{"id":1069,"date":"2012-07-18T14:38:25","date_gmt":"2012-07-18T12:38:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/?p=1069"},"modified":"2012-07-21T00:26:16","modified_gmt":"2012-07-20T22:26:16","slug":"nachdenken-uber-meine-spiritualitat","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/index.php\/nachdenken-uber-meine-spiritualitat\/","title":{"rendered":"Nachdenken \u00fcber meine Spiritualit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_1075\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/wordpress.p130205.webspaceconfig.de\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Sprachenkurs-Halle-1957-.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1075\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1075   \" title=\"Sprachenkurs Halle 1957\" src=\"http:\/\/wordpress.p130205.webspaceconfig.de\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Sprachenkurs-Halle-1957--300x183.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"183\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Sprachenkurs-Halle-1957--300x183.jpg 300w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Sprachenkurs-Halle-1957--1024x627.jpg 1024w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Sprachenkurs-Halle-1957-.jpg 1193w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1075\" class=\"wp-caption-text\">Am 1. September 1956 trafen sich alle, die keine hinreichenden oder gar keine lateinischen \/griechischen Sprachkenntnisse auf der staatlichen Oberschule erwerben konnten, wieder in Halle beim Sprachenkurs. Adolf Brockhoff, der Studentenpfarre von Halle, war unser Chef. Wir lebten in Wohngemeinschaften. Messe, Fr\u00fchst\u00fcck, Unterricht und Mittagessen war in den R\u00e4umen der Studentengemeinde.3 persionierte Oberstudienr\u00e4te standen vor der Aufgabe, uns die alten Sprachen beizubringen, obwohl wir nicht wussten, welchen Sinn das haben sollte..<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">1954: Aufeinmal war ich ein Priesteramtskandidat, nachdem der Erfurter Weihbischof, Joseph Freusberg, meinen Antrag zum Theologiestudium akzeptiert hatte. Sogleich wurde ich verpflichtet, an einem sechsw\u00f6chigen Einf\u00fchrungskurs in Bad K\u00f6sen teilzunehmen. Mehr als 50 junge M\u00e4nner aus der ganzen katholischen Kirche der DDR \u00fcbten sich nun unter der Leitung des damaligen Magdeburger Seelsorgeamtsleiters, Hugo Aufderbeck, im geistlichen Leben. Im Unterschied zu meinen Mitseminaristen aus den katholischen Gebieten Eichsfeld, Rh\u00f6n und Sorbei geh\u00f6rte ich zu denen, die aus der Diasporakirche kamen. Kindheit und Jugend waren entscheidend von dem Leben der katholischen Gemeinde Weimar und der hier praktizierten Jugendarbeit gepr\u00e4gt. Zwischen dieser Welt und der Erfahrung der sozialistisch \u2013 atheistisch \u2013 militaristisch gepr\u00e4gten Oberschule gab es keinerlei Ber\u00fchrungspunkte. In der Woche an den Vormittagen waren wir in die Schule nahtlos eingef\u00fcgt. Abends, am Wochenende, an Feiertagen und in den Ferien geh\u00f6rte unser Herz der Kirche. <!--more-->Und Kirche hie\u00df f\u00fcr uns: Kirchenjahr, Messen und Andachten, Samstagkomplet, Monatskommunion und Monatsbeichte, pers\u00f6nliches Dankgebet nach der Kommunion, Herz \u2013 Jesu \u2013 Freitag und Maiandachten, Fastenzeit, Ostern und Weihnachten, Allerheiligen und Fronleichnam, Rosenkranzmonat und Christk\u00f6nigsfest, Ministrieren bis zum Umfallen, K\u00fcsterdienste, Jugendgruppen und tolle Feste, Wallfahrten und Ausfl\u00fcge zu Fu\u00df und per Rad. Als ich zum ersten Mal einen richtigen \u201eSchott\u201c in der Hand hatte, war ich gl\u00fccklich wie nie zuvor. Hier in Bad K\u00f6sen h\u00f6rten wir zum ersten Mal vom geistlichen Leben, vom Silentium religiosum und der t\u00e4glichen Schriftlesung. Wir erfuhren, dass das vor uns liegende Theologiestudium eine besondere Berufung sei und wir in die Geheimnisse Gottes eingef\u00fchrt werden. Rat Aufderbeck imponierte uns durch sein diszipliniertes Leben, wie wir es eigentlich nur vom Sport her kannten, und sein Wissen \u00fcber die griechischen Texte des NeuenTestamentes. Als er einmal fr\u00fchzeitig von Magdeburg zur\u00fcckkam (er war dort Seelsorgeamtsleiter), und uns in einer w\u00fcsten Bettenschlacht vorfand, war er so tief entt\u00e4uscht, dass wir selbst zu weinen anfingen. Am n\u00e4chten Morgen musste ich als Delegierter vor der Messe in die Sakristei gehen und um Verzeihung bitten.