{"id":1629,"date":"2012-11-18T18:39:15","date_gmt":"2012-11-18T17:39:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/?p=1629"},"modified":"2014-06-26T15:39:58","modified_gmt":"2014-06-26T13:39:58","slug":"andere-bilder-des-glaubens","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/index.php\/andere-bilder-des-glaubens\/","title":{"rendered":"Andere Bilder des Glaubens &#8211;  Theologische Studie zum Jahr des Glaubens"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><span style=\"color: #000080;\">\u00a0<\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/index.php\/andere-bilder-des-glaubens\/istock_000016097473_extrasmall\/\" rel=\"attachment wp-att-1646\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1646\" title=\"iStock_000016097473_ExtraSmall\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/iStock_000016097473_ExtraSmall-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/iStock_000016097473_ExtraSmall-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/iStock_000016097473_ExtraSmall.jpg 424w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Benedikt XVI. hat zum Jahr des Glaubens aufgerufen. Die Initiative des R\u00f6mischen Papstes ist zu begr\u00fc\u00dfen, obwohl die propagierten Abl\u00e4sse einen peinlichen Begleitton erzeugen. Auf der Webseite des Erzbistums M\u00fcnchen ist obiges Bild zum Glaubensjahr zu sehen. Es macht betroffen, wie stark auch Kirche dem allgemeinen Jugendwahn und der Actions-Kultur\u00a0 verfallen ist. Aber die Botschaft weist auf\u00a0 den Wagemut hin, den gl\u00e4ubiges Leben verlangt. Ob es um die vielen Spr\u00fcnge \u00fcber die Klippen unseres Lebens geht oder um den Sprung vom Leben in den Tod &#8211; immer geht beim Glauben um das \u00a0Gelingen unseres Lebens.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Studie will auf dem Hintergrund der christlichen Tradition und in kritischer Auseinandersetzung Verstehenshorizonte des gl\u00e4ubigen Lebens \u00f6ffnen. <!--more-->Durch die pers\u00f6nliche Subjektivit\u00e4t kann sich der Blick auf die katholische Lebenswirklichkeit verengen. Aber bei aller pers\u00f6nlichen Betroffenheit sind Wahrhaftigkeit und Genauigkeit immer im Blick. Auch ist kein systematisches Lehrst\u00fcck beabsichtigt; die Auswahl der einzelnen Themen hat sich zuf\u00e4llig oder aber aufgrund von Aktualit\u00e4t ergeben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 align=\"center\"><span style=\"color: #000080;\">Inhalt<\/span><\/h2>\n<h2 align=\"center\"><span style=\"color: #000080;\">\u00a0<\/span><\/h2>\n<h2 align=\"center\"><span style=\"color: #000080;\">Den Weg Jesu gehen<\/span><\/h2>\n<h2 align=\"center\"><span style=\"color: #000080;\">\u00dcbergang<\/span><\/h2>\n<h2 align=\"center\"><span style=\"color: #000080;\">Strukturelle S\u00fcnde<\/span><\/h2>\n<h2 align=\"center\"><span style=\"color: #000080;\">Wenn das Gottesbild verblasst<\/span><\/h2>\n<h2 align=\"center\"><span style=\"color: #000080;\">Evolution der Moral<\/span><\/h2>\n<h2 align=\"center\"><span style=\"color: #000080;\">Glauben im Zwielicht<\/span><\/h2>\n<h2 align=\"center\"><span style=\"color: #000080;\">Revision<\/span><\/h2>\n<h2 align=\"center\"><span style=\"color: #000080;\">Am Ende das Meer<\/span><\/h2>\n<h2 align=\"center\"><span style=\"color: #000080;\">Winter in Wien<\/span><\/h2>\n<h2 align=\"center\"><span style=\"color: #000080;\">Sehnsucht<\/span><\/h2>\n<h2 align=\"center\"><span style=\"color: #000080;\">Warum der Glaube neu zu erz\u00e4hlen ist<\/span><\/h2>\n<h2 align=\"center\"><span style=\"color: #000080;\">Der Weg, den wir gehen<\/span><\/h2>\n<h2 align=\"center\"><span style=\"color: #000080;\">Gebet<\/span><\/h2>\n<h2 align=\"center\"><span style=\"color: #000080;\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Unbenannt.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1613 aligncenter\" title=\"Unbenannt\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Unbenannt-300x204.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"204\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Unbenannt-300x204.jpg 300w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Unbenannt.jpg 585w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/span><\/h2>\n<h2 align=\"center\"><\/h2>\n<h2 align=\"center\"><\/h2>\n<h2 align=\"center\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>\u201eGlaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht\u201c (Jesaja 7,9)<\/strong><\/span><\/h2>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\">Den Weg Jesu gehen<\/span><\/h2>\n<div id=\"attachment_1614\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Emmausj\u00fcnger-modern-98-KB.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1614\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1614 \" title=\"Emmausj\u00fcnger modern 98 KB\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Emmausj\u00fcnger-modern-98-KB-300x294.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"294\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Emmausj\u00fcnger-modern-98-KB-300x294.jpg 300w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Emmausj\u00fcnger-modern-98-KB-1024x1003.jpg 1024w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Emmausj\u00fcnger-modern-98-KB.jpg 1073w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1614\" class=\"wp-caption-text\">Auf diesem Bild hat die Eisenacher Malerin K\u00e4the Volbers (verstorben) die Geschichte von den Emmausj\u00fcngern in unsere Zeit versetzt. Bild und Foto sind Eigentum von Dieter Kittlau\u00df.<\/p><\/div>\n<p>Die junge Jesusgemeinde um Simon Petrus wartete auf die Wiederkunft des gekreuzigten Herrn. Noch im Brief an die Korinthergemeinde endete Paulus mit dem aram\u00e4ischen Gebetsruf Maran atha (unser Herr komm 1 Kor, 16,22). In der Geschichte von den zehn klugen Jungfrauen beschrieb \u00a0Matth\u00e4us die Stimmung in der fr\u00fchen Kirche (Mt. 25,1ff). \u00a0Doch der Herr kommt nicht! Als sich mit der Ostervision verdichtet, dass der Herr trotz Leiden und Kreuz lebt, weil ihn die Macht Jahves nicht im Totenreich gelassen hat, wird die Angst zur Erwartung. Doch langsam verbreitet sich die Ahnung, dass es noch lange dauern wird, bis er kommt. Die Frage wird lauter, wie wir uns in dieser Welt einrichten k\u00f6nnen? Die Geschichte von der Verkl\u00e4rung l\u00e4sst uns die Spannung erahnen: Am liebsten H\u00fctten bauen, vor\u00fcbergehende Wohnst\u00e4tten, wie in der W\u00fcste damals. Aber diese Zeit ist vor\u00fcber. Lukas hat f\u00fcr seine Apostelgeschichte Einzeltraditionen gesammelt. Die Schilderung von der Urgemeinde, die alles teilt, l\u00e4sst sehr gut die angespannte Situation nachempfinden. Aus den Paulusbriefen wissen wir, wie sich auch sp\u00e4ter Gemeinden bilden, die sehr endzeitlich und charismatisch leben. Paulus selbst will sich zun\u00e4chst wegen der nahenden Endzeit nicht einmal an eine Frau binden, aber etwas sp\u00e4ter muss er seine Gemeinden anmahnen, auch in der Wartezeit ein normales Leben zu f\u00fchren, um nicht in asoziale Situationen abzurutschen. Weil der Herr nicht kommt, setzt auch bei den Jesusgemeinden die \u00fcbliche Organisationsentwicklung ein. Wer hat das Sagen? Wer schlichtet den Streit? Wer gibt im Zweifel die Richtung an? Wichtig wird die Abgrenzung zur hellenistischen Welt, aber besonders zu der j\u00fcdischen Mehrheit, die Jesus nicht als Messias anerkennen kann. Das Apostelkonzil stellt Weichen f\u00fcr die Abgrenzung zum j\u00fcdischen Leben \u2013 aber auch zur nichtj\u00fcdischen Welt. Doch es dauert nicht lange und die R\u00f6mische Armee schafft Fakten. Das Tempeljudentum wird Vergangenheit. Damit verschwindet auch die Jerusalemer Urgemeinde. Nun w\u00e4chst das Christentum durch Abnabelung von der j\u00fcdischen Wurzel, die Paulus noch im R\u00f6merbrief vehement verteidigte. Die Perspektive ver\u00e4ndert sich: Nicht mehr der Jude Jesus mit seiner Thora sondern der erh\u00f6hte Herr, der Kyrios, der Retter der Welt und unser aller Erl\u00f6ser wird zur Mitte und l\u00e4sst so die Catholica, die christliche Kirche entstehen, die nicht mehr aram\u00e4isch-hebr\u00e4isch sondern Griechisch spricht und \u2013 was wichtiger ist \u2013 griechisch-hellenistisch denkt. Aber entgegen Paulus, der nur den Blick auf den kommenden Kyrios gerichtet hat, w\u00e4chst das Bed\u00fcrfnis nach R\u00fcckerinnerung: \u201eWenn wir den Weg Jesu gehen wollen \u2013 und das wollen wir -, m\u00fcssen wir wissen, was geschah.\u201c Der Apostelsch\u00fcler Markus ist wohl der Erste, der den Weg Jesus nachzeichnet und daf\u00fcr aus gesammelten m\u00fcndlichen und schriftlichen Traditionen \u201esein\u201c Evangelium vom Sohn Gottes, wie er Jesus nennt, gestaltet. Die Nachfolge, die so schwer ist und alles abverlangt, ist nicht unm\u00f6glich, trotz R\u00fcckf\u00e4llen, Irrwegen und auch \u00e4u\u00dferer Bedr\u00e4ngnis. Markus erz\u00e4hlt von den Vorbildern, dem Hauptmann, der armen Witwe und vor allem von den Frauen, aber auch von den M\u00e4nnern um Jesus, die so oft versagt haben \u2013 wie Petrus mit seinem Ehrgeiz, in der Jesusgruppe die Rolle eines \u201eAlphatieres\u201c zu spielen.