{"id":1531,"date":"2010-09-24T18:11:28","date_gmt":"2010-09-24T16:11:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/?p=1531"},"modified":"2012-09-14T16:13:12","modified_gmt":"2012-09-14T14:13:12","slug":"sayner-rhapsodie-uber-die-liaison-zwischen-franz-liszt-und-carolina-zu-sayn-wittgenstein","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/index.php\/sayner-rhapsodie-uber-die-liaison-zwischen-franz-liszt-und-carolina-zu-sayn-wittgenstein\/","title":{"rendered":"Sayner Rhapsodie \u00fcber die Liaison zwischen Franz Liszt  und Carolina zu Sayn-Wittgenstein"},"content":{"rendered":"<h1 align=\"center\"><\/h1>\n<h1 align=\"center\"><\/h1>\n<h2 align=\"center\">Heimatgeschichtliches Feature<\/h2>\n<h2 align=\"center\">zum 200. Geburtstag von Franz Liszt<\/h2>\n<h2 style=\"text-align: center;\">am 22. Oktober 2011<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>(Erstver\u00f6ffentlichung im M\u00e4rz 2011, verk\u00fcrzte Fassung im Heimatbuch des Landkreises Mayen Koblenz)<\/p>\n<p>Bei unserem Umbrienurlaub im vergangenen Jahr \u00a0fuhr ich mit Anne Egbert, meiner Frau, f\u00fcr einen Tag \u00a0nach Rom. Wir wussten von fr\u00fcheren Rombesuchen, dass wir das Programm streng ausw\u00e4hlen m\u00fcssten, denn der Zug kam kurz vor 10 Uhr in Rom an und fuhr gegen 18,00 Uhr nach Foligno wieder zur\u00fcck. So nahmen wir uns vor, \u00fcber den Petersplatz und durch den Dom zu schlendern, den alten deutschen Friedhof \u201eCampo Santo Teutonico\u201c im Vatikan und die Basilika Maria Maggiore zu besuchen. \u00a0Dies lie\u00df sich auch verwirklichen. Weil ich Bescheid wusste, gingen wir nach dem Domrundgang zielstrebig auf den Schweizer Gardisten am linken Tor zu und stellten uns als Deutsche vor, die das \u00a0Campo Santo besuchen wollten. Es gab keine Probleme. Immerhin konnten wir uns hier auf ein altes verbrieftes \u201eteutonisches\u201c Recht berufen.<\/p>\n<p>Es war ein milder Herbsttag und in dem kleinen Friedhofsgarten waren nur wenige Besucher. Nach einem ersten Rundgang hatte ich nochmals die Gelegenheit, einzelne Grabplatten etwas eigehender anzuschauen. Da stie\u00df ich durch Zufall auf den Namen Sayn \u2013 Wittgenstein. Links neben dem Eingang zur Kapelle gab es zwei Marmorplatten, die den Besuchern erz\u00e4hlen, dass die F\u00fcrstin Carolina Sayn \u2013 Wittgenstein am 9. 3.1887 in Rom im Alter von 68 Jahren gestorben und hier auf dem Campo Santo beerdigt sei. \u00a0Zu lesen war auch auf einer anderen Schrifttafel, dass deren Tochter\u00a0 dem Campo-Santo-Verein einen kostbaren Kelch geschenkt\u00a0 und so die Erlaubnis bekommen hatte, ihre Mutter hier zu beerdigen.<\/p>\n<p align=\"center\">HEIC IN PACE QUIESCIT<\/p>\n<p align=\"center\">CAROLINA<\/p>\n<p align=\"center\">PRINCESS DE SAYN WITTGENSTEIN<\/p>\n<p align=\"center\">DE STIRPE IWANOWSKA<\/p>\n<p align=\"center\">NATA<\/p>\n<p align=\"center\">DEFUNCTA IX MARTE MDCCCLXXXVII<\/p>\n<p align=\"center\">PER ANGUSTA AD ASTRA<\/p>\n<p>In dem beigestellten Totenbuch wird der Hintergrund erkl\u00e4rt:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">F\u00dcRSTIN CAROLINA SAYN-Wittgenstein (1)<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">*08.02.1819 &#8211; + 09.03.1887<\/p>\n<div id=\"attachment_1532\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/index.php\/sayner-rhapsodie-uber-die-liaison-zwischen-franz-liszt-und-carolina-zu-sayn-wittgenstein\/carolina-von-sayn-wittgenstein\/\" rel=\"attachment wp-att-1532\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1532\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1532\" title=\"Carolina Von Sayn - Wittgenstein\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Carolina-Von-Sayn-Wittgenstein-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Carolina-Von-Sayn-Wittgenstein-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Carolina-Von-Sayn-Wittgenstein-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1532\" class=\"wp-caption-text\">Die Grabsteine auf dem Campo Santo Teutonico im Vatikan.<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: center;\"><!--more--><\/p>\n<p>Karoline Elisabeth Iwanowska wurde in Woronince geboren. Sie entstammte einem alten polnischen Adelsgeschlecht. 1836 heiratete sie den kaiserlichen russischen Oberstleutnant F\u00fcrst Nikolaus Sayn \u2013 Wittgenstein. Nach einer\u00a0 Begegnung mit dem Komponisten Franz Liszt verlie\u00df sie ihren Mann, mit dem sie eine ungl\u00fcckliche Ehe f\u00fchrte. Der Widerstand der kirchlichen Beh\u00f6rden verhinderte eine neue Eheschlie\u00dfung. Liszt lie\u00df sich darauf \u00a0die niederen Weihen erteilen und wandte sich verst\u00e4rkt geistlicher Musik zu. Karoline Sayn \u2013 Wittgenstein verbrachte ihren Lebensabend in Rom. Der Erzbruderschaft geh\u00f6rte sie nicht an. Ihre Tochter schenkte der Kirche des Campo Santo Teutonico zum Andenken an ihre Mutter einen kostbaren Kelch. J\u00e4hrlich beging die Bruderschaft ein Seelenamt f\u00fcr die Verstorbene.