4erbuch, das 4. Esra-Buch, die Qumran-Schriften.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref33\">[33]<\/a> In der klassischen griechischen Philosophie bezeichnet Logos die Klarheit des Denkens.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref34\">[34]<\/a> Als Logos spermatikos.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref35\">[35]<\/a> Eine analoger Genuswechsel findet bei der weiblichen Ruach zum neutralen Pneuma und dann zum m\u00e4nnlichen spiritus.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref36\">[36]<\/a> Die Septuaginta LXX \u00fcbersetzt mit Christos.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref37\">[37]<\/a> Apg 9,1 ff<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref38\">[38]<\/a> 1 Thess 5, 9-11<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref39\">[39]<\/a> Phil 2,5-8<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref40\">[40]<\/a> R\u00f6m 5,14<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref41\">[41]<\/a> Martin Ebner,Das Markusvevangelium, Katholisches Bibelwerk 2008: \u201eEin in der griechisch \u2013 r\u00f6mischen Kultur sozialisierter Zeitgenosse wird, wenn er die Erz\u00e4hlung liest, die Markus verfasst hat, sofort an die \u201aViten\u2019 (Lebensdarstellungen) erinnert, die bekannte Schriftsteller seiner Zeit \u00fcber gro\u00dfe M\u00e4nner der griechischen und r\u00f6mischen Geschichte verfasst haben. Insbesondere um die Zeitenwende kommen sie gerade in Mode. Erz\u00e4hlt wird von der Abstammung, von der Ausbildung, von den Worten und Taten sowie vom Tod des jeweils Beschriebenen. Ziel ist es, Handlungsprinzipien eines Menschen durch Anekdoten aus dessen Leben zu konkretisieren und dem Leser m\u00f6gliche Lebensbegleiter vor Augen zu stellen.\u201c (S. 5)<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref42\">[42]<\/a> Martin Ebner, Markusevangelium<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref43\">[43]<\/a> Mk 12 1-12<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref44\">[44]<\/a> Mk 13,1<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref45\">[45]<\/a> Mk 9,30 &#8211; 41<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref46\">[46]<\/a> \u201eWas wird nun der Besitzer des Weinbergs tun? Er wird kommen und die Winzer t\u00f6ten und den Weinberg anderen geben.\u201c \u00a0(Mk 8,31) \u00a0Markus hatte das bereits zerst\u00f6rte Jerusalem vor Augen.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref47\">[47]<\/a> Mk 14, 10 f; 26-3; .66-72<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref48\">[48]<\/a> Mk 14, 32 \u2013 41<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref49\">[49]<\/a> Mk 8,34<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref50\">[50]<\/a> Mk 2, 23 ff<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref51\">[51]<\/a> Mk 14,14. 17<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref52\">[52]<\/a> Durch die staatlichen Organe wie auch durch die oft sehr einflussreichen traditionell-j\u00fcdischen Gemeinden<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref53\">[53]<\/a> Ex 24,8<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref54\">[54]<\/a> Ebner , Das Markusevangelium S. 148<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref55\">[55]<\/a> Lk 22, 37; 24,26; 24,46<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref56\">[56]<\/a> Griechisch: Zeichen, Wunder : Weinwunder in Kana, Heilungswunder in Kana, Speisungswunder am See Gennesaret,\u00a0 Seewandel, Heilung am Betesda-Teich, Blindenheilung am Schiloach-Teich und die\u00a0 Totenerweckung in Betani\u00ebn.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref57\">[57]<\/a> Exodus 16,4<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref58\">[58]<\/a> Joh \u00a06,35; 41; 48<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref59\">[59]<\/a> F\u00fcr jeden der zw\u00f6lf St\u00e4mme Israels einen Korb.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref60\">[60]<\/a> Mit dem Buch Esra aus der Zeit ca. 400 v.Chr.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref61\">[61]<\/a> Nehemia 9,15<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref62\">[62]<\/a> Wie der Papst \u2013 so verstehe ich ihn.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref63\">[63]<\/a> 1 K\u00f6nige 19,1 &#8211; 13<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0},"categories":[1,23],"tags":[130],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1741"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1741"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1741\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1741"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1741"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1741"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}