{"id":140,"date":"2012-06-25T20:35:08","date_gmt":"2012-06-25T18:35:08","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.p130205.webspaceconfig.de\/?p=140"},"modified":"2012-07-14T19:10:42","modified_gmt":"2012-07-14T17:10:42","slug":"bilder-von-joshua-und-seiner-kahal","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/index.php\/bilder-von-joshua-und-seiner-kahal\/","title":{"rendered":"Andere Bilder von Joshua und seiner Kahal"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: left;\" align=\"center\"><strong>Theologische Studie<\/strong><\/h2>\n<h2 style=\"text-align: left;\" align=\"center\"><strong><br \/>\n<\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium wp-image-178\" title=\"Khala 1\" src=\"http:\/\/wordpress.p130205.webspaceconfig.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Khala-1-294x300.png\" alt=\"\" width=\"294\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Khala-1-294x300.png 294w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Khala-1.png 319w\" sizes=\"(max-width: 294px) 100vw, 294px\" \/><strong>In unseren Vorstellungen werden die 2000 Jahre Christlicher Kirche oft r\u00fccktransformiert, indem wir nahtlos die Kirche von heute auf die Gr\u00fcndungszeit \u00fcbertragen. Diese R\u00fccktransformation hat durchaus seinen Sinn, wenn wir uns bewusst bleiben, dass es sich um Bilder unserer Seele, ihrer Hoffnungen und Sehns\u00fcchte, handelt. Aber um den Boden unter den F\u00fc\u00dfen nicht zu verlieren, ist es wichtig, auch auf die tats\u00e4chliche Wirklichkeit zur\u00fcckzuschauen; jedenfalls soweit wir sie heutzutage mit unseren wissenschaftlich geschulten Augen erkennen k\u00f6nnen. F\u00fcr manchen mag dies befremdend sein, deshalb ist dies in dieser Studie bewusst gewollt. Auf dem Emmaus-Bild<a title=\"\" href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> der Eisenacher K\u00fcnstlerin von K\u00e4the Volbers (\u2020) sehen wir zwei galil\u00e4ische Dorfleute im ersten Jahrhundert. Durch den Evangelisten Lukas kennen wir sie. Den Satz \u201eBrannte nicht unser Herz\u201c verstehen wir noch heute.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Inhalt:<\/p>\n<ol>\n<li>Rekontruktion<\/li>\n<li>Lottergruppe<\/li>\n<li>Als die Sippe tobte<\/li>\n<li>Wenn der Meister ruft<\/li>\n<li>TOP SECRET: Die apostolischen Ehepaare<\/li>\n<li>Zu zweit allein<\/li>\n<li>Die wahren J\u00fcngerinnen und J\u00fcnger<\/li>\n<li>Selbsttranszendenz<\/li>\n<li>Mutation<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">1.Rekonstruktion<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-179\" style=\"margin: 0px 0px 15px 15px;\" title=\"Khala 2\" src=\"http:\/\/wordpress.p130205.webspaceconfig.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Khala-2-150x150.png\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/>Im Dezember 2002 ver\u00f6ffentlichte das US-Wissenschaftsmagazin Popular Mechanics einen Bericht \u00fcber die Rekonstruktion des Kopfes Jesu. F\u00fcr die Fernsehserie \u201eSon of God\u201c hatte die BBC den Auftrag zu einer Computeranimation gegeben. \u00a0Neben Knochenanalysen aus jesuanischer Zeit wurden alle aktuellen Erkenntnisse der arch\u00e4ologischen Wissenschaften eingearbeitet. Ergebnis: Der durchschnittliche semitische Mann zurzeit Jesu war ca. 1,55 m gro\u00df war und wog ungef\u00e4hr 50 kg.\u00a0 Da Jesus bis zu seinem drei\u00dfigsten Lebensjahr handwerklich t\u00e4tig war, kann man davon ausgehen, da\u00df er muskul\u00f6ser und durchtrainierter war, als er auf westlichen Portraits dargestellt wird. Die arch\u00e4ologischen Funde lassen auch keinen Zweifel, dass die M\u00e4nner zurzeit Jesu kurze Haare und einen gestutzten Vollbart trugen.<a title=\"\" href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> In den neutestamentlichen \u00dcberlieferungen ist das Aussehen Jesu kein Thema. Der Evangelist Markus beginnt sein Evangelium mit dem \u00f6ffentlichen Auftreten Jesu. W\u00e4hrend er den T\u00e4ufer Johannes sehr konkret beschreibt, verliert er \u00fcber das Aussehen seines Romanhelden <a title=\"\" href=\"#_ftn5\">[5]<\/a> kein Wort. Da nach dem heutigen Erkenntnisstand Bethlehem als Geburtsort eine theologische Einf\u00fcgung ist, d\u00fcrfte Jesus in Nazareth geboren und aufgewachsen sein. Wie im heutigen Israel waren die Orte trotz enger Nachbarschaft kulturell v\u00f6llig verschieden. Nazareth d\u00fcrfte ein Dorf mit traditionell j\u00fcdischer Bev\u00f6lkerung<a title=\"\" href=\"#_ftn6\">[6]<\/a> gewesen sein, deshalb wurde der Name Joschua gew\u00e4hlt.<a title=\"\" href=\"#_ftn7\">[7]<\/a> Eta 10 Km entfernt, gab es die gro\u00dfe Stadt Sephoris mit hellenistischer Bev\u00f6lkerung.<a title=\"\" href=\"#_ftn8\">[8]<\/a> Da Jesus nach den Evangelien hoch gebildet war, ist es durchaus m\u00f6glich, dass er au\u00dferhalb von Nazareth Schulbildung genossen hatte. Wir wissen es nicht. Die Geschichte vom zw\u00f6lfj\u00e4hrigen Jesus im Tempel d\u00fcrfte zu den \u00a0legend\u00e4ren Erz\u00e4hlst\u00fccken geh\u00f6ren. Keinen Zweifel kann es geben, dass Jesus von Nazareth ein tieffrommer und zutiefst spiritueller Jude war und sich als Reformator f\u00fcr sein Volk Israel berufen f\u00fchlte.<a title=\"\" href=\"#_ftn9\">[9]<\/a> Sowohl in seiner dreij\u00e4hrigen missionarischen T\u00e4tigkeit wie auch nach seinem Tod hat er viele Menschen beindruckt und ihr Leben ver\u00e4ndert. Seine Weisheitsworte, Gleichnisse, Spr\u00fcche und Geschichten sind zum Weltkulturerbe geworden. Seine Botschaft vom \u201eVater Unser\u201c hat unz\u00e4hligen Menschen\u00a0 Mut und Kraft zum Leben und Sterben gegeben. Im Musical Jesus Christ Superstar klingt das auch f\u00fcr heutige Ohren nach. Von Herzen kommt auch f\u00fcr viele Christinnen und Christen der Wunsch: \u201eZeige uns Deine Wege, Herr, \u00a0und lehre uns unsere Pfade; bleibe bei uns alle Tage &#8211;\u00a0 bis ans Ende der Welt.\u201c<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><\/h2>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">2.Lottergruppe<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">E<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium wp-image-180\" style=\"margin: 0px 0px 15px 15px;\" title=\"Khala 3\" src=\"http:\/\/wordpress.p130205.webspaceconfig.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Khala-3-300x223.