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Erw\u00e4hnung von Sayn, wo ich seit meiner Pensionierung 1997 wohne, weckte meine Neugier : Wer war diese Frau, die durch ihre Heirat zur gro\u00dfen Familie der Sayn \u2013 Wittgensteiner geh\u00f6rte? Und wie war die Beziehung zwischen dem K\u00fcnstlergenie Franz Liszt und der polnisch-russischen F\u00fcrstin Carolina von Sayn Wittgenstein? Warum ist sie hier in Rom beerdigt worden? Hinzu kam meine Verbindung zu Weimar, wo ich meine Jugend verlebte, ich also gewisserma\u00dfen ein Mitb\u00fcrger von Franz Liszt\u00a0 und seiner Geliebten war. Meine Neugier und das Liszt \u2013 Jahr motivierte mich zu diesem \u00a0kleinen Feature.<a title=\"\" href=\"#_ftn2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Karolina \u00a0Iwanowska, Tochter einer reichen polnischen Landadelsfamilie in der N\u00e4he von Kiew, wurde am 8. Februar 1819 im polnischen<a title=\"\" href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> Woronince geboren und von insgesamt 12 Gouvernanten katholisch erzogen<a title=\"\" href=\"#_ftn4\">[4]<\/a>, nachdem \u00a0sich ihre Eltern scheiden lie\u00dfen. Auf Wunsch ihre Vaters heiratete sie mit 17 Jahren den russischen Gardeoffizier Nikolaus zu Sayn \u2013 Wittgenstein, Sohn des legend\u00e4ren deutsch \u2013 russischen Marschalls Ludwig Adolf Peter zu Sayn-Wittgenstein<a title=\"\" href=\"#_ftn5\">[5]<\/a>.<\/p>\n<p>Carolina<a title=\"\" href=\"#_ftn6\">[6]<\/a>, eine hochintelligente und sehr spirituelle Frau beeinflusste ihren Gatten, seine soldatische Laufbahn als Adjutant des kaiserlich-russischen Gouverneurs in Kiew aufzugeben, und mit ihr ganz in Woronince, einem ihrer G\u00fcter in der s\u00fcdlichen Ukraine, zu leben. Die Ehe zwischen F\u00fcrst Nikolaus und der F\u00fcrstin Carolina war aber nicht gl\u00fccklich. Die intellektuellen und k\u00fcnstlerischen Interessen der F\u00fcrstin sowie ihr gro\u00dfer Freundes- und Bekanntenkreis fanden bei F\u00fcrst Nikolaus keine Entgegnung und der ehemalige Offizier konnte sich mit dem Landleben nicht vers\u00f6hnen. Aus der Beziehung stammte eine Tochter Maria.<\/p>\n<p>Bevor wir uns den Beginn der Liaisons zwischen Carolina und Franz Liszt n\u00e4her anschauen, m\u00fcssen wir kurz auf den Lebensweg des ungarischen Wunderkindes verfolgen<a title=\"\" href=\"#_ftn7\">[7]<\/a>. Franz Liszt wurde am 22. Oktober 1811 im \u00f6sterreichisch-ungarischen Raiding<a title=\"\" href=\"#_ftn8\">[8]<\/a> als Sohn einer kleinb\u00fcrgerlichen Familie geboren. Bereits mit neun Jahren gab er seine ersten Klavierkonzerte und erhielt durch seinen Vater und \u00a0\u00a0die finanzielle Unterst\u00fctzung des Grafen Eszterh\u00e0zy eine musikalische Ausbildung in Wien und Paris. \u201eAls wiedergeborener Mozart\u201c wurde der \u201epetit Litz\u201c als Pianist, Dirigent und Kompositeur europaweit ber\u00fchmt. In Wien verbeugt sich Beethoven vor dem Wunderkind Franz Liszt\u00a0 nach dessen erstem Konzert. \u00a0In Paris spielt der Zw\u00f6lfj\u00e4hrige so leidenschaftlich, dass die Musiker ihren Einsatz verpassen.<a title=\"\" href=\"#_ftn9\">[9]<\/a><\/p>\n<div id=\"attachment_1534\" style=\"width: 236px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/index.php\/sayner-rhapsodie-uber-die-liaison-zwischen-franz-liszt-und-carolina-zu-sayn-wittgenstein\/franz_liszt-mit-47-jahren\/\" rel=\"attachment wp-att-1534\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1534\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1534\" title=\"Franz_Liszt. mit 47 Jahren\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Franz_Liszt.-mit-47-Jahren-226x300.jpg\" alt=\"\" width=\"226\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Franz_Liszt.-mit-47-Jahren-226x300.jpg 226w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Franz_Liszt.-mit-47-Jahren.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 226px) 100vw, 226px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1534\" class=\"wp-caption-text\">Franz Liszt im Alter von 46 Jahren. Quelle: Wikipedia.<\/p><\/div>\n<p>Neben der Musik liebte Franz Liszt die Frauen. Es gab viele tempor\u00e4re Liaisonen; aber zwei Frauen \u00a0spielten in seinem Leben eine intensive Rolle: zuerst die franz\u00f6sische Gr\u00e4fin Marie d\u2018 Agoult, sp\u00e4ter die F\u00fcrstin Carolina zu Sayn-Wittgenstein. Beide Frauen verlie\u00dfen ihre Familie, um mit Liszt zu leben; beide Frauen hatten gro\u00dfen Einfluss auf ihn und scheiterten schlie\u00dflich an dessen unstetem Leben sowie an den gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnissen.<\/p>\n<p>1831 begegneten sich Liszt und die Gr\u00e4fin Marie in Paris. Beide hatten eine depressive Lebensphase hinter sich und wurden mit \u201eLiebe auf den ersten Blick\u201c ein Liebespaar. Nach langem Widerstand von Liszt<a title=\"\" href=\"#_ftn10\">[10]<\/a> lie\u00df sich die Gr\u00e4fin schlie\u00dflich von ihrem Gatten, Charles d`Agoult, scheiden, um mit Liszt zusammenzuleben.