<\/p>\n<div id=\"attachment_547\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-547\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-547    \" title=\"Schnappschuss von mir 1\" src=\"http:\/\/wordpress.p130205.webspaceconfig.de\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Schnappschuss-von-mir-1-300x300.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Schnappschuss-von-mir-1-300x300.png 300w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Schnappschuss-von-mir-1-150x150.png 150w, http:\/\/www.bendorfer-lehrhaus.de\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Schnappschuss-von-mir-1.png 480w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-547\" class=\"wp-caption-text\">Ich werde dieses Jahr 76 Jahre alt. In meinem turbulenten Leben habe ich mehrere unterschiedliche, weichnstellende Lebensentscheidungen gef\u00e4llt: Nach der 8. Klasse auf Empfehlung meiner Klassenlehrerin entschied ich mich f\u00fcr Oberschule, obwohl meine Eltern als Folge der Flucht arm waren.. Nach dem Abitur war ich mir ungewiss, ob ich Priester werden solle. Deshalb habe ich in Weimar im M\u00e4hdrescherwerk erst einmal Maschinenschlosser gelernt. Dann habe ich mich 1956 als Priesteramtskandidad (ein schreckliches Wort) beworben. 1971 wollte ich mein Leben nicht als Kleriker weiterf\u00fchren. Alles weitere ergab sich. Als die Liebe kam, habe ich geheiratet. Beruflich war es mies. F\u00fcr meine Kirche war ich ein Abtr\u00fcnniger, f\u00fcr den DDR-Staat war ich 5. Kolonne. Es kam ein berufliches Wechselspiel: Arbeitslosigkeit, Versicherungsagent, Tapen verladen, Gemeindehelfer. Helsinki bot ein Schlupfloch f\u00fcr die \u00dcbersiedlung. Aber im &#8222;Goldenen Westen&#8220; war alles schwierig. Doch dann 1976 kam die L\u00f6sung. Dann bekam ich eine sch\u00f6ne Zeit bis 1997. Nun Zwangsverrentung. Nun ja. Aber es ist alles gut geworden.<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Unterdessen sind fast 76\u00a0 Jahre vergangen. Auch mein Leben lief nicht gradlinig. Doch dar\u00fcber m\u00f6chte ich hier nicht berichten. Ich m\u00f6chte vielmehr so eine Art Bestandsaufnahme machen: Wo stehe ich religi\u00f6s? Was ist f\u00fcr mich wichtig? Was hei\u00dft f\u00fcr mich heute Spiritualit\u00e4t? Was bedeuten f\u00fcr mich Gott, Kirche und ewiges Leben? Ich m\u00f6chte diese Bestandsaufnahme in einer verst\u00e4ndlichen Sprache vornehmen und mich auch m\u00f6glichst knapp halten, gewisserma\u00dfen nur die gro\u00dfen Linien zeichnen. <strong>Ich lasse die Leser gewisserma\u00dfen f\u00fcr einen Augenblick in mein Herz schauen<\/strong>. Weil ich von meiner Ausbildung her Systematiker bin, werde ich die f\u00fcr mich wichtigen Dinge Punkt f\u00fcr Punkt abarbeiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>Suchet nach Gott und Euer Herz wird erstarken.<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>Gott wohnt in uns unzug\u00e4nglichem Licht. <\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>Unser Leben als Weg.<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>Nicht katholisches Kind sondern erwachsener\u00a0 Christ<\/strong>.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>R<\/strong><strong>ealit\u00e4t des s\u00fcndigen Menschen<\/strong><strong>.<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong><\/strong><strong>Die spirituellen Sch\u00e4tze der Vorfahren.<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>Zu unserer priesterlichen Berufung.<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>Das Geheimnis der Erl\u00f6sung<\/strong><strong>. <\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>Die offene Zukunft.<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong>Was mir wichtig ist.