{"id":1573,"date":"2012-11-01T16:24:39","date_gmt":"2012-11-01T15:24:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/?p=1573"},"modified":"2012-11-03T18:51:46","modified_gmt":"2012-11-03T17:51:46","slug":"protestbrief-an-den-trierer-bischof-dr-stephan-ackermann","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/index.php\/protestbrief-an-den-trierer-bischof-dr-stephan-ackermann\/","title":{"rendered":"Protestbrief an den Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann"},"content":{"rendered":"<p align=\"center\">Dieter Kittlau\u00df<\/p>\n<p align=\"center\">Theologe (kath.) * Seelsorger (\u00f6kum.) * Trauerbegleiter (IGSL)<\/p>\n<p align=\"center\">___________________________________________________________<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Offener Brief an Dr. Stephan Ackermann<\/p>\n<p>Bischof in Trier<\/p>\n<p>Hinter dem Dom 6<\/p>\n<p>54290 Trier\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Bendorf, Reformationstag 2012<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sehr geehrter Herr Bischof Dr. Ackermann,<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>im Kirchlichen Amtsblatt f\u00fcr das Bistum Trier, Ausgabe vom 1. Oktober 2012, haben Sie unter der Nr. 162 das \u201eallgemeine Dekret der Deutschen Bischofskonferenz zum Kirchenaustritt\u201c ver\u00f6ffentlicht und somit f\u00fcr die katholischen Christinnen und Christen im Bistum Trier in Geltung gebracht. Dagegen die Stimme zu erheben, scheint mehr als angebracht.<!--more--><\/p>\n<p>Befremdlich ist zun\u00e4chst, dass sich die in der \u00dcberschrift des Dekretes gew\u00e4hlte Begrifflichkeit \u201eKirchenaustritt\u201c nicht auf die entsprechenden Landesgesetze f\u00fcr Rheinland-Pfalz und das Saarland bezieht, da hier lediglich vom \u201eAustritt aus einer Kirche, Religionsgemeinschaft oder Weltanschauungsgemeinschaft des \u00d6ffentlichen Rechts\u201c bzw. vom \u201eAustritt aus der Religionsgemeinschaft \u00d6ffentlichen Rechtes\u201c gesprochen wird. \u00a0Die Aufnahme des finanzsteuerlichen Begriffes \u201eKirchenaustritt\u201c verst\u00e4rkt den Verdacht, dass es den Bisch\u00f6fen prim\u00e4r ums Geld geht und sie das dahinterliegende Problem in seiner fundamentalen Bedeutung \u00fcberhaupt nicht im Blick haben. F\u00fcr nicht wenige Christinnen und Christen ist die jetzige Regelung nicht mehr akzeptabel; viele nichtchristliche B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger w\u00fcnschen sich eine st\u00e4rkere Trennung von Staat und Kirchen. Hinter der von den Deutschen Bisch\u00f6fen angesprochenen und monierten\u00a0 \u201eErkl\u00e4rung des Kirchenaustritts vor der zust\u00e4ndigen zivilen Beh\u00f6rde als \u00f6ffentlicher Akt\u201c steckt \u2013 wie auch im Dekret ausgesprochen &#8211; kein gesamtkirchliches Problem sondern eine partikularrechtliche Streitfrage, weil die geltende Regelung nicht mehr von der Mehrheit der deutschen Katholikinnen und Katholiken getragen wird. Deshalb w\u00e4re es mehr als angebracht gewesen, statt eines Strafbefehls in landesf\u00fcrstlicher Manier einen innerkirchlichen Meinungsbildungsprozess anzuregen. Ohne gro\u00dfe Probleme w\u00e4re es f\u00fcr die \u00dcbergangszeit bis zu einer einheitlichen Neuregelung m\u00f6glich gewesen, andere Wege der finanziellen Mitverantwortung und alternative \u00a0Formen der Kirchenbindung aufzuzeigen.<\/p>\n<p>Die regide Vorgehensweise der Deutschen Bischofskonferenz werden viele katholische Christinnen und Christen als \u00c4rgernis empfinden. Es ist nicht auszuschlie\u00dfen, dass das Dekret mit seinen Strafandrohungen den Distanzierungsprozess innerhalb der Katholischen Kirche in Deutschland verst\u00e4rken wird. Die Einhelligkeit der Entscheidung der Bischofskonferenz ist erneut f\u00fcr Viele ein Indiz, wie gro\u00df die Entfremdung zwischen den Bisch\u00f6fen und dem katholischen Volk Gottes geworden ist.\u00a0 Auch l\u00e4sst die im Dekret erw\u00e4hnte Rekognoszierung durch die R\u00f6mische Kongregation der Bisch\u00f6fe eher eine schwache Rechtsposition innerhalb \u00a0der Katholischen Gesamtkirche vermuten.<\/p>\n<p>Die deutschen katholischen Bisch\u00f6fe in Deutschland werden sich in Zukunft fragen lassen m\u00fcssen, warum sie nicht in anderen wesentlichen Fragen energisch eine partikularrechtliche Regelung gegen\u00fcber den Vatikanischen Beh\u00f6rden erwirken, um ihrer pastoralen Verantwortung gerecht zu werden. Die j\u00fcngste partikularrechtliche \u00dcbernahme von verheirateten Priestern der anglikanischen Kirche ist ein Beispiel, wie gro\u00df der Spielraum ist, wenn es um die Interessen des Vatikans geht.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend ist zutiefst zu bedauern, dass sich die Katholischen Bisch\u00f6fe nicht zun\u00e4chst bei all denen entschuldigt haben, die durch die bisher geltenden Bestimmungen\u00a0 wegen ihrer standesamtlichen Erkl\u00e4rung exkommuniziert worden sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p>Dieter Kittlau\u00df<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieter Kittlau\u00df Theologe (kath.) * Seelsorger (\u00f6kum.) * Trauerbegleiter (IGSL) ___________________________________________________________ &nbsp; Offener Brief an Dr. Stephan Ackermann Bischof in Trier Hinter dem Dom 6 54290 Trier\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Bendorf, Reformationstag 2012 &nbsp; Sehr geehrter Herr Bischof Dr. Ackermann, &nbsp; im Kirchlichen Amtsblatt f\u00fcr das Bistum Trier, Ausgabe vom 1. 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