<\/p>\n<p>In dem obigen Bild hat die Eisenacher K\u00fcnstlerin K\u00e4the Volbers (\u2020) die Emmausgeschichte in unsere Zeit zeitlich versetzt. Die Blickrichtungen sind nicht mehr direkt zueinander. Jesus lebte in seiner Zeit, mit seinem Weltbild, in einem zersplitterten und unterdr\u00fcckten Volk, wir leben heute in einer offenen und globalen Medien- und Industriegesellschaft. Die beiden jungen Leute, schauen noch einmal zur\u00fcck: \u00a0\u201eWas hast du uns zu sagen?\u201c Das Bild l\u00e4sst offen, ob Jesus eine Antwort wei\u00df. \u201eBleibe bei uns Herr, denn es ist Abend geworden\u201c hei\u00dft es in der Emmausgeschichte des Lukas. Ein sehr zeitgem\u00e4\u00dfes Gebet auch f\u00fcr heute.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"color: #003366;\">\u00dcbergang<\/span> \u00a0<\/strong><strong>\u00a0<\/strong><\/h2>\n<div id=\"attachment_1615\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/totenbuch.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1615\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1615 \" title=\"totenbuch\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/totenbuch-300x120.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"120\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/totenbuch-300x120.jpg 300w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/totenbuch-1024x411.jpg 1024w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/totenbuch.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1615\" class=\"wp-caption-text\">Papyrus Hunefer (19. Dynastie). Bild (Kopie) und Foto sind Eigentum von Dieter Kittlau\u00df.<\/p><\/div>\n<p>1842 erfolgte die erste deutschsprachige Herausgabe \u00e4gyptischer Totenb\u00fccher durch Karl Richard Lepsius. Unter dem Titel \u201eHeraustreten in das Licht des Tages\u201c wurden\u00a0 aus dem alten \u00c4gypten Beschw\u00f6rungsformeln, liturgische Anweisungen und bildhafte Darstellungen f\u00fcr den \u00dcbergang in das Leben nach dem Tod gesammelt und \u00fcbersetzt. Nach der alt\u00e4gyptischen Mythologie musste die Seele des Verstorbenen (BA) in die Unterwelt eintreten und hier \u00a0zun\u00e4chst zahlreiche Pr\u00fcfungen bestehen. 42 Totenrichter unterziehen unerbittlich eine Pr\u00fcfung und verlangen \u00a0Bekenntnis: \u201eNicht habe ich bewirkt das Leiden der Menschen, Noch meinen Verwandten Zwang und Gewalt angetan. Nicht habe ich das Unrecht an die Stelle des Rechtes gesetzt, Noch Verkehr gepflegt mit dem B\u00f6sen\u201c (Kapitel 124). Weil die Totenrichter in der Halle der vollst\u00e4ndigen Wahrheit richten, kann sich niemand herausreden. Wenn die Seele diese Pr\u00fcfungen besteht, erh\u00e4lt sie die Schl\u00fcssel f\u00fcr die Tore der Unterwelt. Nun kann der Verstorbene um Einlass in das Reich des Osiris bitten. Dem Toten \u00a0werden Spr\u00fcche und Gebete mitgegeben, auf die Binden der Mumien oder an die W\u00e4nde der Grabkammer geschrieben. Mit dem Spruch \u201eRein bin ich und kenne die Namen der Tore\u201c, kann der Tote seine Unschuld bezeugen. Mit einem Gebet kann er um die Hilfe der Gottheiten bitten: \u00a0\u201eO Amon, Amon! Vom Himmelsgew\u00f6lbe schaust du zur Erde herab. Wende dein strahlendes Antlitz zur starren, leblosen H\u00fclle Deines Sohnes, des vielgeliebten! Mache ihn kr\u00e4ftig und siegesbewusst In den Unteren Welten!\u201c \u00a0Auf dem hier gezeigten \u00a0Papyrus Hunefer (19. Dynastie), dessen Original \u00a0sich im Britischen Museum befindet, \u00a0wird das letzte Totengericht, das der Verstorbene zu absolvieren hat, dargestellt. Der Tote wird von Todt zur Waage der Maat, der G\u00f6ttin der Gerechtigkeit,\u00a0 geleitet. Hier wird von Anubis das Herz des Verstorbenen gewogen und damit gepr\u00fcft, ob sein irdisches Leben zwischen gut und b\u00f6se im Gleichgewicht stand. Der H\u00f6llenhund Ammit steht wachsam bereit, um den Verstorbenen in die Unterwelt des Vergessens (den Feuersee der Unterwelt) \u00a0zur\u00fcckzuf\u00fchren, wenn die b\u00f6sen Taten \u00fcberwiegen. Thot protokolliert, damit das Pr\u00fcfergebnis unausl\u00f6schlich wird. Wenn die Wage nicht ausschl\u00e4gt und im \u00a0Gleichstand bleibt,\u00a0 wird der Verstorbene in das Reich des Osiris gef\u00fchrt, in die ewige Gl\u00fcckseligkeit.<\/p>\n<p>Die \u00e4gyptische Vorstellung vom Gericht nach dem Tod, das \u00fcber die Qualit\u00e4t des irdischen Lebens ein endg\u00fcltiges Urteil f\u00e4llt, hat die Nachwelt entscheidend gepr\u00e4gt. W\u00e4hrend sich der j\u00fcdische Glaube \u00fcber lange Zeit auf dieses irdische Leben konzentrierte und daf\u00fcr um den Segen Gottes bittet, w\u00e4chst durch den Einfluss des \u00e4gyptisch \u2013 griechischen Denkens (&gt; Hellenismus) die Gewissheit, dass es ein Weiterleben nach dem Tod gibt, f\u00fcr dessen Qualit\u00e4t das irdische Leben den entscheidenden Ma\u00dfstab gibt. So ist es auch ganz normal, dass Jesus von Nazareth als gl\u00e4ubiger Jude in den Vorstellungen und Bildern seines Volkes lebt. Doch in der christlichen Kirchenbewegung gewinnt die Gerichtsbotschaft an \u00dcbergewicht und verdr\u00e4ngt sogar oft das Evangelium. In Dante`s G\u00f6ttlicher Kom\u00f6die werden die Wege in die Tiefen der H\u00f6lle und in die H\u00f6hen des Lichtes anschaulich beschrieben, und f\u00fcr Luther war die entscheidende Frage \u201eWie bekomme ich einen gn\u00e4digen Gott?\u201c\u00a0 Durch die Instrumentalisierung der Gerichtsbedrohung wurden Macht und Einfluss der christlichen Kirchen systematisch ausgebaut. Heute ist in unserem Denken das mythische Bild vom Gericht nach dem Tod merklich verblasst. Gewachsen ist aber das innere Wissen um die Wichtigkeit unseres Lebens. Weil das Leben f\u00fcr uns zu einem einmaligen Geschenk, zu einer Chance und Herausforderung wird, hat es seine Bedeutung in sich selbst. Wir n\u00e4hern uns damit dem altj\u00fcdischen Glauben. Tragend f\u00fcr unseren Glauben ist nicht eine zu erwartende Belohnung im Jenseits, sondern die hoffende Gewissheit, dass wir jetzt und bis zur Stunde unseres Todes getragen sind in Gott. Ob wir leben oder sterben, nichts kann uns trennen von der Liebe Gottes; das war \u00fcbrigens auch die Botschaft des \u00a0V\u00f6lkerapostels Paulus. Christlicher Glaube bezeugt: wir sind geborgen in einer sch\u00fctzenden Hand \u2013 jetzt und in alle Ewigkeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #003366;\">Strukturelle S\u00fcnde \u00a0<\/span><\/h2>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-full wp-image-1616\" title=\"hasenhuettl-brot-wein\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/hasenhuettl-brot-wein.bmp\" alt=\"\" width=\"292\" height=\"400\" \/>Beim \u00d6kumenischen Kirchentag in Berlin 2003 gab es in der evangelischen Gethsemaniekirche zwei Gottesdienste besonderer Art. Den einen Gottesdienst feierte mit 3000 Teilnehmern in der Kirche und mehreren Tausenden au\u00dferhalb der (k\u00f6rperlich) kleine Theologieprofessor Gotthold Hasenh\u00fcttl als katholische Eucharistiefeier, bei der eine evangelische Pastorin die Predigt hielt. Ganz im Sinne der biblischen Erinnerung lud Hasenh\u00fcttl alle, die sich w\u00fcrdig f\u00fchlten und es mit bereitem Herzen ersehnten, zum Tisch des Herrn ein: \u201eNehmt und esset alle davon. Das ist mein Leib, der Euch gegeben wird\u2026.Nehmt und trinket alle davon.\u201c Mit dieser Einladung an alle bewegte sich Hasenh\u00fcttl im Rahmen der offiziellen Liturgie, in vielen katholischen Gemeinden nichts Au\u00dfergew\u00f6hnliches, zumal im Rahmen eines \u00d6kumenischen Kirchentages. Die Gottesdienstbesucher waren zutiefst ber\u00fchrt und sp\u00fcrten die prophetische Botschaft dieser Feier. Doch schon wenig sp\u00e4ter packten die M\u00e4chtigen in der Katholischen Kirche ihre Folterwerkzeuge aus und machten aus dem bescheidenen Professor einen Ketzer und S\u00fcnder; wie die Geier hackten sie \u00a0solange auf ihm herum, bis er selbst resigniert das Weite suchte. Auch viele Initiativen aus dem Gottesvolk \u00a0halfen nichts<strong>.\u00a0 <\/strong>\u00a0\u00a0Der Leipziger Theologe und Mystiker, der katholische Pfarrer und Dozent Karl Herbst (\u2020), \u00a0arbeitete im Krankenhaus als Hilfspfleger, weil er das angepasste System Katholische Kirche \u00a0in der DDR zur Bekehrung anmahnte. Der Berliner Kardinal Alfred Bengsch war nicht zimperlich gegen\u00fcber allen innerkatholischen Querdenkern und spannte auch gegen Herbst den antikirchlichen Staat f\u00fcr seine Ziele ein. Karl Herbst wurde seine Kopiermaschine f\u00fcr die \u00d6kumenischen Rundbriefe beschlagnahmt.