<br \/>\n<\/strong><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong><span style=\"color: #000080;\">1. &#8222;Suchet nach Gott und euer Herz wird erstarken&#8220;.<\/span><br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<p>Als Mensch habe ich keinen direkten Zugang zu unserer ganzen Welt. Strahlen, Schallwellen und Molek\u00fcle werden von meinem Gehirn in Farben, T\u00f6ne und Ger\u00fcche \u00fcbersetzt. Die Kernphysiker sagen uns, dass nach ihren Messmethoden der ganze uns zug\u00e4ngliche Kosmos aus Energie besteht. Bereits Einstein hat daraufhingewiesen, dass Zeit und Raum variable Gr\u00f6\u00dfen sind. Wenn wir uns erinnern, ist dies eine Rekonstruktion der Vergangenheit durch unser Gehirn. Unsere Seele, von der wir nicht wissen, was und wo sie ist, ist dennoch eine Wirklichkeit in unserem Leben. Diese Beispiele lassen sich beliebig fortsetzen. Auch die innere Mitte unserer Welt, die wir in der deutschen Sprache &#8222;Gott&#8220; nennen, ist uns direkt nicht zug\u00e4nglich. Die moderne Theologie bietet uns deshalb andere Namen an: Mitte, Tiefe, Geheimnis, Ursprung, Sein.\u00a0 Im Judentum wird der Name Gottes nie ausgesprochen, sondern durch Adonai (mein Herr) ersetzt oder umschrieben (z.B. Der DU alles erschaffen hast). Im Christentum haben wir leider das zweite Gebot, &#8222;Du sollst den Namen Gottes nicht ohne Ehrfurcht aussprechen&#8220;, verlernt.<\/p>\n<p>Nun lehren alle Religionen, dass es dennoch Zug\u00e4nge zu Gott gibt: Meditation, Wiederholungen, Schweigen, in sein Inneres horchen, Gott suchen und ihn finden wollen &#8230;. Ein zentrales Symbol f\u00fcr dieses &#8222;Gott-Finden wollen&#8220; ist das Herz. Ein Wort der Bibel spricht das klassisch aus: &#8222;Du wirst Ihn (&gt;Gott) auch finden, wenn du dich mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele um ihn bem\u00fchst.&#8220; (Deuteronomium 4,29). Alle verfassten Religionen mit ihren Erfahrungen, Texten und Traditionen sind in der Menschheitsgeschichte die Spuren dieses Suchens nach Gott.\u00a0 <em>Deshalb sind alle \u00dcbungen, um Gottes Gegenwart zu erfahren, Grundlage meiner Spiritualit\u00e4t<strong>.\u00a0\u00a0 <\/strong>Und deshalb hege ich ein tiefes Gef\u00fchl der Ehrfurcht, f\u00fcr diese vielseitigen Wege der Menschen und ihrer Suche nach Gott und f\u00fchle mich aufgehoben in dieser gro\u00dfen Gemeinschaft der Gottsuchenden<\/em><strong>.<\/strong><\/p>\n<p>Die Unsicherheit, ob ich zusammen mit den Generationen vor mir nicht einer der Evolution immanenten \u00dcberlebens -Illusion ausgeliefert bin, ist in unserer Sprache durch die Triade &#8220; wissen, glauben, hoffen&#8220; ausgedr\u00fcckt. Wir sind Pilger zwischen Himmel und Erde, zwischen dem Traum eines lichterf\u00fcllten Himmels und der unerbittlichen K\u00e4lte des Weltalls. <em>Wir haben in uns eine transzendente Sehnsucht, aber keine verbriefte Sicherheit.\u00a0<\/em><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h3><strong><span style=\"color: #333399;\">2. Gott wohnt in uns unzug\u00e4nglichem Licht.<\/span><br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<p>Alle Aussagen \u00fcber das G\u00f6ttliche sind wie gemalte Bilder, wie Tr\u00e4ume der Sehnsucht, sind unwahr und doch wahr, wie es die Mystiker sagen, sind Reflexionen von Wegen und Umwegen. Sie lassen sich nie genau zwischen Wirklichkeit und Fantasie abgrenzen. Dies gilt sowohl f\u00fcr unsere biblischen Schriften wie auch f\u00fcr die heiligen B\u00fccher der anderen Religionen. Die verschiedenen \u00dcberlieferungen und Deutungen der Gotteserfahrung sind nie eindeutig, aber zusammen wie bei einem Orchester Teile eines Gesamtklanges.<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\"><em>Unsere Bibel ist die &#8222;fleischgewordene <\/em><em>&#8220; religi\u00f6se Botschaft der Generationen im j\u00fcdisch \u2013 christlichen Kulturkreis vor uns. Sie ist ein heiliges Verm\u00e4chtnis, ein Lehrbuch des Lebens, weil sich die existentiellen Fragen trotz der Human -Evolution nicht ge\u00e4ndert haben. Sie ist wie ein Wanderbuch auf dem Weg zu dem Ziel unseres Lebens. Aber neben den heiligen Schriften er\u00f6ffnen uns die Maler, Musiker, Beter und Mystiker, Philosophen und Dichter, Schriftsteller, G\u00e4rtner und Architekten die Wege zu Gott, oft auch die einfachen und leidgepr\u00fcften Menschen mit ihrer tiefen Lebensweisheit.