{"id":1371,"date":"2012-08-08T13:40:17","date_gmt":"2012-08-08T11:40:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/?p=1371"},"modified":"2012-08-13T17:04:41","modified_gmt":"2012-08-13T15:04:41","slug":"christliche-trilogie-schoepfung-erloesung-vollendun","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/index.php\/christliche-trilogie-schoepfung-erloesung-vollendun\/","title":{"rendered":"CHRISTLICHE TRILOGIE   &#8222;Sch\u00f6pfung, Erl\u00f6sung, Vollendung&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>(Diese Studie ist 2004 zum ersten Mal ver\u00f6ffentlicht worden)<\/p>\n<h1 align=\"center\"><span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Sch\u00f6pfung<\/strong><\/span><\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_1373\" style=\"width: 260px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/index.php\/christliche-trilogie-schoepfung-erloesung-vollendun\/schopfung-benediktiner-wuste-usa\/\" rel=\"attachment wp-att-1373\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1373\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-1373 \" title=\"Sch\u00f6pfung Benediktiner W\u00fcste USA\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Sch\u00f6pfung-Benediktiner-W\u00fcste-USA-300x270.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"270\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1373\" class=\"wp-caption-text\">Auf der Homepage der Benediktiner in der W\u00fcste von Neumexico (USA) findet sich ein Bild des g\u00f6ttlichen Sch\u00f6pfers, der mit der Welt spielerisch umgeht. Eine ausschlie\u00dfliche Urherbschaft konnte nicht festgestellt werden.<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eAls Anfang schuf die Gottheit die Himmel und die Erde, die Erde aber war tohuwabohu\u201c, dies war das Glaubensbekenntnis der j\u00fcdischen Priestergelehrten im Babylonischen Exil, vor mehr als 2500 Jahren niedergeschrieben. Damals war die Erde noch \u00fcberschaubar und auch der sichtbare Himmel war vertraut: \u201e Seh\u2019 ich den Himmel, das Werk deiner Finger, Mond und Sterne, die du befestigst (Ps 8,4).<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Erste Frage: Sind diese \u201euralten\u201c \u00dcberlieferungen \u00fcber den Sch\u00f6pfungsglauben f\u00fcr uns Menschen des dritten Jahrtausends noch bedeutsam?\u00a0<\/strong><\/span><\/h3>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Unterschied zu den Religionskritikern des vorigen Jahrtausends haben wir heute wieder mehr Verst\u00e4ndnis f\u00fcr den Wert von Religion und damit auch mehr Respekt vor den Generationen vor uns. Diese hatten ja oft nicht nur ein erstaunliches Wissen \u00fcber die Abl\u00e4ufe in unserer Welt, \u00fcber die Wiederkehr von Planeten und Kometen, sondern auch \u00fcber die Kunst zu leben und zu sterben wie \u00fcber die F\u00e4higkeit, das zwischenmenschliche Leben zu ordnen. Zwar nahmen sie die Welt \u00fcber sich und um sich herum lediglich mit ihren Sinnen wahr, also ohne Hubble \u2013 Teleskop und ohne Elektronenmikroskop, aber darin bewegten sie sich im Rahmen unserer Alltagserfahrung. Denn auch f\u00fcr uns geht die Sonne auf und der Mond steht voll am Himmel und die Sternenbilder ziehen ihre Bahn. Auch unsere Welt ist im allt\u00e4glichen Leben eine Welt nach dem Augenschein, weil wir sinn \u2013 verhaftete Menschen sind. Was wir sehen, riechen, schmecken, sp\u00fcren\u00a0 und betasten k\u00f6nnen, das ist f\u00fcr uns immer real, anderes begreifen wir nur aus seinen Wirkungen. Dennoch haben sich die Menschen auf ihrem Weg durch die Jahrtausende immer Gedanken gemacht, was \u201edie Welt zusammenh\u00e4lt\u201c, sie fragten nach dem inneren Sinn unserer Welt, nach der Bedeutung unseres jetzigen Lebens und seiner Perspektive im Angsicht des Todes f\u00fcr einen jeden. Das ist heute nicht anders als fr\u00fcher.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber bei allem Respekt vor den Vorfahren, m\u00fcssen wir die Frage nach der Aktualit\u00e4t dieser alten, oft in mythologischer Sprache verfassten Vorstellungen stellen. Das ist mit dieser ersten Frage gemeint.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der Beantwortung dieser Frage hilft uns die neuzeitliche Bibelwissenschaft. \u00c4hnlich wie die Kraftfahrzeug \u2013 Unfallforschung, die einen Unfall \u00fcber die einzelnen Phasen des Unfallgeschehens zur\u00fcckrollt, um zu der urspr\u00fcnglichen Ausgangslage des Geschehens zu kommen, wickelt die Bibelwissenschaft die alten Texte von der Gegenwart bis in die ferne Vergangenheit zur\u00fcck, sucht nach Spuren, Indizien und \u00fcberlieferten Parallelzeugnissen. Deshalb verstehen wir die Phasen der \u00dcberlieferung und den urspr\u00fcnglich gemeinten Sinn heute besser als die Theologen fr\u00fcherer Zeit. Dies gilt auch f\u00fcr den 1. Sch\u00f6pfungsbericht des Genesisbuches. Wenn wir einmal in einem Gedankenexperiment das Siebentage \u2013 Schema von dem Text abl\u00f6sen (was durchaus ein berechtigtes Verfahren ist, da die sieben Tage aus einem additiven kultischen Interesse stammen ) \u00a0kommen wir auf eine erstaunliche Tatsache: Das urspr\u00fcngliche CREDO dieser j\u00fcdischen Priestergelehrten ist keineswegs Mythologie sondern in einer f\u00fcr die damalige Zeit erstaunlich modernen Wissenschaftssprache verfasst. Mit ihren Kenntnissen haben sie unsere Welt als ein Abh\u00e4ngigkeitsph\u00e4nomen umschrieben; \u00a0also: Alles was wir um uns herum sehen, hier auf der Erde, in den Meeren, in der Luft und dort oben am gestirnten Himmel, und dazu auch wir Menschen selbst, einfach alles, was wir mit unseren Sinnen erfassen k\u00f6nnen, hat nicht seinen Existenzgrund in sich sondern in Gott als seinem Urgrund. Die Frage nach der innersten Mitte unserer Welt, die alles zusammenh\u00e4lt, wird in Gen 1 mit erstaunlicher Pr\u00e4zision gestellt und beantwortet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Z<span style=\"color: #0000ff;\">weite Frage: Welchen Wirklichkeitsgehalt hat der\u00a0 j\u00fcdische Sch\u00f6pfungsglauben, der auch f\u00fcr uns Christen der unsere ist?<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gl\u00fccklicherweise brauchen wir uns nicht mehr mit den vielen, zeitgebundenen Theorien \u00fcber das Ableben von Religion auseinandersetzen. Neuzeitliche Verhaltensforschung geht ja sogar davon aus, dass Religion genetisch im Menschen verankert sei bzw. in der Sprache der Philosophie ein Existential des Menschen darstelle. Nein, diese grunds\u00e4tzliche Religionskritik auch in dem Sinne, dass Religion aufgrund bestehender Machtverh\u00e4ltnisse lediglich Volksverdummung sei, ist nicht unser Problem. Die Frage nach der Aktualit\u00e4t des Sch\u00f6pfungsglaubens stellt sich uns heute anders, aber damit vielleicht auch radikaler:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #800080;\"><strong><em>Hat dieser Kosmos, den wir sowohl in seiner r\u00e4umlichen Dimension wie in seiner zeitlichen Entwicklung <\/em><\/strong>&#8211; a<strong><em>lso mit Blick zur\u00fcck in die Anf\u00e4nge der Galaxien \u2013jeden Tag besser wahrnehmen, der aber gleichzeitig sowohl in seiner Makro- wie in seiner Mikrostrukturimmer geheimnisvoller und un\u00fcberschaubarer wird,seinen Grund in sich, so dass wir\u00a0 die traditionell religi\u00f6se Vorstellung des Sch\u00f6pfungsglaubens nicht mehr ben\u00f6tigen? <\/em>Anders gesagt: Sind die Erkl\u00e4rungsmodelle der Welt \u201e durch einen Sch\u00f6pfer\u201c \u00a0f\u00fcr uns noch n\u00fctzlich und hilfreich?