\u00a0 Doch die Beziehung zwischen Franz Liszt und der franz\u00f6sischen Gr\u00e4fin entwickelte oft dramatische Formen. Auch ein wiederholter Urlaub auf der Insel Nonnenwerth<a title=\"\" href=\"#_ftn11\">[11]<\/a> konnte die Beziehung nicht mehr kitten 1843 kam es zur endg\u00fcltigen Trennung;\u00a0 um das Sorgerecht der gemeinsamen drei Kinder Blandine, Cosima und Daniel<a title=\"\" href=\"#_ftn12\">[12]<\/a>\u00a0 gab es allerdings \u00fcber lange Jahre Auseinandersetzungen.<\/p>\n<p>Bereits bei seinem ersten Konzert in Weimar, am 2. November 1842,\u00a0 wurde Franz Liszt so bejubelt, dass ihn der Weimarer\u00a0 Gro\u00dfherzog Carl Friedrich zum Kapellmeister ernannte. Liszt musste sich allerdings verpflichten, im Winterhalbjahr drei Monate in Weimar das Orchester zu leiten. Hinter dieser Entscheidung stand die Gro\u00dfherzogin Maria Pawlowna, die nach dem Tod des Hofkapellmeisters Hummel die kleine Stadt Weimar zu einem musikalischen Zentrum Europas gestalten wollte.<a title=\"\" href=\"#_ftn13\">[13]<\/a><\/p>\n<p>Anfang September 1843 gab Franz Liszt anl\u00e4sslich der Grundsteinlegung des Domes in K\u00f6ln ein gro\u00dfes Konzert und fuhr anschlie\u00dfend nach Koblenz, wo er am 13. September zu einem Empfang des F\u00fcrsten Metternich eingeladen war. Der \u00f6sterreichische Au\u00dfenminister und Gestalter des nachnapoleonischen Europas war ein geborener Coblencer und kam viele Male nach Koblenz.<a title=\"\" href=\"#_ftn14\">[14]<\/a> Metternich erw\u00e4hnt in seinem Brief an seine Mutter zweimal den Grafen von Boos, der 1848 sein Schloss in Sayn\u00a0 und den damit verbundenen Sayner Grafentitel an den F\u00fcrsten Ludwig Adolf zu Sayn-Wittgenstein verkaufte, so dass dieser nun den Titel \u201eSayn-Wittgenstein-Sayn\u201c f\u00fchren durfte.<a title=\"\" href=\"#_ftn15\">[15]<\/a> \u00a0Ob Franz Liszt bei dieser Gelegenheit den F\u00fcrsten Ludwig kennenlernte und von diesem auch auf dessen Bruder Nikolaus in Kiew hingewiesen wurde, wie es Hermann Mostar behauptet<a title=\"\" href=\"#_ftn16\">[16]<\/a>, ist durchaus m\u00f6glich, kann aber \u00a0nicht belegt werden. Ebenfalls ist unklar, ob die erste Begegnung zwischen Liszt und dem deutsch-polnischen F\u00fcrstenpaares in Kiew oder in Odessa<a title=\"\" href=\"#_ftn17\">[17]<\/a> stattfand. Jedenfalls entstand Anfang 1847 bei dieser osteurop\u00e4ischen Konzertreise zwischen der F\u00fcrstin Caroline zu Sayn \u2013 Wittgenstein und dem Maestro Franz Liszt eine tiefe Liebesbeziehung, die das Leben von beiden \u00a0radikal ver\u00e4ndert. Liszt besucht zweimal seine neue Geliebte auf dem Gut Woronince. \u201eErstmals fand Liszt in dieser willensstarken, temperamentvollen, dunkel\u00e4ugigen und gebildeten jungen Frau (sie war sieben Jahr j\u00fcnger als Liszt) eine Diskussionspartnerin f\u00fcr Themen wie Kunst, Religion und Philosophie. Er sehnte sich nach einer neuen Lebensf\u00fchrung, sie wiederum f\u00fchlte sich berufen, einen genialen K\u00fcnstler zu leiten und zu f\u00f6rdern\u2026\u2026in einer feierlichen Zeremonie gaben sie sich am 22. Oktober\u00a0 1847 eine Art \u201aEheversprechen\u2018\u201c.<a title=\"\" href=\"#_ftn18\">[18]<\/a><\/p>\n<p>Zum Jahreswechsel 1947 \/ 48 f\u00e4hrt Franz Liszt nach Weimar, um seinen Aufgaben als Gro\u00dfherzoglicher Kapellmeister nachzukommen.<\/p>\n<p>Carolina hatte bereits erste Schritte unternommen, um ihre Ehe mit Nikolaus Sayn \u2013 Wittgenstein scheiden zu lassen, was nach orthodoxem Eherecht prinzipiell m\u00f6glich war<a title=\"\" href=\"#_ftn19\">[19]<\/a>. Aber ihr wurden alle T\u00fcren verschlossen, denn mit der Scheidung w\u00e4re es f\u00fcr den F\u00fcrsten Nikolaus zu erheblichen Einkommensverlusten gekommen. Deshalb intervenierte dieser beim Zaren Nikolaus I. und konnte so die Scheidung \u00a0hintertreiben. Eine Rolle spielte auch, dass Carolina Polin und katholisch war. Als Polin stand sie in der N\u00e4he der polnischen Freiheitsbewegung und als Katholikin war sie der Russischen Orthodoxen Kirche verd\u00e4chtig. Deshalb fasste sie den Plan, sich in Weimar an die Gro\u00dfherzogin Maria Pawlowna, eine Schwester des Zaren, zu wenden, die eine Verehrerin von Franz Liszt war. Weil sie bef\u00fcrchten musste, dass ihr die russischen Beh\u00f6rden das Ausreisevisum verweigerten, gab Carolina \u00a0als Vorwand f\u00fcr ihre Reise nach Deutschland eine Badekur f\u00fcr sich und ihre Tochter Marie. Durch den Verkauf von Immobilien verschaffte sie sich Bargeld und kurz vor der Schlie\u00dfung der Grenzen<a title=\"\" href=\"#_ftn20\">[20]<\/a> gelang ihr im April 1848 der Grenz\u00fcbertritt nach \u00d6sterreich, wo sie Franz Liszt auf dem Gut des F\u00fcrsten Felix Lichnowsky bereits erwartete. Es wurden zwei gef\u00fcllte Wochen. Liszt zeigte Carolina auch seinen Geburtsort Raiding und besuchte mit ihr in Eisenstadt\u00a0 den Franziskanerpater Albach, der den jungen Franz in seiner Jugendzeit gef\u00fchrt und geformt hatte. Im Sommer 1948 \u00a0fuhren beide nach Weimar und baten die Gro\u00dfherzogin Maria Pawlowna um Vermittlung bei ihrem Bruder, dem Zaren Nikolaus I. Aber auch diese Vermittlung brachte keinen Erfolg. Da F\u00fcrst Nikolaus seine Frau als polnische Agitatorin denunziert hatte, verbot der Zar die Scheidung und lie\u00df Carolina\u2019s