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Auferstehung christlich

Auferstehung christlich

dieses Jahr habe ich in der Semana Santa darunter gelitten, dass ich keine einzige, wirklich nachvollziehbare Auseinandersetzung zu „Kreuz und Auferstehung“ lesen oder hören konnte. Der Erfurter Bischof Ulrich Kleymeyr bezog sich in seiner Osterpredigt auf die Glaubwürdigkeit der bodenständigen galiläischen  Fischer und verschwieg dabei, dass die vier kanonischen Evangelien, die uns von den Auerstehungserfahrungen der Frauen und Männer in der engeren Gefolgschaft Jesu berichten, als Meisterwerke orientalischer Erzählkunst mit Gewitter, Blitz und Erdbeben, mit Engelerscheinungen – einmal einer, dann zwei – mit Erscheinung Jesu im Garten und Picknik am See überliefert worden sind. Am Ostermontag waren wir in der Vallendarer Wallfahrtskirche der Pallotiner von Haus Wasserburg; hier  predigte der kanadische Pallotiner wortgewaltig über die Überraschungen, die Gott uns in unserem Leben bereitet und belegte das gekonnt mit der Emmausgeschichte. Aber die Ostergeschichte selbst verlor sich in der so gedeuteten Gegenwart. Von der Ostererfahrung, auch ob diese auch heute möglich sei, blieb kaum etwas übrig. In der Zeitschrift Publik Forum fand ich ein lesenswertes Gespräch mit der Vallendarer Exegetin Margaerte Gruber (die ich sowohl als Wissenschaftlerin wie auch als Mensch sehr schätze)  und dem Schriftsteller Patrik Roth (dessen literarische Christlogie ich gelesen habe)  zu der Frage „Was heißt Auferstehung?“. Viele tiefsinnige Gedanken – vieles, was mich berührte und zum Nachdenken führte, aber keine Antwort auf die gestellte Frage; jedenfalls nicht so, dass ich eine Antwort übernehmen kann. Es geht schließlich um die Mitte des christlichen Glaubens – meines, deines und unseres Glaubens:  „Christus ist trotz des schrecklichen Todes am Kreuz in das Leben zurückgeführt worden (>auferweckt) und geht uns nun voraus in das Leben mit Gott, um uns seine Jünger alle nachzuholen“: das ist doch die Osterbotschaft? Das kann doch nur heißen:  Für jeden, der Christus nachfolgt (vielleicht auch für viele oder für alle?), besteht die Chance, dass mit dem Tod nicht alles aus ist. Ich – als Person, als Individuum, als denkendes Geistwesen, mit meinem ganzen Leben, werde nicht einfach vergehen, mich nicht unwiderruflich auflösen in der rinnenden Zeit, nein irgendwie – wenn auch unvorstellbar – getragen von einem liebenden Gott, werde gewissermaßen als Vollendung meines jetzigen Lebens, in eine endgültige Dimension geführt werde. Natürlich haben wir es heute viel schwerer mit diesem Auferstehungslauben. Wir haben keinen Ort mehr für den Himmel, wir haben ja nicht einmal einen Ort für Gott, obwohl wir ihn uns als menschliche Person vorstellen müssen. Der Kosmos ist unendlich weit, kalt, tot, ein ständiger Wechsel von gigantischen kosmischen Prozessen. Und immer noch spricht alles dafür, dass wir Menschen in dieser Welt tatsächlich Unikate sind und damit auch einsam und allein. Doch in unseren Kirchen wird , weil es der Ritus so befiehlt, tapfer das Exsultet und das Alleluja gesungen. Der Tod ist überwunden, wo ist dein ‚Stachel?

Und so sitze ich – Jünger Jesu mit meinem Rosenkranz in der Hand, den ich jeden Tag bete – noch dazu bei diesem scheußlichen Osterwetter- in mich zusammengekauert und lese das Gedicht von Brecht, das mich seit meiner Jugendzeit wie das Vater Unser begleitet:

Laßt Euch nicht verführen!
Es gibt keine Wiederkehr.
Der Tag steht in den Türen,
ihr könnt schon Nachtwind spüren:
Es kommt kein Morgen mehr.

Laßt Euch nicht betrügen!
Das Leben wenig ist.
Schlürft es in vollen Zügen!
Es wird Euch nicht genügen,
wenn Ihr es lassen müßt!

Laßt Euch nicht vertrösten!
Ihr habt nicht zu viel Zeit!
Laßt Moder den Erlösten!
Das Leben ist am größten:
Es steht nicht mehr bereit.