<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Um uns einer Antwort zu n\u00e4hern m\u00fcssen wir zun\u00e4chst einige Abgrenzungen vornehmen:<\/span> \u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>a)<\/strong> Im Unterschied zu den fr\u00fcheren Generationen sind wir auf das Schalenmodell der Welt nicht angewiesen, also dass die Erdscheibe im Wasser schwimmt und sich dar\u00fcber das Himmelsgew\u00f6lbe mit seinen verschiedenen Sp\u00e4ren, d.h. der Welt Gottes, ausspannt. Wir m\u00fcssen uns auch nicht mit dem geozentrischen Weltbild auseinandersetzen. Die Sonde Cassini reiste mit einer unwahrscheinlichen Geschwindigkeit siebenundeinhalb Jahre hin und her durch unser Planetensystem bis zum Planeten Saturn und lieferte uns dann durch den Satelliten Huygens Fotos vom Saturnmond Titan. Minuten sp\u00e4ter sahen wir diese im Internet. Ja, so gro\u00df ist die Planetenwelt unseres Sonnensystems, und doch ist dieses wiederum so klein angesichts des Kosmos, in den wir mit dem Hubble &#8211; Teleskop immer weiter hinein und immer weiter zur\u00fcck (was noch aufregender ist) schauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>b)<\/strong> Die christlichen Kirchen haben alle Versuche einer gnostischen Weltdeutung, wonach die Sch\u00f6pfung zum guten Teil missgl\u00fcckt sei und deshalb der Erl\u00f6sung bedarf, nach langen Auseinandersetzungen letzten Endes immer absolut abgewiesen. Der einen Sch\u00f6pfung entspricht der eine Sch\u00f6pfer \u2013 dies ist unaufgebbarer Grundsatz des Sch\u00f6pfungsglaubens.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>c)<\/strong> Auch die traditionelle Aufteilung der Sch\u00f6pfung in Diesseits und Jenseits ist f\u00fcr heutige Theologie kein ernsthaftes Problem. Zwar haben wir nur Zugang zu der raum \u2013 zeitlichen Dimension der Welt, dies schlie\u00dft aber keineswegs aus, dass zu diesem uns zug\u00e4nglichen Diesseits ein Jenseits als Ziel der Sch\u00f6pfung geh\u00f6rt.Bereits der (von seiner katholischen Kirche nicht geliebte) Jesuit Teilhard de Chardin verstand die Sch\u00f6pfung als einen Prozess auf ein Ziel (Punkt Omega) hin. Auch die Evolutionstheorie als Erkl\u00e4rungsmodell f\u00fcr die Entwicklung des Lebens ist deshalb mit diesem Verst\u00e4ndnis der Sch\u00f6pfung voll zu vereinbaren. Ein ganz einfaches Beispiel aus unserem Alltag kann uns helfen, das hier Gemeinte zu verstehen. Wir sitzen im Wohnzimmer und werden umflutet von Stimmen, T\u00f6nen, Farben, Berichten, sprechenden und singenden Menschen \u2026 und merken doch nichts von dem. Dann schalten wir den Fernseher an und aufeinmal sind wir mitten in einer Welt, die weder r\u00e4umliche noch zeitliche Grenzen hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"color: #800080;\">Nach diesen Abgrenzungen ist es geboten, die vielleicht schwierigste Frage des Sch\u00f6pfungsglaubens anzusprechen, gemeint ist<\/span><\/strong><span style=\"color: #000000;\"><strong><span style=\"color: #800080;\"> die Personalit\u00e4t des Sch\u00f6pfers<\/span>.<\/strong><\/span> F\u00fcr die j\u00fcdischen Priestergelehrten war Gott immer ein DU, ein Gegen\u00fcber. Die ganze hebr\u00e4ische Bibeltradition berichtet durch die Jahrhunderte von der Erfahrung des lebendigen Gottes: Gott spricht, z\u00fcrnt, straft, hilft und verhei\u00dft, er wendet uns sein Antlitz zu und wendet sich ab; besonders die Psalmen spiegeln diese \u00dcberzeugung wieder, dass Jahve zu seiner Sch\u00f6pfung, zu uns Menschen und in besonderer Weise zu seinem auserw\u00e4hlten Volk Israel in einer Beziehung steht. Im j\u00fcdischen Glauben ist Gott weder der unbewegliche Beweger der griechischen Philosophie noch das Summum bonum\u00a0 (das h\u00f6chste Gut) mittelalterlicher Scholastik, auch nicht der Gott des neuzeitlichen Deismus, der zu seiner Sch\u00f6pfung keine Beziehung hat; sondern Jahve ist IMMER \u2013 BEI\u00a0 &#8211; SEINEM \u2013 VOLK, wie es der Name ausdr\u00fcckt. Aber es geh\u00f6rt auch zum j\u00fcdischen Gottesglauben, dass Jahve der ganz Andere ist, unnahbar, unbegreiflich, unvorstellbar, f\u00fcr uns nicht direkt erfahrbar. Deshalb wurde schon sehr fr\u00fchzeitig der Name Jahve nicht mehr ausgesprochen, sondern mit dem Wort Adonai (Herr) wiedergegeben, und oft auch nur durch eine Paraphrase umschrieben. In diesem Zusammenhang stand auch das Gebot, von Gott kein Bild zu machen. Hier spielte sicherlich die Abgrenzung von den anderen Religionen eine Rolle, aber letzter Sinn war das Wissen, dass Gott f\u00fcr uns nicht erreichbar ist. Leider hat das\u00a0 Christentum diese Tabu\u2019s aufgel\u00f6st. Der Trinit\u00e4tsglaube mit seinen Spekulationen versuchte sogar, Gott in seiner personalen Mitte begrifflich zu beschreiben, und in der Kunst wurde nach der Jahrtausenwende neben dem (Leidens) Kruzifix auch die Darstellung der Trinit\u00e4t \u00fcblich (Gnadenstuhl). In dem Moment, wo sich der Glaube abschw\u00e4chte, konnte\u00a0 diese \u00a0Gottesdarstellung sogar verkommen und Gott zu einem alten Mann mit Bart werden. Erfreulicherweise gibt es im Christentum schon seit geraumer Zeit ein Umdenken. Dies gilt nicht nur f\u00fcr die Kunst, in der heute eine bildliche Darstellung von Gott \u2013 Vater kaum noch denkbar ist, sondern auch f\u00fcr die Theologie. Da ist auf der einen Seite das Suchen nach neuen Bildworten wie \u201eTiefe\u201c \u00a0(Paul Tillich) oder \u201eGeheimnis\u201c \u00a0(Karl Rahner), auf der anderen Seite die (noch tastenden) Versuche der sogenannten atheistischen \u2013apersonalen Theologie (z.B. der anglikanische US \u2013 Bischof Shelby Spong) sowie der sogenannten pluralistischen Theologie (z.B. John Hick). Dazu geh\u00f6ren auch die vorsichtigen Versuche, \u00a0die Glaubenszeugnisse der fr\u00fchen Kirchen in ihrem eigentlichen Aussagegehalt besser zu verstehen; auf katholischer Seite z.B. Heinrich Fries, Wilhelm Th\u00fcsing, Hubertus Halbfas, Anton V\u00f6gtle, Hans K\u00fcng, Walter Simonis, Norbert Scholl, Rupert Lay, Eugen Drewermann, Herbert Haag \u2013 um nur einige Namen zu nennen, die f\u00fcr mich wichtig sind. Allerdings ist deutlich zu sp\u00fcren, wie sich die Verantwortlichen in den Kirchen schwer tun und offensichtlich Angst haben, dass es zu einem zerst\u00f6rerischen Einbruch kommt. Zweifellos befindet sich das Christentum (wie schon mehrmals) in einer gro\u00dfen Umbruchphase, deren Ergebnis nicht absehbar ist. Ganz wichtig ist auch der (in Distanz zur Katholischen Kirche lebende) katholische Theologe Willigis J\u00e4ger, der vom buddistischen Denken (ZEN) neue Zug\u00e4nge zu Gott erschlie\u00dfen m\u00f6chte. Bekannt geworden ist sein Bild: Gott ist das Meer und wir sind die Wellen. Bei aller Anerkennung der theologischen Anstrengungen d\u00fcrfen wir aber nicht aus dem Blick verlieren, dass der Sch\u00f6pfungsglaube nicht sicheres Wissen sondern religi\u00f6ser Glaube ist. Es geht letztlich nicht um theoretisches Wissen, \u201eWas die Welt zusammenh\u00e4lt\u201c, sondern um eine Beziehung. Etwas \u00fcberspitzt ausgedr\u00fcckt: Es geht nicht um Gott sondern um uns, um mich, um dich, um das Schicksal unserer ganzen Welt. Wenn wir Gesch\u00f6pfe eines Sch\u00f6pfers sind, bedeutet dies Abh\u00e4ngigkeit, und wenn ja, dann steht als n\u00e4chste Frage im Raum, wie sich diese Abh\u00e4ngigkeit auswirkt. Deshalb ist es gar nicht verwunderlich, dass selbst f\u00fcr Atheisten die Gottesfrage zentraler Punkt der Auseinandersetzung ist und deshalb der Kampf gegen Religion und Glauben so k\u00e4mpferisch \u2013 intolerant gef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Dritte Frage: Welche Zug\u00e4nge gibt es zum Sch\u00f6pfer?