<\/em><\/span><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Leider gibt es in den meisten Religionen eine Vermischung deser Gottessuche mit menschlichen Machtspielen, mit Dummheit und Bosheit. Deshalb m\u00fcssen wir misstrauisch sein gegen alle, die sich zu Herren dieses Verm\u00e4chtnisses machen oder von Amts wegen wissen wollen, wer und wo und wie Gott ist, was Er von uns will, wie Er uns bestraft und belohnt. Das \u00fcberlieferte Wort Jesu &#8222;H\u00fctet euch vor den falschen Propheten&#8220; ist aktuell wie zu allen Zeiten. Es bedarf gro\u00dfer N\u00fcchternheit gegen\u00fcber den selbst ernannten Prophetinnen und Propheten, wollen wir nicht Fanatismus und Inhumanit\u00e4t verfallen. N\u00fcchternheit gegen\u00fcber allen religi\u00f6sen Aussagen ist geboten<strong><em>.\u00a0\u00a0\u00a0 <\/em><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong><span style=\"color: #000080;\">3. Unser Leben als Weg.<\/span><br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<p><strong>\u201e<\/strong>Nach dem Willen Gottes zu fragen\u201c, wurde ich erzogen \u2013 besonders in wichtigen Situationen. Hier m\u00f6chte ich heute eine andere Sprache w\u00e4hlen, vielleicht so: Vor Entscheidungen, die f\u00fcr die Richtung meines Lebens bestimmend sind, stehe ich immer auch vor der Frage, welchen Weg ich gehen soll. Das Wort \u201e Zeige mir Deine Wege, Herr, und lehre mich Deine Pfade\u201c spricht in Wirklichkeit von meinen Pfaden, die mir hier und jetzt f\u00fcr die Gestaltung meines Lebens und immer mit dem Blick nach rechts und links zu meinen Mitmenschen vorgegeben und m\u00f6glich sind. Dabei stehe ich in einer Entscheidungskette zu meiner eigenen Vergangenheit und meinen M\u00f6glichkeiten, immer aber in personaler Einbindung auf das dialogische Du anderer Menschen angewiesen, Nicht selten muss ich mich f\u00fcr das kleinere \u00dcbel entscheiden oder Umwege gehen. Es gibt Unsicherheiten und schicksalhafte Situationen, die meine Entscheidungsm\u00f6glichkeit eingrenzen. Entscheidung kann auch bedeuten, etwas nicht zu tun, zu schweigen oder laut zu schreien. Die christliche Spiritualit\u00e4t ist sich gewiss, dass jeder Mensch in sich die F\u00e4higkeit zu einem verantwortlichen Leben besitzt und spricht von der Stimme des Gewissens, die allein mir selbst vernehmbar ist.<strong> <\/strong>Der Trost: Wir sind eingebunden in die kleinen und gro\u00dfen Gemeinschaften. Und selbst in finsterer Nacht l\u00e4sst ums Gott nicht allein. Die Bilder von der bergenden Hand Gottes, von der N\u00e4he eines Engels, der F\u00fcrsprache der Heiligen und dem gemeinsam wandernden Gottesvolk wollen uns ermutigen.\u00a0 <em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\"><em>Wegfindung ist meine bleibende Lebensaufgabe. \u201e Was soll ich tun? Wie soll ich mich entscheiden? Wohin will ich gehen? <\/em><em>&#8220; &#8211; solche Fragen und ihre Beantwortung bestimmen die Qualit\u00e4t meines Lebens. Gott ist weder .f\u00fcr meine Entscheidungsschw\u00e4che verantwortlich noch f\u00fcr meine Dummheit oder Feigheit ein Alibi. Verantwortung f\u00fcr mein Leben trage ich ganz allein aber immer in der Kraft Gottes.\u00a0 <\/em><\/span><strong><\/strong><\/p>\n<h3><strong><br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<h3><strong><span style=\"color: #000080;\">4. Nicht katholisches Kind sondern erwachsener\u00a0 Christ.