Verm\u00f6gen unter die Verwaltung der Familie stellen. Da Carolina fest davon \u00fcberzeugt war, dass sie durch den Schutz der Gro\u00dfherzogin ihr Ziel, Franz Liszt zu heiraten, erreichen k\u00f6nne, suchte sie sofort nach einem vor\u00fcbergehenden angemessenen Domizil und mietete eine Etage<a title=\"\" href=\"#_ftn21\">[21]<\/a> eines gr\u00f6\u00dferen Geb\u00e4udes am Stadtrand. Die sogenannte Altenburg an der Stra\u00dfe nach Jena war 1811 vom Herzoglichen Stallmeister, dem Obersten\u00a0 Friedrich von Seebach als herrschaftliches Anwesen gebaut worden. Die F\u00fcrstin Carolina zieht mit ihrer Tochter Marie, deren\u00a0 englische Erzieherin und der Kinderfrau Kostenecka ein<a title=\"\" href=\"#_ftn22\">[22]<\/a>. Um die Etikette zu wahren, besteht der ofHHHH Hof darauf, dass Franz Liszt im Hotel schl\u00e4ft. <a title=\"\" href=\"#_ftn23\">[23]<\/a><\/p>\n<div id=\"attachment_1533\" style=\"width: 271px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/index.php\/sayner-rhapsodie-uber-die-liaison-zwischen-franz-liszt-und-carolina-zu-sayn-wittgenstein\/carolina-mit-kind-marie\/\" rel=\"attachment wp-att-1533\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1533\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1533\" title=\"Carolina mit Kind Marie\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Carolina-mit-Kind-Marie-261x300.jpg\" alt=\"\" width=\"261\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Carolina-mit-Kind-Marie-261x300.jpg 261w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Carolina-mit-Kind-Marie.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 261px) 100vw, 261px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1533\" class=\"wp-caption-text\">Carolina mit Tochter Marie. Quelle: Wikipedia.<\/p><\/div>\n<p>In der Gestaltung des Hauses sah die F\u00fcrstin eine wichtige Aufgabe, um einen Rahmen f\u00fcr das gemeinsame Leben mit Franz Liszt zu schaffen. Sie richtete im oberen Stock ihre Privatwohnung ein und sammelte hier auch die Souvenirs, die Franz Liszt bei seinen Konzertreisen erhalten hatte. Das Erdgeschoss richtete sie ganz f\u00fcr die Bed\u00fcrfnisse des K\u00fcnstlers Franz Liszt ein. Im Blickpunkt ein Wiener Fl\u00fcgel und an den W\u00e4nden die Bilder gro\u00dfer K\u00fcnstler, darunter auch die Original-Totenmaske von Beethoven. \u00a0Eine kleine Kapellenzelle\u00a0 diente ausschlie\u00dflich zum pers\u00f6nlichen Gebet.<\/p>\n<p>Die Jahre in der Altenburg waren f\u00fcr Franz Liszt auf der einen Seite H\u00f6hepunkt seines k\u00fcnstlerischen Lebens, denn Weimar wurde durch ihn zu einem Wallfahrtsort der internationalen Musikwelt und die Altenburg strahlte im Glanze vieler Konzerte, Feste und Empf\u00e4nge.\u00a0 Auf der anderen Seite litt er unter der Fesselung an einen Ort, vermisste die gro\u00dfen Konzerte in aller Welt und empfand\u00a0 die ausschlie\u00dfliche Bindung an Carolina manchmal als Einschr\u00e4nkung.<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr 1948 hatte Franz Liszt den Kapellmeister Richard Wagner in Dresden kennengelernt, Sie werden Freunde. Anl\u00e4sslich des Geburtstages der Gro\u00dfherzogin Maria Pawlowna wird im Februar 1849 Wagners \u201eTannh\u00e4user\u201c unter der Stabsf\u00fchrung von Franz List uraufgef\u00fchrt. Bereits im Mai wird jedoch Wagner steckbrieflich wegen seiner Teilnahme an den s\u00e4chsischen Unruhen gesucht und muss \u00fcber Paris in die Schweiz fliehen. Franz Liszt hilft ihm dabei.<a title=\"\" href=\"#_ftn24\">[24]<\/a><\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich des Geburtstages von Goethe wird ab August 1850 Wagners Oper \u201eLohengrin\u201c aufgef\u00fchrt; die kleine Weimarer B\u00fchne wird zum Wallfahrtsort der europ\u00e4ischen Musik. Aber Liszt hat gro\u00dfe Sorgen um seine Familie. Da Carolina unter Rheumatismus leidet, bringt sie Franz Liszt mit Tochter Marie nach Bad Eilsen, wo die F\u00fcrstin schon mehrmals gekurt hatte. Doch die Situation verschlimmert sich. Carolina und Marie erkranken an Typhus. Liszt aber sind die H\u00e4nde gebunden, zum Geburtstag der Gro\u00dfherzogin muss er seinen Pflichten als Kapellmeister nachkommen. <a title=\"\" href=\"#_ftn25\">[25]<\/a><\/p>\n<p>Wie tief die Beziehung zwischen den beiden Liebenden ist, kann man aus einem Briefwechsel aus dieser Zeit erkennen<a title=\"\" href=\"#_ftn26\">[26]<\/a>. Liszt schreibt nach Bad Eilsen: \u201e Wahrlich, wenn ich manchmal ins Nachdenken komme, frage ich mich, ob Sie mir nicht auch einmal meine Augen und meine H\u00e4nde geschenkt haben und ob Sie nicht jeden Abend die Schl\u00e4ge meines Herzens bewegen \u2013 so viel haben Sie f\u00fcr mich getan und tun es noch unaufh\u00f6rlich f\u00fcr mich.\u201c Carolina antwortet:\u201c Nicht mehr mit dem Namen der Liebe kann ich diese leidenschaftliche, heftige und berauschende Zuneigung bezeichnen, die mich mit unverg\u00e4nglichen und unzerrei\u00dfbaren Banden an Dich kn\u00fcpft\u2026.. Ich glaube, da\u00df die Liebe der letzte Antrieb unserer Seele sei\u2026\u2026 Ich wei\u00df, da\u00df ich nur noch Taten der Dankbarkeit zu verrichten habe, gegen Gott und gegen Dich \u2013 Dich, Dich, Dich!