<\/strong> <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus von Nazaret war durch und durch gl\u00e4ubiger Jude, also vom Jahveglauben seines Volkes tief gepr\u00e4gt. Die Frage, ob es Gott gibt, war f\u00fcr ihn nicht einmal denkbar. Aber wichtig war ihm die Frage, wie sich Gott zu uns verh\u00e4lt und wie wir ihm gegen\u00fcber treten sollen\/m\u00fcssen\/d\u00fcrfen. In dieser Hinsicht war Martin Luther, der gro\u00dfe Theologe der Reformationsbewegung, mit seiner Frage nach dem gn\u00e4digen Gott ein echter J\u00fcnger Jesu. F\u00fcr Teilhard de Chardin stand die Gottesfrage in einem ganz engen Bezug zu seinem naturwissenschaftlichen Denken. Er suchte nach einer Synthese von Glauben und Wissenschaft. Anders Dorothea S\u00f6lle mit ihrem Wort von der \u201eTheologie nach Auschwitz\u201c. Diese Beispiele sollen verdeutlichen, dass Gottes \u2013 Suchen immer sehr individuell ist. Dies zu verstehen, kann uns unsere Erfahrung aus zwischenmenschlichen Beziehungen verdeutlichen. Jede Beziehung zu einem Menschen, gestaltet sich individuell. Zu meiner Lebensgef\u00e4hrtin oder zu meinem Sohn habe ich eine andere Beziehung als zu meinen Mitbewohnern. Auch unsere Erfahrung vermittelt das: Der Mystiker sucht Gott anders als der aktiv im Leben Stehende; der Buddhist ist anders gepr\u00e4gt als der orthodoxe Jude oder der aus dem Geist der Aufkl\u00e4rung gepr\u00e4gte Humanist. Aber was alle Gott \u2013 Sucher verbindet, ist dieser Satz aus dem Johannesevangelium \u201e Wer die Wahrheit tut, kommt ans Licht\u201c. (Joh 3,21). \u201eSuchet nach Gott und euer Herz wird erstarken\u201c, hei\u00dft es in einem Liedruf. Wer sich auf die Suche nach Gott macht, der hat in seinem Herzen eine tiefe Sehnsucht und ist zur Ver\u00e4nderung seines Lebens bereit. Die christlichen Kirchen waren oft in der Gefahr, diese Orthopraxis (wer die Wahrheit tut, kommt ans Licht) nur noch verbal zu betonen und daf\u00fcr die Orthodoxie (wer die Wahrheit spricht, kommt ans Licht) in das Zentrum des Glaubens zu r\u00fccken, wobei\u00a0 es nicht zu \u00fcbersehen ist, dass es hier oft um Rechthaberei und Macht ging.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich will diesen Beitrag \u00fcber den Sch\u00f6pfungsglauben mit einer j\u00fcdischen Geschichte schlie\u00dfen, die Zvi Kolitz erz\u00e4hlte: \u201eMein Rabbi pflegte mir immer wieder die Geschichte von einem Juden zu erz\u00e4hlen, der mit Frau und Kind der spanischen Inquisition entkommen war und sich auf einem kleinen Boot \u00fcber st\u00fcrmische See zu einer steinigen Insel durchgeschlagen hatte. Da zuckte ein Blitz und erschlug die Frau. Da kam ein Sturmwind auf und wirbelte sein Kind ins Meer. Allein, elend, hinausgeworfen wie ein Stein, nackt und barfu\u00df, vom Sturm gepeitscht, von Donnern und Blitzen geschreckt, die Haare zerzaust und die H\u00e4nde zu Gott erhoben, ist der Jude seinen Weg weitergegangen auf die w\u00fcste Felseninsel und hat sich so an Gott gewandt: \u201eGott Israels\u201c, sagte er, \u201eich bin hierher geflohen, dass ich Dir ungest\u00f6rt dienen kann; um Deine Gebote zu tun und Deinen Namen zu heiligen. Du aber tust alles, dass ich an Dich nicht glauben soll. Wenn Du aber meinen solltest, dass es Dir gelingen wird, mich mit diesen Versuchungen vom richtigen Weg abzubringen, ruf ich zu Dir, mein Gott und Gott meiner Eltern, dass es Dir alles nicht helfen wird. Magst Du mich auch beleidigen, magst Du mich auch z\u00fcchtigen, magst Du mir auch wegnehmen das Teuerste und Beste, das ich habe auf der Welt und mich zu Tode peinigen \u2013 ich werde immer an Dich glauben. Ich werde dich immer lieb haben, immer \u2013 Dir selbst zum Trotz.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"center\">Der Sch\u00f6pfungsglaube hat viel mit Sehnsucht zu tun und vielleicht auch mit der inneren Gewissheit, dass nicht nur wir Gott brauchen sondern auch Er uns. Doch diese Geschichte kann erst in den n\u00e4chsten Beitr\u00e4gen erz\u00e4hlt werden.<\/p>\n<table width=\"354\" border=\"0\" cellspacing=\"3\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<p align=\"center\">Psalm 8<\/p>\n<p align=\"center\">Herr, unser Herrscher,<br \/>\nwie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde;<br \/>\n\u00fcber den Himmel breitest du deine Hoheit aus.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p align=\"center\">Aus dem Mund der Kinder und S\u00e4uglinge schaffst du dir Lob,<br \/>\ndeinen Gegnern zum Trotz;<br \/>\ndeine Feinde und Widersacher m\u00fcssen verstummen.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p align=\"center\">Seh&#8216; ich den Himmel, das Werk deiner Finger,<br \/>\nMond und Sterne, die du befestigt:<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p align=\"center\">Was ist der Mensch, da\u00df du an ihn denkst,<br \/>\ndes Menschen Kind, da\u00df du dich seiner annimmst?<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p align=\"center\">Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott,<br \/>\nhast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekr\u00f6nt.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p align=\"center\">Du hast ihn als Herrscher eingesetzt \u00fcber das Werk deiner H\u00e4nde,<br \/>\nhast ihm alles zu F\u00fc\u00dfen gelegt:<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p align=\"center\">All die Schafe, Ziegen und Rinder<br \/>\nund auch die wilden Tiere,<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p align=\"center\">Die V\u00f6gel des Himmels und die Fische im Meer,<br \/>\nalles, was auf den Pfaden der Meere dahinzieht.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p align=\"center\">Herr, unser Herrscher,<br \/>\nwie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde!<\/p>\n<p align=\"center\">\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Erl\u00f6sung<\/strong><\/span><strong><\/strong><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<dl id=\"attachment_1374\" class=\"wp-caption alignright\" style=\"width: 296px;\">\n<dt class=\"wp-caption-dt\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/index.php\/christliche-trilogie-schoepfung-erloesung-vollendun\/die-seelen-in-gottes-hand\/\" rel=\"attachment wp-att-1374\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1374\" title=\"Die Seelen in Gottes Hand\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Die-Seelen-in-Gottes-Hand-286x300.jpg\" alt=\"\" width=\"286\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Die-Seelen-in-Gottes-Hand-286x300.jpg 286w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Die-Seelen-in-Gottes-Hand.jpg 336w\" sizes=\"(max-width: 286px) 100vw, 286px\" \/><\/a><\/dt>\n<dd class=\"wp-caption-dd\">Ein Fresco \u00fcber der Eingangst\u00fcr einer serbo-kraoatischen Kapelle: Die Seelen der Gerechten in Gottes Hand. Eine ausschlie\u00dfliche Urheberschaft konnte nicht festgestellt werden.<\/dd>\n<\/dl>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus von Nazaret starb in einem Alter zwischen 30 und 40 Jahren vor den Toren Jerusalems. Weil er st\u00f6rte, wurde er von den Machthabern seiner Welt beseitigt und zwar durch Kreuzigung in aller \u00d6ffentlichkeit, einer damals allt\u00e4glichen Hinrichtungsart. Nach Jesu Tod lie\u00df die Jesusj\u00fcnger die Frage nach dem Sinn dieses Todes nicht mehr los.