<\/p>\n<p>Strukturelle L\u00fcge lebt immer dann, wenn eine Funktion Macht verleiht. Dies gilt bei vielen V\u00e4tern, die f\u00fcr Kinder doch nur das Beste wollen, sie aber in Wirklichkeit krank machen oder gar zu menschlichen Kr\u00fcppeln, weil sie in Wirklichkeit nur ihre eigenen W\u00fcnsche durchsetzen wollen. Papst Benedikt XVI. sprach bei seiner ersten Ansprache auf der p\u00e4pstlichen Loggia vom einfachen Priester, den nun Gott erw\u00e4hlt hat. Doch er hat schnell gelernt. Mit Prunk und Pracht hat er sich umgeben, und ist im Gebrauch seiner Macht nicht z\u00f6gerlich. Den Bisch\u00f6fen in der Katholischen Kirche geht es wie den Gener\u00e4len unter Hitler, die nur aus Gehorsamspflicht bis zur Selbstaufgabe lebten, ohne R\u00fccksicht auf die eigenen Soldaten, die Zivilgefangenen oder die Zivilisten.<\/p>\n<p>Strukturelle S\u00fcnden geschehen qua Amt: als Eltern, als \u00e4ltere Br\u00fcder, als Kirchenleute, als Politiker, als Hausbesitzer, als Spekulanten, als Vorgesetze, auch als Priester und Bisch\u00f6fe.\u00a0 Immer geht es darum, die eigene Macht f\u00fcr seine Interessen (das k\u00f6nnen auch \u00c4ngste sein) einzusetzen und zu rechtfertigen. Die letzten Worte von Erich Mielke in der DDR-Volkskammer waren: \u201eIch liebe euch doch alle\u201c. Jesus von Nazareth ist gegen solche Verlogenheit hart ins Gericht gegangen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\">Wenn das Gottesbild verblasst\u00a0<\/span><\/h2>\n<div id=\"attachment_1618\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1618\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1618 \" title=\"Handout of scene from surface of Mars as photographed by NASA's Mars Exploration Rover Spirit\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/oo100-0005_IMG-300x224.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"224\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/oo100-0005_IMG-300x224.jpg 300w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/oo100-0005_IMG.jpg 850w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-1618\" class=\"wp-caption-text\">Auf dem Mars geht unsere Sonne auf. Freigegebenes Foto.<\/p><\/div>\n<p>Kein Mensch hat den Mars jeweils betreten, aber durch die Augen eines Roboters, der mittels einer riesigen Rakete bis zum Mars transportiert wurde und dort mit unvorstellbarer Pr\u00e4zision landete, sehen wir hier auf der Erde, wie\u00a0 <strong>unsere<\/strong> Sonne \u00fcber dem Horizont des Planeten Mars aufgeht. Durch das Hubble-Teleskop sehen wir sogar \u00fcber unser Sonnen-Planeten-System hinaus weiter hinein in den unendlich erscheinenden Kosmos, dessen Teil wir sind. Die heutige Wissenschaft ist von der Zusammengeh\u00f6rigkeit dieses Kosmos \u00fcberzeugt, spricht von einem Urknall und vor einer Entropie (Verfl\u00fcchtigung) in der \u00a0Zukunft. F\u00fcr die atheistische DDR-Propaganda war es einmal ein \u00a0wichtiges Argument, dass die Kosmonauten Gott nicht begegnet seien. Heute wir wissen mehr als vor 50 Jahren sowohl \u00a0um die Komplexit\u00e4t unserer Welt wie auch um die Begrenztheit unserer Erkenntnisf\u00e4higkeit. Das Wissen w\u00e4chst t\u00e4glich, aber wir m\u00fcssen bescheiden bleiben angesichts der Relativit\u00e4t (&gt;Abh\u00e4ngigkeit) von Raum und Zeit, von schwarzen L\u00f6chern, die Galaxien auffressen, \u00a0und kosmischen Wurmstr\u00e4ngen, durch die die Zeit nach beiden Richtungen l\u00e4uft. Und alles, was uns heute von der Gr\u00f6\u00dfe des Kosmos erschaudern l\u00e4sst, gilt genauso f\u00fcr den Blick in den Mikrobereich, wo die Strukturen immer kleiner und blasser werden, je tiefer wir in ihn eindringen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die gl\u00e4ubigen Menschen bleibt ein anderes Problem: Auch in den Verstehensmodellen der modernen Physik kommt Gott nicht vor. K\u00f6nnen unsere Sinne Gott nicht finden, so wie\u00a0 wir die Radiowellen auf unserer Haut nicht sp\u00fcren und die Unzahl Bakterien in unseren Kopfhaaren nicht bemerken? \u00a0Ist vielleicht Gott eine Illusion? Gibt es ihn vielleicht gar nicht? Hier sto\u00dfen wir auf eine wichtige Erkl\u00e4rung der heutigen Gotteskrise. Papst Benedikt XVI. macht es sich zu einfach, wenn er sagt: \u201eWer glaubt ist nie allein\u201c.\u00a0 Als ob wir nur zu glauben haben? Wenn wir Gott nicht mehr wahrnehmen in unserer Welt, dann droht Gott zu einem Phantom zu werden, das immer mehr an Gestalt verliert. Was dann noch bleibt, sind die Gottesbilder der Kindheit, an die wir uns nur noch \u2013 vielleicht sogar traurig \u2013 erinnern.<\/p>\n<p>Gl\u00e4ubigen Menschen kann es helfen, sich zu erinnern, dass Kritik am traditionellen Gottesglauben kein neuzeitliches Ph\u00e4nomen ist, sondern bereits seit gut 500 Jahren ernsthaft gef\u00fchrt wird. Am 17. Februar 1600 wurde Giordano Bruno, ein frommer italienischer Priester, Dichter und Astronom auf dem r\u00f6mischen Campo di Fiori als Ketzer verbrannt, weil er eine neue Gotteslehre vortrug. Giordano Bruno konnte einen extraterristischen Sch\u00f6pfergott (der von au\u00dfen die Welt erschafft und erh\u00e4lt) nicht erkennen. F\u00fcr Ihr war das G\u00f6ttliche eher so etwas wie eine Seele der Welt, deren innerste Mitte und Kraftzentrum. Die Kirchenm\u00e4nner lehnten das als pantheistische Ketzerei ab. Im 18. Jahrhundert waren es die schottischen Aufkl\u00e4rer um David Hume, die der \u00dcberzeugung waren, dass Religion in Angst und Furcht vor Strafe ihre Wurzeln habe und nur die \u00dcberwindung menschlicher Unm\u00fcndigkeit die Triebkraft f\u00fcr eine humane Gesellschaft sei. Die schottischen (calvinischen und hochkirchlichen) Kirchenm\u00e4nner bek\u00e4mpften diese Gedanken der Aufkl\u00e4rer, wo sie nur konnten. In ihrer Machtaus\u00fcbung unterschieden sich die Konfessionen zu allen Zeiten nur wenig.\u00a0 Der damalige Vorwurf der Aufkl\u00e4rung, die Kirchen seien in ihrem Wesen nicht reformf\u00e4hig, klingt heute nach 300 Jahren sehr aktuell. Der laute Schrei \u201eGott ist tot und wir haben ihn get\u00f6tet\u201c, den Friedrich Nietzsche einen tollen Menschen rufen und am hellerlichten Tage die Lampen anz\u00fcnden lie\u00df, klingt bis heute in unseren Ohren. Die gro\u00dfen Kriege und die gesellschaftlichen Umw\u00e4lzungen im Ost-West-Konflikt haben die Gotteskritik zwar zur\u00fcckdr\u00e4ngen k\u00f6nnen, doch in der globalen Medienwelt sind auf einmal alle Fragen wieder da, ob die Vorstellung eines Sch\u00f6pfergottes nicht eine gro\u00dfe Illusion sei. Auch die gl\u00e4ubigen Menschen stehen vor dieser Frage. Nicht die lauthalse Frage Martin Luthers \u201eWie bekomme ich einen gn\u00e4digen Gott?\u201c oder die \u201eSehnsucht des Reformkatholizismus nach einer katholischen Kirche mit menschlichem Antlitz\u201c\u00a0 begleiten die modernen Menschen, sondern die Frage nach der Wahrheit unserer christlichen Religion. Das mag f\u00fcr viele gl\u00e4ubige Ohren hart klingen. Aber k\u00f6nnte es nicht sein, dass wir uns in der Gottesexistenz so wie beim Sonnenaufgang irren? Jahrtausende Jahre lang haben die Menschen mit ihren eigenen Augen gesehen, wie jeden Tag die Sonne auf und unter geht. Dennoch ist dem nicht so. Wem die Frage nach der Wirklichkeit Gottes \u00a0nicht unter die Haut geht, der macht sich verd\u00e4chtig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\">Evolution der Moral<\/span><\/h2>\n<div id=\"attachment_2090\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Nolde-Emil-Der-Verlust-des-Paradieses.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2090\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-2090 size-medium\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Nolde-Emil-Der-Verlust-des-Paradieses-300x201.jpg\" alt=\"&quot;Das verlorene Paradies&quot; nannte Emil Nolde sein Bild. Mit gro\u00dfen Augen schauen uns Adam und Eva an.  \u00a9 Nolde Stiftung Seeb\u00fcll\" width=\"300\" height=\"201\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Nolde-Emil-Der-Verlust-des-Paradieses-300x201.jpg 300w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Nolde-Emil-Der-Verlust-des-Paradieses.jpg 536w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2090\" class=\"wp-caption-text\">&#8222;Das verlorene Paradies&#8220; nannte Emil Nolde sein Bild. Mit gro\u00dfen Augen schauen uns Adam und Eva an.