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"223\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Khala-3-300x223.png 300w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Khala-3.png 344w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>ine Laienspielgruppe tanzt die Hochzeit zu Cana. War es so bei Jesus, als er mit seiner Mutter und seinen J\u00fcngern bei der Hochzeit zu Cana war? Es ist erstaunlich, dass Johannes (als einziger) diese Geschichte so ausf\u00fchrlich erz\u00e4hlt. Wer bei einer Hochzeit der Israelis, der Zigeuner oder\u00a0 der Deutschrussen dabei war, wird nie vergessen, was dort Hochzeit bedeutet. Die ganze Gro\u00dffamilie ist da, gefeiert wird tagelang: Essen, trinken, tanzen, Geschichten erz\u00e4hlen, singen \u2013 nicht selten bis in die Nacht hinein. \u00a0Jesus ist jedenfalls mittendrin. Ob er auch getanzt hat? Seine Feinde werden ihn sp\u00e4ter einen Fresser und S\u00e4ufer nennen. Offensichtlich hatte Jesus andere Vorstellungen vom Leben als sein Lehrer, der aszetische T\u00e4ufer Johannes. Doch f\u00fcr den Evangelisten Johannes ist das alles nebens\u00e4chlich, denn er erz\u00e4hlt die Hochzeitsgeschichte wegen des Wunders. J\u00fcdische Ohren kannten die Geschichten vom Propheten Elischa, der der alten Witwe das \u00d6l vermehrte, ein gestorbenes Kind zum Leben zur\u00fcckrief, den General Naaman von seiner qu\u00e4lenden Hautkrankheit heilte und die ganze Stadt Samaria vom Kannibalismus befreite. Darum geht es: die Gruppe um Jesus soll die Gottsendung ihres Meisters\u00a0 erkennen: \u201eEr offenbarte seine Herrlichkeit und es glaubten an ihn seine J\u00fcnger\u201c schreibt deshalb der Evangelist.. Jesus ist nach der langen prophetenlosen Zeit der neue Prophet. Erstaunlich ist dennoch, dass Johannes diese Geschichte so im Detail erz\u00e4hlt. Es ist ihm wichtig, dass die Mutter Jesu dabei ist, obwohl er Maria in seinem ganzen Evangelium nicht ein einziges Mal mit ihrem Namen nennt. Erstaunlich ist es auch, dass er Jesus gerade bei einer Hochzeit auftreten l\u00e4sst, wo der Alkohol in Str\u00f6men flie\u00dft und die Menschen nicht nur einmal in Ekstase geraten. Wir verstehen heute das Leben dieser Jesusgruppe viel besser als fr\u00fchere Generationen. Es war eine Lottergruppe, M\u00e4nner und Frauen. In der damaligen Zeit mehr als eine Provokation. Sie lie\u00dfen ihre Sippe (zeitweilig oder ganz) im Stich und zogen mit Jesus durch die D\u00f6rfer Galil\u00e4as.\u00a0 Die meisten d\u00fcrften weder Schreiben noch Lesen gekonnt haben. Einige kamen vom T\u00e4ufer Johannes, der strenge Aszese verlangte und das Weltenende als Gericht prophezeite. Nun aber waren sie alle voller Hoffnung, dass sie dem von Generationen erwarteten Gesalbten ( wie die heiligen K\u00f6nige David und Salomon ) begegnet seien. Nun waren sie dabei \u2013 bei der letzten Schlacht um Meggiddo, dem endg\u00fcltigen Kampf zwischen Gott und seinen Widersachern. Deshalb nahmen sie die Lebensweise von Bettlern auf sich. Mit dem Meister zogen sie durch die galil\u00e4ischen D\u00f6rfer und erlebten, wie auch durch ihre H\u00e4nde eine unvorstellbare Kraft zu sp\u00fcren war. Ja, es war eine Lottergruppe, die bettelnd, trunken von Freiheit und der Sehnsucht nach dem Leben\u00a0 suo gusto (nach eigenem Geschmack), \u00a0faszinierend und absto\u00dfend wirkte. Es war nicht ungef\u00e4hrlich, worauf sie sich da einlie\u00dfen. Galil\u00e4a war ein politisch unruhiges und gef\u00e4hrliches Land. Es bestand die Gefahr, zwischen den innerj\u00fcdischen Zwistigkeiten und r\u00f6mischer Besatzungspolitik zerrieben zu werden. Aber unbeirrbar wussten sie sich nun im Zentrum der Weltgeschichte und begannen sogar die k\u00fcnftigen \u00c4mter unter sich zu verteilen.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><\/h2>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">3.Als die Sippe tobte<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium wp-image-181\" style=\"margin: 0px 0px 15px 15px;\" title=\"Khala 4\" src=\"http:\/\/wordpress.p130205.webspaceconfig.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Khala-4-300x243.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"243\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Khala-4-300x243.png 300w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Khala-4.png 327w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Kapernaum wird mehrmals in den Evangelien erw\u00e4hnt. Nach dem Matth\u00e4usevangelium hat hier Jesus nach der Verhaftung des T\u00e4ufers Johannes f\u00fcr einige Zeit Zuflucht gefunden. Nach dem Markusevangelium hat er hier mit seinem \u00f6ffentlichen Auftreten begonnen und auch die Schwiegermutter Simons (&gt; sp\u00e4ter Kephas \/ Petrus) vom Fieber geheilt.<a title=\"\" href=\"#_ftn10\">[10]<\/a> Bei den Ausgrabungen an der Stelle, wo nach der \u00dcberlieferung das Haus des Petrus war, wurden Fundamente aus dem 1. Jahrhundert gefunden. Man kann noch erkennen, dass die H\u00e4user miteinander verbunden waren, so dass eine \/ mehrere \u00a0Gro\u00dffamilie\/n \u00a0hier wohnen konnten. \u00a0Unser Bild von der heiligen Kleinfamilie (Josef, Maria, Josef) stimmt nicht, wie es das nebenstehende Fenster \u201eJesus verl\u00e4sst seine Familie\u201c suggeriert. <a title=\"\" href=\"#_ftn11\">[11]<\/a> Schon eher entspricht die Legende von der Heiligen Sippe, die das Mittelalter so \u00fcberaus liebte, der famili\u00e4ren Umwelt Jesu. \u00a0Danach hat die hl. Anna, die Mutter Marias und Gro\u00dfmutter Jesu, mindestens dreimal geheiratet. Mit diesem Trinubium konnte man die im Matth\u00e4usevangelium aufgez\u00e4hlten Br\u00fcder und Schwestern Jesu am leichtesten als Cousinen und Cousins erkl\u00e4ren und so die Jungfr\u00e4ulichkeit Marias retten. Die ganze Konstruktion ist Legende, historisch zuverl\u00e4ssig ist Jesu Einbindung in eine famili\u00e4re Gro\u00dffamilie \u2013 und das wohl immer auf engem Raum. Man hockte aufeinander, lebte miteinander \u2013 in dem eisernen Korsett der theokratisch &#8211; patriarchalischen Gesellschaft \u2013 eng verschwei\u00dft durch Religion und Brauchtum. Und dann passiert es: Dann bricht einer aus der geheiligten Ordnung aus; er blamiert \u00a0durch sein anst\u00f6\u00dfiges Verhalten die ganze Sippe, wenn nicht sogar das ganze Dorf. Wir wissen, was da passiert. Unz\u00e4hlige Mal sind in frommen Familien \u2013 gleich ob katholisch oder evangelisch \u2013 junge Menschen ge\u00e4chtet worden.