\u00a0 Dieses Nachdenken fand in den Schriften des Neuen Testamentes seinen ersten Niederschlag und reicht bis in unsere Zeit. Die Passionsgeschichten der Evangelien werden von heutigen Theologen als Teil der jeweiligen theologischen Komposition gedeutet. Dazu geh\u00f6ren auch die sogenannten Leidensvoraussagen. Nach dem Prinzip der dreifachen Steigerung finden wir bereits im Markusevangelium drei Abschnitte, in denen Jesus sein Leiden und Sterben voraussagt (Mk 8,31 \u2013 33; 9,30-32; 10,32-34). Diese Texte sagen uns sehr viel \u00fcber den Jesusglauben der Jesusj\u00fcnger, jedoch weniger dar\u00fcber, wie Jesus selbst seinen Tod verstanden hat. Dies genau war das Problem der fr\u00fchen christlichen Kirche. Nach der neutestamentlichen \u00dcberlieferung kann es keinen Zweifel geben, dass es Jesus um die Beziehung zwischen Gott und uns Menschen ging. Mit dem Bildwort von der \u201eK\u00f6nigsherrschaft Gottes\u201c wollte Jesus die Menschen in seiner Welt aufr\u00fctteln, nach dem wirklichen Willen Gottes zu fragen und das eigene Leben danach zu ver\u00e4ndern. Das Judentum hatte damals viele Facetten, bekannt sind uns u.a. die Sadduz\u00e4er, Pharis\u00e4er, Zeloten und die Aszeten von Quumran, aber auch die korrupten Familien der Herodianer und\u00a0 andere Kollaborateure mit den R\u00f6mern. Die \u201eGallil\u00e4er\u201c galten als fanatisch \u2013 national, man erkannte sie schon an ihrer Sprache (s. Lk 22,59); die Samariter wurden von den frommen Juden als religi\u00f6se Sektierer verachtet (die Parabel vom barmherzigen Samariter in Lk 10,30 \u2013 37 wird zu den sogenannten echten Jesus \u2013 Worten gez\u00e4hlt). In dem Ratsherren Joseph von Arimath\u00e4a stellen alle vier Evangelien einen politischen Mandatstr\u00e4ger vor, der auf das Reich Gottes wartete (Mk 15,42ff) und in Nikodemus, einem \u201ef\u00fchrenden Mann unter den Juden\u201c, schildert das Johannesevangelium einen tiefsinnig &#8211; spirituellen\u00a0 Menschen ( Joh 3,1-13). Wir wissen ziemlich genau \u00fcber das Diasporajudentum Bescheid, dass die meisten Juden damals au\u00dferhalb Pal\u00e4stinas lebten, einen hohen Bildungsstand hatten und wegen ihrer Sittlichkeit und Theologie hochgeachtet und gleichzeitig wegen ihrer religi\u00f6sen Kompromisslosigkeit\u00a0 verachtet wurden (Alexandria im Nildelta mit seiner gro\u00dfen j\u00fcdischen Gemeinde war f\u00fcr viele der geistige Mittelpunkt der Welt). Alle bisherigen Versuche, Jesus in eine dieser Gruppen einzuordnen, erwiesen sich immer sehr schnell als plakativ. Da galt Jesus als jugendlicher Held (R\u00f6merzeit), als Richter, der auf den Wolken kommt (\u201ezu richten die Lebenden und die Toten\u201c, hei\u00dft es im Glaubensbekenntnis), als Herrscher (Romanisches Kreuz) als Leidensmann (Leidenskreuz der Gotik)\u00a0 als triumphierender Held (Barock), als Heiland (Neoklassik), als Weisheitslehrer (Aufkl\u00e4rung), als Sozialrevolution\u00e4r (Neuzeit) oder als Apokalyptiker ( Exegese des 19. Jahrhunderts). Vielleicht kommen wir Jesus am n\u00e4chsten, wenn wir ihn in die prophetische Tradition Israels einreihen. Denn Markus berichtet in seinem Evangelium von einer ekstatisch erlebten Berufung Jesu bei der Bu\u00dftaufe durch den T\u00e4ufer am Jordan: \u201eUnd als er aus dem Wasser emportauchte, sah er im selben Augenblick den Himmel sich auftun und den Geist wie eine Taube\u00a0 auf sich herabschweben. Und eine Stimme aus dem Himmel: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich mein Wohlgefallen\u201c. Diese komponierte Berufungsgeschichte spielt auf Psalm 27 und die Jesajaprophetie ( Je 6, 1ff; 42,1) an. Mit dem Hinweis auf Jesu W\u00fcstenerfahrung (Mk 1,12f) gibt Markus anschlie\u00dfend den Hinweis, dass Jesus wie die Propheten mit dieser innerlich versp\u00fcrten Berufung ins Reine kommen musste. Dann aber l\u00e4sst Markus Jesus in die \u00d6ffentlichkeit seines gallil\u00e4ischen Heimatlandes treten: \u201eAber nachdem Johannes gefangen genommen war, kam Jesus nach Gallil\u00e4a, verk\u00fcndete die Frohbotschaft Gottes, indem er sagte:\u00a0 Erf\u00fcllt ist die Zeit und nahe gekommen ist das Reich Gottes, denkt um und glaubt an die Frohbotschaft \u201c (Mk 1,14 \u2013 15). Heutige Theologie ist sich einig, dass Markus mit diesem Satz die Sendung Jesu treffend und historisch zuverl\u00e4ssig beschreibt, gewisserma\u00dfen als Jesu Programm. Nicht zu kl\u00e4ren ist, in welchem Ma\u00dfe Jesus apokalyptisch dachte, also von einer nahen Weltver\u00e4nderung \u00fcberzeugt war. Aber zweifellos war Jesus davon \u00fcberzeugt, dass jeder Mensch auf Gott hin leben und so seinem Leben eine ver\u00e4nderte Richtung und damit auch eine bessere Qualit\u00e4t geben kann. Jesus sieht f\u00fcr jeden Menschen die M\u00f6glichkeit einer neuen und tieferen Gotteserfahrung (Lk17,20f).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Allerdings m\u00fcssen wir heute ehrlicherweise zugeben, dass das historisch sichere \u00dcberlieferungsmaterial \u00fcber Jesus ( Worte und Leben) sehr begrenzt ist. Dies liegt einfach daran, dass das ganze Neue Testament ein Bekenntnis des Christusglaubens ist und keine Geschichtsschreibung wie z.B. die Schriften des j\u00fcdischen Historikers Josephus Flavius. Aber die Geschichte der Jesusbewegung und der fr\u00fchen christlichen Kirche \u00fcberschauen wir mittlerweile sehr genau. Dabei gibt es ein Ph\u00e4nomen: Jesus bleibt in einer eigenartigen Unsch\u00e4rfe, w\u00e4hrend die fr\u00fche Kirche immer deutlichere Konturen bekommt. Dies gilt auch f\u00fcr Jesu Sterben. Ging Jesus bewusst und aus freier Entscheidung in den Hexenkessel des \u00f6sterlichen Jerusalems (Mt 21,10ff), wie es die Leidensvoraussagen interpretieren? Hat er die Gefahr untersch\u00e4tzt, weil er die Begeisterung der Massen hinter sich wusste, wie es die Geschichte vom Einzug nach Jerusalem erkl\u00e4ren k\u00f6nnte ( Mk 11, 1-10 par?) War Jesus innerlich resigniert, f\u00fchlte sich als Gescheiterter, so dass er sich passiv treiben lie\u00df, wie es in der \u00d6lbergsszene anklingt (Mk 14,32 ff par)? Oder f\u00fchlte sich Jesus angesichts des bevorstehenden Untergangs von Jerusalem (Mk 13,1f par) und vielleicht der ganzen Welt als der zuk\u00fcnftige Richter (Mt 25,31 \u2013 46) oder als der apokalyptische Menschensohn der Danielprophetie (Dan 7,13)? Oder f\u00fchlte sich Jesus als das neue Opferlamm, durch dessen Tod die Geschichte der Welt gewendet wird ( Joh 1,29), um so als neuer Adam ( 1 Kor 15,22)\u00a0 die Unheilsgeschichte seit Adam und Eva (Gen 3) zu durchbrechen? Alle diese Fragen werden die christlichen Kirchen in den folgenden zweitausend Jahren reflektieren und nach Antworten suchen.\u00a0 Die Geschichte der christlichen Kirchen ist deshalb auch ein st\u00e4ndiges Ringen um diesen \u201eJesus den Christus\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Schl\u00fcsselwort wurde das Wort \u201ef\u00fcr\u201c. Bereits alle neutestamentlichen \u00dcberlieferungen sahen in dem gewaltsamen Tod Jesu und unserem Leben einen direkten Zusammenhang:\u00a0 \u201eF\u00fcr uns alle\u201c ( R\u00f6m 8,32), \u201ef\u00fcr seine Kirche\u201c ( Eph 5,2.25), \u201ef\u00fcr die S\u00fcnden\u201c (1 Petr 3,18), \u201ef\u00fcr unsere Verfehlungen\u201c ( R\u00f6m 4,25), \u201ef\u00fcr unsere S\u00fcnden gestorben gem\u00e4\u00df der Schrift\u201c (1 Kor 15,3). Auch die alle vier Abendmahlsberichte (Mk 14,22ff, Mt 26,26ff, Lk 22, 15ff, 1 Kor 11, 23ff) verwenden dieses \u201ef\u00fcr\u201c. Es spricht sehr viel daf\u00fcr, dass die ersten Christen dieses \u201eF\u00fcr uns\u201c im Kontext sowohl alttestamentlicher wie hellenistischer Vorstellungen verstanden haben. Vielleicht verstehen wir dieses Denken (vor 2000 Jahren!!) besser, wenn wir das Gemeinte einmal negativ formulieren: Jesus ist nicht Osiris, Jesus ist nicht Bacchus, Jesus ist nicht Prometheus, Jesus ist nicht nur einer von uns \u2026\u2026. Aber wer war er eigentlich?