\u201c<\/p>\n<p>1851 kaufte die Gro\u00dfherzogin die Altenburg und gab Franz Liszt und seiner Familie das Wohnrecht.\u00a0 Nun hat Liszt die M\u00f6glichkeit, seinen gro\u00dfen Sch\u00fclerkreis in der Altenburg zu versammeln. Zu Hans von B\u00fclow und Peter Cornelius<a title=\"\" href=\"#_ftn27\">[27]<\/a> entwickelt Franz Liszt eine v\u00e4terliche Beziehung.<\/p>\n<p>Nachdem sich die politischen Verh\u00e4ltnisse beruhigt hatten, lie\u00df sich auch der Zar umstimmen und gab seine Zustimmung zur Reglung der Verm\u00f6gensverh\u00e4ltnisse. Im Sommer 1852 kam \u00a0F\u00fcrst Nikolaus von Sayn \u2013 Wittgenstein deshalb nach Weimar und unterzeichnete einen Vertrag: \u00a0Danach geht der gesamte Besitz an die Tochter Marie. Carolina erh\u00e4lt eine Abfindung von zweihunderttausend Rubel. Im Falle der Wiederverheiratung der F\u00fcrstin bekommt der F\u00fcrst ein Siebtel des ganzen Verm\u00f6gens. Die Gro\u00dfherzogin Maria Pawlowna \u00fcbernimmt die Vormundschaft von Marie, besteht aber darauf, dass Marie im Schloss zu wohnen hat, solange Franz Liszt und Carolina nicht verheiratet sind<a title=\"\" href=\"#_ftn28\">[28]<\/a>, um den Klatsch \u00fcber die wilde Ehe einzud\u00e4mmen.<\/p>\n<p>Franz Liszt steigerte seine Aktivit\u00e4ten als Kapellmeister.\u00a0 Im Februar 1853, wieder am Geburtstag der Gro\u00dfherzogin, wird \u201eDer fliegende Holl\u00e4nder\u201c uraufgef\u00fchrt.\u00a0 Anschlie\u00dfend wurden die drei Wagner-Opern in einer Wagner-Woche aufgef\u00fchrt. \u00a0Auf der Altenburg k\u00fcmmerte sich Carolina um die vielen G\u00e4ste; darunter auch Johannes Brahms, Ernst Rietschel<a title=\"\" href=\"#_ftn29\">[29]<\/a> , August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Clara Schumann, Hans Christian Andersen, Friedrich Hebbel \u00a0und Anton Rubinstein.<\/p>\n<p>Fallersleben setzte den Erfahrungen auf der Altenburg ein kleines Denkmal:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\">Auf den Bergen wohnt die Freiheit,<\/p>\n<p align=\"center\">Eine Burg ist uns bekannt,<\/p>\n<p align=\"center\">Wo die\u00a0 Freiheit fand und findet<\/p>\n<p align=\"center\">Allezeit ihr Vaterland.<\/p>\n<p align=\"center\">Frei im Dichten, frei im trachten<\/p>\n<p align=\"center\">L\u00e4\u00dft die Burg ja jeden sein,<\/p>\n<p align=\"center\">Darum kehren alle freudig<\/p>\n<p align=\"center\">Auf der Burg da droben ein.<\/p>\n<p align=\"center\">Altenburg, die ewig neue,<\/p>\n<p align=\"center\">Labe froh auf immerdar!<\/p>\n<p align=\"center\">Was sie ist, das soll sie bleiben<\/p>\n<p align=\"center\">Und stets werden, was sie war.<a title=\"\" href=\"#_ftn30\">[30]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Carolina litt allerdings \u00a0sehr, dass ihr Zusammenleben mit Franz Liszt nicht geordnet ist. Sie wusste, wie viele im Hof \u00fcber sie herziehen. Schlimmer war f\u00fcr sie der pers\u00f6nlich empfundene Widerspruch zwischen ihrer katholisch gepr\u00e4gten Spiritualit\u00e4t\u00a0 und ihrer \u201es\u00fcndigen\u201c Lebensweise.<a title=\"\" href=\"#_ftn31\">[31]<\/a> Als sie \u00f6fters depressive Anf\u00e4lle bekam und sich in weltfremde Ideen fl\u00fcchtete, litt \u00a0Liszt mit ihr \u00a0und st\u00fcrzte sich um zu vergessen, in seine Kunst. Aber die Liebenden fanden immer wieder Zeit f\u00fcr sich und unternahmen lange Spazierg\u00e4nge durch den Weimarer Park, an die sich Carolina sp\u00e4ter noch in Rom erinnerte.<a title=\"\" href=\"#_ftn32\">[32]<\/a><\/p>\n<p>1855 kam es zu neuen Spannungen<a title=\"\" href=\"#_ftn33\">[33]<\/a>. Der neue Zar, Alexander II., f\u00fchlte sich gegen\u00fcber Maria Pawlowna, seiner Tante, nicht so verpflichtet wie sein Vater Nikolaus. Seine Regierung forderte Carolina ultimativ auf, mit ihrer Tochter Marie nach Russland zur\u00fcckzukehren und ihre Verm\u00f6gensverh\u00e4ltnisse f\u00fcr Russland zu sichern. Dahinter stand auch die Forderung der Trennung von Liszt und der Beendigung ihrer \u201eanst\u00f6\u00dfigen\u201c Lebensweise. Da Carolina sich nicht f\u00fcgte, wurde sie erneut aus Russland verbannt und ihr Verm\u00f6gen konfisziert. Der Weimarer Gro\u00dfherzogliche Hof, der diplomatische Verwicklungen bef\u00fcrchtete, ging in der \u00d6ffentlichkeit auf Distanz zu Carolina und stellte seine finanziellen Unterst\u00fctzungen ein. Franz Liszt und Carolina bekamen gro\u00dfe Schwierigkeiten, ihren aufwendigen Lebensstil zu finanzieren, Zu dieser schwierigen Situation kamen \u00a0f\u00fcr Franz Liszt Nackenschl\u00e4ge in seiner k\u00fcnstlerischen T\u00e4tigkeit. Im Januar 1856 kam \u00a0es beim Mozart \u2013 Festival in Wien zu einem Eklat, als Clara Schumann, die nach dem Suizidversuch ihres Mannes Liszt Vorw\u00fcrfe wegen fehlender Hilfe machte, \u00a0sich weigerte unter Liszt als Dirigenten zu spielen. Im Februar verlie\u00df Victor Berlioz, der Liszt seine Erfolge beneidete,\u00a0 bei der Lohengrin \u2013 Auff\u00fchrung mitten im Spiel die B\u00fchne. Bei der Einweihung der Kathedrale in Gran wird Liszt von Kaiser Franz Joseph so br\u00fcskiert, dass er vorzeitig die Kathedrale verlassen muss.