\u00a0 In einem rein katholischen Eichsfelder Dorf, wurde f\u00fcr jedes Hochzeitspaar eine Birke gepflanzt. Nur wenn die Braut schwanger war, blieb der Platz frei, um die sp\u00e4teren Generationen daran zu erinnern. Es ist auch nicht so lange her, dass die erste Frage der Eltern der \u00a0Religion galt: Ist sie katholisch; ist er evangelisch? (oder umgekehrt). Die Trag\u00f6dien, die wir heute in t\u00fcrkischen Familien erleben, ist unsere eigene Geschichte \u2013 und alles ist nicht einmal so lange her. Markus berichtet (und warum sollte er das erfinden?), wie Jesus den ganzen Zorn seiner Sippe erfuhr. Weil er f\u00fcr Hungernde kein Wunder wirkte, und nicht einmal sich Gedanken machte, wie man helfen k\u00f6nne; weil er mit Weibern umherzog und keinem ordentlichen Beruf nachging; weil er die j\u00fcdische Hierarchie st\u00e4ndig reizte und sich anma\u00dfte im Namen Gottes zu sprechen; weil er seine Kumpanen abhielt, sich um ihre alten und sterbenden Eltern zu k\u00fcmmern, weil er seine Anh\u00e4nger anhielt durch die D\u00f6rfer zu ziehen und sogar bei den Armen zu betteln &#8212;- liefen \u201edie ihm Nahestehenden\u201c aus den H\u00e4usern heraus, um ihn zu packen und einzusperren. Und die Schriftgelehrten, die eigens von Jerusalem angereist waren, bezeichneten ihn vor allen als \u00a0verr\u00fcckt. \u201eEin Ketzer ist er\u201c, wir kennen dieses Urteil der frommen Richter aus der Ketzerverfolgung. Dann diese gespenstische Szene, die Markus in seinen Unterlagen findet und in sein Evangelium einbaut: Da kamen seine Mutter (&gt;\u00a0 Maria) und seine Br\u00fcder, um den verr\u00fcckten Jesus gewaltsam nach Hause zu zerren. Auch diese Ordnung kennen wir. Josef war wohl gestorben, deshalb m\u00fcssen nun die erwachsenen m\u00e4nnlichen Verwandten die Mutter begleiten und f\u00fcr die Herstellung der Ordnung sorgen. Der Satz \u201eund die Mutter Jesu war auch mit dabei\u201c aus der Hochzeitsgeschichte zu Canan bekommt jetzt einen anderen Klang. Nun ist Maria nicht stolz auf ihren Sohn, nein sie sch\u00e4mt sich seiner. Es ist kein Wunder, dass sich die Kirche zu allen Zeiten mit diesen Texten schwer tat. Ja, wir kennen das, wenn sich die ganze Verwandtschaft berufen f\u00fchlt, die Ordnung wieder herzustellen. Markus schildert auch, wie Jesus reagiert hat. \u201eUnd er blickte die um ihn herum in einem Kreis sa\u00dfen der Reihe nach an und sagt: Siehe da, meine Mutter, und meine Br\u00fcder. Wer n\u00e4mlich den Willen Gottes tut, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn12\">[12]<\/a> Markus hat in seinem Evangelienroman die Mutter Jesu nicht ein einziges Mal mehr erw\u00e4hnt. Der Evangelist Johannes schl\u00e4gt am Schluss seines Evangeliums eine Br\u00fccke zwischen dem sterbenden Jesus und seiner Mutter: \u201eJesus nun gesehend habend die Mutter und den J\u00fcnger danebenstehend, den er liebte, sagt zu der Mutter: Frau, siehe dein Sohn! Dann sagt er zu dem J\u00fcnger: Siehe deine Mutter\u201c. <a title=\"\" href=\"#_ftn13\">[13]<\/a>Aber auffallend ist der zur\u00fcckhaltende, fast unpers\u00f6nliche Ton. Fast so, als ob die Wunden der Entfremdung noch nicht verheilt sind.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><\/h2>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">4. Wenn der Meister ruft! <a title=\"\" href=\"#_ftn14\">[14]<\/a><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Isr<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright size-full wp-image-172\" style=\"margin: 0px 0px 15px 15px;\" title=\"Khala 5\" src=\"http:\/\/wordpress.p130205.webspaceconfig.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Khala-5.png\" alt=\"\" width=\"251\" height=\"227\" \/>ael war zur Zeit Jesu ein zerrissenes und besetztes Land. Typisch war das Nebeneinander von St\u00e4dten und D\u00f6rfern mit unterschiedlicher kultureller Pr\u00e4gung. Nazareth war ein Kaff mit traditioneller Lebensweise, man sprach aram\u00e4isch. Was alle verband, war die \u00fcberhitzte religi\u00f6se Atmosph\u00e4re und das Warten auf einen \u201estarken Mann\u201c, der die Verh\u00e4ltnisse zum Guten wendete. F\u00fcr die Frommen konnte dies nur ein von Gott berufener Prophet sein, ein neuer Mose, ein neuer Elias, einer aus dem Geschlechte Davids. Die Weisen aus dem Osten suchen den neugeborenen K\u00f6nig der Juden. Der Bu\u00dfprediger Johannes drohte die schlimmsten Strafen an, wenn sich nicht alle auf das Kommen des Messias vorbereiteten. Fromme Menschen wie Simeon und Anna gingen jeden Tag in den Tempel, um die Rettung Israels zu erflehen. Es gab auch Radikale wie die Zeloten, die auf einen neuen religi\u00f6sen Staat Israel hofften. Trotz allem gab es auch die Regierenden, also die R\u00f6mer und die von ihnen eingesetzten Landesf\u00fcrsten mit ihren politischen und milit\u00e4rischen Apparaten, sowie die Tempelhierarchie mit ihrem \u201ereligi\u00f6sen\u201c Betrieb. Und das alles in einem kleinen Land. Die neutestamentlichen Schriften lassen Jesus als Wanderprediger in Galil\u00e4a auftreten. Danach war Jesus zun\u00e4chst ein Sch\u00fcler des T\u00e4ufers und in dessen Sch\u00fclergruppe eingegliedert. F\u00fcr den Evangelisten Johannes ist das nicht wichtig. Er schildert, dass sich der T\u00e4ufer als Vorl\u00e4ufer des erwarteten Messias verstand und dann anschlie\u00dfend die Begegnung des T\u00e4ufers mit Jesus. Die Schilderung des Markusevangeliums nimmt er auf, um dann den T\u00e4ufer sagen zu lassen: \u201e..und ich bezeuge: Er ist der Sohn Gottes\u201c.<a title=\"\" href=\"#_ftn15\">[15]<\/a>Dies ist gewisserma\u00dfen wie im ersten Akt. Im zweiten Akt beschreibt der Evangelist, wie sich um Jesus eine Sch\u00fclergruppe bildet. Es gibt so etwas wie Liebe auf den ersten Blick und auch klare Erkenntnis in einem Augenblick. Das ist allein f\u00fcr den Evangelisten wichtig. Die Gruppe um Jesus (die sich nun bildet) erkennen in diesem Jesus den neuen \u201eK\u00f6nig von Israel\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn16\">[16]<\/a> Weil die christliche Kirche im Laufe der zweitausend Jahre ihre Glaubenslehre immer kompakter und dogmatischer verpackt hat, ist es so wichtig, dass wir versuchen, uns das tats\u00e4chliche Geschehen vor Augen zu f\u00fchren. Ja, so konnte es gewesen sein. Was muss von diesem Joshua aus Nazareth an Kraft und Anziehung ausgegangen sein, dass sich so viele Menschen mit Haut und Haar an ihn banden, ihm vertrauten und ihr Leben oft radikal ver\u00e4nderten.