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Summarisch (und hier ohne n\u00e4here Erkl\u00e4rung) ist zu konstatieren: Die christliche Theologie hat aus diesem \u201eF\u00fcr\u201c ein umfangreiches, kompliziertes und f\u00fcr Nichttheologen schwer verstehbares Erkl\u00e4rungsmodell entwickelt (Christologie, Soteriologie) und daraus auch die Aufgabe der heilsmittelnden Rolle der Kirche abgeleitet (Ecclesiologie, Sacramentenlehre,). Wir haben keinen Grund, die Denkleistung und Fr\u00f6mmigkeit der fr\u00fcheren Generationen als blo\u00dfe Spekulation abzutun, denn auch ihnen ging es um lebensbedeutsame Sinndeutung. Aber vielleicht m\u00fcssen wir heute (weil wir Kinder des 3. Jahrtausends sind) einen neuen Zugang zu Jesus finden &#8211; vielleicht sogar einen \u201eLow \u2013 Way\u201c, indem wir die Ebenen des hohen theologischen Nachdenkens verlassen und uns dem Joshua aus Nazaret \u201eAuge in Auge\u201c gegen\u00fcber stellen. Hier gibt es kein Patentrezept, hier gibt es auch Gefahren und Irrwege, aber wer nicht sucht, findet nicht.Ich bin davon \u00fcberzeugt, dass wir vor der Alternative stehen, entweder Jesus als g\u00f6ttliche Ikone zu bestaunen oder ihn als Mensch wie ich und du in unser Blickfeld zu holen. Um nicht mi\u00dfverstanden zu werden, soll hier ausdr\u00fccklich gesagt werden, dass wir keineswegs nur \u00fcber die Theologie einen Zugang zu Jesus finden. Eine Wallfahrt (Santiago de Compostella + Kevelaer), die Kunst (Marc Chagll + Sieger K\u00f6der) oder die pers\u00f6nliche Spiritualit\u00e4t ( David Steindl \u2013 Rast + Frere Roger Schutz) sind in sich genauso g\u00fcltige Wege zu Jesus wie alle Versuche, den\u00a0 christlichen Glauben theologisch neu zu erschlie\u00dfen. Selbst die nichtchristlichen Religionen bieten M\u00f6glichkeiten der Ann\u00e4herung an Jesus (Mahathma Ghandi , Shalom Ben Chorin, Dalai Lama, die V\u00e4ter der islamischen Suffi \u2013 Bewegung ). Es ist damit auch nicht gesagt, dass fr\u00fchere Generationen falsch lagen, dies zu behaupten, w\u00e4re ein Missverst\u00e4ndnis. Es geht allein darum, dass wir \u2013 Menschen des 3. Jahrtausend \u2013 uns Jesus n\u00e4hern k\u00f6nnen, ohne unser normales Denken und Empfinden abschalten zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies gilt es weiter zu verdeutlichen.\u00a0 Obwohl uns ( wie schon gesagt) die biblische \u00dcberlieferung des Neuen Testamentes nicht erkennen l\u00e4sst, wie Jesus seinen Tod erlebte und deutete, gibt es einen Ansatzpunkt, durch den wir uns (\u00fcbrigens historisch exakt)\u00a0 Jesus ann\u00e4hern k\u00f6nnen: Seine Verankerung in der religi\u00f6sen Tradition des Judentums. Denn die biblische \u00dcberlieferung gibt uns Gewissheit, dass Jesus durch und durch ein religi\u00f6ser Jude war.\u00a0 Dies bedeutete: Jesus hatte den Jahveglauben verinnerlicht, aber nicht abstrakt \u2013 philosophisch \u2013 theoretisch, sondern (wie auch alle heutigen Juden) in den vielen Gestalten der biblischen \u00dcberlieferung. Abraham hatte seine Heimat verlassen, um das Land zu finden, das ihm und seinen Nachkommen von Gott verhei\u00dfen war(Gen 12,1ff). Mosche ging vor der Macht des \u00e4gyptischen Pharao nicht in die Knie (Ex 10,3ff). Ijob lie\u00df sich durch uns\u00e4gliches Leid in seinem Gottesglauben nicht beirren (Ijob 42,2).\u00a0 Der j\u00fcdische Gerechte Elessar blieb standhaft bis zum Tod und wurde ein leuchtendes Beispiel f\u00fcr die Jugend. (2 Mak 6,18ff). Besonders wichtig war die Beschreibung der Rolle Israels als leidender Gottesknecht in der prophetischen Jesaja \u2013 \u00dcberlieferung (Jes 42,1ff) . Aber auch die Standhaftigkeit des T\u00e4ufers Johannes hatte Jesus vor Augen. In dieser Tadition lebte Jesus. Selbst im Angesicht seiner Hinrichtung verlor er nicht das gl\u00e4ubige Vertrauen zu Gott und lie\u00df sich nicht zu Verw\u00fcnschung, Hass und Rachsucht verleiten (Lk 23,34). In der Offenbarung des Johannes , dem letzten Buch des Neuen Testamentes, wird Jesus an erster Stelle als \u201e der treue Zeuge\u201c genannt. (Offb 1,5). <span style=\"color: #800080;\"><strong>So ist es ganz biblische Tradition, wenn wir sagen: Jesus wurde in seinem Leben und in seinem Sterben ein Zeuge f\u00fcr das Leben, f\u00fcr Gott, f\u00fcr die vergangenen, gegenw\u00e4rtigen und kommenden Generationen, f\u00fcr unsere Welt. <\/strong><\/span>Selbst wenn es banal klingt, m\u00f6chte ich hier den Satz der Fernsehmoderatorin Nina Ruge zitieren: Es wird alles gut. Jesu Botschaft wird in den Schriften des Neuen Testamentes ausdr\u00fccklich als Frohbotschaft bezeichnet: Weil es Gott gibt und weil er so und nicht anders ist, deshalb k\u00f6nnen wir\u2013 in dieser oft so schrecklichen und grausamen Welt \u2013 leben und auch dem Tod ins Angesicht schauen. \u00a0Die neutestamentliche Tradition wurde deshalb nicht m\u00fcde, f\u00fcr Jesus immer wieder neue Bilder zu erfinden, die alle mit dem Leben zu tun haben: Hirt, Retter, der neue Adam, Heiland, Eckstein, Richter, Menschensohn, Lamm Gottes, K\u00f6nig, Herr, Weg, Wahrheit, Licht, Leben, Sohn Gottes, Logos. Und auch die folgenden Generationen suchten in ihrer Weise Zugang zu diesem Jesus. An einem Beispiel aus aus der Gegenwart k\u00f6nnen wir uns dem getreuen Zeugen Jesus weiter n\u00e4hern. Nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler im Jahre 1933 \u00fcbernahm der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer die Betreuung der deutschen evangelischen Gemeinde in London &#8211; Sydenham. Doch er hielt es in England nicht aus, kehrte nach zwei Jahren nach Deutschland zur\u00fcck und \u00fcbernahm die Leitung des Predigerseminars der Bekennenden Kirche, obwohl er auf der schwarzen Liste der Gestapo stand. Nach dem Entzug der Lehrerlaubnis f\u00fcr Hochschulen kann Bonhoeffer nur noch im Untergrund lehren und muss jeden Tag seine Verhaftung bef\u00fcrchten. Deshalb nahm er 1939 die Einladung zu einer Vortragsreise in die USA an. Seine Freunde rieten ihm, in den USA zu bleiben. Dennoch kommt Bonhoeffer nach Deutschland zur\u00fcck, um &#8222;im Angesicht des Todes&#8220; seine Schwestern und Br\u00fcder nicht im Stich zu lassen.Heute k\u00f6nnen wir als Deutsche mit erhobenem Haupte leben, weil es solche Menschen wie Dietrich Bonhoeffer gegeben hat. Sie sind die Zeugen, dass es trotz aller Barbarei immer auch ein anderes Deutschland gegeben hat.