<\/span><br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<p>Meine Bindung an die katholische Kirche hat sehr viel mit Heimat zu tun und wird mir immer wertvoll bleiben. Es sind die Br\u00e4uche, Feste, Gebete und Lieder, die mich in meiner Kindheit und Jugend begleitet und geformt haben. Es ist die Erinnerung an meine Eltern und wichtige Menschen, die mich in die katholische Tradition eingefiihrt haben. Als Institution ist mir die katholische Kirche zun\u00e4chst und vor allem der mir zug\u00e4ngliche Erinnerungsort f\u00fcr das religi\u00f6se Suchen fr\u00fcherer Generationen und das spirituelles Erfahrungsfeld der Generationen heute. Obwohl Papst und katholischer Klerus nicht m\u00fcde werden,\u00a0 die jetzige Gestalt der Katholischen Kirche im Sinne des Willens Jesu zu interpretieren, ist die \u00e4u\u00dfere Gestalt &#8211; und zwar alles, was wir in dieser Kirche an institutionellen Formen finden -, geschichtlich geworden, interessenorientiert und ver\u00e4nderbar. Meine derzeitige \u00e4u\u00dfere Bindung an die katholische Kirche beruht auf meiner jetzigen freien Entscheidung. Wenn es mir nur au\u00dferhalb der katholischen Kirche m\u00f6glich w\u00e4re, meinen Lebensweg zu gehen, w\u00fcrde ich mich von ihr trennen, denn christliche Kirche ist in ihrem tiefsten Wesen Gemeinschaft der J\u00fcnger Jesu.<\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\"><em>Die spirituellen Erfahrungen, die mir durch meine katholische Kirche zug\u00e4nglich sind, betrachte ich als einen gro\u00dfen Schatz f\u00fcr mein Leben. Aber bei aller Hochsch\u00e4tzung kirchlicher Traditionen ist es unbedingt wichtig, dass ich mich von allen Abh\u00e4ngigkeiten befreie, die meiner gewonnenen Lebenserfahrung und meinen Erkenntnissen widersprechen.\u00a0 <\/em><\/span><em><\/em><\/p>\n<p><em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<h3><strong>\u00a0<\/strong><span style=\"color: #000080;\"><strong>5. Die <\/strong><strong>Realit\u00e4t des s\u00fcndigen Menschen<\/strong><\/span><strong><span style=\"color: #000080;\">.<\/span><br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<p>Die Geschichte der Menschheit ist mit Blut, Leid und Tr\u00e4nen anderer Menschen getr\u00e4nkt. Nicht zuf\u00e4llig steht die Geschichte vom Brudermord am Anfang der Bibel. Die neutestamentliche Tradition schildert in atemberaubender Offenheit den Verrat im J\u00fcngerkreis Jesu. Jesus stirbt als der erste Zeuge seiner Botschaft. Der Gekreuzigte ist zun\u00e4chst und vor allem ein Bild f\u00fcr die Folgen menschlicher Bosheit. Denn das B\u00f6se lebt in uns. In der Sprache der Evolution hei\u00dft das: Wir fressen am Mittag, um nicht am Abend selbst gefressen zu werden. Deshalb sollen wir ohne Unterlass beten und damit in uns die erforderliche Ich &#8211; St\u00e4rke wach halten, damit wir nicht &#8222;in Gedanken, Worten und Taten&#8220; dem B\u00f6sen verfallen.\u00a0 Fr\u00f6mmigkeit, Kultur und Zivilisation bieten keinen sicheren Schutz vor dem R\u00fcckfall in die Barbarei, dies gilt f\u00fcr V\u00f6lker, Gruppen und einzelne Menschen, dies gilt auch f\u00fcr mich. Aufgrund unserer Einbindung in die menschliche Gemeinschaft gilt das &#8222;Kyrie eleison&#8220; immer f\u00fcr mich und die anderen: Herr, erbarme dich unser. In der Sprache der christlichen Tradition ist mit all dem die S\u00fcnde gemeint.<em>\u00a0 <\/em>Aber die Verniedlichung von S\u00fcnde auf pers\u00f6nliche Fehler und Nachl\u00e4ssigkeiten ist lediglich ein klerikales Zuchtinstrument. Auch ist Gott nicht die gerichtliche Instanz f\u00fcr meine Irrt\u00fcmer und Schw\u00e4chen. Es gilt der Grundsatz, dass ich mit den Folgen meiner Fehler selbst leben muss. Wenn ich andere Menschen ungewollt oder durch Nachl\u00e4ssigkeit verletze, muss ich mich mit diesen vers\u00f6hnen, sofern dies m\u00f6glich ist. Zerst\u00f6rte Beziehungen sind oft der Preis meiner Fehler. Wie die Freude \u00fcber die Sch\u00f6nheit der Blumen geh\u00f6rt auch das &#8220; Wandern im finstern Tale\u201c zum Leben eines jeden Menschen<\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\"><em>Etwas ganz anderes ist die &#8222;religi\u00f6se Nacht&#8220;, von der die Mystiker sprechen, das Irrewerden an Gottes Liebe, die Verdunklung des Lebenssinnes. Hier geht es mir wie Jakob, der mit Jahve rang, wie Hiob, dem alles genommen wurde, wie Joshua am \u00d6lberg. Hier bin ich immer ganz allein mit meinem Gott &#8211; dann ist es wie ein vorweggenommener Tod. Hier ber\u00fchrt uns das Mysterium der Sch\u00f6pfung, hier spielt sich die eigentliche Versuchung ab, vor der wir uns im Vater Unser zu Recht \u00e4ngstigen.