Laßt Euch nicht verführen
Zu Fron und Ausgezehr!
Was kann Euch Angst noch rühren?
Ihr sterbt mit allen Tieren
und es kommt nichts nachher.

In meiner Jugendzeit in der sozialistischen DDR war dies mein „Abwehrlied“, das Lied der Anderen, während wir unsere Christkönigslieder sangen. Am Christkönigsfest gingen wir jungen Apostel Jesu am Samstag zur Beichte, um den Gnadenstand der Taufe wieder zu erneuern. Heute rückt mir Brechts Lied auf den Leib. Ich fühle mich hin und her gerissen zwischen der Hoffnungsbotschaft von der Auferstehung und der Botschaft von der Mutter Erde, die uns alle nach dem Ablauf unseres Lebens in ihren Schoß zurücknimmt. Zwischen dem Alleluja der Christen und dem Brechtschen „Es gibt keine Wiederkehr“ spielt sich mein konkretes Leben tatsächlich ab. Doch da gab es noch eine Erfahrung. Im Deutschlandfunk hörte ich ein  Interview mit Michael Striet, katholischer Theologe an der Freiburger Uni. Er sprach zunächst vom „Aufräumen“. Damit meinte er das ganze Wirrwarr von Vorstellungen, Bildern  und gescheiten Erklärungen, die ein jeder Christ im Laufe seines Lebens über die Auferstehung rezipiert.  Der Koran mit seinen orientalischen Geschichten über das Paradies und die Himmelfahrt des Propheten ist ein Beispiel aus der anderen ‚Religion des Islam. So sind auch wir Christen geprägt von den Auferstehungsgeschichten der Bibel, wo Heilungen und  Totenerweckungen wie alltägliche Geschehnisse geschildert sind. Ehrlich, auch bei Striet, kann ich manches nicht  akzeptieren. Seine Auslassung über die Hölle lässt den römischen Dogmatiker durchscheinen. Aber vielleicht war dieser Schlenker auf die Hölle nur eine Art Nebengleis mit Rücksicht auf die vatikanischen Glaubendwächter, Denn dann erklärt Striet die Auferstehung als Horizont für unser Leben, als Möglichkeit, als Variante. Die Geschichte von Moses fällt ein. Der alter Moses, satt an Leben, schaut auf die andere Seite des Jordans, das verheißene Land; er darf es sehen, aber mehr nicht, denn dann wird er zu den Vätern gerufen. Ist das vielleicht auch so mit der Auferstehung, dass wir am Schluss unseres Lebens einen Blick in die Zukunft werfen dürfen, in die Welt Gottes, in das Leben der zukünftigen Generationen, denen nach uns die Schöpfung anvertraut wird,  gewissermaßen auch als unsere Werk, an dem wir mitwirken konnten, nun aber befreit werden von der Verantwortung für diese Schöpfung  und deshalb wie Mose unser Leben zurückgeben können in die Hand Gottes.

 

Striet will der Frage  „was wird nachher?“ die Bedrohung nehmen. Das Nachher ist die Erfüllung, das Loslassen, das geglückte Abschiednehmen. Ich gebe die Schöpfung und damit auch mein Leben zurück in die Hand Gottes.

Dieser Ansatz gibt mir die Möglichkeit zum Weiterdenken. Auferstehung ist so etwas wie ein unverhoffter Sonnenstrahl, der mein Leben in einem anderen Licht erscheinen lässt und ihm vielleicht so etwas wie eine neue Wertigkeit gibt. Auferstehung als Hoffnung, als Vision, als Metapher für den Wert unseres irdischen Lebens. Gewissermaßen werden alles Gute und Schöne, aber auch alle erlittenen Niederlagen und alles quälende Versagen Bausteine für die weitere Vollendung der Schöpfung. Hier will ich in dieser nun beginnenden österlichen Zeit weiter nachsinnen. Zeige mir deine Wege Herr und lehre mich deine Tage, verlass mich nicht, du unser Gott. Alleluja.