<\/p>\n<p><span style=\"color: #800080;\">Jesus ist seit 2000 Jahren f\u00fcr unz\u00e4hlige Menschen der Zeuge f\u00fcr Gottes liebende Zuwendung zu uns Menschen geworden. Er wurde zu der neuen Feuers\u00e4ule f\u00fcr die Treue Gottes, er wurde zum Weg durch die W\u00fcste dieses Lebens, zum Manna in Zeiten der Not, zum Wegbegleiter und Freund. Es lohnt sich an dieser Stelle den wundersch\u00f6nen Text von Angelus Silesius (1657) zu meditieren: \u201eIch will dich lieben meine St\u00e4rke\u201c und zwar alle sieben Strophen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #800080;\">Jetzt aber stellt sich \u2013 und zwar mit Recht -die Frage nach der Erl\u00f6sung\u00a0<\/span> \u2013 und das wei\u00df ich sehr genau, weil ich selbst mit dieser Frage ein ganzes Leben lang gerungen habe : Ist nicht Jesus, der Sohn Gottes, der menschgewordene Losgos, der zu uns Menschen herabgestiegen ist, um uns zu erl\u00f6sen von Adams und unserer eigenen Schuld? Hat uns nicht Jesus durch sein vergossenes Blut vers\u00f6hnt mit dem Himmlischen Vater, so dass wir auch heute seinen Tod verk\u00fcnden und bei jeder Abendmahlfeier seines gefolterten (zerbrochenen) Leibes und seines vergossenen Blutes dankbar gedenken? Man lese nur einmal langsam und bedachtsam den wunderbaren Text von Paul Gerhardt \u201eO Haupt voll Blut und Wunden\u201c oder h\u00f6re sich die Matth\u00e4us \u2013 Passion von Johann Sebastian Bach an. Seit 1000 Jahren h\u00e4ngt deshalb auch das Leidenskreuz in unseren Kirchen und H\u00e4usern. An dieser Frage nach der Erl\u00f6sung durch den Tod Jesu bin ich lange Zeit \u201eerstarrt\u201c. Ist die Kette nicht l\u00fcckenlos f\u00fcr die S\u00fcnde des Menschen von Adam und Eva, Kain und Abel, der S\u00fcndflut, den Klagen der Propheten, den Kriegen \u2026.. bis zur Shoa? M\u00fcssen wir nicht tiefe Dankbarkeit haben, dass Jesus durch seine Treue bis zum Tod diese Ungeheilsgeschichte durchbrochen hat? \u201eWir danken Dir, Herr Jesus Christ, dass du f\u00fcr uns gestorben bist, ach lass Dein Blut und Deine Pein an uns nicht sein verloren sein\u201c, hei\u00dft es in einem der sch\u00f6nsten Passionslieder. M\u00fcsste ich nicht die gesamte christliche Tradition ( die ich in mir verinnerlicht f\u00fchle) \u00fcber Bord werfen, wenn ich an \u201ediesen fundamentalen Glaubenswahrheiten\u201c r\u00fchre?\u00a0 Aber hat nicht anderseits gerade das Judentum jegliche Art von Menschenopfer \u00fcberwunden? Die Geschichte von der nicht stattgefundenen Opferung Isaak\u00a0 (Gen 22, 1-19) ist ja im Alten Testament das Hohe Lied auf das Leben, das Gott liebt und die strikte Absage an alle Menschenopfer. Str\u00e4ubt sich nicht in mir alles gegen einen Gott, der seinen Sohn auf die \u201eDead \u2013 Line\u201c schickt, der Blut sehen will, Todesangst zu seiner eigene Befriedigung braucht?\u00a0 Selbst wenn es diesen Gott g\u00e4be, m\u00fcsste ich das zwar akzeptieren, aber wie und warum sollte ich ihn lieben?\u00a0 Wir leben in einer Umbruchszeit. Es kann mehrere Generationen dauern, bis wir die christliche \u00dcberlieferung von der Erl\u00f6sung neu verstehen. Dieser Weg ist nicht leicht und erzeugt \u00c4ngste. Aber auch in der Vergangenheit war der Weg des Umdenkens (Mk 1,15: Wandelt euch durch ein neues Denken) immer beschwerlich und f\u00fchrte zu Auseinandersetzungen.\u00a0 So war es bei der Kanonbildung des Neuen Testamentes und bei der Herausbildung des christlichen CREDO, genauso bei der Integration der griechischen Klassik durch die Scholastik und bei der Verabschiedung vom Gottesgnadentum der K\u00f6nige und F\u00fcrsten oder der Verabschiedung von dem \u201eextra ecclesia nulla salus\u201c = au\u00dferhalb der Kirche gibt es kein Heil) , um nur einige Beispiele zu benennen. Tausend Jahre lang gab es in den christlichen Kirchen kein Leidenskreuz. Dass sich dies dann \u00e4nderte, lag vielleicht auch an den schweren Zeiten. Wir m\u00fcssen es lernen, die \u00dcberlieferung von Jesus mit unseren Augen anzuschauen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #800080;\">Einige Konturen zeichnen sich schon heute ab.<\/span><\/p>\n<p>Die klassische Lehre von der <strong>Erbs\u00fcnde<\/strong> d\u00fcrfen wir nicht mehr wie bisher historisch verstehen, also dass sich das erste Menschenpaar gegen Gott entschieden habe und dadurch f\u00fcr die ganze Menschheit die sch\u00fctzende Gottes \u2013 N\u00e4he (Paradies) und die Berufung zur ewigen Seligkeit (Himmel) verloren habe. Die Interpretation von Gen 2,4aff durch Walter Simonis im Sinne einer symbolischen Darstellung der menschlichen Freiheits- und Wagnisgechichte k\u00f6nnte den Weg zeigen.<\/p>\n<p>Die<strong> Sch\u00f6pfung <\/strong>\u00a0d\u00fcrfen wir nicht als statisches Geschehen in grauer Urzeit verstehen, sondern als dynamischen Prozess, in Entwicklung, mit Vorl\u00e4ufigkeiten und \u00dcberg\u00e4ngen. Vergehen, Sterben und Tod sind Teil dieses Sch\u00f6pfungsprozesses, dem auch der Mensch als Teil der Sch\u00f6pfung ungesch\u00fctzt ausgesetzt ist, nicht in einem ewigen Kreislauf sondern zielgerichtet, aber aufgrund unserer raum \u2013 zeitlichen Erkenntnisbegrenzung f\u00fcr uns hier und jetzt nicht als Gesamtgeschehen \u00fcberschaubar.Es gibt nur diese Welt, die unsere Welt (als Gesch\u00f6pfe uns anvertraut) und Gottes Welt (als ihr Sch\u00f6pfer) gleicherma\u00dfen ist. <strong>Himmel und Erde, Diesseits und Jenseits<\/strong> sind Glieder der einen Wirklichkeit.<\/p>\n<p><strong>Unsere Beziehung zu Gott<\/strong> geschieht in einer Spannung von Distanz (Sch\u00f6pfer, Richter, Geheimnis) und N\u00e4he (Geborgenheit, N\u00e4he, Vertrauen). Auch in der Vollendung (Himmel) wird uns Gott nicht direkt zug\u00e4nglich, denn der Sch\u00f6pfer wird nie zu einem Gesch\u00f6pf. S\u00fcnde ist nicht eine Beleidigung Gottes (das Gesch\u00f6pf kann den Sch\u00f6pfer nicht beleidigen) sondern immer menschliches Fehlverhalten: gegen mich selbst, gegen einen anderen Menschen, gegen die Gemeinschaft, gegen die Natur. <strong>S\u00fcnde<\/strong> hat immer Folgen f\u00fcr mich, f\u00fcr andere, oft auch f\u00fcr die n\u00e4chsten Generationen. Nur sehr indirekt d\u00fcrfen wir von einer S\u00fcnde gegen Gott sprechen, insofern wir Seine Sch\u00f6pfungsordnung und Seine Berufung mi\u00dfachten. Die Lehre von H\u00f6lle und Fegefeuer sind nicht Gegenstand der christlichen Frohbotschaft sondern Bildworte f\u00fcr die Folgen der S\u00fcnde auch f\u00fcr den T\u00e4ter. Wir sprechen heute von der H\u00f6lle von Auschwitz und in unserem kollektiven Unbewussten ist der industriell organisierte Massenmord von Tausenden von Menschen (immer in einem Akt) f\u00fcr immer eingegraben.<\/p>\n<p><strong>Erl\u00f6sung <\/strong>ist nicht etwas Zus\u00e4tzliches sondern Aspekt des Sch\u00f6pfungsgeschehens im Sinne von Vollendung. Erl\u00f6sung ist die Chiffre f\u00fcr die bleibende N\u00e4he Gottes (= seine Treue zu seiner Sch\u00f6pfung), die uns auch st\u00e4ndig daran erinnern soll, dass wir keinen Rechtsanspruch auf die Vollendung haben (Gnade). Erl\u00f6sung ist aber auch die st\u00e4ndige Erinnerung, dass alles Leben der Metamorphose des Sterbens bedarf. Der Glaube ist die vertrauende Antwort des Menschen auf die Treue des Sch\u00f6pfers zu seiner Sch\u00f6pfung. Es geh\u00f6rt zu den S\u00fcnden christlicher Kirche, den Anspruch auf den Heilswillen Gottes f\u00fcr sich und v\u00f6llig exklusiv in Anspruch genommen zu haben. Die von der christlichen Theologie entwickelte Erl\u00f6sungslehre diente mehr der Rechtfertigung eigener Macht als der Befreiung.