\u00a0 Wir k\u00f6nnen davon ausgehen, dass Jesus die offene Konfrontation vermied. Deshalb umging er die gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dte wie Sephoris und Tiberias. Er war ein Volksmissionar, wohl auch, weil er \u00fcberzeugt war, dass das neue Israel nur von unten her wachsen kann und immer und zuerst bei dem Einzelnen anf\u00e4ngt. Wir k\u00f6nnen das in den Evangelien noch deutlich sp\u00fcren, wie er auf der einen Seite \u201edas Bad in der Menge\u201c genoss, auf der anderen Seite aber es liebte, mit einzelnen Menschen zusammenzusein. Er war Lehrer, Therapeut und vor allem Hoffnungsbringer. Von hier aus verstehen wir, warum Mahatma Gandhi\u00a0 sich von Jesus so angezogen f\u00fchlte. Von hier aus ist auch zu verstehen, warum dieser Jesus trotz aller theologischen Verformung<a title=\"\" href=\"#_ftn17\">[17]<\/a> seine Ausstrahlung bis heute behalten hat und im Herzen vieler Menschen lebt.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><\/h2>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">5. TOP SECRET: Die Apostolischen Ehepaare<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eigentlic<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright size-full wp-image-173\" style=\"margin: 0px 0px 15px 15px;\" title=\"Khala 6\" src=\"http:\/\/wordpress.p130205.webspaceconfig.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Khala-6.png\" alt=\"\" width=\"286\" height=\"182\" \/>h h\u00e4tte es ein Paukenschlag sein m\u00fcssen, als der katholische Theologe Martin Ebner andeutete, dass die 12 Apostel in Wirklichkeit 12 Ehepaare waren<a title=\"\" href=\"#_ftn18\">[18]<\/a>. Wenn das stimmte, w\u00e4ren die z\u00f6libat\u00e4ren P\u00e4pste und Bisch\u00f6fe eine Abweichung von der Tradition, nur eine Modernit\u00e4t gewisserma\u00dfen. Also gehen wir auf Spurensuche. Der Evangelist Markus berichtet, dass Jesus aus der Gruppe um ihn zw\u00f6lf M\u00e4nner ausw\u00e4hlte, die st\u00e4ndig bei ihm sein sollten und die er in die verschiedenen Orte senden k\u00f6nne, um die Frohbotschaft vom Gottesreich zu verk\u00fcndigen und D\u00e4monen auszutreiben.<a title=\"\" href=\"#_ftn19\">[19]<\/a> Unter den Ausgew\u00e4hlten gab es offensichtlich eine Dreiergruppe, die einen Beinamen bekamen, und besondere Aufgaben hatten: Simon Kephas (&gt; Petrus) und die Donners\u00f6hne Jakobus und Johannes<a title=\"\" href=\"#_ftn20\">[20]<\/a>. Hier weist Martin Ebner auf eine erste Spur. Jedem Leser des Evangeliums war es klar, dass die Zahl zw\u00f6lf nicht zuf\u00e4llig von Jesus gew\u00e4hlt wurde, denn sie stand in den biblischen \u00dcberlieferungen immer f\u00fcr die zw\u00f6lf St\u00e4mme des Volkes Israel, die jeweils durch ihre Stammv\u00e4ter, die zw\u00f6lf S\u00f6hne Jakobs,\u00a0 repr\u00e4sentiert wurden. <a title=\"\" href=\"#_ftn21\">[21]<\/a> Diese aber mussten alle verheiratet sein, um den Fortbestand des Gottesvolkes zu sichern. Es spricht deshalb alles daf\u00fcr, dass die zw\u00f6lf Apostel als neue Stammv\u00e4ter auch verheiratet waren. Von einem, n\u00e4mlich Petrus, wissen wir das \u00fcbrigens genau; f\u00fcr die christliche Kirche ist dies meist unangenehm. Die zweite Spur, dass die Zw\u00f6lf \u00a0und viele andere im Sch\u00fclerkreis Jesu verheiratet waren, ist nach Martin Ebner in dem Jesuswort vom Ehebruch erkennbar. Im Lukasevangelium hei\u00dft es: \u201eJeder, der seine Frau entl\u00e4sst und eine andere heiratet, bricht die Ehe, und wer eine von ihrem Mann Entlassene heiratet, bricht die Ehe.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn22\">[22]<\/a> Dies galt auch f\u00fcr alle, die sich Jesus anschlossen. Auch wenn sich einer nach derzeitigem Recht von seiner Frau trennt, ihr einen Scheidebrief ausstellt<a title=\"\" href=\"#_ftn23\">[23]<\/a> , um sich dann Jesus anzuschlie\u00dfen, hat er kein Recht auf eine neue Ehe. Dies galt dann auch f\u00fcr \u201eentlassene\u201c (und damit recht- und schutzlose) Frauen innerhalb der Gruppe, sie sollen tabu sein f\u00fcr die begehrlichen M\u00e4nner, denn erst soll ihre Rechtslage gekl\u00e4rt werden. Die dritte Spur ist das Jesuswort vom begehrlichen Blick im Matth\u00e4usevangelium: \u201eIhr habt geh\u00f6rt, dass gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen. Ich aber sage euch: Jeder, der eine Frau begehrlich ansieht, hat schon in seinem Herzen die Ehe gebrochen.\u201c (Mt. 5,27). In der Jesusgruppe lebten M\u00e4nner und Frauen auf engem Raum und unter ungewohnten Bedingungen zusammen. Deshalb mussten die Lebensregeln ganz klar sein. Die vierte Spur ist die so genannte J\u00fcngeraussendung, wo Jesus die Zw\u00f6lf paarweise aussendet (Mk 1,7). Dass hier Ehepaare und nicht einfach zwei M\u00e4nner gemeint sein k\u00f6nnen, ist keineswegs so abwegig, denn aus der paulinischen Mission sind uns zwei missionierende Ehepaare namentlich bekannt: Priska und Aqulia (Apg, 18,2), Andronikus und Junia (R\u00f6m. 16,7).\u00a0 Hierzu passt die f\u00fcnfte Spur: \u201c Haben wir nicht das Recht, eine Schwester als Frau mitzuf\u00fchren, wie auch die \u00fcbrigen Apostel und die Br\u00fcder des Herrn und (auch) Kephas?\u201c(1 Kor, 9,5), so verteidigt Paulus seine eigene Situation, zu der eben auch geh\u00f6rt, dass er nicht allein sondern mit einer Frau lebt und arbeitet. Wenn diese These von Martin Ebner stimmte, dann ist zu verstehen, warum die Verf\u00e4lschung der Anf\u00e4nge aus antisexistischen und frauenfeindlichen Gr\u00fcnden zu der schw\u00e4renden Wunde der christlichen Kirche geworden ist. Denn dann h\u00e4tten sich die frauenfeindlichen Radikalen, die es sowohl im Judentum wie in der ganzen hellenistischen Welt damals gab, schon sehr fr\u00fch in der Jesusbewegung \u00a0durchgesetzt. \u00a0Ob die Ehefrau des Simon Petrus auch so zuversichtlich in die Welt schaute, wie die Frau in dem Aquarell von Ariane Beckmann?<a title=\"\" href=\"#_ftn24\">[24]<\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><\/h2>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">6. Zu zweit allein<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Di<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright size-full wp-image-174\" style=\"margin: 0px 0px 15px 15px;\" title=\"Khala 7\" src=\"http:\/\/wordpress.p130205.webspaceconfig.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Khala-7.png\" alt=\"\" width=\"246\" height=\"191\" \/>eses Bild<a title=\"\" href=\"#_ftn25\">[25]<\/a>, Jesus und die Samariterin am Jakobsbrunnen,\u00a0 malte 1796 die Schweizer Malerin Angelika Kaufmann. Der Evangelist Johannes war Theologe und legte den Schwerpunkt seines Evangeliums auf komponierte Jesusreden. Aber dann kam hin und wieder der Historiker durch. So auch im 4. Kapitel, wo er die Geschichte von dem Zweisein Jesu mit der samaritischen Frau am Jakobsbrunnen detailliert erz\u00e4hlt.