<br \/> \u00a9 Nolde Stiftung Seeb\u00fcll<\/p><\/div>\n<p>Dieses Bild malte Emil Nolde, der ostfriesische Freigeist und menschenfreundliche Maler. Er gab ihm die \u00dcberschrift \u201eDas verlorene Paradies\u201c. Jetzt haben wir den Salat, k\u00f6nnte man platt sagen, wie nach einer Insolvenz, oder kurz vor der Scheidung, oder nach der Infektion mi HIV. Aber vielleicht auch wie die 800.000 Menschen in Deutschland, denen der Strom abgeschaltet wurde. Beim Betrachten des Bildes erinnert uns Emil Nolde an unsere allt\u00e4gliche Gef\u00e4hrdung. Schutzlos sitzen vor uns Adam und Eva als Prototypen aller Menschen. Die zischende Schlange im Nacken, die wilde Bestie im R\u00fccken, nackt inmitten der wuchernden Natur. Mann und Frau als zwei verschiedene Wesen. Was wird aus uns? Emil Nolde st\u00f6\u00dft uns auf die Frage nach der Sinnhaftigkeit unseres Lebens. Wer gibt uns Licht, wenn es dunkel wird? Damit sto\u00dfen wir auch auf die Frage, ob unser christlicher Glauben noch\u00a0 tats\u00e4chlich unser konkretes Leben tr\u00e4gt und pr\u00e4gt? Anders gesagt: Was vereint uns Menschen in der pluralen und offenen Gesellschaft, damit wir zusammen leben k\u00f6nnen? Ist es noch so, dass das christliche Lebensverst\u00e4ndnis ma\u00dfgeblich ist, auch wenn die gl\u00e4ubigen Christen mittlerweile Minderheit sind? Oder m\u00fcssen wir als christliche Minderheit leben, weil \u00d6ffentlichkeit und Mehrheit bereits aus anderen Quellen trinken?<\/p>\n<p>Charles Darwin (1809-1882) \u00a0hat uns aufgezeigt, dass sich alles Leben auf unserer Erde entwickelt: in langen Zeitr\u00e4umen, je nach \u00e4u\u00dferer Bedingung, aufgrund von Auseinandersetzungen, auch durch individuelle oder globale Katastrophen. F\u00fcr viele war dies erschreckend, hatten sie doch im Religionsunterricht etwas anderes geh\u00f6rt, n\u00e4mlich dass der Sch\u00f6pfer liebevoll jede einzelne Art (also diejenigen, die zusammengeh\u00f6ren) eigens erschafft. Noch schlimmer war die Erkenntnis, dass die Lebewesen von einander abh\u00e4ngen, abstammen \u2013 also letztlich eine gro\u00dfe Familie sind, also auch die Affen und wir Menschen. Doch es kam noch schlimmer, als Friedrich Nietzsche (1844-1900) mit seiner direkten Sprache, den Evolutionsgedanken auf das geistige Leben der Menschen \u00fcbertrug, dass auch Kultur, Zivilisation, Ethik und Moral Kinder der Evolution sind, dass es auch hier Wachsen und Entstehen, Welken und Vergehen, auch v\u00f6lliges Verschwinden gibt, da kam er zu dem Schluss, nur starke Menschen k\u00f6nnen Niveau halten und Untergang verhindern. Was Nietzsche nicht wusste, waren \u00a0die Pforten der H\u00f6lle, die sich durch den starken Menschen auftaten. Zwei Weltkriege wurden im Namen Gottes gef\u00fchrt. Die menschenfressende Schim\u00e4re der Shoa wurde gen\u00e4hrt an christlicher Brust. Papst Benedikt XVI. t\u00e4uscht sich, wenn er meint, wir m\u00fcssten nur wieder fester und treuer und aufopferungsvoller \u00a0glauben. Das Christentum muss sich bekehren. Und weil \u201eder Fisch vom Kopf stinkt\u201c muss die Bekehrung bei allen, die in der katholischen Kirche F\u00fchrungsmacht haben, anfangen und beispielhaft in die Kirche hineinwirken.<\/p>\n<p>Die Katholische Kirche werden diese, von vielen Katholiken geforderten Reformen, bis an den Rand ihrer Existenz bringen. Aber ohne diese Reformen wird die Katholische Kirche das Schicksal der afrikanischen und kleinasiatischen Kirchen, die einmal Mitte der Catholica waren, erleiden.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\">Glauben im Zwielicht\u00a0\u00a0<\/span><\/h2>\n<div id=\"attachment_1620\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1620\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1620 \" title=\"burka_graduation\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/burka_graduation-300x181.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"181\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/burka_graduation-300x181.jpg 300w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/burka_graduation.jpg 650w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-1620\" class=\"wp-caption-text\">Muslimische Frauen in Ganzk\u00f6rperverschleierung. Das Bild ist im Internet ver\u00f6ffentlicht. Ein Rechtsvorbehalt wurde nicht gefunden.<\/p><\/div>\n<p>Auf dem Bild sehen wir muslimische Frauen in Ganzk\u00f6rperverschleierung. F\u00fcr uns westliche Augen ist dieses Bild kaum ertr\u00e4glich, obwohl viele katholische Nonnen vor dem II. Vatikanischen Konzil eine \u00e4hnliche Verschleierung trugen und unsere Gro\u00dfm\u00fctter ab 50 nur schwarz gekleidet waren. Der deutsche Philosoph Peter Sloterdijk hat darauf hingewiesen, dass die j\u00fcdisch \u2013 christliche Tradition nicht nur in ihren positiven Einfl\u00fcssen gesehen werden kann. Nicht selten pervertierte christlicher Glaube durch Fanatismus, Machtstreben, Gier und verirrtes Denken in sein Gegenteil. Wenn wir die B\u00fcchse der Pandorra noch weiter aufmachen, zeigen sich auch bei den anderen Religionen schreckliche Todesboten. Glaube im Zwielicht ist nicht nur ein christliches Problem. 1555 wurde Kardinal Gian Pietro Carafa, der Leiter der R\u00f6mischen Inquisition, zum Papst gew\u00e4hlt. Er nahm den Namen Paul IV. an. Eine seiner ersten Handlungen war die Bulle \u201eCum nimis absurdum\u201c (Da es v\u00f6llig absurd ist), in der die Juden im Kirchenstaat als Gottesm\u00f6rder zahlreichen Beschr\u00e4nkungen unterworfen werden. Dazu geh\u00f6rte die Einrichtung eines Ghettos, st\u00e4ndige Kennzeichnungsplicht (die M\u00e4nner einen gelben Hut und die Frauen ein gelbes angen\u00e4htes Tuch), Berufsverbote, Handelsbeschr\u00e4nkungen und Dienstleistungsverbot in christlichen Haushalten, Verbot der hebr\u00e4ischen Sprache in der \u00d6ffentlichkeit und zahlreiche Wohn- und Lebensbeschr\u00e4nkungen. Die Bek\u00e4mpfung der Protestanten betrachtete Paul IV. als weiteren Schwerpunkt seines (vierj\u00e4hrigen) Pontifikates. Er versuchte den Augsburger Frieden zu unterlaufen und verhinderte eine neue Sitzungsperiode des Trienter Konzils,\u00a0 da er die Erneuerung der Kirche als alleinige Aufgabe der p\u00e4pstlichen Kurie betrachtete. Zur St\u00e4rkung der katholischen Kirche erweiterte Paul IV. die Befugnisse der \u201eHeiligen Inquisition\u201c. Von ihm ist der Satz \u00fcberliefert: \u201eSelbst wenn mein eigener Vater H\u00e4retiker w\u00e4re, w\u00fcrde ich das Holz zusammentragen, um ihn verbrennen zu lassen.\u201c (Wikipedia) \u00a0Im B\u00fcndnis mit Frankreich f\u00fchrte er Krieg gegen das katholische Spanien. Eine seiner letzten Handlungen war die Einf\u00fchrung des Index librorum, die Liste verbotener B\u00fccher. Als Paul IV.\u00a0 am 18. August 1559 pl\u00f6tzlich starb,\u00a0 feierten die B\u00fcrger Roms Freudenfeste, befreiten die Gefangenen aus den p\u00e4pstlichen Gef\u00e4ngnissen und steckten den Palast der Inquisition in Brand. Heute ist die Katholische Kirche wieder f\u00fcr viele ein Stein des Ansto\u00dfes. Papst Benedikt XVI. mit all seiner h\u00f6fischen Pracht und seinem absolutistischen Anspruch, das Leben der Menschen und V\u00f6lker in seinem Sinne zu regulieren, wird von vielen keineswegs als Bote der Liebe empfunden.<\/p>\n<p>Religi\u00f6ser Glaube kann das Leben reich machen, aber er kann auch lebensfeindlich sein. Wenn sich in vielen L\u00e4ndern aufgeputschte und von Fanatismus erf\u00fcllte Menschenmassen auf Gottes Willen berufen, dann erinnern \u00a0uns das in Europa an den Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg, an die vielen frommen Frauen, die als Hexen verbannt wurden und an die Koppelschl\u00f6sser (Gott mit uns) der Soldaten in den Weltkriegen. Es sind nicht nur die braunen Glatzk\u00f6pfe in Springerstiefeln, die gegen Emigranten, Fl\u00fcchtlinge und Juden zum Hass aufrufen, denn 30 % der Menschen bei uns in Deutschland denken wieder antisemitisch. \u00a0Vielleicht liegt es an unserer evolution\u00e4ren Herkunft aus dem Tierreich, dass wir trotz aller (christlichen) Rufe zu N\u00e4chsten- und Feindesliebe, und trotz aller (humanistisch-aufkl\u00e4rerischen) Bekenntnisse zu den Menschenrechten so hautnah an der Gewalt leben, humane Kultur und freiheitliche Gesellschaft wie eine d\u00fcnne Decke wirken und der Rechtsstaat, auf den wir oft so stolz sind, manchmal wie eine Chim\u00e4re wirkt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\">Der getreue Zeuge<\/span><\/h2>\n<div id=\"attachment_1621\" style=\"width: 191px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1621\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1621 \" title=\"img004\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/img004-181x300.jpg\" alt=\"\" width=\"181\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/img004-181x300.jpg 181w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/img004.jpg 620w\" sizes=\"(max-width: 181px) 100vw, 181px\" \/><p id=\"caption-attachment-1621\" class=\"wp-caption-text\">Der Christos. Gefunden im Internet. Rechtsanspruch nicht bekannt.<\/p><\/div>\n<p><strong>Vor 3800 Jahren hatte im Nordreich Israel der Prophet Jesaja eine Vision: \u201eSeht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn geb\u00e4ren und sie wird ihm den Namen Immanuel (Gott mit uns) geben\u2026..Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter; man nennt ihn: Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, F\u00fcrst des Friedens. Seine Herrschaft ist gro\u00df und der Friede hat kein Ende.