<\/p>\n<p><strong>Jesus von Nazaret<\/strong>, der Gottessohn und Menschensohn, ist f\u00fcr alle Zeiten durch sein Leben und Sterben Zeuge f\u00fcr Gottes Sch\u00f6pfern\u00e4he und Treue. Als der lebende Kyrios ist er f\u00fcr seine J\u00fcnger das Bild des unsichtbaren Sch\u00f6pfers und f\u00fchrt das Neue Volk Gottes durch die Geschichte. Die christliche <strong>Kirche<\/strong> muss ihre in 2000 Jahren gewachsene Selbsterh\u00f6hung aufgeben und ihre Aufgabe in Zeugenschaft und Gef\u00e4hrtenschaft neu beschreiben. Der j\u00fcdische Religionsphilosoph Franz Rosenzweig (1886 &#8211; 1929)\u00a0 vergleicht sehr sch\u00f6n das Christentum mit den Strahlen des Davissterns, die aus dem ewigen Feuer der j\u00fcdischen Mitte heraus in das Dunkel der heidnischen Welt weisen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"color: #800080;\"><strong>Gott als Liebhaber des Lebens<\/strong><\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"color: #800080;\"><strong>Jesus als der getreue Zeuge f\u00fcr die Treue des Sch\u00f6pfers<\/strong><\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"color: #800080;\"><strong>Wir als seine J\u00fcnger<\/strong><\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"color: #800080;\"><strong>die Kirche als Licht in der Dunkelheit der angefangenen Welt<\/strong><\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"color: #800080;\"><strong>Gott will, dass alle Menschen zur Vollendung kommen<\/strong><\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"color: #800080;\"><strong>Lechaim \u2013 auf das Leben.<\/strong><\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Vollendung<\/strong><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen<\/strong><\/span><\/p>\n<dl id=\"attachment_1375\" class=\"wp-caption alignright\" style=\"width: 310px;\">\n<dt class=\"wp-caption-dt\"><a href=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/index.php\/christliche-trilogie-schoepfung-erloesung-vollendun\/hundertwasser-image001\/\" rel=\"attachment wp-att-1375\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1375\" title=\"Hundertwasser image001\" src=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Hundertwasser-image001-300x297.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"297\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Hundertwasser-image001-300x297.jpg 300w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Hundertwasser-image001-150x150.jpg 150w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Hundertwasser-image001.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/dt>\n<dd class=\"wp-caption-dd\">Fensterbild von Hundertwasser. Eine ausschlie\u00dfliche Urhberschaft konnte nicht festgestellt werden.<\/dd>\n<\/dl>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Frage \u201e Wie kann das Gott zulassen?\u201c f\u00fchrt ins Abseits, denn Gott l\u00e4sst das alles zu, was wir an Schrecken der Natur und an Schrecklichkeit menschlichen Tuns tagt\u00e4glich erleben. Alle Versuche, Gott in seiner Allmacht und seiner G\u00fcte zu lassen, ihn aber freizusprechen von den Schrecken und Makeln seiner Sch\u00f6pfung, erscheinen makaber und spitzfindig. Das Wort aus dem R\u00f6merbrief \u201eDenn der Lohn der S\u00fcnde ist der Tod, die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn\u201c (R\u00f6m 6,23), hat zweifellos einen tiefen Sinn, aber ist missverst\u00e4ndlich. Ob wir in die Natur schauen, in unseren Alltag oder mit dem Hubble \u2013 Teleskop in die Galaxien, immer finden wir den Tod, wenn auch mit vielen Gesichtern. Alles in der uns erfahrbaren Welt lebt vom Austausch. Weil der eine stirbt, lebt der andere. Es spricht vieles daf\u00fcr, dass wir in unserer christlichen Tradition den evolution\u00e4ren Charakter der Sch\u00f6pfung noch lange nicht verinnerlicht haben. Naturkatastrophen wie die Tsunamie &#8211; Welle sind Teil des Sch\u00f6pfungsgeschehens, also weder etwas B\u00f6ses noch eine Strafe. Diese Sch\u00f6pfungszugeh\u00f6rigkeit bezieht sich auch auf uns Menschen. Jeder von uns wei\u00df, dass er sterben wird. Auch die Menschen, die die Tsunami \u2013 Welle \u00fcberlebt haben, werden morgen oder \u00fcbermorgen sterben. Jeder von uns ist gewisserma\u00dfen ein Todeskandidat auf Abruf, ohne dass wir Genaues um das Wann und Wie und Wo wissen. Seit Einsteins Relativit\u00e4tstheorie\u00a0 k\u00f6nnen wir es uns allerdings vorstellen, dass Zeit und Dauer lediglich ein Moment unseres subjektiven Empfindens sind, so wie den Liebenden keine Stunde schl\u00e4gt und dem Kranken ein Tag zur Ewigkeit werden kann.Vielleicht gibt es auch bei Gott eine Gleichung f\u00fcr den Wert unseres Lebens, die wir nicht kennen? Wenn es Gott als die Mitte der Sch\u00f6pfung wirklich gibt (auch wir Christen haben hier nur Hoffnung und keineswegs verbriefte Gewissheit), und dieser nicht ein Molloch ist, sondern nach dem Glauben Jesu wie ein liebender Vater, der uns im Blick beh\u00e4lt, dann gibt es f\u00fcr jeden Menschen eine innere Sinnhaftigkeit seines Lebens. Wenn wir aber nur Zufallsergebnis eines kalten und meist finsteren Weltalls sind, dann gibt es keine Sinnantwort, wenn ein Kind stirbt oder eine Mutter bei der Geburt oder 200.000 Menschen durch eine Riesenwelle umkommen. Dann ist es so und Trost gibt es h\u00f6chstens durch die Zeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Der Mensch als Meister des B\u00f6sen<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Zu der Todesverfallenheit unseres Lebens geh\u00f6rt auch die Tatsache der S\u00fcnde. Wir tun allerdings gut daran, dieses biblische Wort in seinem urspr\u00fcnglich gemeinten Sinn zu verstehen. Die fr\u00fche Kirche sprach von Kapitals\u00fcnden, in der \u00dcbersetzung unserer Sprache hei\u00dft das: Holocaust, V\u00f6lkermord, Kriegsverbrechen, Mord, Vergewaltigung, Folterung,\u00a0 Kindersch\u00e4ndung, Ausbeutung, Machtgier, Tierqu\u00e4lerei, Mobbing, Raub \u2026\u2026.. die Liste l\u00e4sst sich fortsetzen. Die Bibel meint bei S\u00fcnde nie die \u201el\u00e4sslichen S\u00fcnden\u201c, die wir als katholische Jugendliche regelm\u00e4\u00dfig beichten mussten; gemeint\u00a0 aber sind: Fanatismus, Grausamkeit, Gier und diese ganze Legion von inneren Verbiegungen, aus denen dann immer der Schrecken wie eine Schlange aus ihrer H\u00f6hle kriecht. Die j\u00fcdischen V\u00e4ter und M\u00fctter haben nicht umsonst, Schreckensgeschichten an den Anfang ihrer heiligen B\u00fccher gestellt. Weil wir Teil dieser Sch\u00f6pfung sind, lebt in uns das Gesetz des Fressens und Verdr\u00e4ngens und kraft unserer Intelligenz k\u00f6nnen wir die arteigene T\u00f6tung, die es in der Natur nur als entartete Ausnahme gibt, sogar zur allt\u00e4glichen Praxis machen. Es ist ein Irrtum zu meinen, dass Gott eingreift. Der gewaltsame Kreuzestod Jesu sollte uns eines Besseren belehren. Auch das Christentum hat die Bosheit des Menschen nicht beseitigt. Im Gegenteil kann man manchmal sogar den Eindruck haben, dass in der Moderne die B\u00fcchse der Pandorra erst richtig ge\u00f6ffnet wurde. Auch die christliche Kirche tr\u00e4gt nicht das Wei\u00df der Unschuld. Es gibt nicht nur eine heilige sondern auch eine s\u00fcndige Kirche, sagte Mario von Galli bei seiner ber\u00fchmten Predigt zum Eucharistischen Kongress im M\u00fcnchener Olympiastadium.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Vollendung I: Ermutigung zum Weitergehen<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201c Wie wunderlich ist doch diese Strafe.\/ Der gute Hirte leidet f\u00fcr die Schafe\/ die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte\/ f\u00fcr seine Knechte.