{"id":1736,"date":"2013-03-29T17:33:27","date_gmt":"2013-03-29T16:33:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/?p=1736"},"modified":"2013-04-06T15:53:11","modified_gmt":"2013-04-06T13:53:11","slug":"weil-sich-der-antisemitismus-maskiert-hat","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/index.php\/weil-sich-der-antisemitismus-maskiert-hat\/","title":{"rendered":"Weil sich der Antisemitismus maskiert hat,"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_426\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/hortus-delicaiarum1.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-426\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-426  \" alt=\"Im 12. Jahrhundert verfasste die \u00c4btissin Herad von Landsberg f\u00fcr ihre mitschwestern eine Enzyklop\u00e4die \u00fcber die wichtigsten Themen des Lebens. Obwohl das Original verschollen ist, sind ausgezeichnete Kopien erhalten.. Quelle des Bildes: Wilhelms Space, Weseite des lutherischen Bischofs Wilhelm in S\u00fcdafrike.\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/hortus-delicaiarum1-300x222.jpg\" width=\"300\" height=\"222\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/hortus-delicaiarum1-300x222.jpg 300w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/hortus-delicaiarum1.jpg 552w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-426\" class=\"wp-caption-text\">Im 12. Jahrhundert verfasste die \u00c4btissin Herad von Landsberg f\u00fcr ihre Mitschwestern eine Enzyklop\u00e4die \u00fcber die wichtigsten Themen des Lebens. Obwohl das Original verschollen ist, sind ausgezeichnete Kopien erhalten..Auf diersem Bild sind in die Krezigungsszene die Ecclesia und die Synangoge eingef\u00fcgt. die Ecclesia wird geleitet von der Frohbotschaft der vier Evangelien. Voller Freude f\u00fchrt sie ihre Kinder zum Erl\u00f6ser. Die Synagoge dagegen hat nur den Tod vor Augen.Jjeder Schritt ihres v\u00f6llig ermatteten Esels entfernt sie vom Kreuz. Das Grab ist schon ge\u00f6ffnet.<br \/>Quelle des Bildes: Wilhelms Space, Weseite des lutherischen Bischofs Wilhelm in S\u00fcdafrike.<\/p><\/div>\n<p>muss man genauer hinsehen, so k\u00f6nnte man die \u00dcberschrift dieser \u00a0kleinen Studie \u00a0fortsetzen. Gemeint ist der Antisemitismus im heutigen Deutschland. Die Soziologen haben herausbekommen, dass ca. 70% der Deutschen antisemitisch eingestellt sind. Obwohl es in Deutschland keine brennenden Synagogen gibt, beschleicht deshalb die Politiker eine permanente Angst, dass rechtsradikale Gruppen, die alle fremden- und vor allem judenfeindlich eingestellt sind, an Einfluss gewinnen. Dass Synagogen sowie j\u00fcdische Altersheime und Schulen wie Gef\u00e4ngnisse abgeschottet und fl\u00e4chendeckend polizeilich bewacht werden m\u00fcssen ist deutscher Alltag, \u00fcber den man aber nicht gerne redet. Als neulich in Berlin ein Rabbiner, den man wegen \u00a0Kippa \u00a0und Schl\u00e4fenlocken erkennen konnte, auf der Stra\u00dfe von jugendlichen Schl\u00e4gern \u00fcberfallen wurde, war dies f\u00fcr die deutsche \u00d6ffentlichkeit sichtbar peinlich und furchtbar unangenehm. Doch nicht von diesem \u00f6ffentlichen Antisemitismus soll hier die Rede sein. Es geht hier um den versteckten Antisemitismus, der sich mit ganz verschiedenen Gew\u00e4ndern maskiert. An einer aktuellen Erfahrung \u00a0will ich dies erl\u00e4utern.<!--more--><\/p>\n<p>Der Koblenzer Regionalkantor Manfred Faig gestaltet seit Jahren mit seinem Jugendchor am Karfreitag um 9 Uhr eine Mette (&gt; Fr\u00fchgottesdienst). In diesen Metten wird alte und neue Musik gleicherma\u00dfen verbunden und mit einem hohen Niveau gestaltet. Der theologische Hintergrund entspricht voll und ganz unserem Denken: Die Erinnerung an den M\u00e4rtyrertod des Gottessohnes Jesus von Nazareth ist jedes Jahr Anlass, an die dunklen Seiten unserer Zeit zu denken und uns daran im Gebet bewusst zu werden. Die Liebfrauenkirche mit ihrem gotischen Chor und den wundersch\u00f6nen modernen Fenstern, die 1992 von dem K\u00fcnstler Hans Gottfried von Stockhausen unter dem Thema \u201eFrauen in der Heilsgeschichte\u201c geschaffen wurden, schafft eine spirituelle Kulisse. Die nonklerikale Gestaltung ohne Gew\u00e4nder und Aufm\u00e4rsche passt wohltuend zum Ernst des Karfreitags. Der