\u201c\u00a0 Diese messianische Sehnsucht war in den Jahren der Zeitenwende bei vielen V\u00f6lkern. Aus dem alten \u00c4gypten gab es den Mythos vom g\u00f6ttlichen Kind Horus, das durch den Sonnengott RE (auch: Osiris) gezeugt und durch die gro\u00dfe Mutter ISIS geboren wurde. Der r\u00f6mische Dichter Vergil prophezeit das g\u00f6ttliche Kind, das von der Jungfrau geboren wird, und das neue Zeitalter herbeibringt. Der r\u00f6mische Kaiser Augustus, der sich als Sohn des Sonnengottes verstand, \u00a0lie\u00df den Jahresbeginn auf seinen Geburtstag legen. Was wundert es, dass die Theologen der fr\u00fchen Kirche St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck diese alten Mythen auf Jesus von Nazareth \u00fcbertrugen, bis dieser schlie\u00dflich Gott selber wurde. Aus dem j\u00fcdischen Mystiker, Propheten, Meister und guten Hirten, wurde so der Erl\u00f6ser der seit Adam verlorenen Menschheit, der Kyrios, der ewige Logos, der Weltenrichter. \u00a0In den Ikonen der orthodoxen Kirchen wurde dieses Gottesbild sichtbar. Der Quantensprung vom monotheistischen Gottesbild des Fr\u00fchjudentums zur trinitarischen und kirchlichen Glaubenslehre pr\u00e4gt bis heute die Christenheit. Wahrscheinlich ist es f\u00fcr uns gar nicht mehr m\u00f6glich, so richtig \u00a0nachzuempfinden, wie die Christologie bis ins Hohe Mittelalter die Herzen der Menschen bewegte. Doch im zweiten Jahrtausend kam es zu einer gravierenden Ver\u00e4nderung. Das Kruzifix, der Sterbende am Kreuz, wurde nun das beherrschende Christusbild. Die Hoffnung auf Erl\u00f6sung aus dem Jammertal und die Bewahrung von der ewigen Verdammnis passten zu der kalten Wildnis der germanischen Sumpfw\u00e4lder und zu den gro\u00dfen Seuchen, den Gei\u00dfeln der Menschheit. Dies war die Stunde der Kirche, die sich wie ein romanischer Dom als Schutz und Orientierung im Gewitter anbot. Die Frage Martin Luthers\u00a0 \u00b4\u201cWie bekomme ich einen gn\u00e4digen Gott?\u201cwar ein Aufschrei aus tiefster Seelennot.\u00a0 Weil dies die R\u00f6mische Papstkirche nicht verstand und nur mit Erhaltung ihrer Macht und ihren Prachtbauten (die wir heute bewundern) \u00a0besch\u00e4ftigt war, kam es in einer gegenl\u00e4ufigen Bewegung \u00a0zur Kirchenspaltung. Wie auf der Waage der alt\u00e4gyptischen Maat , die das Gleichgewicht pr\u00fcfte, entstand als Antwort\u00a0 unter dem Einfluss der warmen Sonne des S\u00fcdens die himmlische Welt des Barock, wo Fr\u00f6mmigkeit und Lebenshoffnung eine neue Inkarnation (Fleichwerdung) erleben lie\u00dfen. Die neuen Christusbilder bekamen neue Facetten:\u00a0 Maria, die Apostel, die Engel und die vielen Heiligen (Nothelfer) geh\u00f6ren zu seinem himmlischen Hofstaat. Das Gebet zu Maria und den Aposteln und Nothelfern kam aus der Sehnsucht des Glaubens nach Geborgenheit. Wer im wahren Christentum war, konnte hoffen. Die Aufkl\u00e4rung als Aufschrei des unm\u00fcndigen Menschen zur Erdhaftung beg\u00fcnstigte neue Varianten des Christusbildes: der Heiland, der Lehrer, der Freund, der Geliebte (Herz Jesu). <\/strong><\/p>\n<p><strong>Heute in unserer s\u00e4kularen Welt scheint sich diese F\u00fclle an Christusbildern zu verfl\u00fcchtigen. Wie in der fr\u00fchen Kirche, damals ganz am Anfang, als Sein Bild noch lebendig war, bestimmt eine niedrige Christologie unsere Erinnerung und Sehnsucht. Auf einmal steht da ein Mensch wie wir<a title=\"\" href=\"#_ftn1\"><strong>[1]<\/strong><\/a>, der Gottessohn mit seiner Frohen Botschaft<a title=\"\" href=\"#_ftn2\"><strong>[2]<\/strong><\/a>, \u00a0der gute Zeuge<a title=\"\" href=\"#_ftn3\"><strong>[3]<\/strong><\/a>. Und auch nach \u00a0Auschwitz und Stalingrad \u00a0k\u00f6nnen wir uns an ihn erinnern: \u00a0Er war einer von uns. Er wollte Hoffnung und Zuversicht geben.\u00a0 Weg, Wahrheit und Leben. \u00a0Auch heute, auch f\u00fcr uns. ER ist ganz vorn in der Allee der Gerechten.\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\">Am Ende das Meer<\/span><\/h2>\n<div id=\"attachment_1622\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Trinit\u00e4t-Franz\u00f6sische-Buchmalerei-1500-Quelle-Wikimedia-Commons.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1622\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-1622 \" title=\"Trinit\u00e4t Franz\u00f6sische Buchmalerei  1500 Quelle Wikimedia Commons\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Trinit\u00e4t-Franz\u00f6sische-Buchmalerei-1500-Quelle-Wikimedia-Commons-300x290.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"290\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Trinit\u00e4t-Franz\u00f6sische-Buchmalerei-1500-Quelle-Wikimedia-Commons-300x290.jpg 300w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Trinit\u00e4t-Franz\u00f6sische-Buchmalerei-1500-Quelle-Wikimedia-Commons.jpg 427w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1622\" class=\"wp-caption-text\">Trinit\u00e4t. Franz\u00f6sische Buchmalerei. Wikimedia.<\/p><\/div>\n<p>Im Gegensatz zu der orientalischen Idee der W\u00fcstenm\u00f6nche wurde in der abendl\u00e4ndischen Aszese die Gemeinschaft zum grundlegenden Existential. Selbst wer besonders intensiv ein Leben mit Gott anstrebte, suchte die br\u00fcderliche (schwesterliche) Gemeinschaft, die an einem abgeschirmten Ort (claustrum=Kloster) gemeinsam ein tugendhaftes Leben f\u00fchrte. Dazu passte auch das trinitarische Gottesbild, das sich besonders in den Glaubensbekenntnissen<a title=\"\" href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> und in der Kunst im so genannten Gnadenstuhl und in anderen Trinit\u00e4tsbildern wiederspiegelte. Obwohl die Trinit\u00e4tslehre ihre Quellen auch in der Mystik des Fr\u00fchjudentums hatte (Weisheit, Logos, Wirkkr\u00e4fte Gottes) und die Theologie durch spekulative Deutungen jeglichen Polytheismus zu vermeiden suchte, wurde mit ihr dann doch die endg\u00fcltige Trennung vom j\u00fcdischen Glauben vollzogen. Die \u00dcbertragung des griechischen Persona \u2013 Begriffes auf Gott, gestattete die fig\u00fcrliche Darstellung der Trinit\u00e4t. Nur f\u00fcr den Heiligen Geist wurde die Taube als Symbol beibehalten, wahrscheinlich mit R\u00fccksicht auf die Taufe Jesu im Markusevangelium. In der Volksfr\u00f6mmigkeit wurde Gott weniger in seiner trinitarischen Gestalt als in seinen Heiligen (Maria, Nothelfer, Apostel) zug\u00e4nglich. Die pantheistische Deutung Gottes, die auf den Persona-Begriff verzichtete, und Gott mit seiner Sch\u00f6pfung eng verband, wurde zwar von allen Kirchen kompromisslos bek\u00e4mpft, aber pr\u00e4gte seit dem Ausgang des Mittelalters das Leben der meisten Wissenschaftler und K\u00fcnstler<a title=\"\" href=\"#_ftn5\">[5]<\/a>. In unserer Zeit gibt es in Anlehnung an Aristoteles, Pantheimus und Buddhismus erneute Versuche, ein apersonales Gottesbild einzubringen. Der evangelische Theologe Paul Tillich (\u20201965) f\u00fchrte in Anlehnung an Psalm 92,6 das Bild von der Tiefe ein. Der katholische Dogmatiker Walter Simonis bezeichnet die Trinit\u00e4tslehre als Irrweg und weist darauf hin, dass wir Gott nur in der Gestalt Jesu sehen k\u00f6nnen. Der katholische (exkommunizierte) Theologe Willigis J\u00e4ger vergleicht in Anlehnung an den Buddhismus Gott mit der Weite des Meeres, das die Menschen wie Wellen erzeugt und wieder in sich aufnimmt.\u00a0 Der Esoteriker Theodor Frey findet Gott als Mitte des Seins. Offensichtlich trifft die enge Verbindung von Monotheismus, personalem Du und Bilderverbot, die im Judentum bis heute gilt, das heutige Denken. Die Frage ist, wie ein gegenstandsloses Gottesbild eine pers\u00f6nliche Beziehung zul\u00e4sst? Der R\u00fcckgriff auf die mystischen Traditionen der Religionen gewinnt von hier aus \u00a0zunehmend an Bedeutung.<a title=\"\" href=\"#_ftn6\">[6]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\">\u00a0<strong>Winter in Wien<\/strong>\u00a0<\/span><\/h2>\n<div id=\"attachment_1623\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1623\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-1623 \" title=\"Der rote Mond von Lesbos. Rechte bei Anne Egbert\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Der-rote-Mond-von-Lesbos.-Rechte-bei-Anne-Egbert-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Der-rote-Mond-von-Lesbos.-Rechte-bei-Anne-Egbert-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Der-rote-Mond-von-Lesbos.-Rechte-bei-Anne-Egbert-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Der-rote-Mond-von-Lesbos.-Rechte-bei-Anne-Egbert.jpg 1600w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-1623\" class=\"wp-caption-text\">Der rote Mond von Lesbos. Rechte bei Anne Egbert.