\u00a0<\/em><\/span><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h3><span style=\"color: #000080;\"><strong>6. <\/strong><\/span><strong><span style=\"color: #000080;\">Die spirituellen Sch\u00e4tze der Vorfahren.<\/span><br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<p>Bei aller Ver\u00e4nderung der \u00e4u\u00dferen Lebensbedingungen bleiben die Anspr\u00fcche und Herausforderungen an das Gelingen menschlichen Lebens gleich. Die heiligen Schriften als die Lebensweisheit der Vorfahren wollen uns zum Nachdenken anregen aber auch vor Irrwegen bewahren. Die christliche Tradition, die den j\u00fcdischen Glauben des Joshua von Nazareth in die hellenistische Welt und \u00fcber das germanische Denken in die Neuzeit eingebracht hat, ist meine spirituelle Heimat. Ich liebe sie \u00fcber alles. Jeglicher Alleinvertretungsanspruch des Christentums ist Verzeichnung und blo\u00dfer Machtanspruch. Auch die biblische Tradition ist nicht nur Selbstzeugnis der ersten Christengeneration, sondern immer auch Irrweg, Hochmut und Abh\u00e4ngigkeit von \u00e4u\u00dferen Abh\u00e4ngigkeiten. Die Frage nach der Treue Gottes trifft heute Juden und Christen gleicherma\u00dfen. Dass uns die biblischen Schriften Leitschnur (norma normans) geworden sind, hat einen tiefen Sinn, denn hier wird uns der Zauber des Anfangs&#8220; vermittelt, aber auch dessen Gefahr.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\">Ich stehe in einer Generationenkette und f\u00fchle mich als J\u00fcnger Jesu. Dies enthebt\u00a0 mich aber nicht, meine Augen &#8220; \u00fcber die Berge &#8220; schweifen zu lassen.\u00a0 Um die biblischen Texte des Neuen Testamentes verstehen zu k\u00f6nnen, muss ich in die lange Geschichte des Volkes Israel eintauchen und dem Lebensweg der ersten Christengenerationen nachgehen, auch um zu begreifen, dass die christliche Kirche nicht nur Erf\u00fcllung der Verhei\u00dfung sondern auch neuer Verrat bedeutet.<\/span><strong> <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>\u00a0<\/strong><span style=\"color: #000080;\"><strong>7.\u00a0 <\/strong><\/span><strong><span style=\"color: #000080;\">Zu unserer priesterlichen Berufung.<\/span><br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<p>Bereits mit den Propheten begann die Relativierung des alttestamentlichen Opferkultes. Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und das zerknirschte (&gt; dem\u00fctig-bescheidene) Herz treten an erste Stelle. Jesus lebt und lehrt in dieser Tradition. Er kam nicht aus einer Priesterfamilie und verstand sich auch nie als Priester. Es gibt im NeuenTestament kein einziges Beispiel, dass Jesus im Tempel geopfert habe. Eine zentrale Botschaft des neuen Testamentes ist die Relativierung des traditionellen kultischen Priestertums. Anders als Maria und Josef, die im Tempel die vorgeschriebenen Tieropfer vollziehen, tritt Jesus nie in priesterlicher Rolle auf. Auch als er als Johannest\u00e4ufer taufte, geschah dies weit weg vom Tempel als prophetisches Zeichen von Reue und Gesinnungsver\u00e4nderung.\u00a0 Selbst in der fr\u00fchen Jesusgemeinschaft, die noch eng mit dem Fr\u00fchjudentum verbunden war, sp\u00fcrt man die Distanz zum Opferkult. Priesterlicher Dienst vollzieht sich jetzt im Vollzug eines gl\u00e4ubigen Lebens im Angesicht des uns liebenden Gottes und immer im Blick nach rechts und nach links zu unseren Mitmenschen. Auf diesen Weg hat uns Joshua von Nazareth gerufen und uns die G\u00fcte und Menschenfreundlichkeit Jahves in das Herz geschrieben. Dieser priesterliche Dienst wird im Neuen Testament in vielen Bildern und Gleichnissen umschrieben, gemeint ist:<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><em>In der Finsternis menschlicher Grausamkeit nicht dem Hass verfallen,<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><em>dem unter die R\u00e4uber Gefallenen unter die Arme greifen,<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><em>\u00a0angesichts der Schrecklichkeit der