siebenarmige Leuchter (Menora) auf dem Altar, dessen Kerzen im Laufe des Gottesdienstes gel\u00f6scht werden, die in Hebr\u00e4isch gesungenen biblischen Klagelieder und die im Wechsel mit dem Chor von allen gesungenen Lieder erreichen offensichtlich das Herz. In diesem Jahr war das Thema \u201eKriegskinder\u201c und zwar im Blick auf Pal\u00e4stina. Aus dem Buch der kanadischen Kinderbuchautorin Deborah Ellis waren dazu vier Stimmen von Kindern ausgew\u00e4hlt worden, zwei aus Pal\u00e4stina und zwei aus Israel. Auf den ersten Blick war die Auswahl abgewogen. Aber als der Bericht des 11j\u00e4hrigen Mahmood von einem Jungen gelesen wurde, stutzte ich doch. Das Bild, das von Israel und von israelischen Soldaten beschrieben wurde, war so negativ, dass es nicht mehr aufzufangen war. Gegen einen lachenden Soldaten, der mutwillig Giftgas auf Kinder verschie\u00dft, ohne dass diese eine Schutzmaske haben, war auch durch den folgenden Bericht des achtj\u00e4hrigen israelischen Gilli nicht mehr aufzufangen. Als ich dann das Begleitheft n\u00e4her anschaute, wurde mir klar, dass der antiisraelische Touch nicht zuf\u00e4llig war. Hier hatte sich der alte und b\u00f6swillige Antisemitismus in der antiisraelischen Maske eingeschlichen. In dem einf\u00fchrenden Text des Begleitheftes ist zu lesen: \u201eSeit der Gr\u00fcndung des Staates Israel 1948 befinden sich Israel und Pal\u00e4stina im permanenten Kriegszustand.\u201c Nichts an diesem Satz ist historisch richtig. In der Nacht nach der Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung durch David Ben Gurion begannen die arabischen Staaten \u00c4gypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon. Irak und Syrien den Krieg gegen den jungen Staat. Als 1949 durch Hilfe der UNO der Waffenstillstand mit \u00c4gypten, Jordanien, Libanon und Syrien unterzeichnet beschlossen werden konnte, wurde die Kampflinie als \u201eGr\u00fcne Linie\u201c zur Grenze. Nun begann der bei solchen Konflikte nicht seltene S\u00e4uberungsprozess, an dessen Ende alle Juden aus den arabischen Staaten und die Mehrheit der Araber aus dem Staat Israel vertrieben wurden. Dies soll hier gen\u00fcgen, um das tats\u00e4chliche Geschehen zu verdeutlichen. Jedenfalls bedr\u00e4ngt mich die Frage, warum sich \u201eder Antisemitismus als antiisraelische Feindseligkeit\u201c auch bei diesem wunderbaren Gottesdienst so breit gemacht hat? Nicht die Kritik an der Politik Israels ist das Problem, denn diese ist sowohl innerhalb Israels wie auch in der weltweiten j\u00fcdischen Diaspora nichts Ungew\u00f6hnliches. Nein, es ist der alte judenfeindliche Trick christlicher Geschichte, dass die \u201eSynagoge\u201c grunds\u00e4tzlich negativ und die \u201eEcclesia\u201c immer positiv gezeichnet wurden. \u201eIsrael und Pal\u00e4stina\u201c sind die heutigen Bilder f\u00fcr antisemitisches Denken, dabei ist Israel in der Regel der B\u00f6se und Pal\u00e4stina die Gute. Bilder \u201e von israelischen Soldaten und pal\u00e4stinensischen Kindern\u201c sind f\u00fcr die westlichen Medien beliebt. Da sich die westliche Welt auf dieses Schema \u201eIsrael und Pal\u00e4stina als gleichberechtigte und souver\u00e4ne Staaten\u201c festgelegt hat, gibt es auch kein grunds\u00e4tzliches Nachdenken mehr. So ist die Frage, ob die arabischen Territorien (Gazastreifen und \u00a0Westjordanland) au\u00dferhalb des Staates Israel \u00fcberhaupt einen \u00fcberlebensf\u00e4higen Staat bilden k\u00f6nnen und ob eine mit ausl\u00e4ndischer Hilfe erzwungene Konstituierung nicht sogar zwangsl\u00e4ufig die Vernichtung des Staates Israels einleiten muss, nicht zul\u00e4ssig. Die Vision, dass sich diese arabischen Territorien f\u00f6derativ mit Israel oder aber mit einem arabischen Nachbarstaat verbinden k\u00f6nnten und die ganze Region in guter Nachbarschaft und gegenseitiger Hilfe an Prosperit\u00e4t gewinnen kann, darf auch im Westen nicht einmal gedacht werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>muss man genauer hinsehen, so k\u00f6nnte man die \u00dcberschrift dieser \u00a0kleinen Studie \u00a0fortsetzen. Gemeint ist der Antisemitismus im heutigen Deutschland. Die Soziologen haben herausbekommen, dass ca. 70% der Deutschen antisemitisch eingestellt sind. 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