<a title=\"\" href=\"#_ftn34\">[34]<\/a> Auch in Weimar vermehren sich die Widerst\u00e4nde gegen die \u201eneue Musik\u201c. Der von Liszt zun\u00e4chst protegierte neue Theaterdirektor Franz von Dingelstedt wird sein gr\u00f6\u00dfter Feind. Als Liszt sich f\u00fcr die Auff\u00fchrung der Oper\u00a0 \u201eDer Barbier von Bagdad\u201c seines Sch\u00fclers, Peter Cornelius, durchsetzte, kam es in Weimar zu einem Theaterskandal: Liszt wird ausgepfiffen.<a title=\"\" href=\"#_ftn35\">[35]<\/a> Carolina und Franz Liszt f\u00fchlten sich tief verletzt und fl\u00fcchteten sich in die pers\u00f6nliche Fr\u00f6mmigkeit. Franz Liszt vertonte den Psalm 137 \u201eAn den Wassern zu Babel sa\u00dfen wir und weinten, wenn wir Zion gedachten.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn36\">[36]<\/a> Am 13. Dezember1859 starb in Berlin Liszts Sohn, der zwanzigj\u00e4hrige Daniel. Liszt fuhr \u00a0zur Beerdigung. Weil Carolina ein ungutes Gef\u00fchl hat, dass sich ihr Geliebter etwas antut, f\u00e4hrt sie Liszt bei dessen R\u00fcckfahrt bis Halle entgegen.<a title=\"\" href=\"#_ftn37\">[37]<\/a><\/p>\n<p>Unterdessen haben sich allerdings die Verh\u00e4ltnisse in Russland zum Positiven gewendet. \u00a0Nach dem Tod des Petersburger Metropoliten Hotoniewski war \u00a0sein Nachfolger zu einem Kompromiss bereit. Gegen Zahlung von siebzigtausend Rubel\u00a0 wurde die Einwilligung zur Scheidung nach russischem Recht gegeben. Marie, als Verm\u00f6genstr\u00e4gerin, unterschrieb kurz vor ihrer Hochzeit mit Konstantin von Hohenlohe-Schillingf\u00fcrst die Vereinbarung. Am 17. Mai 1860 trifft die Scheidungsurkunde in Weimar ein.<a title=\"\" href=\"#_ftn38\">[38]<\/a><\/p>\n<p>Doch auch nach\u00a0 der Scheidung h\u00e4tten die F\u00fcrstin Carolina und Franz Liszt nur die Erlaubnis zur Ehe bekommen, wenn sie beide zum protestantischen Glauben konvertiert worden w\u00e4ren. Das Gro\u00dfherzogtum Sachsen \u2013 Weimar war eine protestantische Landesherrschaft und der amtierende Gro\u00dfherzog Alexander, Sohn von Maria Pawlowna, war ebenfalls ein Bewunderer des gro\u00dfen K\u00fcnstlers Franz Liszt.\u00a0 Doch weder die katholische Polin Carolina noch der ungarische Katholik Franz Liszt waren zu einer Konversion f\u00e4hig. So blieb nur der Versuch, \u00fcber den zust\u00e4ndigen katholischen Bischof von Fulda die erste Ehe von Carolina beim Vatikan anzufechten. Nach katholischem Eherecht konnte eine Ehe r\u00fcckwirkend f\u00fcr ung\u00fcltig erkl\u00e4rt werden, wenn sie z.B. unter Zwang durch die Eltern zustande gekommen war. \u00a0Als der Fuldaer Bischof jedoch die Annullierung der Ehe verweigerte, reiste Carolina im Mai 1860 nach Rom, um beim Papst Pius IX. pers\u00f6nlich zu intervenieren. Bei Lina Ramann findet sich auch hierzu eine lebendige Schilderung dieses ganzen Prozesses.<a title=\"\" href=\"#_ftn39\">[39]<\/a>\u00a0 Weil Carolina\u00a0 bei allen Audienzen immer wieder die Gunst und Sympathie des Papstes gesp\u00fcrt und auf dessen Zusagen vertraut hatte, war sie voller Zuversicht \u00fcber den Erfolg ihrer Bitte. Doch die Entwicklung nahm dramatische Formen. Carolina lie\u00df f\u00fcr den 23. Oktober 1861 in der Kapelle Santo Carlo um 6 Uhr fr\u00fch die Trauungszeremonie vorbereiten. Deshalb war Franz Liszt bereits am 20. Oktober angereist. <a title=\"\" href=\"#_ftn40\">[40]<\/a> Am 21. Oktober empfingen Franz Liszt und Carolina die Kommunion in Santo Carlo. Am Abend kam der Pfarrer von Santo Carlo und brachte den vatikanischen Bescheid, dass dem Gesuch von Carolina nicht stattgegeben werde. <a title=\"\" href=\"#_ftn41\">[41]<\/a><\/p>\n<p>Durch das lange getrennte Leben \u2013 Carolina in Rom und Franz Liszt in Weimar \u2013 war zwischen beiden eine gewisse Entfremdung gewachsen. Nun wirkte das p\u00e4pstliche Eheverbot f\u00fcr die Beziehung der beiden wie ein Todessto\u00df. \u201eDie F\u00fcrstin wohnte in der Via del Babuino \u00a0No. 89, Liszt bezog einige Zimmer in der Via Felice 113, alsdann auf dem Monte Maria, Madonna del Rosaria u.a.\u201c, beschreibt Lina Ramann die \u00e4u\u00dfere Beziehung.\u00a0 Die erotische Beziehung zwischen beiden ist war wie eine Flamme erloschen, aber Carolina\u2019s Verehrung des K\u00fcnstlers Franz Liszt blieb ungebrochen. Sie griff ihm auch finanziell unter die Arme. 1864 kam Franz Liszt \u00a0auf Bitten des Gro\u00dfherzogs f\u00fcr einige Tage nach Weimar, aber f\u00e4hrt nach Rom zur\u00fcck, wo er\u00a0 intensive Kontakte zum Papst hat und f\u00fcr diesen in Castel Gandolfo Konzerte gibt.<a title=\"\" href=\"#_ftn42\">[42]<\/a> Offensichtlich kn\u00fcpfte\u00a0 Franz Liszt an seinen Jugendtraum an, katholischer Priester zu werden, als er sich 1865 die Niederen Weihen geben lie\u00df. Von nun an trug er eine schwarze\u00a0 Soutane und bezeichnete sich als Abb\u00e8.<a title=\"\" href=\"#_ftn43\">[43]<\/a> Der Cardinal von Hohenlohe, sein langj\u00e4hriger F\u00f6rderer, gew\u00e4hrte Franz Liszt gro\u00dfz\u00fcgige Wohnrechte\u00a0 im Vatikan und sp\u00e4ter in seiner\u00a0 Villa d\u2019Este in Tivoli. Ab 1869 lebte Franz Liszt wieder in Weimar und verstarb hier am 31. Juli 1886.