Naturprozesse nicht verzweifeln,<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><em>\u00a0trotz der Umwertung von Werten in meinem gesellschaftlichen Umfeld standhaft bleiben, <\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><em>auch unter Einschr\u00e4nkung von eigenen M\u00f6glichkeiten sich f\u00fcr andere Menschen und besonders f\u00fcr die n\u00e4chste Generation verantwortlich f\u00fchlen,<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><em>\u00a0mein Leid und Sterben auf die Wagschale der Gerechtigkeit legen, <\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><em>meine menschliche Macht nicht missbrauchen.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><em>Dies sind die Kategorien unseres priesterlichen Lebensdienstes.<\/em><\/span><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Und wenn andere Menschen uns brauchen, unseren Zuspruch, unsere Tr\u00f6stung, unseren Dienst\u00a0 -dann haben wir die uralten Symbole, Zeichen und Handlungen, die uns unsere christlichen Kirchen und die anderen Religionen \u00fcberliefern, dann sollen wir tun was uns m\u00f6glich ist: segnen, lossprechen, verwandeln, salben, beten, sprechen, singen, schweigen, die Hand reichen oder oft auch nur einfach da sein. Dies alles unabh\u00e4ngig, ob wir Frau oder Mann sind, in einer kirchlichen Gemeinschaft oder au\u00dferhalb, Auftrag haben oder nicht. Unsere Kirche hat dies immer gewusst. Deshalb hat sie sogar den von ihr vertriebenen Priestern die Pflicht auferlegt, im Angesicht des Todes die eigentlich von ihr verbotene Seelsorge zu betreiben. Denn\u00a0 Es geht letztlich nicht um die Kirche sondern um Gott und seine Menschen.\u00a0 <strong><em><br \/>\n<\/em><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/span><\/p>\n<h3><span style=\"color: #000080;\"><strong><\/strong><strong>8. <\/strong><strong>Das Geheimnis der Erl\u00f6sung<\/strong><\/span><strong><span style=\"color: #000080;\">.<\/span><br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<p>Der Mythos von unserer Erl\u00f6sung durch das Blut Jesu Christi, den die Schriften des Neuen Testamentes an vielen Stellen bezeugen, ist die bildhafte Deutung, dass die dunklen Seiten unseres Lebens eine heilende Wirkung haben. Die uralte Weisheit &#8222;Durch das Leiden der Gerechten wird die Welt im Gleichgewicht gehalten&#8220; entspricht auch unserer pers\u00f6nlichen Erfahrung, dass das Sterben eines Menschen andere Menschen vor Hass oder Depression erl\u00f6sen kann. In der modernen Dichtung wird auf das sterbende Weizenkorn verwiesen, auf die sich verzehrende Kerze, auf das verzehrende Brot, auf die k\u00f6rperliche Hingabe jeder Mutter. Jesus von Nazareth wurde von Gott berufen und zu dieser Sendung vom Geist Gottes erf\u00fcllt, um uns das Mysterium vom Leben durch den Tod als das Grundgesetz der Sch\u00f6pfung neu zug\u00e4nglich zu machen. Er hat uns wieder daran erinnert, was es hei\u00dft Mensch zu sein. Der Mann aus Samarien war kein echter Jude im Sinne der Jerusalemer Hohenpriester, aber Jesus macht ihn zum ehtischen Vorbild f\u00fcr alle Menschen. Christliche Kirche, lebt nicht in der Nachfolge Jesu, sondern hat sich ihr eigenes Gesetz gemacht. Es ist schwer, aber lebensnotwendig, die befreiende Botschaft &#8211; die gute Nachricht -neu zu verinnerlichen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\"> Wir m\u00fcssen es lernen, die grandiosen biblischen Bilder zu entschl\u00fcsseln, so\u00a0 d<\/span><span style=\"color: #000080;\">ie Botschaft vom g\u00f6ttlichen Kind in der Krippe, damit wir verstehen, dass Kinder ein Geschenk Gottes sind; oder das Bild vom Heiler am Kreuz, dass wir den tiefen Sinngehalt von Schmerz und Tod als Reifung und Weitergabe verstehen.\u00a0\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong><span style=\"color: #000080;\">9. Die offene Zukunft.