\u00a0 Jesus verl\u00e4sst nach dem Evangelium Jud\u00e4a (&gt;Gro\u00dfraum Jerusalem) und zieht sich mit seiner Gruppe nach Norden nach Galil\u00e4a zur\u00fcck. Dazu m\u00fcssen sie durch Samaria, das f\u00fcr den gl\u00e4ubigen Juden als ziemlich heidnisch galt<a title=\"\" href=\"#_ftn26\">[26]<\/a>. Jesus sitzt bei Sychar allein am Brunnen, denn (so erz\u00e4hlt es Johannes) die J\u00fcnger (und J\u00fcngerinnen) sind in den Ort, gegangen, um einzukaufen. Er ist m\u00fcde. Da kommt eine samaritische Frau Wasser holen. Weil der Wasserspiegel des Brunnen tief ist, muss das Wasser herausgeholt werden. Jesus spricht die Frau an: \u201eGib mir zu trinken\u201c. Sie ist erstaunt, dass sie von einem j\u00fcdischen Mann angesprochen wird. Nun nutzt der Evangelist die Gelegenheit, um die Botschaft Jesu vom ewigen Leben darzulegen. Die Geschichte endet damit, dass Jesus zwei Tage in Sychar bleibt. In der Geschichte spiegelt sich wohl wieder, dass die fr\u00fche Jesusbewegung in Samarien positives Echo fand. <a title=\"\" href=\"#_ftn27\">[27]<\/a> Aber wichtiger ist die v\u00f6llig unverkrampfte Haltung Jesu: Allein in einem halbheidnischen (also auch feindlich gesonnenen) Land mit einer Prostituierten (das wird auch in der Geschichte erz\u00e4hlt). Er hat offensichtlich kein Problem damit. Jesus hatte keine Frauenscheu, war nicht frauenfeindlich und war so ganz anders wie die M\u00e4nner seiner Zeit. Wie anders er war, zeigt sich auch in den Bem\u00fchungen der Evangelisten, diese Seite Jesu m\u00f6glichst zur\u00fcckhaltend zu behandeln. Aber seit die feministischen Theologinnen die Frauenfrage in die Forschung gebracht und auch Spuren und versteckte Hinweise deutlich gemacht haben. sehen wir vieles deutlicher. Typisch ist die Geschichte von R\u00f6m 16,7. Paulus richtet an die Gemeinde in Rom Gr\u00fc\u00dfe\u00a0 aus. Dann hei\u00dft es: \u201eGr\u00fc\u00dft Andronikus und Junia, meine\u00a0 Stammesgenossen und meine Mitgefangenen<a title=\"\" href=\"#_ftn28\">[28]<\/a>, welche hervorragend sind unter den Aposteln, die auch vor mir gewesen sind in Christus.\u201c Da es nicht sein darf, dass eine Frau als Apostolin bezeichnet wird, wurde aus Junia einfach ein Mann gemacht. Der Evangelist Johannes erz\u00e4hlt noch eine andere Geschichte, die mit wenigen kurzen S\u00e4tzen zeigt, wie empathisch dieser Jesus gewesen sein muss, so dass man sich noch nach 70 Jahren so lebendig daran erinnert. In einer der Ostergeschichten begegnet Maria Magdalena dem auferstandenen Jesus:\u201c Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der G\u00e4rtner, und sagte zu ihm: Herr wenn du ihn (&gt;den Leichnam) weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen. Jesus sagte zu ihr: Maria. Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf hebr\u00e4isch: Rabbuni, das hei\u00dft: Meister.\u201c Wir wissen \u00fcber die pers\u00f6nlichen Dinge Jesu wenig. Ob er verheiratet war oder in ehe\u00e4hnlicher Beziehung lebte, ob er lieber\u00a0 als Single mit einer gemischten Gruppe lebte oder schwul war, wir wissen es nicht. Der j\u00fcdische Theologe Shalom Ben Chorin meinte zwar, dass Jesus wohl verheiratet war, denn sonst h\u00e4tte man das Gegenteil erw\u00e4hnt.<a title=\"\" href=\"#_ftn29\">[29]<\/a> Aber dies ist kein historischer Beweis, sondern auch nur eine Annahme. Wir wissen es nicht. Aber die Evangelien lassen durchschimmern, dass Jesus zu vielen Frauen eine sehr pers\u00f6nliche Beziehung hatte. Er liebte die Frauen. Die Frage, warum sich in der fr\u00fchen Jesusbewegung so schnell die Frauenfeindlichkeit und die mannorientierte Ordnung durchsetzte, dass diese sich auch in den neutestamentlichen \u00dcberlieferungen niederschlagen konnte, wird umso dr\u00e4ngender.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><\/h2>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">7. Die wahren J\u00fcngerinnen und J\u00fcnger<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der in<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright  wp-image-175\" style=\"margin: 0px 0px 15px 15px;\" title=\"Khala 8\" src=\"http:\/\/wordpress.p130205.webspaceconfig.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Khala-8.png\" alt=\"\" width=\"274\" height=\"182\" \/>ternational renommierte K\u00fcnstler Peter Wei\u00dfkopff (\u2020) aus M\u00f6nchengladbach malte Anfang der 80er Jahre dieses (unfertige) Bild f\u00fcr einen \u00f6kumenischen Pfingstgottesdienst im Bendorfer Hedwig-Dransfeld-Haus.<a title=\"\" href=\"#_ftn30\">[30]<\/a> Wie durch ein Vergr\u00f6\u00dferungsglas schauen wir auf den vom Gottesgeist \u00fcberw\u00e4ltigten Rest der J\u00fcngergemeinde. Als dieses Bild f\u00fcr die\u00a0 Gottesdienstgemeinde enth\u00fcllt wurde, \u00a0gab es betroffenes Schweigen. Peter Wei\u00dfkopff hatte den Nerv getroffen. Es widerstrebt uns zutiefst, dass Kirche von Anfang an nicht eine Gruppe feinsinniger und harmonisch abgestimmter Menschen sondern ein \u201ebunter\u201c Haufen war. Die Bibelwissenschaft spricht von \u201egro\u00dfen und kleinen Erz\u00e4hlfiguren\u201c, die der Evangelist Markus in seiner Geschichte vom Gottessohn den Lesern vorstellt. Die \u201egro\u00dfen Erz\u00e4hlfiguren\u201c sind durchweg negativ gezeichnet; dazu geh\u00f6ren die unverst\u00e4ndigen, machtbesessenen und \u00e4ngstlichen m\u00e4nnlichen J\u00fcnger Jesu, die ihn ablehnenden Einheimischen von Nazareth, viele seiner Verwandtschaft einschlie\u00dflich seiner Mutter, die r\u00f6mische Soldateska, vor allem auch die religi\u00f6se Oberschicht und das Jerusalemer Establishment. Ihnen stellt Markus die \u201ekleinen Erz\u00e4hlfiguren\u201c gegen\u00fcber, die in vorbildlicher Weise schon zu Lebzeiten Jesu dessen Sendung verstanden haben. In der Passionsgeschichte, die mit dem 14. Kapitel beginnt, ist die erste dieser wahren J\u00fcngerinnen und J\u00fcnger Jesu eine namenlose Frau, die Jesus kostbares Salb\u00f6l \u00fcber das Haar gie\u00dft, eine Geste, die f\u00fcr den damaligen Leser des Evangeliums aus den alttestamentlichen Geschichten der K\u00f6nigssalbung bekannt war, allerdings mit einer Pointe, die wir leicht \u00fcbersehen k\u00f6nnen. Denn Jesus wird hier von einer Frau wie ein K\u00f6nig gesalbt und geht dann in den Tod. Die zweite \u201ekleine Erz\u00e4hlfigur\u201c ist Simon von Zyrene, den Markus als Vater des Alexander und Rufus vorstellt, zweier M\u00e4nner, die in der fr\u00fchen Kirche offensichtlich in hohem Ansehen standen. Simon hat sich nicht \u00f6ffentlich zu Jesus bekannt, was