<\/p>\n<p>Carolina wurde in Rom zu einer stadtbekannten Pers\u00f6nlichkeit. Sie lebte allein in ihrer Wohnung und empfing \u00a0von fr\u00fch bis sp\u00e4t Besucher, jeden \u2013wie der Papst bei seinen Privataudienzen- einzeln und nur f\u00fcr eine bestimmte Zeit. Sie m\u00f6chte eine neue Religion stiften, schrieb \u00a0und publizierte, und starb nach gut einem halben Jahr am 10. M\u00e4rz 1887.<\/p>\n<p>In einem ihrer letzten Briefe an Franz Liszt schreibt die F\u00fcrstin Carolina : \u201eNicht ohne tiefe Bewegung schreibe ich Dir diese Zeilen nach Weimar, &#8211; wo Du in unserem Namen alle Orte gr\u00fc\u00dfen wirst, deren Bild mit den liebsten Erinnerungen unseres Lebens verbunden sind \u2013 die als Rahmen so sch\u00f6ner Augenblicke, Deines Ruhmes und unserer Liebe dienten \u2013 ewige Erinnerungen unserer ewigen Liebe. Diese Orte haben sich \u00e4u\u00dferlich sicherlich nicht ver\u00e4ndert, soweit es sich um die Natur handelt. Der Fichtenwald, der Lauf der Ilm, der Park, die idyllischen Landschaften, alles das ist noch so wie es war. Die Altenburg wird im \u00c4u\u00dferen noch die gleiche sein, aber im Inneren besteht sie nicht mehr. Das beweist, da\u00df das menschliche Herz, weniger unbeweglich als die Natur, dauerhafter ist als die Dinge. Unsere Liebe hat sich mit den Jahren gewandelt, aber nicht aufgeh\u00f6rt zu sein! Ich habe Woronince geopfert und Weimar Rom \u2013 denn Du bist und wirst gr\u00f6\u00dfer in Rom sein, als Du es in Weimar h\u00e4ttest sein k\u00f6nnen \u2026.Inzwischen, gr\u00fc\u00dfe, gr\u00fc\u00dfe unsere liebe Vergangenheit, jede Fichte des kleinen Waldes, jede Well der Ilm, jeden Kieselstein der Allen im Park. Die Deine in saecula saeculorum.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn44\">[44]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div><\/div>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Andere Schreibweisen: Caroline bzw. Karolyna Elisabeth F\u00fcrstin zu Sayn-Wittgenstein,<\/p>\n<p>s. wikipedia \u201eCaroline zu Sayn-Wittgenstein\u201c<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Diese Arbeit wurde als Feature bezeichnet, da ich mir als Ziel gestellt hatte, die mir zug\u00e4ngliche Literatur zu sichten und einen lesbaren Gesamt\u00fcberblick zu geben.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Auf Grund der polnischen Teilung geh\u00f6rte dieser Teil Polens damals zu Russland.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> In der Regel \u00fcberlie\u00df der europ\u00e4ische Adel die Erziehung seiner Kinder angestellten Gouvernanten und Lehrern. Bei der jungen Karolyna trat dazu der Sonderfall ein, dass sich ihre Eltern trennten.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Feldmarschall Peter zu Sayn-Wittgenstein f\u00fchrte im Befreiungskrieg gegen Napoleon die russischen Truppen und wurde vom Zaren zum erblichen F\u00fcrsten geadelt. Als Pension\u00e4r hat er versucht, den Weinanbau in Russland einzuf\u00fchren. Auf mehreren Reisenbesuchte er Deutschland.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> Ich benutze die auf dem Grabstein verwendete Schreibweise der \u00dcberschrift.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> s. Wikipedia \u201eFranz Liszt\u201c<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> Damals \u00d6sterreich \u2013 Ungarn, heute: Burgenland<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> Jutta Hecker, Die Altenburg \u2013 Geschichte eines Hauses, Verlag der Nation Berlin 1983, S. 59.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a> Liszt hatte in\u00a0 Abb\u00e8 Lammenais lange Zeit ein spirituelles Vorbild\u00a0\u00a0 und wollte als junger Mensch eigentlich\u00a0 katholischer Priester werden.\u00a0 Doch seine Musikerkarriere f\u00fchrte ihn in eine andere Richtung. Aber in seinem ganzen Leben hatte er Angst, dass er durch eine feste Bindung seinen unsteten und auf den Beifall des Publikums gerichteten Lebensstil aufgeben m\u00fcsse.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref11\">[11]<\/a> Das Benediktinerinnenkloster \u201eInsula Beatae Mariae Virginis\u201c auf der Rheininsel zwischen Andernach und Bonn war nach 676 Jahren 1802 s\u00e4kularisiert worden. Die Nonnen durften zwar wohnen bleiben, mussten aber erleben, wie die Wirtschaftsgeb\u00e4ude zu einem florierenden Hotel umgestaltet und zum Liebesnest vieler Paare wurde.\u00a0 Hermann Mostar beschreibt die Situation auf Nonnenwerth sehr plastisch; s.<\/p>\n<p>Hermann Mostar, Das Wein- und Venusbuch vom Rhein \u2013 Weltgeschehen durchs Glas gesehen, Bouvier 1991 (2. Auflage).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref12\">[12]<\/a> Cosima heiratete in erster Ehe Hans von B\u00fclow und danach Richard Wagner. Daniel, ein Dionyssios \u2013 Typ mit langen blonden Haaren, lebte vor seinem Tod bei seiner Schwester. Zu beiden Kindern behielt Liszt immer ein sehr enges Verh\u00e4ltnis. Die drei Geschwister waren f\u00fcr zwei Wochen auf der Altenburg zu Besuch, Daniel kam sp\u00e4ter noch einmal f\u00fcr mehrere Monate und auch Carolina bekam zu ihm ein sehr enges Verh\u00e4ltnis.