 

Posted by Kittlauss on Apr 21st 2017 | Filed in Aktuell,Biblische Studien,Christologie,Theologie,Was das Leben angeht | Kommentare (0)

Dieter Kittlauss

ProfileWas wir nie verlieren dürfen, ist unsere Zuversicht. Was wir immer brauchen, ist Solidarität. (Autor unbekannt)

Neujahrsbrief 2017

 

Texte zur Besinnung

In diesem Moment geht irgendwo die Sonne auf

Nimmt ein Schicksal seinen Lauf

Erlischt irgendwo ein Stern Scheint das Glück unendlich fern

Werden Zwillinge geboren und Liebeslügen geschworen

Werden Hoffnungen zerstört  und ein Gebet erhört

Und irgendwo wirds gerade Sommer und anderswo schon Herbst

Und Menschen glauben fest daran Dass ihre Jugend wiederkehrt

 

Und als einer von Millionen teh ich hier und schau nach oben

Frag wo du gerade bist und wie es da wohl ist

Und als einer von Millionen Der an Erinnerungen hängt

Fühl ich dass du gerade hier bist

In diesem Moment

 

In diesem Moment  schließen Augen sich für immer

Scheint ein kleiner Hoffnungsschimmer

Wird ein geschenktes Herz zur Last und durch Mitleid Geld gemacht

Wird ein Mensch zum Kampf gedrillt und ein Diktator altersmild

Wird die große Chance verpasst und am Sterbebett gelacht

Und hinterm Licht wartet ein Tunnel und am Tunnelende Licht

Nur das ein Plan dahinter steckt Zeigt sich für mich nicht

Und als einer von Millionen steh ich hier und schau nach oben

Frag wo du gerade bist Und wie es da wohl ist

Und als einer von Millionen Der an Erinnerungen hängt

Fühl ich dass du gerade hier bist

 

In diesem Moment Fragen nach dem großen Sinn

Der die Welt durch zieht Versenden sich im All und schwingen mit

In jedem Lied

Und als einer von Millionen steh ich hier und schau nach oben

Frag wo du gerade bist Und wie es da wohl ist

Und als einer von Millionen Der an Erinnerungen hängt

Fühl ich dass du gerade hier bist

In diesem Moment

(Roger Cicero †)

 

 

Sage nicht,

wenn ich frei werde,

werde ich lernen;

vielleicht wirst du nicht frei werden.

(Rabbi Hillel aus der Zeit Jesu)

 

Ich lebe mein Leben  in wachsenden Ringen,

die sich über die Dinge ziehn.

Ich werde den letzten  vielleicht nicht vollbringen,

aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,

und ich kreise jahrtausendelang;

und ich weiß noch nicht:

bin ich ein Falke, ein Sturm

oder ein großer Gesang.

(Rainer Maria Rilke, am 20.9.1899, Berlin-Schmargendorf)

 

Mein tägliches Morgengebet:

Aus der Nacht erwacht mein Geist

Auf zu Dir mein Gott, denn du uns deine Gebote  sind mein Licht auf Erden. Herr, lehre mich Gerechtigkeit zu üben, Erleuchte die Augen meiner Gedanken, dass sie nicht einschlafen in der Sünde in den Tod. Vertreibe alles Dunkle aus meinem Herzenund schenke mir die Sonne deiner Gerechtigkeit.

Bewahre mich in einem untadeligen Leben durch das Siegel Deines Heiligen Geistes und leite meine Schritte auf dem Weg des Friedens. Lass mich einst die ewige Morgensonne und den himmlischen Tag sehen in ganz großer Freude. Du Christus, Licht meiner Seele und meines Leibes. Zu dir sende ich Lob empor, zu dir und zu Deinem anfanglosen Vater und  zu dem allheiligen, guten und lebenspendenden Geist. Amen

(aus der altsyrischen Liturgie der frühen Kirche)

Brief

Liebe Freundinnen und Freunde,

der Popsänger Roger Cicero (†) hat uns einen wunderbaren Song hinterlassen, der sowohl die bunte Vielfalt unserer Wirklichkeit wie auch die Symphonie unserer Sehnsüchte ausdrückt: In diesem Moment, passiert so viel für jeden von uns. Es war in diesem Jahr auffallend, dass in den TV-Programmen der Rückblick auf verstorbene Personen einen breiten Raum einnahm. Ist es vielleicht so, dass mit der schwindenden Kraft unseres christlichen Glaubens der Blick in die Tiefe unseres Lebens auf anderen Wegen zunimmt? Wenn auch nicht mit dem Brustton der gewohnten Selbstsicherheit, eher fragend, verhalten, unsicher? Unser Leben (nicht überall) ist (auch nicht für alle) länger und vielseitiger geworden, aber wenn wir nicht die Augen verschließen, sind die alten Probleme von Liebe und Verlust, Geborgenheit und Einsamkeit, Sieg und Niederlage, Schicksal und Tod geblieben; auch die Angst um geliebte Menschen und das Wissen um die Vergänglichkeit unserer Welt. So stehen wir oft da und suchen im Himmel die Menschen, die von uns gegangen sind.  Manchmal möchte es uns schwindlig werden ob der Größe der Dimensionen, die sich Tag für Tag vor uns ausbreiten, dabei unsicher weil uns der Boden unter den Füßen wegzubrechen scheint. Und je schärfer und je weiter wir schauen, umso unschärfer und eisiger scheint unsere Welt zu werden.  Doch dann gibt es immer wieder einen kleinen Hoffnungsschimmer, wie es Cicero sang.  Ich habe dieses Lied nicht ohne Grund hier eingefügt; als ich es hörte, brachte es viele Seiten meiner Seele zum Klingen, denn ich habe in diesem Jahr meinen 80. Geburtstag im katholischen Brüderhaus  in Koblenz verbracht. Nach zwei komplizierten Operationen am 3. Lendenwirbel innerhalb einer Woche  und einer längeren Reha wurde ich mittlerweile wieder ins Leben zurückgeführt; wenn auch immer noch etwas  tapprig und langsam Aber ich kann gehen und die Stufen zu unserer Wohnung empor steigen.  Das ist nicht selbstverständlich, eher ein Geschenk, eine (vielleicht) unverdiente Verlängerung  eines (einigermaßen normalen) Lebens. So bin ich voller Dankbarkeit. Auch das Gedicht von Rainer Maria Rilke kann die Stimmung meiner Seele wunderbar wiedergeben.