f\u00fcr die R\u00f6mer ein Grund gewesen w\u00e4re, brutal einzuschreiten, aber er bleibt in der N\u00e4he des Kreuzigungskommandos und kann deshalb gezwungen werden, dem zum Tode verurteilten Jesus so weit zu helfen, dass dieser noch den Weg bis zum Hinrichtungsplatz schafft. Die dritte \u201ekleine Erz\u00e4hlfigur\u201c ist der r\u00f6mische (=nichtj\u00fcdische) Hauptmann. Der wird f\u00fcr Markus zum wichtigsten Zeugen f\u00fcr \u201eden Gottessohn\u201c. Dann folgen zwei M\u00e4nner. Der erste ist Josef von Arimath\u00e4a. Markus erw\u00e4hnt seinen Titel \u201eRatsherr\u201c kaum zuf\u00e4llig. F\u00fcr ihn ist Josef von Arimath\u00e4a ein Gegenspieler zu dem damaligen Jerusalemer Hohen Klerus. Der Ratsherr setzt sein Leben ein, denn wer sich f\u00fcr einen Hingerichteten einsetzt, muss damit rechnen, selbst als Feind der R\u00f6mer beseitigt zu werden. Nun bringt Markus die wichtigsten Kronzeugen f\u00fcr die Jesusbewegung ins Spiel: F\u00fcnf Frauen werden mit Namen genannt. Die etwas undeutliche Aufz\u00e4hlung legt den Schluss nahe, dass diese Frauengruppe wahrscheinlich noch gr\u00f6\u00dfer als die namentlich Benannten war. Zweimal wird Maria aus Magdala und zwar als erste genannt. Die fr\u00fche Kirche wird ihr den Titel \u201eAposta Apostolorum\u201c (Apostolin der Apostel) geben und das gl\u00e4ubige Volk hat sie bis heute nicht vergessen. Maria aus Magdala, die Apostelmutter Maria und Salome sind f\u00fcr den Evangelisten die Zeugen der Auferstehung. Auch Petrus zeigt sich in diesem Zusammenhang in einem anderen Licht. F\u00fcr Markus ist Petrus zweifellos eine zentrale Person, aber nicht weil er \u201eSchl\u00fcsseltr\u00e4ger\u201c wurde, sondern wegen seiner Schwachheit und wegen seines st\u00e4ndigen Versagens. Obwohl er offensichtlich in der Jesusgruppe die Rolle eines \u201eAlphatieres\u201c spielt, wird er zum warnenden Beispiel des Versagens. Nicht zuf\u00e4llig steht die Warnung vor dem Versagen in der dritten (&gt;Hahnenschrei) oder vierten (&gt;Fr\u00fche) Nachtwache \u2013 und damit mit einem deutlichen Hinweis auf Petrus &#8211; als letztes Erz\u00e4hlst\u00fcck vor der Passionsgeschichte. Es ist auch kein Zufall, dass der Verk\u00fcndigungsauftrag an die Frauen ausdr\u00fccklich Petrus als Adressaten nennt. Auch er geh\u00f6rt noch dazu, weil er sein Versagen erkannt hat, das will Markus den Lesern seines Evangeliums deutlich machen.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><\/h2>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">8. Selbsttranszendenz<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright size-full wp-image-176\" style=\"margin: 0px 0px 15px 15px;\" title=\"Khala 9\" src=\"http:\/\/wordpress.p130205.webspaceconfig.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Khala-9.png\" alt=\"\" width=\"288\" height=\"276\" \/>s fr\u00fchste biblische Zeugnis von der Auferstehung finden wir im 1. Korinther-Brief des Apostel Paulus<a title=\"\" href=\"#_ftn31\">[31]<\/a>. Paulus beruft sich auf die \u00dcberlieferung, dass Christus am dritten Tag auferweckt worden ist. Wenn die biblischen Schriften rein historisch verstanden werden, ist diese Zeitangabe folgerichtig. Dann w\u00e4re Jesus am R\u00fcsttag vor dem Schabbat gestorben \u00a0und am Tag nach dem Schabbat auferstanden. Jedoch bereits der zweifache Hinweis im Paulusbrief \u201egem\u00e4\u00df den Schriften\u201c k\u00f6nnte ein Hinweis auf eine theologische Bedeutung der Zeitangabe sein. Im Buch Exodus wird die Gottesepipanie f\u00fcr die Israeliten angek\u00fcndigt: \u201eAm dritten Tag n\u00e4mlich wird der Herr vor den Augen des ganzen Volkes auf den Berg Sinai herabsteigen\u201c (Exodus 19, 11). Im Buch des Propheten Hosea steht die Verhei\u00dfung: \u201eAm dritten Tag richtet Er uns wieder auf und wir leben vor seinem Angesicht\u201c (Hos. 6,2). Uns ist die Zahlensymbolik nur noch im Aberglauben erhalten<a title=\"\" href=\"#_ftn32\">[32]<\/a>, aber f\u00fcr die damaligen Ohren war es ganz leicht heraus zu h\u00f6ren, dass die Drei ein Hinweis auf Gott war: \u201eGott hat ihm neues Leben geschenkt.\u201c \u00a0Wenn wir die Drei-Tage-Frist nicht als zeitliche Angabe verstehen m\u00fcssen, ist der Auferstehungsglaube der ersten J\u00fcngergemeinde auch f\u00fcr den heutigen Menschen leichter nachvollziehbar. Walter Simonis hat als erster katholischer Theologe den Versuch einer Rekonstruktion gewagt.<a title=\"\" href=\"#_ftn33\">[33]<\/a> Er rekonstruiert einen l\u00e4ngeren Gruppenprozess, in dem die Botschaft vom Ewigen Leben als Frucht des Todes Jesu f\u00fcr die Menschheit verstanden wird.<a title=\"\" href=\"#_ftn34\">[34]<\/a> Wir kennen dieses Ph\u00e4nomen der Verwandlung durch einen Gruppenprozess bei Aufm\u00e4rschen, Events; aber auch \u00a0bei pers\u00f6nlichen Ersch\u00fctterungen und \u00a0erlebten Katastrophen; auch bei s\u00fcchtigen und religi\u00f6sen Gruppen. Der Weg zwischen Halluzination (Erleben einer fiktiven Wirklichkeit) und Mystik (tiefere Sicht der Wirklichkeit) kann sehr parallel laufen. Auf einmal erscheint vieles \/ alles im anderen Licht.<a title=\"\" href=\"#_ftn35\">[35]<\/a> Nicht die Wirklichkeit sondern ihre Erfahrung ver\u00e4ndert sich. Die ist der Mehrwert des spirituellen Weges. Auch die Aussage \u201eJesus als Erster der Auferstandenen\u201c kann von hier aus theologisch verstanden werden \u2013 im Sinne einer Betonung der Bedeutung und Einmaligkeit. Wir wissen nicht, woher wir kommen, wir wissen nicht wohin wir gehen, aber wir wissen uns geborgen in der Hand Gottes \u2013 so wie Jesus vor seinem Tod betet: Vater in deine H\u00e4nde empfehle ich meinen Geist. Diese Hoffnung wird durch Jesus neu best\u00e4tigt und durch seine Kahal weitergetragen. Vielleicht ist es heute wichtiger denn je, dass wir diese Hoffnung in unserem Herzen neu entfachen. Das Herrenwort im Johannesevangelium, wer mir glaubt, hat das ewige Leben, ist heute so wahr, wie vor 2000 Jahren.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><\/h2>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">9.Mutation<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Bild wurde a<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright  wp-image-177\" style=\"margin: 0px 0px 15px 15px;\" title=\"Khala 10\" src=\"http:\/\/wordpress.p130205.webspaceconfig.