<\/span><br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<p>Wir erschaudern vor der unvorstellbaren Gr\u00f6\u00dfe und K\u00e4lte des Kosmos, in dem wir Menschen weniger als Staub sind. Wir erahnen die Komplexit\u00e4t der Evolution des Lebens, in der die Menschheit bisher einen H\u00f6hepunkt bildet. Wir wissen um die Endlichkeit aller uns bekannten Vorg\u00e4nge, auch unseres eigenen Lebens. Das alles und viel mehr wissen wir. Aber wir tragen in uns auch einen Schatz der Zuversicht. Als J\u00fcnger des Joshua von Nazareth, tragen wir in uns Seine Hoffnung und Zuversicht, dass wir in der Liebe und Menschenfreundlichkeit unseres Gottes geborgen sind. Nicht weil wir besser sind als die anderen Menschen gehen wir unseren Lebensweg durch die irdische Zeit. Das Licht, das brennt, erhellt und sich verzehrt, ist nicht besser als die Dunkelheit, aber es bekommt seinen Sinn, dass er anderen den Weg weist.<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><em>Die Geschichten von der Auferstehung Jesu sind eine Botschaft der Hoffnung,<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><em>dass wir alle auch im Sterben und nach dem Tod umfangen sind von der Liebe Gottes<strong>.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000080;\"><strong><em>\u00a0<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<h3><strong><span style=\"color: #000080;\"><em>\u00a0<\/em>10. Was mir wichtig ist.<\/span><br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<p>Dies ist kein abschlie\u00dfender Katalog sondern eine Momentaufnahme von Priorit\u00e4ten.<\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\"><em>Ich will keinen Beitrag leisten, um Frauen zu diskriminieren, als ob sie Menschen minderer Qualit\u00e4t seien, denn das Christentum ist auch eine Geschichte der Frauenfeindlichkeit. Wo ich es kann, will ich Widerstand leisten, wenn -egal mit welcher Begr\u00fcndung -Frauen allein aufgrund ihres Geschlechtes ausgegrenzt oder unterdr\u00fcckt werden.\u00a0<\/em><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\"><em>Ich will keinen Beitrag leisten, wenn sich Katholiken oder Christen in Vermessenheit an die erste Stelle im Heilsplan Gottes r\u00fccken. Wo ich es kann, will ich Menschen anderer Religion oder Lebensanschauung achten und ehren, sofern sie wahre menschliche Menschen sind.<br \/>\n<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\"><em>Ich will meine katholische Kirche nicht mehr freisprechen von Intoleranz, imperialem Gehabe und Inhumanit\u00e4t. Ich will die \u00dcbertretungen ihrer Funktion\u00e4re und Mitglieder beim Namen nennen und nichts vertuschen.<\/em><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\"><em>Ich will gegen die sexuelle Manie meiner Kirche k\u00e4mpfen, weil sie wie das Krebsgeschw\u00fcr des uralten Manich\u00e4ismus alles verunstaltet und immer auch einen eklatanten Versto\u00df gegen die Menschenrechte darstellt.<\/em><strong><br \/>\n<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\"><em>Ich will die Fr\u00f6mmigkeit der fr\u00fcheren Generationen achten und ehren. Ich bin dankbar f\u00fcr alle Weisheiten, Gebete, Lieder, Gedichte, Geschichten und Bilder, die mit vermittelt wurden. Weil ich Mensch bin, will ich vorsichtig sein und bescheiden bleiben, um nicht ein Opfer meines eigenen Hochmutes und meiner Verblendung zu werden.<\/em><strong><br \/>\n<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\"><em>Ich will Kindern beistehen, dass sie ihren Weg in das Leben finden. Ich will Sterbenden helfen, ihren \u00dcbertritt aus unserer Zeit in <\/em><em>&#8220; das Leben der zuk\u00fcnftigen Welt&#8220; zu vollziehen. Ich will Menschen in schwieriger Situation helfen. Ich m\u00f6chte die Kraft haben, irgendwann- und dies kann heute oder morgen sein -mein Leben bereitwillig und dankbar in die Hand Gottes zur\u00fcckzugeben.<\/em><\/span><\/p>\n<p>(Erstver\u00f6ffentlichung im Mai 2003; hier neue \u00dcberarbeitung)<strong><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 1954: Aufeinmal war ich ein Priesteramtskandidat, nachdem der Erfurter Weihbischof, Joseph Freusberg, meinen Antrag zum Theologiestudium akzeptiert hatte. Sogleich wurde ich verpflichtet, an einem sechsw\u00f6chigen Einf\u00fchrungskurs in Bad K\u00f6sen teilzunehmen. 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