<\/p><\/div>\n<p><strong>\u201eNicht m\u00fcde werden,\u00a0 sondern dem Wunder\u00a0 leise\u00a0 wie einem Vogel\u00a0 die Hand hinhalten\u201c, beschreibt Hilde Domin die Situation des spirituellen Menschen. Glauben ist nicht Festhalten an S\u00e4tzen, wie es die traditionellen Glaubensbekenntnisse einfordern, sondern Offenbleiben f\u00fcr die Innenseite der Welt. Glauben bedeutet Sehnsucht, Fragen nach dem Wesentlichen im eigenen Leben. Es gibt auch das tiefe Gef\u00fchl von Geborgenheit, weil wir wissen, was wir nicht beweisen k\u00f6nnen, dass Gott seinen Engeln befiehlt, uns zu beh\u00fcten. (Psalm 19). F\u00fcr die meisten Menschen ist der Kinderglaube die das ganze Leben tragende Form. Deshalb gibt es Katholiken und Lutheraner, Muslime und Buddhisten. Doch es gibt noch ein Ph\u00e4nomen, \u00fcber das in den christlichen Kirchen weniger gern geredet wird: Die Nacht der Gottesverdunklung f\u00fcr den \u00e4lteren \u00a0Menschen. Reinhold Schneider (1903-1958) gab davon Zeugnis in seinem autobiographischen Buch \u201eWinter in Wien\u201c. Bekannt wurde Reinhold Schneider durch ein Sonett, das er 1938 schrieb, als Adolf Hitler auf dem H\u00f6hepunkt seiner Macht war. \u201eAllein den Betern kann es noch gelingen, das Schwert ob unsern H\u00e4uptern aufzuhalten und diese Welt den richtenden Gewalten durch ein geheiligt Leben abzuringen. Denn T\u00e4ter werden nie den Himmel zwingen: Was sie vereinen wird sich wieder spalten, was sie erneuern \u00fcber Nacht veralten, und was sie stiften Not und Unheil bringen. Jetzt ist die Zeit, da sich das Heil verbirgt, und Menschenhochmut auf dem Markte feiert, indes im Dom die Beter sich verh\u00fcllen. Bis Gott aus unsern Opfern Segen wirkt und in den Tiefen, die kein Aug&#8216; entschleiert, die trocknen Brunnen sich mit Leben f\u00fcllen. Bis Gott aus unsern Opfern Segen wirkt und in den Tiefen, die kein Aug\u2019 entschleiert, die trockenen Brunnen sich mit Leben f\u00fcllen.\u201c F\u00fcr viele wurde dieses Sonett Anweisung zum \u00dcberleben. Als es f\u00fcr den Dichter und Schriftsteller am Ende seines Lebens einsam wurde, schrieb er sich seine ganze Sinnentleerung von der Seele. Auch der christliche Glaube war ihm fremd geworden. Die Ver\u00f6ffentlichung \u201eWinter in Wien\u201c erfolgte nach seinem Tode.\u00a0 Von einem jahrelangen Leben der Gottesverfinsterung schrieb auch Theresia von Lisieux in ihren Tageb\u00fcchern. Ihren Ordensschwestern war dies peinlich, so dass sie die anst\u00f6\u00dfigen Erinnerungen redigierten. Heute scheint die Gottesferne das alte Europa geradezu zu \u00fcberfallen. Eifernde Kirchenm\u00e4nner wie der K\u00f6lner Kardinal Meisner beklagen den wachsenden Unglauben und zetern \u00fcber die gottlose Welt. Aber allein den Betern kann es noch gelingen, das Schwert ob unsern H\u00e4uptern aufzuhalten und diese Welt den richtenden Gewalten durch ein geheiligt Leben abzuringen, das ist die Botschaft von Reinhold Schneider. Vielleicht hat die abendl\u00e4ndische Christenheit\u00a0 zu viel Unmenschlichkeit auf ihrem Konto, um ungeschoren davon zu kommen. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Das beigef\u00fcgte Bild zeigt den roten Mond von Lesbos<a title=\"\" href=\"#_ftn7\"><strong>[7]<\/strong><\/a>, Symbol f\u00fcr die Ver\u00e4nderung unserer Wahrnehmungen. Obwohl der Erdtrabant immer von gleicher Gestalt ist, sehen wir ihn in unterschiedlichen Silhouetten. Manchmal ist er rund und ganz hell, manchmal eine schmale Silbersichel, andermal ist er nicht da. Hier erscheint er als unwirklicher, schemenhafter, roter Fleck. Auch Gott ist manchmal nicht da, obwohl er da ist. \u201eWinter in Wien\u201c ist auch eine Chiffre f\u00fcr den \u00a0Unglauben des Glaubenden. In einer anderen Geschichte wird erz\u00e4hlt, wie einem frommen Juden alles genommen wird. Zum Schluss ist er als Schiffbr\u00fcchiger auf einer kleinen Insel der st\u00fcrmischen See ausgesetzt. Dann f\u00e4llt er auf die Knie und beginnt zu beten: Du Gott unserer V\u00e4ter und M\u00fctter, alles kannst Du mir nehmen, aber nicht mein Vertrauen zu Dir. Alle Religionen erz\u00e4hlen solche Geschichten. Die tiefste Versuchung f\u00fcr den Glaubenden ist die Angst, das ganze Leben einem Irrtum verfallen zu sein und mit dem Tod ins Nichts zu fallen. Es lohnt sich, dar\u00fcber nachzudenken, was die j\u00fcdischen Frauen, M\u00e4nner und Kinder wohl f\u00fcr einen Gottesglauben hatten, als sich hinter ihnen die Eisent\u00fcren der Gaskammern schlossen. Vielleicht waren sie die M\u00e4rtyrer unserer Zeit? <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\">Sehnsucht<strong>\u00a0<\/strong><\/span><\/h2>\n<div id=\"attachment_1624\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Fritz-von-Wille-Die-blaue-Blume.-Wikimedia..jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1624\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-1624 \" title=\"Fritz von Wille, Die blaue Blume. Wikimedia.\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Fritz-von-Wille-Die-blaue-Blume.-Wikimedia.-300x249.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"249\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Fritz-von-Wille-Die-blaue-Blume.-Wikimedia.-300x249.jpg 300w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Fritz-von-Wille-Die-blaue-Blume.-Wikimedia..jpg 500w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1624\" class=\"wp-caption-text\">Fritz von Wille. Die blaue Blume. Wikimedia.<\/p><\/div>\n<p>Der Dichter Novalis (Georg Philipp Friedrich Freiherr von Hardenberg (1772 \u2013 1801) schildert in seinem Roman \u201eHeinrich von Ofterdingen\u201c einen J\u00fcngling, der voller Sehnsucht im Traum durch fremde Gegenden reist und schlie\u00dflich am Fu\u00df eines Berges auf eine H\u00f6hle st\u00f6\u00dft, in der sich ein kleiner See befindet. Am anderen Ufer ist eine wundersame blaue Blume, die ihn anzieht und mit Z\u00e4rtlichkeit ber\u00fchrt und dann sich in ein wundersch\u00f6nes M\u00e4dchengesicht verwandelt. F\u00fcr die deutsche Romantik wird die blaue Blume Ausdruck der Sehnsucht, die im Herzen eines jedes Menschen lebt. Es ist die Sehnsucht nach der inneren Harmonie und\u00a0 nach Sch\u00f6nheit der Natur, nach der Erfahrung der Liebe (auch der erotisch-sexuellen) und nach der emotionalen Erf\u00fcllung von der Unendlichkeit. Alles ist beseelt und miteinander verbunden. Diese Sehnsucht springt auch auf die Philosophie, die Musik und die Malerei \u00fcber. Einer von den vielen Malern der deutschen Romantik ist Fritz von Wille mit seinem Bild \u201eDie Blaue Blume\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn8\">[8]<\/a>. Zu den Themen der Romantik (nicht nur in Deutschland) geh\u00f6rt das Suchen nach der vergangenen Welt, der \u201eKindheit des Menschen\u201c. M\u00e4rchen und Sagen sind die Weisheit des Volkes. In Volkst\u00e4nzen und Volksliedern wurde die urspr\u00fcngliche Lebenskraft aufgehoben. Aber das Leben ist st\u00e4ndig bedroht. Wahnsinn, Schuld und Tod geh\u00f6ren zum Leben.<\/p>\n<p>Dem Lebensgef\u00fchl der Romantik entsprach die Katholische Kirche mit ihrer Symbolik (die Liturgie als Operntheater), ihren Heiligen und Wundern, aber auch wegen ihrer Ablehnung der Aufkl\u00e4rung und des naturwissenschaftlich- rationalen Denken. Die Romantik begleitet deshalb die Renaissance des Katholizismus als volksnahe Religion. Besonders der Marienkult wird zum Auffangbecken romantischer Sehnsucht: \u201eGeleite durch die Welle das Schifflein treu und mild zur heiligen Kapelle zu deinem Gnadenbild und hilf ihm in den St\u00fcrmen wenn sich die Wogen t\u00fcrmen. Maria, Maria, o Maria, hilf\u201c.\u00a0\u00a0 Nazarenerschule, Neugotik und liebliche Gipsfiguren mit roten Lippen und rosa Wangen \u00a0(Fatimamadonnen und Herz-Jesu-Figuren) geben\u00a0 den Kirchenr\u00e4umen ein mystisch &#8211; einheitliches Gepr\u00e4ge. Ihre Fortschrittsfeindlichkeit (Index, Ablehnung von Demokratie, Menschenrechten und Gewissensfreiheit, Verfolgung von so genannten Irrlehren) versteht die Katholische Kirche zu kaschieren, indem sie ihren institutionellen Einrichtungen einen wissenschaftlichen Rahmen gibt (Theologie als Wissenschaft, P\u00e4pstliche Hochschulen, Priester als Gelehrte mit gro\u00dfen Bibliotheken) und die Nichtkleriker (Laien) deutlich als \u201enicht zust\u00e4ndig\u201c ausgrenzt. Demgegen\u00fcber bleiben die Kirchen der Reformation eigenartig farblos und blutleer.<\/p>\n<p>Dass auch die Menschen unserer Zeit voller Sehnsucht sind, zeigen die vielen Filme mit Liebes- und Beziehungsdramatik. Das Fernsehen gestaltet in diesen Tagen eine thematische Woche zu Sterben und Tod. Die Frage \u201eWie will und werde ich sterben\u201c wird in aller \u00d6ffentlichkeit diskutiert. Auch die vielen Ehescheidungen (auch von frommen Katholiken) zweigen, wie gro\u00df die Sehnsucht nach einer gl\u00fccklichen Beziehung ist. Alle Kochsendungen wollen Freude am Leben beg\u00fcnstigen. Die Zeitungen sind bunt\u00a0 und die Stoffe in leuchtenden Farben. Die Oratorien sind gut besucht \u2013 ebenso wie die \u201eMissae Solemnes\u201c. Wandern und gesunde Essen\u00a0 sollen uns vor k\u00f6rperlichem Abbau bewahren und uns in Einheit mit der Natur halten. Auffallend ist, dass (zun\u00e4chst in unserer westlichen Welt) die christlichen Kirchen dem heutigen Menschen f\u00fcr sein Leben immer weniger zu sagen haben. \u201eDie Botschaft h\u00f6ren wir wohl, aber es fehlt der Glaube\u201c. Als Christen stehen wir vor einem ungeheuren Problem: Glaube als Botschaft (fides qua) wird nicht mehr verstanden, Glaube als Lebenshilfe (fides qua) ist nicht mehr gefragt. Der katholische Theologe Hubertus Halbfas schrieb ein kleines (aber \u00fcberaus bedeutsames) Buch: \u201eGlaubensverlust \u2013 Warum sich das Christentum neu erfinden muss\u201c.