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref13\">[13]<\/a> Jutta Hecker, ebd., S. 69<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref14\">[14]<\/a> Berichtet in der kleinen Studie \u201eF\u00fcrst Metternich in Koblenz\u201c von K. Zimmermann: <a href=\"http:\/\/www.weissergasse-koblenz.de\/index.php?menuid=23&amp;reporeid=41&amp;print=ok\">http:\/\/www.weissergasse-koblenz.de\/index.php?menuid=23&amp;reporeid=41&amp;print=ok<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref15\">[15]<\/a> Franz Prinz zu Sayn \u2013 Wittgenstein, Die Wittgenstein, Prestel Verlag M\u00fcnchen 1979. Im Stammbaum am Schluss des Buches f\u00fchrt \u201eLudwig Adolf Friedrich F\u00fcrst zu Sayn \u2013 Wittgenstein \u2013 Sayn\u201c als Erster der den doppelten Sayn \u2013 Namen.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref16\">[16]<\/a> Hermann Mostar ebd. S. 164<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref17\">[17]<\/a> Hermann Mostar erw\u00e4hnt Odessa. Ebd.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref18\">[18]<\/a> Wikipedia<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref19\">[19]<\/a> Die folgenden Details beschreibt Lina Ramann in ihrer Lisztbiographie:\u00a0 <em>Leipzig: Breitkopf &amp; H\u00e4rtel, 1880 (Bd.1), 1887 (Bd. 2,1), 1894 (Bd. 2,2), gefunden unter:\u00a0 <\/em>http:\/\/www.zeno.org\/Musik\/M\/Ramann,+Lina<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref20\">[20]<\/a> Wegen der revolution\u00e4ren Unruhen in Deutschland lie\u00df die russische Regierung die Grenzen schlie\u00dfen.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref21\">[21]<\/a> In der Literatur gibt es widerspr\u00fcchliche Angaben.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref22\">[22]<\/a> Jutta Hecker; ebd. S. 76<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref23\">[23]<\/a> Jutta Hecker nennt das Hotel \u201eErbprinz\u201c; ebd. S. 73<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref24\">[24]<\/a> Jutta Hecker ebd. S. 84<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref25\">[25]<\/a> Jutta Hecker, ebd. S. 98 f<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref26\">[26]<\/a> Jutta Hecker, ebd. S. 99f<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref27\">[27]<\/a> Neffe des Malers Peter Cornelius.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref28\">[28]<\/a> Jutta Hecker, ebd.S. 109 ff<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref29\">[29]<\/a> Von Ernst Rietschel stammt das Weimarer Goethe \u2013 Schiller \u2013 Denkmal.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref30\">[30]<\/a> Jutta Hecker ebd. S. 128<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref31\">[31]<\/a> Jutta Hecker ebd. S. 30<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref32\">[32]<\/a> Jutta Hecker ebd. S. 139<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref33\">[33]<\/a> Jutta Hecker ebd. S. 142f<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref34\">[34]<\/a> Jutta Hecker ebd. S. 145<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref35\">[35]<\/a> Jutta Hecker ebd. S. 165<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref36\">[36]<\/a> Jutta Hecker ebd. S. 170<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref37\">[37]<\/a> Jutta Hecker ebd. S. 172<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref38\">[38]<\/a> Jutta hecker ebd. S. 170 ff<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref39\">[39]<\/a> Band 2\/ Abt. 2\/ 5.Buch\/ Abschnitt \u201eIn Rom\u201c.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref40\">[40]<\/a> Lina Ramann zitiert als Quelle einen Kurzbericht in der Augsburger Allgemeinen, \u201eda\u00df Liszt zu seiner Verm\u00e4hlung nach Rom reise\u201c.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref41\">[41]<\/a> Lina Ramann berichtet von Verwandten, die bei einer Privataudienz den Papst umgestimmt h\u00e4tten.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref42\">[42]<\/a> Zeittafel zum Leben Franz Liszts ; http:\/\/www.raiding.at\/&#8230;.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref43\">[43]<\/a> Lina Ramann berichtet, dass Liszt die Chance sah, P\u00e4pstlicher Kapellmeister zu werden, und so die Musik der Katholischen Kirche\u00a0 beeinflussen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref44\">[44]<\/a> Zitiert bei Franz Prinz zu Sayn-Wittgenstein, Die Wittgenstein, Prestel-Verlag M\u00fcnchen.<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heimatgeschichtliches Feature zum 200. Geburtstag von Franz Liszt am 22. Oktober 2011 &nbsp; &nbsp; (Erstver\u00f6ffentlichung im M\u00e4rz 2011, verk\u00fcrzte Fassung im Heimatbuch des Landkreises Mayen Koblenz) Bei unserem Umbrienurlaub im vergangenen Jahr \u00a0fuhr ich mit Anne Egbert, meiner Frau, f\u00fcr einen Tag \u00a0nach Rom. 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