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Khala-10.png\" alt=\"\" width=\"214\" height=\"261\" \/>ls Phantombild des Apostels Paulus von einem Beamten des Landeskriminalamtes NRW 2008 erstellt. Eine wesentlich \u00e4ltere Beschreibung findet sich\u00a0 in den Paulusakten, einem der Apostelromane aus dem Ende des 2. Jahrhunderts: ein kleiner Mann mit kahlem Kopf und krummen Beinen, kraftvoll, mit zusammengewachsenen Brauen und leicht hervorstehender Nase, voller Gnade (\u03c7\u03b1\u03c1\u03b9\u03c2), sein Gesicht schien bald das eines Engels, bald eines Menschen zu sein.<a title=\"\" href=\"#_ftn36\">[36]<\/a> Paulus war ein Diasporajude, er stammte aus Tarsis, hatte eine Ausbildung als Zeltmacher und das r\u00f6mische B\u00fcrgerrecht; er \u00a0beherrschte Latein, Griechisch und Hebr\u00e4isch, war ausgebildet im r\u00f6mischen Recht, in rabbinischer Theologie und in hellenistischer Philosophie. Nach der biblischen \u00dcberlieferung geh\u00f6rte Paulus zu den orthodoxen Eiferern und beteiligte sich aktiv an der Ketzerverfolgung. Doch dann durchlebte er einen Bekehrungsprozess, der zu einer irreversiblen Ver\u00e4nderung seines Lebens f\u00fchrte. Paulus entdeckte in dem gekreuzigten Jesus von Nazareth den von den Juden erwarteten Messias und sah es als seine Aufgabe an, die Botschaft von dem Retter der Welt und der Rettung durch ihn bis an die Grenzen des R\u00f6mischen Reiches zu bringen. Dabei war im sehr schnell klar, dass die Losl\u00f6sung von den kultisch \u2013rituellen Verpflichtungen des orthodoxen Judentum unumg\u00e4nglich war. Er berief sich auf die griechische Septuaginta und verzichtete auf Aram\u00e4isch und Hebr\u00e4isch. Paulus blieb Jude, aber sein Judentum war gewisserma\u00dfen mutiert, also angepasst an die hellenistische Welt, so wie das hellenistische Judentum bereits getan hatte. Innerhalb kurzer Zeit gelang es Paulus viele kleine Hausgemeinden zu gr\u00fcnden und er schaffte mit seinen Briefen ein dichtes Kommunikationsnetz. So wie sich der rabbinische Theologe Saulus selbst ver\u00e4nderte, so formt er die Jesusbewegung um, so dass sie in die hellenistische Welt passte. Heute nach 2000 Jahren fragen wir kritisch, ob nicht damit durch diese Mutation wesentliche Anliegen Jesu unter den Tisch gefallen sind. Die fr\u00fche Kirche hat deshalb instinktiv mit der Kanonbildung die Paulinischen Schriften mit den vier Evangelien unl\u00f6sbar zusammengebunden. Das Evangelium von Israels \u00a0Gottessohn (Markus) und die Botschaft von der Rettung der Heiden gie\u00dft die christliche Kanonbildung<a title=\"\" href=\"#_ftn37\">[37]<\/a> wie beim Glockenguss untrennbar zusammen, damit die ganze Sch\u00f6pfung wieder zur\u00fcck gef\u00fchrt wird zu ihrem Ursprung. Paulus lebte und dachte eschatologisch: Die irdische Zeit l\u00e4uft aus, das Gottesreich breitet sich aus, der Jesus Christos hat den Zeitablauf unwiederbringlich umgestellt. Deshalb hielt er es f\u00fcr besser, nicht zu heiraten und keine Kinder zu haben. Aber Paulus verstand sich auch als Apostel der Freiheit. Das Wort Jesu vom \u201eNicht Lasten aufbinden\u201c geh\u00f6rte zu seinem Evangelium. Dass Paulus in seiner Reisegruppe auch immer eine Frau als Begleiterin bei sich hatte, verteidigt er vehement und beruft sich auf Simon Petrus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\"><em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<div>\n<p><em><a title=\"\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Das hebr\u00e4ische Wort \u201eKahal\u201c  (Volk, Gemeinschaft, Versammlung, Gruppe) hat sich nach dem Tod Jesu nicht durchgesetzt und wurde durch das griechische Wort \u201eKyriake\u201c (zum Herrn geh\u00f6rend) ersetzt. Die Sprachentrennung Hebr\u00e4isch (Juden) und Griechisch ( Christen) war Teil des Entfremdungsprozesses zwischen den beiden Gruppen, die aus dem Tempeljudentum erwuchsen..<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><em><a title=\"\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Das Bild (Jesus begegnet den Emmausj\u00fcngern ) wurde Ende der 60er Jahre von der Eisenacher K\u00fcnstlerin, K\u00e4the Volberts (\u2020), gemalt. Es ist im Besitz des Autors.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><em><a title=\"\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a>Diese Studie ist im Sinne des Urheberrechtes gesch\u00fctzt. Sie darf nur zum nichtkommerziellen  Gebrauch und unter Angabe des Autors verwendet werden.  Dieter Kittlau\u00df, Koblenz-Olper-Stra\u00dfe 115,  56170 Bendorf\/Rhein, <a name=\"mailto:dieter.kittlauss@online.de\">dieter.kittlauss@online.de<\/a><\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><em><a title=\"\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Da man in der Vergangenheit davon ausging, dass Jesus ein Nazar\u00e4er \u2013 Gel\u00fcbde angegeben hatte, ging man bisher  von einem unbeschnittenen Vollbart aus.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><em><a title=\"\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Martin Ebner reiht das Markusevangelium in die zeitgen\u00f6ssische Literaturgattung des Romans ein,  in dem der Evangelist das Leben und Sterben \u201eseines Helden\u201c darstellt und seine Gemeinde zur Nachfolge aufruft. Vgl. Das Markusevangelium , Katholisches Bibelwerk 2008.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><em><a title=\"\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Man sprach aram\u00e4isch und lebte nach den Regeln des Tempeljudentums..<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><em><a title=\"\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Wir haben uns an die lateinische Form Jesus gew\u00f6hnt.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><em><a title=\"\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Man sprach griechisch, es gab feste Stra\u00dfen, ein Bank, Schulen und Sportst\u00e4tten, auch Kanalisation und Wasserversorgung. Josephus ist der fr\u00fchste Zeuge. Nach der Zerst\u00f6rung im Jahre 4 n.Ch. wurde Sephoris unter Herodes Antipas neu aufgebaut. Seit 1950 wurde das alte Sephoris  durch die Arch\u00e4ologie ausgegraben.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><em><a title=\"\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Im Johannesevangelium gibt es eine wichtige Spur: \u201eDass sagte er (&gt; Kajaphas) nicht aus sich selbst, sondern weil er der Hohepriester jenes Jahres war, sagte er aus prophetischer Eingebung, dass Jesus f\u00fcr das Volk sterben werde. Aber er sollte nicht nur f\u00fcr das Volk sterben, sondern auch, um die versprengten Kinder Gottes wieder zu sammeln.