Mit etwas Verspätung konnte ich in das neue Semester in der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Vallendar einsteigen. Es ist ein großer Vorzug, dass ich als alter Mensch so viel Zeit habe, mich zusammen mit jungen Menschen auf die Schulbank zu setzen; noch dazu in einer pikfeinen Umgebung. Immerhin habe ich im Lesesaal einen PC mit Internetanschluss und  vielen Zeitschriften. Es ist ja nicht so, dass mit zunehmendem Alter die Fragen abnehmen; nein, im Gegenteil, sie werden dichter und zum Teil auch gravierender, weil sie uns auf den Leib rücken. Als junger Student las ich „Winter in Wien“, wo der alternde Reinhold Schneider beschreibt, wie er in die Nacht der Mystiker fiel und alle Sicherheiten über Gott, die Welt und seines  ganzen Leben brüchig wurden. Auch als Theologe, der ich immer als Fragender und Suchender mein ganzes Leben geblieben bin, weiß ich mich gefährdet, Gott zu verlieren und in die Nacht der Gottesferne abzustürzen. Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder“ – die Kindheitserinnerungen und die Gebete von alters her sind oft der Rettungsanker in den Situationen der religiösen Dämmerung. Deshalb habe ich zu den Texten am Rand das Morgengebet eingefügt, das mich eigentlich mein ganzes Leben begleitet.

Im vergangenen Jahr habe ich mich intensiv mit der Rückkehr der Familie der russischen Wittgenstein nach Deutschland befasst. Es war ein Stück deutscher Geschichte, die es aufzuarbeiten galt. Auf den Webseiten und im Heimatbuch 2017 des Landkreises Mayen-Koblenz kann man alles nachlesen. Beschäftigt hat mich auch der belgische Jesuit Roger Lenaers, der in seinem langen Leben und mit seinen Büchern nicht müde wurde, uns Christen  in  die Moderne zu führen.

Das Jahr 2016 hatte für mich eine besondere Bedeutung, denn es ging  eine lange und glückliche Lebensetappe zu Ende. Über zwanzig Jahre war mir nach meiner Zwangsverrentung  erneut ein wunderbar reiches Leben geschenkt worden;  mit vielen neuen Aufgaben, auch mit dem für das Leben erforderlichen „Brot“  und der Zuwendung vieler lieber Menschen.  Nun geht diese Phase zu Ende. Ich spüre, wie es um mich einsamer und wie mein Körper gebrechlicher wird. Das verlangt viel Kraft und Zuversicht.  Aber das Leben zeigt auch jetzt seine schönen Seiten. Der gemeinsame Weg mit Anne Egbert ist immer noch wunderbar und wie ein großes Geschenk. Auch dass ich zu meinem Sohn Daniel und seiner Frau Sandra ein herzliches Verhältnis habe, steht auf der Lichtseite meines Lebens. Erwähnen möchte ich noch,  dass ich nach drei Jahren meine Biographie beendet habe und das erste Lektorat bereits erfolgt ist.

Als Junge hatte ich mir ein Wort des preußischen Freiheitsdichters Gregor Arndt über mein Eisenbett gehängt: „Tu was du musst; sieg oder stirb und überlass Gott die Sache.“ Heute hängt über meinem Schreibtisch ein anderer Spruch: „Ich möchte in Würde alt werden und so auch sterben.“  Der römische Dichter Quintus Horatius Flaccus (Horaz) drückte dies vor mehr als zweitausend Jahren so aus: „Carpe diem et credula minimum postero“ – Pflücke (jeden) Tag und erwarte nicht (alles) vom kommenden.