\u201c, so hei\u00dft es in einem Kirchenlied. (GL Nr. 180\/4). Der getreue Zeuge f\u00fcr die G\u00fcte Gottes wurde zum Opferlamm f\u00fcr alles Schlechte in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Das Leben wurde zum Jammmertal, jeder Mensch zum S\u00fcnder gemacht, die Zerknirschung zur Grundhaltung erkl\u00e4rt; aber da gab es auch das Lied \u201eGetr\u00f6st, getr\u00f6st, wir sind erl\u00f6st\u201c. Und neben der Hoffnung auf die Freuden des Himmels standen T\u00fcr an T\u00fcr die Feuer der H\u00f6lle. Nicht selten wurde aus der Frohbotschaft des Jesus von Nazaret eine Drohbotschaft der christlichen Kirchen. Wir haben kein Recht zum Richten \u00fcber den Glauben der fr\u00fcheren Generationen, es gab ja auch andere Lieder, wie der Choral von Angelus Silesius aus dem Jahr 1657 \u201e Morgenstern der finstern Nacht, der die Welt voll Freuden macht\u201c. Es gab einen heiligen Franziskus und eine gro\u00dfe Theresia, es gab Mystiker wie Meister Eckehard. Aber wenn wir das Evangelium an die n\u00e4chsten Generationen weiter geben wollen, dann m\u00fcssen wir es anders buchstabieren. Der Evangelist Johannes hat uns die wunderbare Geschichte von der Begegnung am Jakobsbrunnen \u00fcberliefert ( Joh 4,5ff). Samaria war damals f\u00fcr den frommen Juden wie fr\u00fcher (und vielleicht auch noch heute)\u00a0 f\u00fcr einen deutschen Katholiken eine evangelische Abendmahlsfeier. Jesus aber hatte keine Ber\u00fchrungsangst, so beschreibt ihn der Evangelist. Jesus vergleicht sich mit einer sprudelnden Quelle, deren Wasser ewiges Leben schenkt. Ist das nicht ein wunderbares Bild: Gott mutet uns nicht nur dieses Leben zu (und f\u00fcr manche \/ viele Menschen ist dieses Leben unvorstellbar erb\u00e4rmlich), sondern er gibt uns auch Wasser, Brot, Licht und Hoffnung. Gott gibt jedem Menschen eine Perspektive und bittet ihn:\u201c Geh weiter\u201c. Jesus ist der getreue Zeuge f\u00fcr diesen Gott und f\u00fcr seine Zuwendung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"color: #0000ff;\">Vollendung II. Warnung<\/span> <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im kollektiven Ged\u00e4chtnis der christlichen Kirchen gibt es ein tiefes Wissen um die Gefahren und Risiken unseres Lebens.Deshalb wurden wohl apokalyptische Texte in die eigene \u00dcberlieferung integriert. Fr\u00fchere Generationen lebten in einer f\u00fcr uns kaum vorstellbaren Angst vor dem strafenden Gott. Jeder Mensch stand st\u00e4ndig in der Gefahr, sich die ewige (!) \u00a0Verdammnis einzuhandeln. Die christlichen Theologen lieferten die Erkl\u00e4rungen. Die \u00a0r\u00f6mischen P\u00e4pste ( und andere) \u00a0haben aus der H\u00f6llenangst ein eintr\u00e4gliches Gesch\u00e4ft gemacht. Aber auch die Ministranten in der katholischen Kirche des vorigen Jahrhunderts f\u00fcrchteten sich vor dem Gott, der alles sieht und nichts vergisst. Zum Sondergut des Evangelisten Lukas\u00a0 geh\u00f6rt die Geschichte vom reichen Mann und vom armen Lazarus (Lk 16,19-31). Sie hat f\u00fcr den reichen Prasser kein Happy End. Alle drei Synoptiker \u00fcberliefern das unerbittliche Jesuswort \u00fcber die Kindersch\u00e4nder (Mk 9,42; Mt 18,6f; Lk 17,1ff). Matth\u00e4us und Lukas bringen das Gleichnis vom gro\u00dfen Gastmahl, bei dem sie wie die alten Propheten dem auserw\u00e4hlten Volk Israel die Verweigerung als Schuld ins Gesicht schrieen ( Lk 14,15ff; Mt 22,1ff). heute w\u00e4ren wir Christen an der Reihe. Lukas bringt ein Jesuswort: \u201cNein sage ich euch, sondern wenn nicht ihr umdenkt, alle gleicherma\u00dfen werdet ihr umkommen.\u201c ( Lk 13,3). Und jeder von uns hat das Gleichnis von den Talenten im Ohr. Wahrscheinlich m\u00fcssen wir uns vor dem Bild eines strafenden Gottes verabschieden, es geh\u00f6rt auch nicht zur Verk\u00fcndigung Jesu. Aber richtig ist die Verantwortung, die wir f\u00fcr das uns anvertraute Leben haben, das Leben, in das wir durch den Sch\u00f6pfungswillen Gottes gerufen wurden. Weil Sch\u00f6pfung ein Prozess auf das Ziel der Vollendung ist, gilt dies auch f\u00fcr uns Menschen. Jeder von uns ist auf dem Weg und gestaltet im Rahmen (seiner zeitlichen und \u00e4u\u00dferen Bedingungen und M\u00f6glichkeiten seiner Vorgaben) sein Leben. Die Mystiker sprechen von einem inneren Reifen. Die asiatischen Religionen sprechen vom Karma.\u00a0 Die Astrophysik spricht von sogenannten schwarzen L\u00f6chern, die Materie in sich aufsaugen und (soweit ich das verstehe) aufl\u00f6sen. Dieses Bild sollte uns nachdenklich machen: Der Weg des Menschen ( und eines jeden Menschen! ) f\u00fchrt in die Vollendung (Himmel) oder in die Aufl\u00f6sung (H\u00f6lle). Wir m\u00fcssen mit der realen M\u00f6glichkeit rechnen, dass wir aus dem Nichts kommen und nach dem Zwischenspiel dieses Lebens ins Nichts zur\u00fcckfallen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #0000ff;\">Vollendung III: Hoffnung<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Was wir als Christen wie einen Schatz in uns tragen, ist die Zuversicht, dass die Sch\u00f6pfung eine Werdewelt ist, nicht eine Entwicklung in den K\u00e4ltetod hinein, nicht ein ewiger unentrinnbarer Kreislauf, sondern ein Weg auf die Vollendung hin. Es gibt im R\u00f6merbrief zwei S\u00e4tze, die unserem heutigen Denken und Wissen sehr entsprechen: \u201e Die Sch\u00f6pfung ist der Verg\u00e4nglichkeit unterworfen, \u2026.aber zugleich gab Er ihr Hoffnung.\u201c\u00a0 und \u201edenn wir wissen, dass die gesamte Sch\u00f6pfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt.\u201c (R\u00f6m 8,20.22). Christlicher Glauben ist zutiefst davon \u00fcberzeugt, dass die Sch\u00f6pfung, so wie wir sie jetzt erleben und deren Teil wir sind, noch nicht vollendet ist. Sch\u00f6nheit und Unvollkomenheit sind deshalb die beiden Seiten der Jetztzeit. Diese ist Teil unserer gesamten Gesch\u00f6pflichkeit, gef\u00e4hrdet und unvollkommen, zugleich in sich wertvoll und durchaus liebenswert, aber eben erst der Anfang, so wie es Elisabeth K\u00fcbler \u2013 Ross mit dem Vergleich von Raupe, Puppe und Schmetterling eindrucksvoll zeichnete. Da\u00df das jetzige Leben Vorgeschmack und Ersterfahrung ist, also durchaus seinen Wert in sich hat, aber eben auch Vorbereitung, Ein\u00fcbung, das istdie innerste Mitte des christlichen Glaubens. Als Christen setzen wir auf den Gott des Jesus von Nazaret. Auch die aufgrund der Tsunami \u2013 Welle massenweise im Meer Ertrunkenen und vielleicht von Haifischen Gefressenen sind auf dem Weg zu Gott, ihrem Urspung und ihrem Ziel. F\u00fcr diesen Glauben an den Weg eines jeden Menschen zu Gott hin ist uns Jesus Christus Wegweiser, Pilot, Lotse, Prophet, der neue Adam, Erl\u00f6ser, Mittler, Garantie, Eckstein, Quelle, Licht, Brot \u2013Evangelium (gute Botschaft) f\u00fcr alle Zeit. Theologisch gesehen ist die Naturkatastrophe von Asien eine Herausforderung an uns Lebende, den Glauben an Gott weiterzugeben an die n\u00e4chste Generation, die in keiner anderen Welt leben wird, h\u00f6chstens mit anderen Problemen. Human gesehen und auch das geh\u00f6rt zum christlichen Glauben, geh\u00f6rt es zum Sinn dieses Lebens, aktuelle Lebensnot zu lindern, Menschen in Trauer zu tr\u00f6sten und zum Weiterleben zu bef\u00e4higen.\u00a0 Jesus war wie ein Bergsteiger, der auf einem Gipfel steht und weit vorausschaut. Er sah die Gipfel in der Ferne, sie waren so nah und doch in Wirklichkeit so fern. Deshalb vielleicht seine Zuversicht. Jesus sah die Welt \u2013 unsere Welt \u2013 mit den Augen Gottes. Und vielleicht ist Gott wie ein K\u00fcnstler, der an dem rohen Stein h\u00e4mmert, aber die endg\u00fcltige Gestalt immer vor Augen hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Diese Studie ist 2004 zum ersten Mal ver\u00f6ffentlicht worden) Sch\u00f6pfung &nbsp; \u201eAls Anfang schuf die Gottheit die Himmel und die Erde, die Erde aber war tohuwabohu\u201c, dies war das Glaubensbekenntnis der j\u00fcdischen Priestergelehrten im Babylonischen Exil, vor mehr als 2500 Jahren niedergeschrieben. 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