\u201c (Joh. 11,51f)<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><em><a title=\"\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Mk1,29-31<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><em><a title=\"\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Fenster von Bertram Geiger; 2007 Katholische St. Thilo-Kirche in Heiningen (Kreis Wolfenb\u00fcttel).<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><em><a title=\"\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Mk 3,34f<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><em><a title=\"\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Joh 19, 26f<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><em><a title=\"\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a>Quelle f\u00fcr das Bild:  Phantombild auf der Webseite asitalmundobotija.com.uy im Jahre 2010.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><em><a title=\"\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Joh. 1,34<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><em><a title=\"\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Joh. 1,49.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><em><a title=\"\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Je st\u00e4rker die Jesusbewegung in die hellenistische Welt hineinwuchs, um so st\u00e4rker wurde die Verformung durch Philosophie, Kaiserkult, G\u00f6tterlehren. Heute nach 2000 Jahren m\u00fcssen wir es erst wieder lernen, die biblischen Traditionen (die ja Glaubenszeugnisse sind und sich als solche auch verstehen) mit den Augen der fr\u00fchen Christen zu lesen.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><em><a title=\"\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Artin Ebner, Jesus von Nazaret in seiner Zeit, Verlag Katholisches Bibelwerk 2004.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><em><a title=\"\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Mk 3,13-18<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><em><a title=\"\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> S\u00f6hne des Zebed\u00e4us, Jakobus wird als der \u00c4ltere bezeichnet, um in von dem j\u00fcngeren Jakobus, einem der Geschwister Jesu zu unterscheiden. Auch Paulus weist im Galaterbrief (Gal 2,9) auf die Dreiergruppe hin.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><em><a title=\"\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Die 12 S\u00f6hne Jakobs sind nach dem Buch Genesis (Gen 29,31 ff) die Stammv\u00e4ter des Volkes Israel. Zur Zeit Jesus existieren nur noch die St\u00e4mme Juda und Benjamin.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><em><a title=\"\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Lk 16,18. Im klassischen Judentum war die Ehescheidung m\u00f6glich, wenn sie nach bestimmten Regeln verlief. (Dtn 24, 1-4.)  Die Tradition hat daraus ein Vorrecht des Mannes gemacht, die Ehefrau einfach entlassen zu k\u00f6nnen. Dies wird von Jesus verurteilt. Wie schwer sich die ersten Generationen der Jesusbewegung mit diesem Wort Jesus taten, l\u00e4sst sich an dem Einschub \u201eabgesehen von Unzucht\u201c (Mt 5,31f) im Matth\u00e4usevangelium erkennen.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><em><a title=\"\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> Der die wirtschaftliche Situation der Frau regelte.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><em><a title=\"\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> http:\/\/www.kunstnet.de\/werk\/225521-ehepaar<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><em><a title=\"\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> Wikipedia<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><em><a title=\"\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> Nach der Zerst\u00f6rung des Nordreiches wurde Samarien neu besiedelt und die Bindung zum Jerusalemer Tempeljudentum unterbrochen.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><em><a title=\"\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> In der Apostelgeschichte unternehmen Philippus, Simon Petrus und Johannes Reisen nach Samarien und werden sehr wohlwollend aufgenommen (Apg. 8,4-13).<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><em><a title=\"\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> Das Griechische kennt bei Sammelbezeichnung nur das Genus masculinum.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><em><a title=\"\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> Das Verheiratetsein war das Normale.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><em><a title=\"\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> Durch die Insolvenz des Hedwig-Dransfeld-Hauses gilt das Bild als verschollen.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><em><a title=\"\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a> 1 Kor. 15,1ff. Die Datierung wird einhellig auf die Jahre 55-56 gelegt.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><em><a title=\"\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a> Sieben f\u00fcr Gl\u00fcck, dreizehn f\u00fcr Ungl\u00fcck.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><em><a title=\"\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a> Walter Simonis, TB Auferstehung und ewiges Leben?, D\u00fcsseldorf 2012. Simonis h\u00e4lt einen Zeitraum von zwei Jahren f\u00fcr durchaus realistisch.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><em><a title=\"\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a> Als Beispiel f\u00fcr diese Selbsttranszendenz sei auf die existenzanalytische Anthropologie V. Frankl`s hingewiesen. Von hier aus ist auch zu verstehen, dass christliche Kirche von Anfang an die Hoffnung auf das Ewige Leben verinnerlicht hat.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><em><a title=\"\" name=\"_ftn36\">[36]<\/a> Die verborgenen Akten der ersten Christen, hrg. Von Edgar Hennecke, maris Verlag 2006 (Nachdruck 1924)<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><em><a title=\"\" name=\"_ftn37\">[37]<\/a> Kl\u00e4rungsprozess \u00fcber die anerkannten Schriften.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Theologische Studie In unseren Vorstellungen werden die 2000 Jahre Christlicher Kirche oft r\u00fccktransformiert, indem wir nahtlos die Kirche von heute auf die Gr\u00fcndungszeit \u00fcbertragen. Diese R\u00fccktransformation hat durchaus seinen Sinn, wenn wir uns bewusst bleiben, dass es sich um Bilder unserer Seele, ihrer Hoffnungen und Sehns\u00fcchte, handelt. 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