Nun  möchte ich alle herzlich grüßen und ein Frohes Neues Jahr wünschen. „Komme was kommen mag, wir sind bereit“, haben wir einst  als überlebende Kriegskinder gesungen. Vielleicht ist  unser Lied heutzutage nicht so selbstbewusst, aber sicherlich auch tief aus dem Herzen kommend.

Euer/ Ihr Dieter Kittlauß


Graphik „Schöpfung“. Autor: Dieter Kittlauß 2012

Posted by Kittlauss on Jan 11th 2017 | Filed in Biographisches | Kommentare (0)

Jürgen Springer schreibt zum Thema „Islam und Gewalt“

Von Jürgen Springer (Christ in der Gegenwart 51 /2015)
Nach den Anschlägen der Dschihadisten in Paris hatten mehrere Vertreter muslimischer Staaten umgehend beteuert, dass solche Gewalt nichts mit dem Islam zu tun habe. Auch der sunnitische „Rat der höchsten Religionsgelehrten“ Saudi-Arabiens verkündete: „Der Islam billigt keine Terroristen. Diese Akte sind
das Gegenteil der Barmherzigkeit, die dieReligion in die Welt gebracht hat.“ Im schiitischen Iran sagte der Außenamtssprecher,Hussein Dschaberi: „Diese Terroristen sind keine Muslime und haben nichts gemeinsam mit den .Maßstäben und Werten des Islam.“ Nur: Die Attentäter selber verstehen sich ausdrücklich als fromme Muslime. Und die Zahl der ausländischen Kämpfer, die sich dem „Islamischen Staat“ oder verwandten Gruppen als religiöse Kämpfer anschließen, hat sich innerhalb von weniger als zwei Jahren nahezu verdoppelt, wie die „Frankfurter Allgemeine“ schrieb. Zwischen 27000 und 31000 junge Männer reisten aus 86 Ländern nach Syrien und in den Irak, etwa 5000 von ihnen kamen aus Westeuropa. Weiterlesen »

Posted by Kittlauss on Jan 18th 2016 | Filed in Aktuell | Kommentare (0)

Nachdenkliches zum Weihnachtsfest

Liebe Freundinnen und Freunde,
allen in nah und fern,
zu allen Zeiten war es Brauch, sich an Festtagen und zu besonderen Anlässen. Briefe zu schreiben. Ganz in dieser Tradition, schicke ich meinen Weihnachtsbrief, der aus einer Reihe von Beiträgen bei facebook entstanden ist.

Unsere Krippe stammt aus Ägypten

Unsere Krippe stammt aus Ägypten

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Posted by Kittlauss on Jan 18th 2016 | Filed in Aktuell | Kommentare (0)

Weihnachten im Sommer. Das Weihnachtsfest im Wechsel der Zeiten.

Am Weihnachtsabend. Carl Larsson 1904 Wikipedia

Am Weihnachtsabend. Carl Larsson 1904 Wikipedia

Mit acht Jahren habe ich Weihnachten noch in Breslau erlebt. Damals gab es schon seit Allerheiligen die großen Schneehaufen am Straßenrand und mit meinem Bruder fuhr ich Schlitten an der Oder. Heute haben wir uns daran gewöhnt, dass die Klimaerwärmung bei uns den Winter verschoben, wenn nicht sogar aufgehoben hat. Es ist nicht selten, dass die Gänseblümchen blühen, wenn wir das wunderbare Lied „Leise rieselt der Schnee“ singen. Doch „Weihnachten im Sommer“ hat eine lange Geschichte. Lukas erzählt in seiner Kindheitsgeschichte Jesu, wie die Hirten bei ihren Schafen auf dem Felde sind. Nein, sie schlafen nicht bei ihrer Herde, sie sind wach, denn es ist Zeit der Lämmergeburten und das heißt, es ist Sommer. Für den Kirchenvater Clemens von Alexandrien (ca. 150 – 214) lag der Geburtstag Jesu zwischen Ostern und Pfingsten. Dahinter standen die jüdische Überzeugung, dass bei wichtigen Menschen Geburt und Tod zeitlich nahe beieinander liegen, wenn nicht sogar übereinstimmen. Weiterlesen »

Posted by Kittlauss on Dez 20th 2015 | Filed in Aktuell,Christologie | Kommentare (0)

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