\u00a0 Der Papstbesuch in Deutschland war f\u00fcr eine winzige Minderheit bedeutsam, jedoch f\u00fcr die Mehrheit nicht mehr als ein Spektakel; nebenbei gesagt, kostete er ein Stange Geld. Und auch die Heilig-Rock-Wallfahrt, die der Trierer Bischof in h\u00f6chsten T\u00f6nen als spirituelles Ereignis pries, ist beim genauen Hinsehen nur ein organisatorischer \u00a0Erfolg der Institution Kirche und eines neben vielen anderen Events. Vielleicht bringt die Vorbereitung auf das Reformationsjubil\u00e4um so etwas wie eine konzertierte Aktion auf die geistige und geistliche Erneuerung der christlichen Kirchen. Dabei h\u00e4tten die Kirchen der Reformation die Chance, der Versuchung zu entgehen, sich blo\u00df auf die Strukturen der Institution zu konzentrieren. Der Reformator Martin Luther w\u00e4re nicht in seiner Bedeutung f\u00fcr die damalige Zeit, sondern als Beispiel f\u00fcr uns heute und die kommenden Generationen nahezubringen, also f\u00fcr unsere Fr\u00f6mmigkeit (Spiritualit\u00e4t) und Wahrhaftigkeit (wissenschaftliche Genauigkeit). Dass Martin Luther die Kirchenspaltung beg\u00fcnstigte, lag im tiefsten an der damaligen Unf\u00e4higkeit von Politik und Kirche, denn er hat lange Zeit an eine neue Kirche nicht einmal gedacht.\u00a0 Aber dass Martin Luther in genialer Weise gl\u00e4ubiger Christ, Theologe, Wissenschaftler und ein menschlicher Mensch war, das k\u00f6nnte ihn zu einem \u201eK\u00f6nig der Herzen\u201c machen.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\">Warum der Glaube neu zu erz\u00e4hlen ist\u00a0<\/span><\/h2>\n<div id=\"attachment_1626\" style=\"width: 222px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Tronende-Gottesmutter.png\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1626\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1626 \" title=\"Tronende Gottesmutter\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Tronende-Gottesmutter-212x300.png\" alt=\"\" width=\"212\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Tronende-Gottesmutter-212x300.png 212w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Tronende-Gottesmutter.png 340w\" sizes=\"(max-width: 212px) 100vw, 212px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1626\" class=\"wp-caption-text\">Thronende Gottesmutter. Quelle: Internet. Rechtsvorbehalte nicht bekannt.<\/p><\/div>\n<p>Die Symbola (Glaubensbekenntnisse), die wir im Gottesdienst sprechen, stammen aus der Fr\u00fchen Kirche und spiegeln wichtige Glaubensbekenntnisse fr\u00fcherer Generationen wieder. F\u00fcr viele sind sie das Band der unterschiedlichen christlichen Kirchen, deshalb unantastbar. Allerdings gibt es auch Ausnahmen dieser Regel, etwa das de-facto Verschwinden des Athanasiums (6. Jahrhundert) \u00a0oder die Ver\u00e4nderung \u201ekatholisch\u201c in \u201echristlich\u201c\u00a0 in den evangelischen Kirchen. Wahrscheinlich ist es aber die Angst vor dem totalen Zusammenbruch christlicher Lehre, die bisher die Formulierung neuer zentraler Symbola verhindert. Die vielen Versuche in den westlichen Kirchen konnten sich jedenfalls nicht durchsetzen. Dennoch ist die Neudeutung \/ Umdeutung der alten Symbola unumg\u00e4nglich. Am Beispiel des Apostolischen Glaubensbekenntnisses kann dies verdeutlicht werden. Nur in einem Satz wird an die j\u00fcdische Wurzel erinnert \u2013 sie wird total verschwiegen und der ganze Reichtum j\u00fcdischen Glaubens, von dem wir in den Gottesdiensten Gott sei Dank noch vieles bewahrt haben, wird im Apostolikum einfach \u00fcbergangen. Dann kommt eine Kurzbiografie Jesu, in der Pontius Pilatus erw\u00e4hnt wird , nicht aber das ganze Wirken Jesu. Die Inhalte (also das, worum es geht) fehlen v\u00f6llig. Die vierfache Aussage \u201egeboren, gekreuzigt, gestorben und begraben\u201c ist gegen gnostische Richtungen gerichtet, die den Tod Jesu als T\u00e4uschung hinstlellten.Das Wort \u201eeingeboren\u201c verstehen nur noch Theologen und hinter den vier W\u00f6rtern \u201egeboren aus der Jungfrau Maria\u201c verbirgt sich die erbitterte Auseinandersetzung um die Theotokos (Gottesmutter) auf dem Konzil von Ephesus (451). Die Jesusbiografie wird mit einem f\u00fcnffachen Mythos abgeschlossen: Unterwelt (dahinter stehen die Mythen von Osiris, Orpheus, Apollo), Auferstehung am dritten Tag (aus dem Grab wie Lazarus), Himmelfahrt (wie Elias), Gottesthron (in vielen Religionen) und Letztes Gericht (Buch Daniel). Der letzte Teil ist eine Kurzfomel \u00fcber die Catholica, die einzig wahre Kirche. Sie allein verb\u00fcrgt Rettung und Erl\u00f6sung. Die Gemeinde in Rom bekennt sich zu ihr. Weil wir diese mythische Sprache nicht mehr verstehen, deshalb kommt das Apostolikum im Alltag nicht mehr vor. Auch beim Gottesdienst geht es \u00e4hnlich wie bei einer Missa Solemnis nicht um den Inhalt. Der katholische Theologe Hubertus Halbfas hat darauf hingewiesen, dass die meisten Glaubensinhalte des Christentums eine fundamentale Neudeutung verlangen. Auf dem beigef\u00fcgten Bild ist Maria K\u00f6nigin dargestellt, eines der vielen Marienbilder, die aus der Volksfr\u00f6mmigkeit entstanden sind. Hier gibt es keinen Bezug mehr zu Jesus von Nazareth. Stattdessen ist der Muttermythos (Isis, Athene, Astarte, Artemis) zur\u00fcckgekommen. Wie so oft in seiner zweitausendj\u00e4hrigen Geschichte muss sich der christliche Glaube neu buchstabieren. Das ist schwierig, macht Angst \u2013 wir sind ABC-Sch\u00fctzen des Glaubens.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\">Der Weg, den wir gehen\u00a0<\/span><\/h2>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Maria-Wolff-Linzenz-zum-konkommerziellen-Gebrauch-\u00fcber-augensound.bmp\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft  wp-image-1627\" title=\"Maria Wolff, Linzenz zum konkommerziellen Gebrauch \u00fcber augensound\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Maria-Wolff-Linzenz-zum-konkommerziellen-Gebrauch-\u00fcber-augensound.bmp\" alt=\"\" width=\"206\" height=\"268\" \/><\/a>In einem allgemeinen Dekret mussten sich j\u00fcngst die katholischen Bisch\u00f6fe in Deutschland grundlegend korrigieren: Katholiken, die sich auf dem Standesamt (o.\u00e4) ihre Mitgliedschaft bei ihrer \u00a0Religionsgemeinschaft als Institution des \u00f6ffentlichen Rechts austragen lassen, sind nicht aus der Kirche ausgeschlossen (exkommuniziert). Damit wurden Millionen Katholiken (auch die verstorbenen), die diesen Weg gegangen sind rehabilitiert. Statt einer ehrlichen Entschuldigung hielten es aber die Bisch\u00f6fe f\u00fcr angebracht, einen Strafkatalog zu verk\u00fcnden. Nach der Absichtserkl\u00e4rung auf dem Standesamt erfolgt (wenn in Diensten der Katholischen Kirche) die fristlose Entlassung und bei allen die Verweigerung der Sakramente, auch der Sterbebeihilfe und der kirchlichen Bestattung. Was das bedeutet, steht im katholischen Katechismus (Grundriss des Glaubens) schwarz auf wei\u00df: \u201e Was die Kirche als ganze ist, das vermitteln die Sakramente im besonderen: Gemeinschaft mit Gott.\u201c Also: wer die vorgeschriebene Form der \u00a0Kirchensteuer nicht zahlt, der wird von den Bisch\u00f6fen aus der Gemeinschaft mit Gott gestrichen \u2013 so wie bei den Ehen \u00fcbrigens, die nicht nach dem katholischen Eherecht geschlossen werden. Die deutschen katholischen Bisch\u00f6fe w\u00e4ren gut beraten gewesen, wenn sie ihre unkirchliche Strafandrohung durch ein wohl anfragendes, aber dennoch einf\u00fchlendes Wort ersetzt h\u00e4tten.<a title=\"\" href=\"#_ftn9\"><strong>[9]<\/strong><\/a> Weil sich unsere nichtchristlichen Mitb\u00fcrger aber um solche Dinge nicht (mehr) k\u00fcmmern und sich mittlerweile auch viele Katholiken von der Abh\u00e4ngigkeit von Kirche befreit haben, hat es keinen gro\u00dfen Aufstand gegeben.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Aber es lohnt sich dar\u00fcber nachzudenken, worin sich Glauben und Kirchenmitgliedschaft unterscheiden. Aus der Philosophie kennen wir die \u00a0Unterscheidung zwischen dem \u201ewas ist oder nicht ist\u201c und dem \u201ewas sein muss\u201c. Die Kirchenmitgliedschaft ist etwas, was (in der Regel) durch die Entscheidung unserer Eltern (Opa, Oma, Tante \u2026.) ist, aber nicht sein muss, denn w\u00e4ren diese Freidenker oder Chinesen gewesen, w\u00e4ren wir nicht christlich getauft worden. \u00a0Der Glaube aber ist etwas, was nicht (von vornherein) ist, was aber sein muss. \u00a0Glauben wird hier in seinem urmenschlichen Sinn verstanden: als tief im Herzen verankerte Sehnsucht nach einem gelungenen Leben. Eine andere \u00dcbersetzung f\u00fcr \u201eGlauben\u201c: den eigenen Weg gehen, nicht vom Weg abkommen, den richtigen Weg finden, den Weg nicht verlieren, das Ziel im Auge behalten. Aber auch das bedeutet \u201eGlauben\u201c; Suchet nach Gott und euer Herz wird erstarken. <\/strong><\/p>\n<p><strong>In der Apostelgeschichte beschreibt Lukas die Begegnung zwischen dem Statthalter Felix und dem gefangenen Paulus. Paulus spricht von dem Weg, den er geht und den die Mehrheit seiner j\u00fcdischen Glaubensgenossen eine Sekte nennt (Apg. Kap. 24). Wie Paulus gehen wir Christen heute unseren Weg \u2013 in der Nachfolge Jesu Christi und der Generationen vor uns. Gott sei Dank hat sich seit dem II. Vatikanum das Denken in der Katholischen Kirche (nicht unbedingt in allen ihren institutionellen Vertretern) ge\u00e4ndert. Niemand darf abgeurteilt werden, wenn er (aufrichtig und niemanden schadend) seinen Weg geht. Nur Gott allein ist der Richter unseres Herzens. Mitglied einer oder gar dieser christlichen Kirche zu sein, muss nicht sein, wohl aber den eigenen \u2013 gl\u00e4ubigen \u2013 Weg gehen, das ist nun durch und durch katholisch. Das Jahr des Glaubens ist auch ein Aufruf, unser Gewissen zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob und wo wir als Christenmenschen intolerant, selbstherrlich, fanatisch und hochm\u00fctig sind, wo wir andere besch\u00e4digen, unterdr\u00fccken und ihnen Lasten auftragen. Vor allem aber kann Dankbarkeit unser Herz erf\u00fcllen. \u201eLobe den Herrn meine Seele. Ich will den Herrn loben, solange ich lebe, meinem Gott singen und spielen, solange ich da bin.\u201c (Psalm 146,1) Der j\u00fcdische Psalmist, der dieses Lied vor 3000 Jahren gesungen hat, wusste um das Geschenk des Glaubens. Auch die Frau, die Maria Wolff malte<a title=\"\" href=\"#_ftn10\"><strong>[10]<\/strong><\/a>, schaut uns mit wissenden Augen an: \u201cDenn Er befiehlt Seinen Engeln, dich zu beh\u00fcten auf allen deinen Wegen. Sie tragen dich auf ihren H\u00e4nden, damit dein Fu\u00df nicht sto\u00dfe an einen Stein\u201c (Psalm der Komplet, Ps. 91, 11f).<a title=\"\" href=\"#_ftn11\"><strong>[11]<\/strong><\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/strong><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/span><\/h2>\n<div id=\"attachment_1628\" style=\"width: 272px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Dieter-Kittlau\u00df.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1628\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1628 \" title=\"Dieter Kittlau\u00df\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Dieter-Kittlau\u00df-262x300.jpg\" alt=\"\" width=\"262\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Dieter-Kittlau\u00df-262x300.jpg 262w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Dieter-Kittlau\u00df-894x1024.jpg 894w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Dieter-Kittlau\u00df.jpg 1662w\" sizes=\"(max-width: 262px) 100vw, 262px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1628\" class=\"wp-caption-text\">Dieter Kittlau\u00df, Selbstbildnis.<\/p><\/div>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"> <strong>Gebet<\/strong><\/span><strong>\u00a0<\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>Gott, WER und WAS DU auch bist,<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>Ursprung und Ziel meines Lebens.<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>Mutter, Vater, Quelle, Wurzel.<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>Du hast mich in Deine Welt gerufen,<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>Dir verdanke ich mein Leben, meine Begabungen und Talente.<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>Du hast mich gef\u00fchrt und Deine Engel haben mich beh\u00fctet<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>auch vor den eigenen Torheiten.<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>Du hast mir Deine Welt erschlossen: Die Farben und T\u00f6ne,<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>Pflanzen, B\u00e4ume, Tiere, den blauen Himmel, die Sonne,\u00a0 den silbernen Mond<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>und Deinen ganzen unermesslichen\u00a0 Kosmos<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>mit den Sternen \u00fcber mir.<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>Du hast mich als\u00a0 Menschen gewollt,<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>mir Menschen geschenkt, die mich ins Leben einf\u00fchrten und reich machten.<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>Du hast mir schon in meinen jungen Jahren Chancen erschlossen,<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>Aufgabenfelder aufgetan, Erfolg und Anerkennung gegeben,<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>Freude an meinem Leben und an Deiner Welt. Auch hinreichend Gesundheit.<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>Ich wei\u00df: Es ist alles geschenkt. Allerdings<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>manchmal habe ich auch geschrien, geweint, meine F\u00e4uste geballt,<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>wenn ich meine Grenzen erkannt habe oder mich die anderen verlacht haben.<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>Doch ich habe verstanden, dass dies mein Weg ist,<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>so wie die Anderen den ihrigen haben.<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>Bleibe bei uns\u00a0 und bei allen Menschen die Deiner Hilfe besonders bed\u00fcrfen,<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>bleibe bei uns mit Deinem Geist, mit Deiner Kraft und Deiner N\u00e4he,<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>bleibe auch bei mir<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>jetzt und in der Stunde meines Todes,<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>wenn ich mein Leben in DEINE H\u00e4nde zur\u00fcckgebe. \u00a0Amen<\/strong><\/span><\/p>\n<h4 align=\"center\"><\/h4>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Lukas 23,47<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Markus 1,1; 14<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Offenbarung 1,5: 3,14)<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> Besonders ausf\u00fchrlich beschreibt das Athanasische Glaubensbekenntnis das innertrinitarische Leben. Es entstand nach dem Konzil von Chalcedon (451) in Europa und wurde von der Katholischen Kirche im 13. Jahrhundert als Glaubensbekenntnis anerkannt. Auch die Reformatoren z\u00e4hlten das Athanasium zu den drei grundlegenden Glaubensbekenntnissen. Die orthodoxen Kirchen akzeptierten das Atanasium erst ab 17. Jahrhundert. Heute ist das Athanasium bei allen christlichen Kirchen au\u00dfer Gebrauch gekommen.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Dies gilt auch f\u00fcr die Mystik mit ihrer Theologia negativa.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> z.B. Meister Ekkehard, j\u00fcdischer Chadismus, muslimische Mystik, Buddhismus.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> Rechte bei Anne Egbert<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> Wikimedia<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> Jes.10,10:\u201cWeh denen, die unheilvolle Gesetze erlassen und unertr\u00e4gliche Vorschriften machen\u201c.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a> \u00a0Maria Wolff, Lizenz zu unkommerziellen Verwendung \u00fcber Augensound.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref11\">[11]<\/a>Autor: Dieter Kittlau\u00df, Koblenz-Olper-Stra\u00dfe 115, 56170 Bendorf \/ Rhein, Tel. 02622 \/ 13551;<\/p>\n<p>Mail dieter.kittlauss@online.de. Auf meiner Webseite <a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\">www.bendorfer-lehrhaus.de<\/a> sind die ersten Folgen von \u201eAndere Bilder\u201c und weitere theologische und heimatgeschichtliche Studien.<\/p>\n<p>Alle Rechte bleiben dem Autor. Die nicht kommerzielle Nutzung ist bei Quellenangabe erlaubt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; \u00a0 Benedikt XVI. hat zum Jahr des Glaubens aufgerufen. Die Initiative des R\u00f6mischen Papstes ist zu begr\u00fc\u00dfen, obwohl die propagierten Abl\u00e4sse einen peinlichen Begleitton erzeugen. Auf der Webseite des Erzbistums M\u00fcnchen ist obiges Bild zum Glaubensjahr zu sehen. Es macht betroffen, wie stark auch Kirche dem allgemeinen Jugendwahn und der Actions-Kultur\u00a0 verfallen ist. 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